Koh Tao, 3. Woche und Abschiedtage

Donnerstag, 19.3.

Großkampftag mit Blog und Orga.

Ich bleib aber, im Gegensatz zu Meloni…

…wohlgelaunt.

Die Western Union Zahlung ist da. Gehe ich mal zur Bank.

DIE SCHMEIßEN MICH RAUS!

Die Post nebenan hat auch Western Union. Der Mann kennt mich ja schon von der Briefaktion. Aber er und sein Kollege ziehen sicht- und hörbar die Luft ein…

Bevor sie etwas sagen können:

„Ich war garnicht in Deutschland! Im Dezember und Januar war ich in Thailand und im Februar in Myanmar und jetzt bin ich auch schon wieder mehr, als zwei Wochen im Lande!“

Das war witzig vorgetragen. Und-

– geht doch!

Hab allerdings für den Wechselkurs nochmal einen Thunfisch 🐟 dreingeben müssen.

Die Idee für ein neues T-Shirt ist geboren:

🇩🇪I’m German!🇩🇪

Don’t worry,

wasn’t at home.

🌏

🐟🏝🐠

Freitag, 20.3.
Mit dem ’neuen‘ Bikini (der hängt schon seit Wochen auf der Leine und hat offensichtlich kein Frauchen mehr) gehe ich zum Geheimstrand.

Als erstes treffe ich Schlangi…

…die sich gleich in ihr Kästchen verkrümelt und lieb und ängstlich ausschaut.

Dann schnorchel ich rüber zum Jansom Beach und darf mal wieder einen blue spotted sting ray beobachten. Tauche auch ein bisschen runter zu ihm. Nicht zu nah!

Am Strand angelangt, während ich noch im flachen Wasser stehe, bedrängt mich ein kleiner Schwarm dieser SträflingsFischlein (schwarz-weiß gestreift). Die sind sonst immer ganz lieb. Jetzt ist mir komisch zumute, aber ich bleibe fasziniert stehen und beobachte, wie sie sich um mich herum formieren. Alle ganz nah, mit der Nase zu mir! Bis mich einer ins Bein beißt!

Trotzdem traue ich mich, mich am Strand, halb im brühwarmen Wasser liegend, zu sonnen.

Als ich weiter schnorcheln will, mache ich einen Riesensatz ins Wasser und ein paar kräftige Schwimmzüge. Einmal umdrehen: ha, hab sie abgehängt!

Ich schnorchle bis zu den Bamboo Huts, sonne mich wieder, gehe zu Fuß zurück, schwimme zur anderen Seite zur Sensi Paradise Bucht, wo man ein wirklich vor sehr langer Zeit versenktes Wrack ersnorkelen kann. Riesending.

Auf dem ‚Heimweg‘ entdecke ich diese nice ungebuchte Hütte in der Bucht.

Guter Platz, um auch am Tage zu malen oder zu schreiben. Weil Tischchen available. (Hab ich dann aber nie benutzt.)

Danach biege ich noch eben ins Resort nebendran ab, neue Wege zu erkunden.

Auch nicy, sone Hütte mit Meerblick,…

…aber scharf bewacht!

Duschen, eincremen (shit, natürlich mal wieder Sonnenbrand an den ehemals weißen Stellen), ruhen.

Im Starlight Restaurant gibts diemal einen Squid für mich mit frischer Kokosnuss.

Zurück gehe ich die Treppe runter zu den zugehörigen Bungalows, wo ich schon mal auf einer Terrasse einen Platz auf einer Liege mit Auflage ergaunert habe.

Ob ich hier mal schlafe? Schön windstill.

Das war wieder mal ein richtig schöner Urlaubstag. Nach all dem Schnacken und Googlen über neue Infos und schwindende Möglichkeiten.

Samstag, 21.3.

Mitten in der Nacht wache ich schweißtriefend auf. Die Zimmertür ist zu!

Zum deliranten Klogang lasse ich sie natürlich auf. Ist wieder zu, als ich wieder komme.

Ein ausgedehnter unschöner Streit mit einer unausgegorenen Giftziege folgt.

I have this FEELING, somebody could come vs. ich will nicht krank werden, nassgeschwitzt und lauter Fans machen Wind. Und bisschen Sauerstoff im Zimmer bei 35° kann doch nicht schaden.

Ob wir auch langsam nervös werden? Ich auch?

Heute morgen bekomme ich von Anja den Spruch zugesendet:

„Hoffnung ist nicht der Glaube daran, dass etwas gut ausgeht.

Sondern es ist die Gewissheit, das etwas Sinn hat.

Egal, wie es ausgeht.“

Wie passend! Denn immerhin habe ich mich mal ordentlich gestritten, wie jeder vernünftige Mensch, habe unvernünftig argumentiert und auch den zwei anderen lieben Mensch im Zimmer den Schlaf geraubt!

