Nepal

Dienstag, 5.11.
7:30 reichhaltiges FS mit Kartoffelpuffer, Spiegelei und Toast.
Um 8e bin ich am Bahnhof.
Klappt alles prima. Ich bin saumüde und schlafe vor dem boarding und im Flugzeug. In China, etwas nördlich von Hongkong habe ich 4,5 h Aufenthalt. Ich schlafe erstmal ne Runde, bis ich erfahren kann, in welchem Gate das Boarding ist. Dort lege ich mich auf eine gemütliche, weil gepolsterte Spielplatzumrandung und lass die Youngsters um mich herumtoben.

Endlich im Flieger habe ich zwei supernette MaschineningenieurNepali neben mir, die geben mir die ersten Tips. Zum Beispiel, wo ich am besten Jacke und Hose fürs Trecking bekomme. Nämlich im Kalapathar.
Dann schlafe ich ein. Hm, der Tag ist ja auch 3,15h länger.
Das auschecken am Kathmandu Flughafen dauert nevenzerreißend lange. Es gibt Maschinen für Visabeantragung. Aber da keiner kapiert, wies geht, wartet man ewig in der Schlange. Ich will nach dem Geldabheben noch eine DatenSim kaufen. Als die ein Foto von mir wollen, passe ich. Ich habe jede Menge dabei, aber ich weiß gerade nicht, wo und habe einfach keine Lust mehr. Nun der Taxiparcours, den ich erfolgreich neinsagend überwinde und mit einigen unbedeutenden Schwierigkeiten finde ich auch mein heruntergekommenes Hostel. Jetzt ist es so 22:30. Ich fühle mich ausgelaugt und totmüde. Die Tür ist zugesperrt.
Nach einigem Klopfen kommt jemand. ‚Tut mir leid, wir sind ausgebucht.‘ ‚Aber ich habe gebucht.‘ ‚Ist aber nix frei, hier sind nur Doppelzimmer. Aber keine Angst, ich fahre dich in ein anderes Hotel.‘
Ob ich vorher noch duschen will, was trinken…’Nee, bloß zu meinem Bett.‘
Dann schwingt der junge Mann meine Reisetasche auf sein abgewracktes Mofa, ich hintendrauf und los gehts durch Kathmandus slummige Hintergässchen. Vor jedem einzelnen Sträßchen erklärt er mir, ob es schlechter oder besser ist. Die schlechteren sind wirklich schlecht. Zum Glück fährt er langsam, während er mit mir um die halbmetertiefen Schlaglöcher und übriggebliebenen Teerinseln schlingert. Ich muss einmal an einer falschen Stelle ja gesagt haben, denn nun zeigt er mir das Hotel, fährt aber daran vorbei und macht noch ne Runde Sightseeing mit mir.
Es ist ziemlich offensichtlich, dass er für irgendwas anbandeln will. Mir bleibt bis zum Schluss schleierhaft, für was. Im Hotel schleppt er meine Sachen nach oben, nachdem ich den ausgemachten Preis bezahlt habe. Das kann ich zu dem Zeitpunkt aber nicht nachprüfen, weil noch kein Internet. Ich bekomme ein wunderbar großes Zimmer mit sauber wirkendem Doppelbett und nicht sehr furchtbar dreckigem Boden.
Irgendwie druckst er noch rum, bis er endlich erkennt, dass ich bloß schlafen will.
Und das tue ich richtig gut.

Mittwoch, 6.11.

Im Sonnenlicht erkennt man mit etwas gutem Willen die eigenwillige Schönheit in allen Dingen.

Auf dem Weg zum Flughafen, der auch von diesem Hotel nicht weit ist, verlaufe ich mich, weil das GPS mal wieder überhaupt nicht hinterherkommt. Krass staubiger und heruntergekommener Eindruck. Der ‚Fluss‘, der Marker, an dem ich mich schließlich orientieren kann, eine stinkende eingetrocknete Kloake. Verdammt!

Ich denke, der ist aus Bronze, bis ich bemerke, dass die Fliegen um seiner Nase sich träge bewegen.

Bis ich beim Flughafen bin, hab ich von diesem Stadtteil echt genug gesehen.
Ich hole mir die SimCard, aber Google zeigt mir keine öffentliche Verbindung zu meinem Hostel an. Also muss ich ein Taxi nehmen. Es stellt sich heraus, dass ich doch fähig bin, ein wenig zu verhandeln. Ich dachte, Nepal wäre billig, offensichtlich wars das mal. Der Fahrer, der mich für etwas weniger fährt, ist jedenfalls supernett, ohne Aussaugtendenzen und versöhnt mich wieder. Er ruft sogar im Hostel an, damit jemand kommt und mich durch die letzten undurchblickbaren Hintergässchen zum Ziel bringt.
Ich erwarte fast schon Schreckliches, aber ich schließe mein Billighostel gleich ins Herz.
Zunächst traue ich mich allerdings nicht weit vom Hostel weg, weil es verdammt schwer ist mich hier zu orientieren. Alle paar Gässchen hat es auch noch wieder die gleichen Läden.

Auf einer Kreuzung nearby steht ein dicker schwarzweißer Yeti. Prima Merkmal! (Allerdings stelle ich am nächsten Morgen fest, dass sie den alsemol woanders hintun.)
Das Hostel hat, wie fast jeder hier, eine integrierte Reisagentur. Das schrieben sie mir auch schon nach der Buchung. Eigentlich möchte ich bloß paar Tipps für eine selbstorganisierte Trekkingreise bekommen. Aber ich schließe dann doch einen Vertrag für eine Tour mit Guide ab. Der Futterposten scheint mir zu teuer. Und so mache ich aus, dass ich das Essen aus dem Vertrag lasse und selbst vor Ort bezahle.
Er hat denselben Tip für Treckingklamotten, wie auch schon mein Flugzeugnachbar. Und der -huch? -winzige Laden ist gleich um die Ecke. Ein Herr schickt mich aber drei Häuser weiter in den zweiten Stock ins Lager. Hier gibt es in Kompostkästen buchstäblich haufenweise Fakeklamotten  und wohl davon wieder zweite Wahl. Unerreichbar hoch hängen an einer Stange weitere hunderte von Jacken. Mit fällt natürlich trotz der überbordenden Reizüberflutung und der Massen an wühlenden Leuten, sofort die einzige orangene Dauenenjacke ins Auge. Die lasse ich mir von einem gelangweilten jungen Mädel, das flugs auf einen der Komposthaufen klettert, herunterreichen. Sie nennt mir auch nach kurzem abschätzendem Blick darauf einen passablen Preis.
Klar, passt, wie angegossen. Ich hole mir noch einen dünnen, aber wärmenden Pulli dazu. Die Wahl der Hose ist schon schwerer. Aber bald habe ich alles. Zum Bezahlen muss ich wieder in den kleinen Laden ein paar Häuser weiter unten an der Straße. Ich wundere mich, denn im Straßengewühl könnte man zu einfach einfach mit seinen Klamotten verschwinden.
Einer hält eine große Mülltüte auf, der andere zählt die Klamotten rein. Auch er: kurzer abschätzender Scheißegalblick, noch günstigeren Preis genannt, und rein in die Tüte.
Nebendran ist ein Laden, der unter vielem anderem auch diese netten bunten Fähnchen verkauft. Ich will bloß erstmal fragen, was die kosten. Na prima, dann komme ich nach dem Trekking und hol mir welche. Da meint er, er traut jedem Nepali, aber keinem Foreighner und sein Blick sieht echt zutiefst frustriert aus. Ja, meine ich, die Nepali, die alle in diesem Klamottenladen einkaufen, scheinen auch alle zu bezahlen. ‚Klar bezahlen die. Jeder Nepali tut das.‘
‚Weißt du was? Du merkst dir jetzt, dass ich hier war. Ich komme nach dem Trekking wieder und du registrierst dann, dass ich wirklich gekommen bin und tust deinem Herzen was Gutes.‘

Das Abendessen, richtig lecker DalReis mit Gemüse, bekomme ich von der Agenturseilschaft spendiert.

Sogar ein Bier dazu. Zum Glück lasse ich mir das leichtere Bier mit dem schönen Namen ‚Mount Everest‘ empfehlen. Selbst das krieg ich nachher kaum runter.
Man erklärt mir, dass ich soviel essen darf, wie ich möchte, also immer wieder nachbestellen darf. Und je mehr ich esse, desto glücklicher ist dann der Wirt. Prima win-win Geschäft.

Donnerstag, 7.11.
Superlanges Frühstück auf dem Dach

mit einer Japanerin aus Hokaido und dem netten jungen Bettnachbarn aus Holland, mit dem ich dort bereits gestern gute lange Gespräche geführt habe.
Ich habe richtiges Brot geholt von der Bäckerei nearby und wir genießen das alle drei mit Peanutbutter. Jeder steuert was zum FS bei und wir sind super zufrieden.

Heute habe ich den ganzen Tag pretty much of nothing vor. Außer, ein Eratztuch für mein damals in einem Flugzeug vergessenes zu besorgen. Das hatte ich vor ca. 10 Jahren in einem Nepalladen in Kroatien gekauft und echt geliebt.
Nur leider gibt es die nicht mehr. Hier hat echt jeder fast das gleiche Angebot. Im Grunde reicht es, wenn man 5 Geschäfte abklappert. Dann wiederholt sich alles. Hier gibt es Tücher, Klamotten, Leder, Filz, Dinge aus Metall und Futter… etc.

Hier gibt es Kathi Rolls

Ich erreiche den Garden of dreams.

Der ist eingemauert und kostet 3€ Eintritt. Trotzdem alles staubig. Ich werfe nur von der Kasse aus einen kurzen Blick hinein.

Nebendran ist ein Tempel. Alles bisschen anders.

Manche Sträßchen sind bisschen breiter. Dann rauscht der Verkehr mit Affenzahn und mit allem, was irgendwie rollen kann halsbrecherisch durch die Stände und an den Fußgängern vorbei. Das macht mich völlig fertig. Bis ich mich entspanne und einfach mitfließe. Ein strudelnder Fluß.

Hier ist es mal kurz ruhiger, sodass ich mein Handy zücken kann, ohne, das es gleich über den Haufen gefahren wird.

Heute muss ich kalt duschen. Das sonnenkollektorengewärmte Wasser hat wohl nicht für alle gereicht.

Freitag, 8.11.

Alles Gute zum Geburtstag, Ian!

Ich bin schon seit aller Frühe auf und warte auf meinen Guide. Dann gehts 7h mit dem Bus nach Pokhara, besser gesagt, nach Nayapul und in 9-10 Tagen zum Anapurna Base Camp und zurück.

6:15: Mittlerweile ist der Guide da. Er ist sehr nett und ich bin froh, dass ich diese erste Tour nicht auf eigene Faust und alleine mache.

Nochmal Seoul

Samstagmittag, 2.11.

Nachdem auch in Seoul an drei weiteren Stellen meine Plastikkarten nix wert sind, bezahle ich cash für mein Bettchen und konzentriere mich bei einem Powernap auf mein Moneyproblem.

Ich checke mal die Bankhomepage. Da fällt mir die Möglichkeit auf, eine Pin für die Kreditkarte zu kreieren. Und mir fällt es gleichzeitig wie Schuppen aus den Augen, dass ich nämlich vor vier Jahren, als ich extra für die Weltreise meine erste Kreditkarte besorgt habe – nämlich diese – ich mich viel besser damit ausgekannt und im folgenden alles wieder vergessen hatte.

Pin kreiert, Problem gegessen. Und ich versuche nicht wieder, mit meiner Bankkarte Geld abzuheben. Das ist nämlich deutlich teurer, weil ING zusätzlich zu den Automatengebühren noch 5€ extra berechnet. So, wieder was gelernt, Kapitel abgeschlossen.

Und zur Feier des Tages gibts  ein paar Sträßchen weiter seit langem mal wieder richtigen Kaffee…

…und gute Unterhaltung.

Ein netter NZler kommt auch vorbei. Und als ich ihm den Bukhansan Park empfehle, hab ich selbst die Idee, dass doch damals die Jungs im Bus dorthin eine ‚andere‘ Route auf den Baegundae genommen haben. Sind ja noch ein paar schwarze KletterWege in dem Wald zu erkunden. Und the weather will be fine 🌞.

Mag sein, dass es für den werten Leser meines Blogs längst stinklangweilig ist, immer nur Steinhaufen zu betrachten. Aber mir machts Spaß 😀!

Da bessert sich direkt meine Laune von mehreren Seiten. Die Erleichterung sieht mir sogar der nette und besorgte Hostelbetreiber an, als ich rechtzeitig zum Porridge machen zurückkomme.

Übrigens ist es hier nicht schön. Die auf Booking.com angepriesene Terrasse ist ein echtes Goldstück…

…und macht mich bisschen traurig, weil sie mit so wenig Handgriffen richtig cool sein könnte.

Richtig schlimm ist das Bad. Das Zimmer selbst ich auch nicht wirklich besser. Alles ist kaputt und versifft und niemand tut einen Handschlag. Offenbar seit sehr langer Zeit nicht mehr.

Ein Besipiel: das Duschwasser rinnt an der Badezimmertür direkt ins Zimmer und unter den aufgeplatzten PVC. Kein Spaß. Als ich das Bild mache, isz der ganze Krempel oberflächlich mal trocken. Naß siehts noch schlimmer aus.

Dieser Stadtteil!

Die Bars heißen Buddhas Belly und thirsty Monk…
Ich fühl mich unpassend, wie Oma in der Disco. Das hier hat nix mit mir zu tun. Dreckig, eine Bar an der anderen Bar und lauter betrunkene junge Leute, die ihren -aus meiner Sicht- oberflächlichen Spaß haben.

Wie issn das eigentlich, wenn man garnichts erwartet-
und tatsächlich nichts (was sich nahrhaft anfühlt) kriegt?

Erstmal ist es schockig, wie eine große Leere, in die ich fallen könnte.
Und dann besinne ich mich endlich wieder auf mich selbst.
Richtig gut.
Ist auch mal eine Wohltat, nichts aufregendes zu erleben. Einfach sein.
Und eine Weile diesen dreckigen ungesunden Trubel akzeptieren.

Obwohl mir höchstens danach ist, ein paar Tröpfchen Alk vermischt mit viel heißem Wasser und ganz in Ruhe vorm Schlafen gehen zu trinken, kaufe ich um die Ecke eine Flasche Soju. (Keine Angst, Gunnar, ich saufe tatsächlich nicht zu viel. So eine Flasche hat die Größe einer kleinen Bierbuddel. Und mir war das jetzt zu viel für die drei restlichen Koreaabende.)
Das Hostel hat keine Küche, aber an der Rezeption eine Mikrowelle, Heißwasserautomat und ein CanapéSofa. Außerdem ist es hier wenigstens himmlisch ruhig, wenn man das Brummen des kaputten Kühlschrankes ausblendet. Der Frauendorm geht zu einer Straße raus, die aus lauter kleinen Bars besteht. Die Straße ist so 1 m breit. Kriegste also jede Unterhaltung und die ganze Musik mit. Insgesamt ein aufgedrehter Bienenschwarm.
Ich mixe mir meinen großzügig mit Wasser vedünnten SojuTee (eigene Erfindung). Da kommt wieder dieser Mann vorbei.
Das gibts doch nicht, wie der rumläuft. So was hab ich noch nicht gesehen. Sein Brustkasten erhoben und zu einem Panzerschrank fixiert. Sein hartes Gesicht das Schloss mit sieben Siegeln dazu. Nicht grad minus 273Grad, der bewegt sich ja noch. Aber kaum drüber.
‚Magst du auch’n Becher Soju? Ist mir zu viel.‘
‚Ne, hab in jungen Jahren schon alles getrunken. Reicht für mein Leben.‘ Aber die Temperatur steigt um 2-3°.
Wir kommen tatsächlich ins Gespräch. Als er davon erzählt, wie er früher auf House abgedanced hat, registriere ich fasziniert, wie sein Gesicht und seine ganze Haltung sich verändern, während er auftaut.
Und sogar mit viel Fantasie unter der harten Kruste seiner Oberfläche ein klein wenig zu leuchten beginnt.
Überhaupt ist er Amerikaner (der allerdings halbwegs langsam und deutlich sprechen kann) und ich kann ihn wesentlich besser verstehen, als english sprechen. Also bin ich damit zufrieden, seinem Redefluss zu lauschen und nur ab und zu eine Verständnisfrage zu stellen oder ihm ein bisschen Feuer zu geben. So reden wir über Gott und die Welt. Mir macht es einfach Freude, zuzusehen, wie sehr er sich verändert (der von sich behauptet, dass er sich meistens zurückzieht und mit garkeinem redet).
Unter anderem fand ich dies bedenkenswert: er wohnt in China und muss ab und zu kurz ausreisen, um sein Visum zu verlängern. ‚Empfindest du China als deine Heimat?‘-‚Die ganze Welt ist meine Heimat.‘ ‚Hm, ich habe beim Reisen die Erfahrung gemacht, dass die Heimat letztlich in mir selbst ist.‘
Auf einmal ist es echt 24:00. War ein guter Abend, Jerome.

Sonntag, 3.11.

Ich schlafe bis 9. Bukhansan ist keine Option, habe das Gefühl, ich sollte es heute nicht überreißen. Das Wetter spielt auch mit. Es ist sonnig, aber so diesig, dass kaum eine gute Aussicht zu erwarten ist.
Also laufe ich nach dem FS auf der Goldstückterrasse (meine Zimmergenossinnen schlafen allesamt noch ihren Rausch aus und auch das RezeptionsCanapé ist von einer regungslosen Frau occupiert) durch kleine sonderbare Gässchen die 2km zum botanischen Garten. Der eher ein nicer Stadtgarten ist. Mit public Gym und Mineralquellen.
Es ist warm und ich fühle mich wunderbar langsam. Probiere wenig engagiert einige Trainingsgeräte. Deutlich aktiver suche ich sonnige Liegebänke auf und schaue den Blättern beim Fallen zu.
Eines von diesen ca. 3x 3 m großen Podesten wähle ich für eine ausgedehnte Mittagspause. Ich wandle längst in entfernten Gefilden, als sich eine Dame ganz dicht mit ihrem Gesicht zu meinem legt, ihren Hut über den Kopf stülpt und sofort anfängt, zu schnarchen. Ab und zu schreckt sie hoch und legt sich sofort wieder hin um friedlich weiterzuschnarchen. Schließlich hab ich ihren Arm auf meinem. Irgendwie find ich sie auch süß.

So drücke ich mich im Botanischen Garten des Namsan Park rum, bis ich zum Seoul Tower aufsteige. Diesmal von der anderen Seite. Hier führt ein alpiner kleiner Pfad hoch. Man hat, wenn es einem gelingt, die Straßengeräusche auszublenden, absolut nicht das Gefühl, mitten in der riesigen Stadt zu sein.

Fasziniert schaue ich ein paar Portraitzeichnern zu. Könnte ich echt auch mal wieder Lust kriegen.

Dann fliegt ein Drache über den Himmel und ich komme gerade rechtzeitig auf die Plattform.

Eigentlich wollte ich schon zum Hostel tapern. Ich finde, der Drache ist ein wunderbares Abschiedsgeschenk von Korea. Habe ich bereits erwähnt, dass die Christenheit auch in Korea die Drachen gekillt hat?

Dann plötzlich taucht die glutrote Sonne nochmal unter der Wolke hervor und flasht alle Anwesenden.

Eins ist wirklich gut in Korea (nach den tollen Bergen, natürlich). Sie haben an allen öffentlichen Plätzen und in allen öffentlichen Verkehrsmitteln freies Internet. Der Vertrag meiner DatenSim ist vor paar Tagen ausgelaufen. Aber ich komm recht gut ohne klar. Ist kurz vor dunkel und ich hab mir gerade eine praktische Busverbindung (Infrastruktur ist auch sehr geil) über NaverMap herausgesucht. Da hebt diese schöne junge Dame an, ihre eigenen Lieder zu singen.

Wunderbar! Endlich ein schönes koreanisches Lied!

Ich habe ihren Instagramm Zugang, aber muss noch hoffen, dass sie mir ihren Text in lesbarer Form zukommen lässt.

Als ich von der nahegelegenen Bushalte zum Hostel laufe ist die Sauf- und Kotzmeile signifikant ruhiger, als am Vorabend. Ist ja auch Sonntag. Na prima. Ich lausche noch kurz einem andern Sänger, der zu Selbstkaraoke einen kleinen Blauzahnbrüllwürfel auf die Straße gestellt hat.

Im Zimmer haben wir Neuzugang. Die Frau hat ein graugrünes und kaltschweißig anmutendes Gesicht. Sieht ziemlich gehetzt aus.

Später, als ich im Bett liege (unten, sie im gleichen Etagenbett oben), bewegt sie sich ruckartig und das Bett wackelt erschüttert. Das Problem ist nur, das macht sie oft.

Nein. Sie macht das

DIE GANZE NACHT.

Montag, 4.11.

Morgends dreht sie nochmal richtig auf. Ruckt mit den Armen, klopft hektisch auf die Matratze, gegen die Wand. Sie hat son paar Muster. Jetzt fallen ihre Sachen nacheinander aus ihrem Bett.

Ich steh mal lieber auf. Dann fällt auch noch ihre Geldbörse runter. Ich packe die Gelegenheit beim Schopfe und frage, ob das ihre ist.

Sie dreht ihr Gesicht aus Kissen und Decke heraus und zu mir um und schaut mich freundlich an.

‚How are you?‘

‚Good, good.‘

Tourette und restless legs habe ich schon vor Stunden ausgeschlossen.

‚Dear, you did’nt sleep. All night. You should see a doctor.‘

Erreicht hab ich sie wohl nicht.

Zum FS unterhalte ich mich auf der Goldstückterrasse mit Assis, einem Marrokaner. In aller Ruhe nach Incheon gurken, wo ich mich flugplatznah eingebucht habe, Reistasche im Hostel lassen, einchecken darf ich erst um 3.

Auf dem nahegelegenen Spielplatz in der Sonne liegen und den ganzen Tag so gut, wie nix tun.

Doch: ich lese mich schon mal bisschen ein. Hole Infos über Kathmandu und Pokhara trekking.

Der Hostelbertreiber labert mich mehrmals zu. Der Koreanische Nationalstolz geht mir mittlerweile gehörig auf den Zeiger.

Aber hier macht duschen und Wäsche waschen wieder Sinn und das ist doch schon mal was. Geräumig und sauber ist es hier. Wunderbar.

 

Erkenntnisse SüdKorea

[ ] Eine Schule, meine Energie auch zu halten, wenn ich unfreundlich abgeflappt werde.
[ ] Auf der anderen Seite immer wieder dieses Geschenk besonders herzlicher Freundlichkeit anzunehmen. Das fällt mir leicht. Und die Freude darüber schwingt noch lange in meinem Herzen nach. Ich hoffe, ich bin manchmal auch so.
[ ] Also, ich weiß nicht, was ich kriege. Und das ist ok. Im Gegensatz dazu konnte ich mich in Japan auf Freundlichkeit fast verlassen.
[ ] Reisen macht, das man lernt, heiter Raum um Raum zu durchschreiten, an keinem, wie an einer Hameimat hängen zu bleiben. Reisen macht, dass ich spüre, ich hab immer mich selbst dabei. Nichts anderes.
[ ] Ich werde mir selbst Heimat
[ ] Ich darf ruhig sehr viel langsamer machen
[ ] Wenn ich meine Ressourcen ausschöpfe, und mein Körper das netterweise mitmacht, muss ich auch wieder runter von dem Leistungsross. Und zwar immer viel weiter runter, als mir lieb ist.
[ ] Ich suche Menschen und auch Völker, die sich die Liebe in Herzen bewahrt oder sie wiedergefunden haben

Sokcho 2, Seoraksan overnight hike

Mittwoch, 30.10.

Ich hab so viel gefragt, Information Center, Hostelmann, Passagier, der mir den Plan an der Haltestelle interpretieren kann, die Uhrzeit, die an der vorigen Haltestelle steht…jeder sagt was anderes, wann der erste Bus geht. Ich wäre gerne früh aufgestanden, um viel Zeit zum Wandern zu haben. Nun muss ich vom worst case ausgehen: erster Bus um 7:25. Ich wills ja nicht glauben. Und es ist eine Stunde Fahrt zum Seoraksan Park.
Jetzt hab ich aber die ganze Nacht kaum ein Auge zugetan, weil ständig mit ExtremDurchfall auf dem Klo gesessen. (Seit dem letzten Morgen in Japan war mir eh dauernd leicht übel.)
Morgens denke ich bewusst an den Rogen und muss auch gleich bestimmt dreißig mal stark würgen, bis mir die Luft wegbleibt. Kommt aber nix mehr. Prima, alles leer. Dann kanns ja losgehen.
Ich gehe früher zum Bus, weil ich schon fertig bin und siehe da, einer kommt um 7:09. Wäre sicher auch noch früher einer gefahren, aber ich bin zufrieden.
Innehalten am großen Buddha…

…und für gutes Gelingen der Wanderung beten.

Gelb und grün bedeutet leicht, rot und dunkelrot ist anstrengender, schwarz ist mit bisschen Klettern.

Die erste Stunde geht es flach, dann easy bergan. Immer am Bach entlang, der viele schöne grün-klare Pools bildet.

Dennoch merke ich, dass mir schnell die Puste ausgeht.

Windige Aussichtsplattform kurz vor der HuiungakShelterHütte.

Um 13:00 komme ich völlig fertig an der Huiungak Shelter an. Ich darf früh einchecken, als ich sage, dass es mir nicht so gut geht und ich etwas Schlaf brauche.
Für teuer Geld leihe ich mir zwei Filzdecken aus. Eine als Matratze (wir schlafen auf Holzboden), die andere als Decke.
Mein Bettplatz ist an der Heizung!
Dennoch zittere ich mich in den kurzen komatösen Schlaf.
13:30 schon hält mich nix mehr. Und ich stehe als Zombie wieder auf. Muss doch mal sehen, wie weit ich den Hang noch hinaufkomme. Der eigentliche Plan war, die höchste Erhebung des Nationalparkes, den Daecheonbong zu erreichen. In meinem Kopf pulsiert dauerhaft der Satz: „Wer klettern will, muss auch Nein sagen können.“
Ich setze mir als Zielmarker: um 16:00 kehre ich um, dann bin ich gut 2h hochgeklettert und habe noch gut 1,5 Stunden Licht, um wieder in meine Hütte zu kommen.
Unterwegs überholen mich einige Paare. Ich stehe nach jeweils drei Stufen gebückt da und schnaufe.

Es sind drei Bergspitzen auf dem Weg angekündigt. Wär doch gelacht, wenn ich nicht wenigstens die erste schaffen würde.
Hier denke ich, es wäre die erste. Man kann schon das Meer sehen.

Hier denke ich es nochmal.

Aber vieeeeeele, viele alpine Steinstufen später ist es dieser Ort.

Der Golfballberg ist die zweithöchste Erhebung, links der Daecheonbong.

15:30. Ein Mädel meint, es seien noch 20min bis zur letzten Shelter und dann nochmal 20min zum Daecheonbong. Na, wenigstens den Golfballberg schaffe ich doch noch bis 4.
Der Weg, auf dem ich einmal Eis sehe, führt aber an seiner Spitze vorbei. Jetzt sehe ich auch die Hütte. Noch 12 min. Nun weiß ich, dass ich mein Ziel erreiche und bin plötzlich supermotiviert.
Dieses Foto mache ich exakt um 16:00

Juhuuu, on top of the world!
Ich kann mich leider nicht lange aufhalten und der starke Wind ist eiskalt.
Beim Runterhüpfen überhole ich drei gechillte Monks. ‚You alone? Don’t you fear?‘
Was soll ich fürchten? Den Wind? Ich hab jedenfalls keine Angst vor dir. So ein freundliches Lachen.
Ich hab mal ein paar alleinreisende Männer gefragt. Natürlich fragt keiner: ‚You allone, don’t you fear?‘
Aber es ist echt global, dass Frauen das von jedem gefragt werden. Das kenne ich auch schon von meinen Fahrradtouren, egal, wo ich bin. Bisher hab ich noch nicht wirklich danach gefragt, was ich denn befürchten sollte. Das nehm ich mir jetzt vor.
Das einzige, was mir einfällt, was echt doof ist am allein Reisen und speziell in den Bergen klettern, gilt für Männer genauso: Wenn was passiert, kommt eventuell mal lange Zeit keiner vorbei.
Aber es ist sowieso scheiße, wenn was passiert, also muss ich auch nicht extra doller aufpassen. Man muss eh auf jeden Schritt achten.
Kurz nach 5 bin ich zurück. Mein erster Weg ist zur Heizung und unter die Decke. Schüttelfrost und ich krieg von meiner Umwelt nix mehr mit. Bin nur noch zufrieden, dass es hier richtig heiß ist.
Um 19:00 ziehe ich mir nochmal alles an (die Klamotten hatte ich zum Teil über die Heizung gelegt), um in dem Stehessraum was zu essen. Ich biete den Altherrenjungs, die hier noch vor sich hinköcheln von meinen Datteln an und wir kommen etwas ins ‚Gespräch‘. Besser, als ein nettes Paar hereinkommt. Sie spricht ganz gutes Englisch. Hat sie studiert und hat in der Botschaft und als Übersetzerin gearbeitet.
Inzwischen meinen die Jungs, ob ich Manhunter wäre? – Äh, nee.
Während ich mit dem netten paar weiterrede oder eigentlich mit der Frau, meint der eine noch, ich wäre ein sehr nettes Mädel. ‚Tja‘, sage ich, ‚wir sind alle sehr nett. Sagte ich nicht, dass ich kein Manhunter bin?‘
Der Mann der netten Frau aus dem Hintergrund: ’nice try‘.
Draußen aufs Plumpsklo. Ein ganzes Stück Weg durch Dunkelheit (Handylampe) und eisigen Wind.

Wieder vor der Hütte, guckt ein Stück Schlauch aus dem Boden. Ich nehme mal an, hier wird Wasser aus einem Quellbach abgezwackt. Da kann man Zähne Putzen. Die nette Frau sagt, das Wasser kann man auch trinken. Wozu hab ich dann 2l gekauft? Na, ist sicher sicherer für meinen Magen.

Schlaaafen um 8e

2:00 wache ich auf, die Heizung ist aus. Voll cool, aufs Klo zu gehen: Sterne, Sterne! Und zum ersten mal in diesem Jahr mein lieber Orion!

4:45 geht das Licht an und die Leute fangen an, sich zu unterhalten und fertig zu machen. Was wollen sie so früh? Vor 6 wirds eh nicht hell.
Ich dreh mich nochmal um auf meinem Holzboden. Aber egal, ich muss eh auf Klo. Mach ich mich auch gemütlich fertig. Vielleicht sehe ich ja die nette Frau von gestern wieder.
Tatsächlich stehen viele in der Küche, manche brechen auch schon mit Kopflampen auf.

Hier wird jetzt ordentlich gekocht. Jeder scheint seine eigene Campingküche dabei zu haben. Ich gehe gleich zu der netten Frau. Mit dem Resultat, dass ich einen Kaffee bekomme. Da sag ich mal nicht nein.
Von ihrer gebratenen Wurst wollen sie mir auch abgeben. Aber mir genügen meine Dates and Almonds.

6:20 mit dem ersten anbrechenden Tageslicht breche ich auf.
Ziemlich kalt, aber ok, denn ich habe alles an, was ich dabei hab: Bustier, Top, orangenes T-Shirt mit Mütze, grauer und grüner Hoody, rote dünne Windjacke, Buff und grünes großes Halstuch. Wanderhose und Blumenhose, dünne Socken und meine wasserdichten Wanderhalbschuhe.

Morgenrosa, 6:28

Dann komme ich das erste mal über einen Grat und der eisige Sturm haut mich fast um.

Erste Sonne für mich, 7:27

7:45 finde ich einen super FSPlatz in der Sonne und im Windschatten. Auf einem zum Stuhl gewachsenen Baumstamm. Ich futtere gemütlich, während es über mir wütend tost und braust.
Manchmal führt der Weg über den Grat, sogar auf Felsspitzen. Dann pustet einem der garstige eisige Wind die Füße unterm Hintern weg.
Das führt dazu, dass ich mich an den wunderbaren Aussichtsplätzen nicht aufhalten kann. Ich weiß auch nicht, ob die Bilder was werden, weils mir die Hände verreißt, wenn ich das Handy nach vorne halte.
Dragon (Dinosaur) ridge bedeutet: es geht beständig sehr steil auf und ab. Teils muss man etwas klettern, aber es ist keine schwierige oder beängstigende Passage dabei. Einfach nur anstrengend und es macht Freude.

Im Hintergrund immer wieder der Daecheonbong.

Es geht nach dem  Madeungryeong Point, der das Ende der ridge markiert, ordentlich bergab. Langsam wird es wieder lieblicher.

14:15 viele steile Treppenstufen führen zur Höhle sehr weit oben in der Felswand.

Der Mönch himself bietet mir an, ein Foto von mir zu machen.

Als ich wieder runterkomme, ist die Aussicht auf ein Plumpsklo doch sehr verlockend.

Die letzten drei Kilometer gemütliche Abschiedsstimmung

Ich fühle mich stolz. Und noch mehr dankbar.

17:30: ‚Yu! Check in, check in‘
und gleich: ‚Do you have laundry?‘ Sogleich macht er zeichen, ich soll ihm die Wäsche geben. Ich lache und sage, auf meine abgewanderten Klamotte zeigend, ‚ich kann dir jetzt meine Wäsche nicht geben!‘ Er lacht auch, ‚I love you!‘

Jetzt bloß noch den Plan verfolgen: Waschmaschine anmachen, duschen, schlaaafen! Oh, schön warm. Draußen ist irgendein Fest. Oropax. Und Buff über die Augen, damit ich nicht merke, wenn jemand reinkommt.
Gegen 19:30 Wäsche draußen auf der Terrasse aufhängen, ich koche mir ein schönes Porridge und dann nix, wie ins Bett.

Freitag, 1.11.

7:30 aufgewacht.
Schlafanzug stinkt auch wie die Sau. Wasche ich den per Hand auch noch. Jetzt hab ich nur noch den Minirock und ein letztes Top. 1 Hoody hab ich mir noch übergelassen, wird beim nächsten Mal gewaschen.

Ich habe immernoch Durchfall.
Plötzlich seh ich auch dünn aus. Vorher war ich wohl aufgebläht.
Aber mir gehts prima, nur ein bisschen zitterig von der Auszehrung. Und immerhin ist mir seit dem Durchfall nicht mehr schlecht.
FS draußen. Die Sonne scheint schon warm. Ich beobachte eine Kohlmeise, die auf einer Zaunlatte sitzt. Wie ein Gruß von zu Hause.
Dabei fällt mir auf, ich hab kein Heimweh.
Ich quatsche noch mit einem Jungen aus den Philipines. Er war schon in Nepal und kann mir paar Tipps geben.

‚Yu, was kostet es, ein Rad zu leihen?‘ -‚It’s free.‘
Such ich mir wie immer das Kinderrad mit dem höchsten Sattel aus.
Oh, bremst nicht, erstmal nachstellen. Braucht nu immernoch auf gerader Strecke minimum 5m Bremsweg. Vorrausgesetzt, ich ziehe beide Züge. Die Gangschaltung geht nicht, weil Bowdenzüge durchgerostet…
Na, ich will ja erstmal nur zum Pavillon.
Diesmal ist alles ruhig, weil Werktag. Sogar der Wind ist sehr sanft.
Ich spiele ein bisschen zwischen den Steinen rum, auf denen ich am ersten Tag mein Mittagessen einnahm. Gerade kann man trockenen Fußes rüber. Ein paar Angler stehen auch da.
Ich finde einen netten Stein zum Hinsetzen und Anlehnen, aber nach kurzer Zeit konstatiere ich, er ist auch gut zum Hinlegen. Das eintönige Geklatsche der Wellen an die Steine ist so beruhigend. Dazu die tropische Wärme von angeblich nur 18° nach dem eisigen Sturm gestern.
Hach!
Als ein paar kühlere Luftzüge kommen, schwing ich mich wieder aufs Rad. Dann stelle ich fest, dass man sich die Gangschaltung auch manuell einstellen kann. An der Kette macht man sich ja nicht die Finger  schmutzig. Weil kein Öl. Den trockenen Rost kann man sich prima abputzen.
Und ich mache mich auf den Weg, den See zu umrunden.
Das ist mal ein Gym!

Ich schwinge mich gleich unter die Langhantel.
Alle 5 Meter halte ich an für ein Foto.

Impression mit Schrottmöhre

Es ist still und warm und ruhig hier. Gerade so, wie ich es jetzt brauche.
Für den Sonnenuntergang suche ich mir einen schönen großen Stein aus.

Ich schreibe noch ein bisschen, dann ist es soweit. Ich hatte die Idee, dass es schön wäre, mich auf diese Weise von den Bergen zu verabschieden.
Meinen Eltern bin ich unfassbar dankbar, dass ich das alles erleben darf.

Jetzt erst wird mir klar, dass ich hier nochmal meine drei höchsten Hügel und den DinosaurerRücken, der für mich natürlich ein Drachenrücken ist, sehen kann.

Voll coole Vorstellung, dass ich dieses ganze große Stück Horizont abgehüpft bin.

Als aus den Zelten nahe des Hafens die gleiche grausame Musik ertönt, die mir gestern abend die Oropax in die Ohren gezaubert hat, will ich doch mal sehen, was sich dahinter verbirgt.

Peru

Und Pakistan will mir einen Drachen verkaufen, hat aber nur einen riesen groben aus Onyx. Tja.

Da isser, der Krachmacher.

Oh, Hell

Ich denk mir schon, das ist Karaoke, wegen des Bilddchirmes auf der Bühne. Na, da isses ja ok. Bloß bisschen laut.

Hier gibt es alles, was irgendwann mal jemandem vom Laster gefallen ist.

Man darf aber nicht falschrum! Der ganze 200m Parcours muss abgelaufen werden.
Ich finde ein Gummiband für 80Cent, um meine Brille zu reparieren.Vor einigen Wochen ist mir ein Bügel gebrochen. Ich fands erst mies, den anderen Bügel auch noch abzubrechen. Aber nun hab ich eine prima UmDenHalsHängeBrille. Ist viel praktischer.

Bei den grob geschmiedeten SchlachteMessern könnte ich schwach werden.

Und auch bei einigem Reisebdarf. Aber ich bin tapfer. Es geht kaum was über eine leichte Reisetasche.

Zu meiner Verabschiedung gibt der Hafen noch ein Feuerwerk. Aber ich bekomme nirgends Geld aus den Automaten. Macht langsam keinen Spa§ mehr.
Und entwickelt sich zu einem echten Rausschmeißer. Haha, ich komm ja garnicht raus hier, mit gerade mal 6€ in der Tasche. Ich klappere alle Bankautomaten der Innenstadt, die zum Glück nicht weit entfernt ist, ab.
Das ist echt kein Grund, weinerlich zu werden. Ich entscheide mich dafür, aufgebracht zu sein.
Das waren mir jetzt entschieden zu viele ‚only for Koreans‘.
Gate für die Buchung der Berghütten; SchwerbehindertenNachlass; eben auf dem Markt, eine Amerikanerin schleppt mich zum Karaoke: ‚only for Korean‘, kostet außerdem 8€. Sollen sie doch froh sein, dass jemand da singen will. Nu krieg ich auch kein Geld. ‚Only for Koreans‘.

Freitag Abend und ich fahre morgen nach Seoul. So zumindest der Plan.

‚Yu, I have a problem!‘ Ich hoffe noch, er akzeptiert meine Kreditkarte und gibt mir das Bargeld für die 5 Tage zurück. Aber auch sein Apparat kann meine Kteditkarte und auch meine Bankkarte nicht lesen.
Letzte Idee: der Fuffi, den ich von Papa an SEINEM Geburtstag bekommen habe. (Den anderen bekam Lis, die wirklich geholfen hat, von mir.)
Yu tauscht ihn tatsächlich, will mir 15000Won geben. Ich bin aber schon mit der InternetUmrechnungstabelle auf dem Handy zu ihm runtergekommen: 65000.
Weil es echt so wirkte, als wollte er mich grob verarschen, hab ich auch keine Lust, ihm für den Aufwand was zu geben. Ich mag trotzdem nicht glauben, dass es Absicht war und bedanke mich für seine Rettung herzlich.

Sokcho

Sonntag, 27.10.

Mit U-Bahnen und dem Überlandbus gehts recht unkompliziert in ca. 3h

(Der Bus ist sehr großzügig ausgestattet. 28 Sitzplätze bei einer Busgröße, bei der wir 52 Plätze haben.)

…nach Sokcho an die Ostküste.

Yeah, das Meer!

Nach dem Einchecken laufe ich gleich rüber zum Pavillon, den ich vom Bus aus gesehen habe. Von dem aus sieht man gleich noch einen zweiten…

…und meinen Lunchplatz, zu dem ich klettere und auch ein bisschen durchs Wasser wate. Dafür hab ich ordentliche Brandung hautnah…

…means, bin 1 mal kleines bisschen nass geworden.

Richtig viele Frischfischrestautants mit Lebendbecken. Sokcho ist für seine Krebse berühmt. Der will aber raus. Kann ich schon verstehen

Ich laufe noch zum Strand und schwimme ne Runde, als es ein paar Studenten auch tun. Dafür bekomme ich ein paar Tips für den großen Kletterwald hinterm Haus, wegen dem ich eigendlich hier bin.

Seoraksan National Park.

Außerdem google ich mich schon seit einiger Zeit an meine benötigten Infos.

So bekomme ich es hin, einen Platz in einer Hütte zu buchen, obwohl mein HostelMann abwinkt und sagt, es geht nicht, ist alles voll gebucht, es sei schließlich Herbst, die beste Kletterzeit… alles über googleÜbersetzer, denn er spricht so gut, wie kein Englisch. Um seine Worte zu untermalen, macht er beherzt das absolut ’nein‘ Zeichen, das auch international unmissverständlich ist: Arme vor der Brust zu einem X gekreutzt.

Aber ich habe eine Seite gefunden, auf der jemand sagt, man bekomme auch als Ausländer Zugang zum Buchungsportal für die Berghütten. Incl. Link. Der funktioniert allerdings nicht auf dem Handy, sondern nur am PC. Glücklicherweise bietet der Hostelbetreiber die Nutzung eines PC im Aufenthaltsraum an. Hatte ich auch noch nicht. Einloggen klappt nun. Für 29.10. kann ich auf die Warteliste und bin schon mächtig stolz, so weit gekommen zu sein.

Später komme ich spontan auf die Idee, es nochmal mit dem 30.10. zu versuchen. Wetter soll ja prima bleiben. Und siehe da: mein Seoraksan overnight trip ist geritzt!

Muss ich mich morgen bloß noch am InformationCenter des Parks erkundigen, ob ich einen Schlafsack und/oder Isomatte brauche.

Montag, 28.10.

Zum Seoraksan National Park Information Center, 1h Busfahrt.

Das Tor zum Park

Ulsambawi hike

Auf halber Strecke gibt es einen Tempel im dicken Stein. Der kleinere soll angeblich schaukeln. Krieg ich aber nich. Im Hintergrund schon der Ulsambawi.

Ein Herz für den Herbst

Auffi ghats…

…und oben

Vom Information center in die andere Richtung laufe ich noch zu den Biryeong Falls und steig den Berg hinan zur Towangseong Falls Observatory.

Nun ist auch genug. Mit dem Bus heim und mal wieder, zum 4. x Nudelsuppe kochen. Diesmal mit Soya und Ei. Der Rest ist immer für Lunch am Folgetag.

Eine Russin, Anja, kommt in unser Zimmer, die deutsche aus meinem Zimmer spricht mit ihr russisch und verschwindet nach draußen zum Rauchen. Ich bin neidisch!
Gute Begegnung mit meinem Neid. Was vermisse ich?
Abends jemanden zu haben, der mit mir essen geht und die gute Unterhaltung. Kann ich was tun, um es zu erhalten? Mal sehen, was sich ergibt.

Meine Zimmerkumpanin versucht inzwischen mal den 2km entfernten Supermarkt und nimmt Anja gleich mit. Ist mir aber zu weit. Essen ist weiterhin ein Problem. Aber ich bin noch immer satt geworden.

Dienstag, 29.10.

Naksam Tempel, 1 h Bus.

Zuerst falle ich aber an den Strand nearby und in einen geruhsam weggetretenen Zustand

Die gibts hier auch. Hupen ist, na klar, lautes Gewieher aus dem Lautsprecher

Kleiner Pavillon am Eingang des Tempelbereiches.

Detail eines der Tempelgebäude

Eine bestimmt 10  Meter hohe Kannon Figur

Aussicht von dort auf meinen PowernapStrand

Unten am Ausgang des Trmpelbereixhes gibt es an der großen Touribushalte einen Trockenfischmarkt.

Die find ich gut

Abends auf der Heimfahrt steige ich am E-Mart aus.

Ich kaufe Bananen und Haferflocken, die mir ein Engländer zeigt. Leider sind sie alle. Als ich das Foto einer Angestellten zeige, werden neue gebracht.

Ich bin scharf auf die Haferflocken, weil ich meinem Magen was gutes tun will und mir Porridge kochen.

Und für heute Abend kaufe ich frische Flunder. Für die Wanderung Mandeln und Datteln.
Die Flunder brate ich mir zu Hause, sie war schwanger. Die Scholle selbst schmeckt supi, aber vom Rogen muss ich fast kotzen. Ich denke, es wäre Verschwendung und esse ihn trotzdem. Es ist so viel, wie eine große Scheibe Brot.

Seoul 2

Freitag, 25.10.

Mit dem billigen 1€ Bus 1,5h zum Bukhansan National Park Entrance auf der Westseite.

Von hier geht ein Weg mit ein wenig Anlauf rauf, rauf, rauf zum Baegundae, der höchsten Ehebung.

Alban habe ich schon im Bus vor mir gesehen, nun quatsche ich ihn an. Er ist Franzose und wir verbringen die Tagestour in ruhigem Einvernehmen.

Sowas ist selten. Denn beim Aufstieg trennen sich die kurz kennengelernten Leute normalerweise schnell, weil das Tempo so unterschiedlich ist.

Ab und zu gibt es Karten am Wegesrand, die uns zunächst verwirren, weil unser Ziel, der Mountainpeak nicht eingezeichnet ist. Später bekommen wir heraus, dass wir hier Info über die Schwierigkeitsgrade der Wegabschnitte des ganzen Wegenetzes bekommen.

Unser ist wieder der rechte der drei grauen Herren. FREU, FREU!

Herbstimpressionen

Juhuu

Blick zum Picknickplatz, das ist der dicke Stein links unten.

Vom Picknickstein nach oben

Wer findet alle drei PicknickBergKätzis? Die Mama schaut nach ihren Jungen. Und versucht gleichzeitig abzuschätzen, ob die Herren nebenan etwas für sie übrig haben.

Da rüber hab ich mich nicht getraut. Im normalen Leben wärs nur ein kleiner Hopser…

Um die Ecke folgt eine recht schiefe Ebene.

Zum Glück hatte ich nicht das Handy in der Hand. Ich wollte gerade sagen, ‚ohne den Zaun würde ich mich nicht trauen, hier so locker entlangzugehen…‘

schwupps, liege ich auf der Seite und rutsche in Richtung ‚UNTEN‘.

Hihi, war ganich schlimm 😬, hat nur ganz klein bisschen wehhgetan. 😎

Immerhin bewirkt es, dass ich wieder besser aufpasse.

Diesen nenne ich den Entenrock. Alban meint: ‚How can a stone naturally ever be shaped like this?‘

Unterwegs erfahren wir, dass der letzte Auf- und Abstieg zum Gipfel immerhin mit der Schwierigkeitsstufe 2 gekennzeichnet ist.

Der Insubong sieht von hier aus, wie ein Mönch

Da die ganze Stadt so auf 40-60hm gebaut ist, sind wir also in gerade mal 4Stunden inclusive langer MittagsPicknickpause 800hm rauf und wieder runter gelaufen. Beachtlich, wie ich finde.

Es reicht trotzdem als Tagewerk.

Mit dem Bus gehts nach Hause. Allerdings habe ich keine Buskarte und will mit Bargeld zahlen, habs aber nicht, wie heute morgen noch, passend. Der Busfahrer winkt mich frustriert so durch, weil er nicht genug englisch spricht, ums mir zu erklären.

Versuche ich also, meinen 5000WonSchein klein zu kriegen. Ich warte auf einsteigende Leute, die alt genug sind um Englisch zu können, aber nicht zu alt, denn die haben es nicht gelernt. Eine nette Dame tauscht schon mal in 1000er (73Cent).

Ein junger Student kann englisch, hat aber keine Coins. Er übersetzt für mich und ich bekomme auf einmal von hinten aus dem Bus vier 100 WonMünzen. Einfach so.

‚Oh, ich meinte tauschen, nicht schenken.‘ Doch die ältere Frau lacht und winkt ab.

‚Gamsahabnida!‘

Der Student und die Dame haben es auch, dieses superherzlichFreundlichkeitsGen, das einem die Batterien im nu wieder aufpumpt.

Er erklärt mir noch, wie das GeldKartensystem funktioniert. Für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Und dass man sie in jedem ConvenienceStore bekommt.

Zu Hause Powernap und bloggen. Dann wil ich raus in die Stadt.

Kulturprogramm ist angesagt.

Ich trinke ja gerne überall, wo ich bin ein local Bier. Gibt es hier nicht. Und Bier ist zum abgewöhnen teuer. Hier wird gerne und zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit Soju getrunken. Reiswein, ähnlich, wie Sake, nur von deutlich schlechterer Qualität und superbilig. Muss ich jetzt auch mal ausprobieren. Hab mir extra im Internet Bilder heruntergeladen, damit ich die Flaschen erkenne.

Zunächst will ich mir aber in dem völlig überfüllten Nightmarket was zu essen holen. Ist alles scheiße teuer und nix, was mein Magen begehrt.

Dann kaufe ich mir frustriert und weil ich hier weg will (superlaut, an jeder Ecke andere hektische Musik, die Menschen drängeln sich, Reizüberflutung) einen Holzstab mit was Gebackenem dran. Ist außen knusprig ind innen das, was sie hier Käse nennen. Leider finde ich direkt am Stab sogar noch ein Stück Wurst unterm Teig. Nagut. HUNGER.

Das gibts hier auch: Roseneis

In der Hostelküche futtere ich zum Soju meine Weintrauben von gestern und schreibe Blog.

Jaaa, es wirkt!

Das billige Zeug. Schon nach kurzer Zeit drückt jemand meine Gehirnzellen aus, gerade so, wie ich meine Unterhosen ausdrücke, wenn ich sie per Hand gewaschen habe. Muss man alles mal erlebt haben. Jetzt fühle ich mich echt und richtig koreanisch.

Und bettschwer.

Samstag, 26.10.

Heute ist es kühl. Am Vormittag 7-10°.
Ich nutze die Zeit nach dem FS, und schreibe meinen blog bis aktuell im kuscheligen Stockbettchen.

Mit dem 1€Bus zum Inwangsan Mountain Trail.

Die Stimmung ist schön verschlafen, wie ich.

Allerdings vermisse ich das fröhlich- freundliche Konnichiwaaaaa beim Aufstieg. In Japan ist es selten, dass mal jemand nicht zurückgrüßt. Hier ist es selten, dass mal jemand auf ein ‚hello‘ reagiert. Das koreanische Annyeonghaseyo vom GoogleÜbersetzer traue ich mich nicht, weil ich nie jemand höre, der das sagt. Ich werde mal jemand fragen, wie man sich hier begrüßt.

Damit mir warm bleibt, hüpfe ich mal eben 200m den Berg runter zu einer ausgewiesenen MineralQuelle.
Und finde zwei Metallbottiche vor und ein Schild. GoogleKamera übersetzt. Die Quelle ist gut und überwacht, ich soll sie sauber halten und nicht zögern.

500g schwerer, Traingscamp, gleich wieder hoch.

So ein Sonenuntergang ist mal wieder ein guter Moment, um innezihslten und mir klar zu werden, wahrzunehmen, was ich hier eigentlich mache. Bis zum Brunnengrund des Seins.
Hey,, ich bin in Korea, ganz alleine. Und mir gehts gut. Mit der gleichen Sonne, die zu Hause erst vor wenigen Stunden aufgegangen ist.

Ist auch endlich ruhig geworden unten in der Stadt. Das Spiel ist aus.

Palast

Buddhistischer Tempel mit Lampenbaum

Und ganz schön vielen Blumen

Zum ersten Mal seit lagem sehe ich wieder Drachen. In Korea gibt es viele christliche Kirchen. Die haben vielleicht die Drachen niedergemacht?

Ich gehe in den Tempel und bin plötzlich in so was, wie einem buddhistischen Gottesdienst.

Auf dem Weg nach Hause, einer, der wohl keins hat

Dann finde ich ein lecker Huhn. Hmm, bisschen scharf aber gut und ohne Brust. Die wurde wohl schon anderweitig verkauft.

Seoullo 7017, Skygarden

Eine alte Straßenbrücke mitten in der Stadt. Nun ein botanischer Garten

Von 14:00-23:30 fast pausenlos zu Fuß unterwegs. Ich bin ziemlich stolz auf mich und meinen Tag. Angeblich hats jetzt 6°.

 

Seoul

23.10.
Ankunft 14:00
Data Card besorgen, Geld aus dem dritten Automaten ziehen, die anderen wollten nicht, auch nicht beim soundsovielten Anlauf. Den nöchsten Automaten muss man erstmal finden…

Ich bin schon ziemlich durch.
Gut, dass der Bus nach Seoul mich fast bis vor die Haustür bringt. Check in ca 16:30.

Duschen und in die Stadt: Futter!
Oh, alles so teuer, Futter, Bier…
Gebackener Creamcheese Ball und aus lauter Verzweiflung Reistriangel bei 7eleven.

Inzwischen entdecke ich überraschenderweise eine Kirche im Stadtgewühl.

Erste SeolnongtangSuppe für 8000 Won = 6€. Wieder alles neu umrechnen.

Außerdem muss man ganz viel lernen, um die zu essen. Man bekommt nämlich einfach ungewürzte Fleischbrühe mit etwas Gemüsekringeln. Das muss man sich erstmal mit Salz und Pfeffer schmackhaft machen.

Im Tisch eingelassen sind Töpfe mit gekochten rot gewürzten aber kalten Salatlappen und dicken Gemüsescheiben. Die muss man mit einer Schere mundgerecht zerschnipseln.

Danach brauche ich erstmal Ruhe.
Im 4-BettFrauenZimmer muss ich Ohrstöpsel tragen,  weil der Fernseher läuft.

Erstmal vom Kulturschock erholen.Ja, Seoul ist deutlich lauter, hektischer und aufdringlicher, als Tokyo. Und noch teurer. Umso schöner ist es, die plötzlich eintretende Ruhe zu genießen, sobald man in einen der vielen Parks kommt.
Es gibt sie, die Menschen mit dem herzlichen Freundlichkeitsgen. Aber viele haben sich das, evtl. wegen des Dauerstresses hier, durchaus abgewöhnt. Das finde ich bisweilen sehr unangenehm.

Erste Orga: letzter TagNähe Incheon gebucht
Drei Tage Sokcho für Seoraksan Nationalpark

24.10.

Das inclusive FS ist, gemessen am Preis, lecker, lecker und ich unterhalte mich mit einem hübschen jungen Polen. Der empfiehlt mir, zum NamsanPark zu gehen, wo ich sowieso hinwollte. Prima.
Post: – 3,3kg, juhuuu! Das Wort cheep ist ihnen nicht so geläufig, dann wird doch klar, dass ich eh noch 6 Monate unterwegs bin und das Paket ruhig 2-3 Monate brauchen darf. 20€ statt 40.
Am Sungnyemun gate (Südtor)…

…untehalte ich mich mit einer netten Stuttgarter Familie: ich sollte für bessere Zug- , Bus und Spazierverbindungen Navermaps installieren. Das funktioniert tatsächlich wesentlich besser als Google Maps. Und sie empfehlen mir einige Sehenswürdigkeiten.
Der einzige Fruit and Veggi Markt der Stadt liegt direkt auf meinem Weg.
Dazu besorge ich noch weiteres fürs Picknick im Supi und gehe rüber zum
NamsanPark.

13.15 treffe ich Seunghoon auf einer kleinen Aussichtsplattform: ’nice place‘. Die Berge! Auf einen klettere ich morgen.

Wir kommen völlig unkompliziert ins Gespräch. Einer seiner Kollegen hat sich gestern so unverhältnismäßig betrunken, dass Seunghoon ihn nach Hause bringen und ob der Entfernung bei ihm schlafen musste. Danke dafür! Dadurch hat er Zeit, einen netten Tag zu verbringen, der für ihn schon wundervoll dadurch angefangen hat, dass er spontan zur Seuollo 7017 (eine alte Autobrücke, die nicht mehr stabil genug und daher nun ein Park ist,) gegangen ist und dort einem Pianisten gelauscht hat. Wir verstehen uns auf Anhieb gut und unterhalten uns über unsere Art, in der Natur Urlaub zu machen. Er besucht verlassene Inseln Koreas und schläft gerne in Höhlen. Sein Töchterchen erwartet allerdings etwas anderes von einem Urlaubstag und braucht Dusche und so. Ich erzähle ihm von meinem WunderZeltplatz am TomaSee. Derweil gehen wir zum Seosomun-chungsa- Hochhaus.

Dort gibt es im 13F ein Cafe.
Mit super Aussicht 😀.

Auf den Palast, die englische Botschaft, das Königshaus, die alte und die neue Markthalle, die Berge…

14:45 am Palasttor

goodbye and gamsahabnida Seunghoon. You made me very happy, einfach so.
Knappe zwei Stunden nach dem ersten Mal bin ich wieder am selben Ort.

Zum Seoul Tower sinds viele Stufen.

Auf der Treppe links im Bild neben dem weißen Gebäude haben die Jungs Spaß damit, rückwärts auf allen Vieren rausfzulaufen.

Das ist Liebe.

Ein Trainingparcours auf halber Höhe.

Wer findet den Fehler auf diesem Bild?

Ein bisschen rechts von der Mitte des Bildes gucken drei felsige Bergspitzen raus. Den rechten, höchsten des Bukhansan Nationalparkes, mit 837hm beklettere ich morgen: Baegundae.

Oben ist plötzlich Rummel mit Mikel Jacksons Thriller und Myriaden von Love Lockers. Und Handyhüllen.

Hier gibt es so viele Berge, dass sich mir die Frage aufdrängt: wozu fahre ich dann eigentlich in drei Tagen so weit auf die Ostseite?

Mit einer Irin, die in Neuseeland wohnt, was ihren Dialekt nicht wirklich verstehbarer gemacht hat, stehe ich eine geschlagene Stunde auf  der Towerausguckplattform und warte darauf, dass die Sonne untergeht.

Wegen der Aerosole ist sie schon weg, bevor sie untergegangen ist.
Danach warten wir darauf, dass die Lichter angehen.

Den Hügel wieder hinab.

Die Zeit mit Seunghoon ist noch so lebendig in mir. Ein Mann steht oben an der Mauer, an der selben Stelle.

Einen Moment glaube ich, es ist Seunghoon.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie der Weg um die Ecke bog. Nichtmal, dass er in die gleichen Stufen mündet, die ich heute zweimal heraufgestapft bin.
Ich bin überwältigt und muss weinen. So schön war die Begegnung mit ihm.

 

Takuji 3

In Fukuoka checken wir erstmal im Hotel ein, dann schnell noch halbwegs rechtzeitig das Auto abgeben. Mit dem Zug zurück zum Fukuoka Castel Garden.

Takujis Motiv für sein Bild Moon Observing Pavillon

Abendimpressionen…

Dann runter in die Stadt zum Abschiedsdinner mit viel Fisch. Zum Beispiel dieser Sushiplatte:

Nach vielen verschiedenen Gerichten probiere ich zu guter letzt einen rohen Shrimp.

Der zappelt noch, als ich ihn serviert bekomme. Hat ja keinen Kopf mehr, aber ich bekomme trotzdem Herzklopfen.

Dann soll ich auch noch den zwar gekochten Kopf aber im Ganzen essen. Beim Rückenpanzer passe ich. Und die Beine fische ich mir auch aus dem Mund. Ist ja groß, das Tier.

Blick vom Hotelbalkon

Mittwoch, 23.10.

Nach dem Grüntee auf nüchternen Magen muss ich fast kotzen und mir ist nachhaltig etwas schlecht. Schlecht fürs BüffetFS. Ich mag fast garnix davon zu mir nehmen.

Takuji begleitet mich noch zum International Airport. Sein Flug nach Tokyo geht zur selben Minute um 12:25 auf dem nahegelegenen domestic Airport. Und so hat er Zeit, zu bleiben, bis ich eingecheckt habe.

 

Erkenntnisse Japan

[ ] Ich bin sensibel und zu besonderer Empathie fähig
[ ] Und kann ein sehr guter Therapeut sein
[ ] Kann ein sehr liebevoll-empathischer Mitmensch sein
[ ] Ich mache zu, wenn ich missgeachtet und nicht in meiner Besonderheit anerkannt werde, meine Sensibilität beschimpft wird: ‚du bist zu sensibel‘. Quatsch: danke, dass du sehen kannst, wie sensibel ich bin!
[ ] Ich kann mich fit klettern
[ ] Die negativ bewerteten Phasen dauern nicht an. Mir geht es immer wieder sehr schnell gut
[ ] Ich bin nicht alleine. Viele liebe Menschen helfen mir. Durch Hinweise, Informationen und einfach durch Freundlichkeit.

Takuji 2

Wir fahren ein kleines Stück zum nächsten Hotel und haben bis zum Einchecken um 15:00  noch massig Zeit für einen Dorfspaziergang.

Unser kleines Hotel hat außer drei weiterer auch ein Onsen auf dem Dach.

In dieser Gegend dampft es überall von heißen Quellen. Man kocht auch mit Dampf.

Onsentime im Sonnenschein

Dinner mit Auster, Rind…

…rohem Pferd und, als wir schon zum Platzen voll sind: die Spezialität des Hauses. Gedämpftes Huhn…

…als Dessert Apfelstrudel.

Wir rollen ins Onsen on the roof. Included: observing stars!

Montag, 21.10.

Vor und nach dem ebenso reichhaltigen FS wabert das Nebelmeer, japanisch unkai, im Tal vor dem Bergen im Hintergrund unserer schönen Aussicht.

Wir fahren zu einem tollen Wasserfall…

…und haben später Lunchpicknick an einem Lavaflussfluss…

…der im Sommer als Badeausflugsziel beliebt ist. Jetzt sind wir hier alleine. Und ich stapfe munter im Wasser rum, bis wir losmüssen.

Flusskrebs unterm Stein

 

 

 

Takuji

Samstag, 19.10.

Ich komme pünktlich 9:45 zum verabredeten Ort. Takuji leiht ein Auto und es geht los in Richtung Oita Prefecture.

Picknick auf einem Rastplatz.

Ich hab noch ne Menge zu Essen, weil ich ja bei Kou und Miho nix verbraucht hab. Außerdem haben sie mich nicht ohne Wegzehrung gehen lassen.

Gutes Wasser dazu gibts von der Quelle

Weiter zum Hotel, einchecken…

…an der Rezeption gesehen. Die süßen Eulen sind aus Suzuki Gras, das hier auf Feuchtwiesen wächst.

Onsen, Dinner, Onsen (mit ein paar Sternen)

Sonntag, 20.10.

Ich spare mir das heiße Bad am Morgen, habe nämlich in dem supergemütlichen Bett nach dem harten 4Tagebrett kaum geschlafen.

Lecker vielfältiges japanisches FS.

Dann fährt Takuji mich zum nahegelegenen Makinoto Pass auf 1300hm. (Er selbst fährt zu einem anderen Parplatz um eine leichtere Route zu nehmen.)

Von hier aus habe ich ein paar Stunden zu klettern…

Über diesen Rücken sollst du gehn…

Sleeping Bhudda am KujuWakare, means Kuju View Point. Ist der Berg links im Bild.

Aussicht von Mount Nakedake, dem höchsten Berg der Region mit 1791m. Blick auf Mout Kuju links und Mount Tengugajo, der nur wenige Meter flacher ist und auf dem ich eben gerade stand. Dazwischen Miike Pond.

Hier überlege ich mir beim Lunchrest, dass ich doch wohl noch Zeit genug habe, um auch Mount Kuju zu besuchen. Ich finde die Aussicht auf Aussicht in die Ebene verlockend.

Über den Wolken…

…und Abstieg

Am Nachmittag wieder mit Takuji vereint in der Berghütte Hoggein mit dem höchsten Onsen auf 1300hm.

Nach dem wohlverdienten Bad schrecke ich plötzlich vom Powernap auf. Alles rosa. Nix wie raus.

Alpenglühen

Danach Bierparty, die Dosen sind hier für Bergverhältnisse recht günstig und ich spendiere ne Runde.

Sonntag, 20.10.

Endlich Chilltag.

Wir kommen recht früh los und brauchen wir den Rückweg zum Auto nichtmal bis zum Mittag.

Zunächst geht es mal durch eine ebene Feuchtwiese. Dieses Moss ist echt neongrün.

Lustige Bäume…

…und Herbstimpressionen

Durch Sümpfe gehts zur letzten Feuchtwiese im National Nature Reserve Park, wo das Auto steht.

 

 

Fukuoka

Dienstag, 15.10.

Über die große Brücke, die ich von der Hosteldachterasse aus sehen konnte-
und ich bin auf Kyushu. Zum ersten Mal.

Zum Ende der Busfahrt werde ich saumüde, kann aber meine Lehne nicht nach hinten stellen, weil da jemand sitzt und über meine dicke Tasche mag ich jetzt auch nicht klettern.

Die paar Meter zur U-Bahn, dann zum Hostel werden zu einer sich dahinschleppenden Qual. Ich muss mich hinlegen!

Gegen 13:00 komme ich in Fukuoka im Guesthouse Hokorobi an.
Ich traue mich zu klingeln, trotzdem erst um 14:00 Einchecken beginnt.

Sofort ist ein supernettes Mädel da. Ich bin so müde, dass ich mich kaum koordiniert bewegen kann. Nach Einchecken, Regeln lesen, Küche und Funktion der Eingangstür gezeigt kriegen, darf ich endlich ins Bett.
Ich mache alle Fenster und Vorhänge zu.

Habe schon den Verdacht, es wird nicht leicht, 4,5 h später fürs Welcomedinner mit Takuji aufzustehen. Ich habe 3 km zu laufen bis dahin, evtl. fährt auch ein Bus und es ist nicht allzukalt, aber windig. Tatsächlich habe ich Fieber: 38,3, und muss Takuji absagen.
Passt genau in mein monatliches Ansteckungsschema. Gerade heilt so langsam der Herpes im Mundwinkel aus. Meine Tage könnte ich auch jeden Tag bekommen.
Außer Fieber und müde Schlappness habe ich keine Symptome. Mal sehen. Ich nehme mal ne Paracetamol.
Ich bekomme so langsam richtig Hunger und hab auch ne TütenNudelsuppe und etliches andere mit. Aber es fällt mir schon schwer, mich nur zum Klogang aufzuraffen. Und ich hab das Bad im Zimmer. Was ein Luxus für 17€/Nacht!
3 Stockbetten, also für 6 Mädels, aber ich bin himmlisch alleine. Und mir geht es gut mit dem Gedanken, dass ich hier 4 Nächte gebucht habe.
Plötzlich, so gegen 19:30 klopft es. Ich denke, es kommt doch noch ein Gast, aber ich höre zwei Männerstimmen:
Takuji lässt sich vom Rezeptionsmann zu mir bringen.
Ach, wie lieb! Und er hat Erdbeersyrup mit und Erdbeerkuchen. Wie bei Rotkäppchen und der Oma.
Wir gehen runter in die Gemeinschaftsküche. Mir geht es nach der Paracetamol schon viel besser, aber trotzdem finde ich den Besuch nicht nur lieb, sondern auch anstrengend. Ich denke aber, ich kann morgen wohl mal kurz zur Ausstellung.
Die Crew und Gäste sagen mir auch ganz lieb gute Nacht und gute Besserung. Der Mann an der Rezeption teilt mir mit, dass er die Gäste umgebucht hat, so dass ich zwei oder drei Tage allein im Zimmer bin.

Also, ich war dann garnicht doll krank, und hab mich prima erholt.

Mittwoch, 16.10.

Noch schlappi schlappe ich zu 11:00 rüber zu Takujis Exhibition.

Ich werde von Takuji freundlich den paar anderen Gästen vorgestellt. Ohenro und Ballpendrawer und so…

Sofort nimmt mich Kou in Beschlag. Ein rüstiger Herr von 81 Jahren, der in spirituell-philisophischen Fragen teils ähnlich denkt, wie ich. Und außerdem sehr angetan ist von Selbsthypnose. Das kann er allerdings nicht aussprechen und schon ist ein RunningGag geboren. Selfiblblblblrre.

Für unsere Unterhaltung kann er ausreichend englisch and we get on well.

Er meint so aus dem Nichts, ich sei ein lucky, lucky girl und ich würde immer alles hinbekommen, was ich mir vorgenommen habe.

Ja, finde ich tatsächlich. Und kurze Zeit später ergibt es sich, dass ich meinen Mondsong, mit Manfreds Pianountermalung aus dem Handy, vor Takujis ObservingMoonPavillonBild singe. Gerade so, wie ich es mir schon seit geraumer Zeit vorgestellt habe.

Damit Takuji und Kous Frau Miho es mitschneiden können, muss ich es gleich nochmal singen.

Bin gleich für morgen bei ihnen eingeladen.

Takuji schickt Kou, Miho und mich zum Lunch und bezahlt wieder. Ich nehme an, weil Miho jeden Tag Takujis Exhibition-Gäste empfangen hat und im Hintergrund Tee gekocht hat und so.

Danach gehe ich erstmal sehr langsam zum Fukuoka Tower und an den Strand.

Fühl mich echt noch nicht auf der Höhe und die ganze Aufregung hat mich schon geschafft.

BlümelchenBaum am Wegesrand

Die paar Meter hin und wieder zum Hostel zurück sind das einzige, was ich heute noch hinbekomme.

Donnerstag, 17.10.

Ich laufe, wie verabredet, zu 14:00 zur Exhibition.

Ein Freund von Takuji spielt mit zwei Frauen Flöte, die noch nie aufgespielt haben und nun ganz lieb aufgeregt sind.

Heute sind auch sehr viele Gäste da. Takuji ist nämlich garnicht auf Laufkundschaft angewiesen. Mittlerweile weiß ich, dass er die ganze Veranstaltung für alle seine Freunde gemacht hat und für jeden Tag eine andere Gruppierung eingeladen hat. Kaum sind die Musiker fertig, zwingt mich Kou, das Mondlied nochmal vor versammelter Mannschaft zu singen. Jetzt bin ich aufgregt.

Danach machen Kou, Miho und ich uns aus dem Staub.

Kou hat sich vor vielen Jahren vorgestellt, dass er ein Haus besitzen würde, mit Aussicht auf eine kleine Insel und einen Leuchtturm. Genau das hat er sich dann vor 30 Jahren gebaut. Die Insel und der Leuchtturm waren allerdings schon da.

Jetzt darf ich das alles auch bewundern. Es war bestimmt eine Stunde Autofahrt zu ihrem Haus.

Zum Glück habe ich gestern noch eine Idee entwickelt: die beiden ersten schönen Dinge, die ich gesehen und Fotografiert habe, nachdem ich die beiden verlassen hatte, wollte ich heute morgen malen. Gedacht, getan:

Nun habe ich wenigstens ein Mitbringel.

Ich muss erstmal ein heißes Bad nehmen. Mit Aussicht auf Insel und Leuchtturm. Leider bewölkt, kein Sonnenuntergang.

Inzwischen ist das überüppige Abendessen fertig.

Und meine Bildchen stecken überraschenderweise in barocken Goldrahmen.

Eigentlich wollte ich mit Kou poisonless wine trinken, aber Miho schenkt mir dauernd Sake nach, da komm ich garnicht dazu. Außerdem hat sie Pflaumenwein selbstgemacht. Das muss ich unbedingt auch mal tun. Leicht angetüdert gehts ins Bett.

Freitag, 18.10.

Aussicht vom Dach

Sightseeingtour mit Kou und Miho. Bevor es losgeht, darf ich mir eine Saketasse von Miho aussuchen. Sie töpfert unglaublich schöne kleine Sachen, wie Saketassen, die alle Einzelstücke sind. Und auch große Schalen und Vasen.

Der leckerste Pudding ever, ehältlich in der Salzfabrik.

Keine Ahnung, wie das genau funktioniert. Das Salzwasser wird irgendwie über den Bambus geschüttet und trocknet da einige Tage. Dann wird es nochmals einige Tage in großen Bottichen gekocht.

Klein Ise Shima  Oder auch Hawaii

Married Islands

Ein ganz besonderer Kunstladen unterwega. Run by an Englishman

Und zum krönenden Abschluss lecker Essen.

Angefüllt und reich beschenkt um 15:00 wieder zu Hause. 25 Intensivstunden hinter mir.

Ich zwinge mich noch, ein Bildchen für Takuji zu malen. Die schönste weiße JakobsBabyMuschel vom Strand. Mit rotem KoiKarpfenMuster.