Ich glaube, aus mir wird noch was.

15:00. Habe mir gerade eine  kleine Bambushütte außerhalb der Stadt, aber in Richtung Berge angeschaut.
Nach dieser Horrornacht fühlt es sich wirklich so an, als würde ich krank.
Unangenehmes Gefühl im Unterleib
Wackelige Knie.
Ab und an Fröstelschauer.
Mal sehen. Gelassen bleiben und in Ruhe dem Plan folgen.
[ ] Mango shake in der Stadt
[ ] Nach Boot zum richtigen Pier für Immigrationsamt fragen
[ ] Roland fragen
[ ] Picknicken
[ ] Einen guten Platz zum Ausruhen finden
Boot geht um 9:30, prima!
In meiner geheimen Bucht wird gerade Masse Laub verbrannt und Roland ist auch nicht da.
Ich schleppe mich weiter, darauf bedacht, schön langsam zu machen. Und auszusehen, wie jemand, der schön langsam macht.
Kein Anhaltspunkt vorher. Ich schleppe mich bis zum Podest. Die Liegen sind jetzt in der Sonne.
Also gibts mein Picknick auf der Treppe. Dann ruhe ich mich als „Schwarzlieger“ auf einer Bambusliege eines ungebuchten Bungalows aus.
Ich merke, dass ich seit Tagen einfach nur einen guten Platz für mich suche.
Oft google ich nach Unterkünften. Nicht nur hier auf Koh Tao, auch auf Phangan, Samui, in Krabi…
Ein bisschen Privatsphäre ist gleich mindestens viermal so teuer. Und meist nicht mal gut, schön oder praktisch.
Der Teil, der mit dem Ablauf des Visums nach Hause will wächst gerade deutlich.
Na, erstmal abwarten. Krank kann ich mich im Flughafen nicht blicken lassen.
Jetzt kommen Leute die Treppe runter. Höre sie die ganze Zeit schon reden. Erholsam ist das nicht.
Schlage mich weiter durch zum Sai Nuan Beach, zu meinem Außenwohnzimmer

im günstigen nicen offenen Restaurant mit Meerblick, wo ich mit einem jungen Spanier spreche. Das Bungalow für 4000 Baht pro zwei Wochen. Also fast doppelt so teuer und ohne FS. Aber der Strand ist so schön. Und der Weg zur Stadt. Und die beiden lieben Restaurants und der SitzgelegenheitPavillon…
Und ein eigenes Zimmer!
Auf dem Heimweg durch den zivilisierten Dschungel muss ich teils das Handylicht anmachen. Nicht mehr so viel Batterieladung. Nu ruft Anja an. Habe heute Mittag beim schwarzliegen rausgefunden, dass die BambooHuts freies Wifi ohne Passwort haben. Rufe ich Gunnar und Anja also von dort zurück und genieße die laue Abendluft und den Sternenhimmel inclusive Sternschnuppe.

Wir sind wieder zu dritt im Zimmer. Entziegt. Die Fansituation verbessert. Tür ist auf Aaah!
Ich nehme zum ersten Mal wieder eine ganze Olumiant, weil das rechte Handgelenk sich seit Tagen schleichend bemerkbar macht.

Sonntag, 22.3.

Nach der kurzen Schwächelphase gestern Mittag gehts mir wieder prima.

Seit ca. 10 Tagen stehe ich immer so gegen 6:30 auf, wackele als Zombie zum Frühstücksaußenplatz runter, genieße die relative ‚Kühle‘ und geschäftige ‚Ruhe‘ des frühen Morgens und trinke erstmal einen Kaffe.

Wenn ich dann so langsam was sehen kann, male ich oft noch ein wenig.
Dann trudeln nach und nach die Mitbewohner ein und ich kann bei dem wunderbaren und reichhaltigen FS schön gesellig sein. Futtere bis Ende Buffettime einen Teller nach dem anderen. Und manchmal verquatsche ich mich noch mit einem Gast. Ist mir nur recht. Bis sich alles verstreut, ist es oft schon 11 Uhr oder sogar später.
Heute packe ich mir nach einem entspannenden AfterFrühstückSchlummer wieder ein kleines Picknick ein. Hm, aber ich hab nix, was satt macht.
Oh, gut, kauf ich gegenüber schnell a bunch of lecker lady finger bananas. Unterwegs der obligatorische Mangoshake, um die Hitze des Tages durchzstehen. So wackele ich zum ersten Mal den SaireeBeach entlang. SUP (Stand up Paddle Board) leider zu teuer.
Während meiner kleinen SchattenPicknickpause am Strand läuft mir der nette irische Alki aus unserem Hostel übern Weg. Weinflasche in der Hand.
„Trink nicht so viel in der Sonne!“
Ich will eigentlich garnicht so viel mit ihm und seiner netten Freundin zu tun haben. Des Odeurs und der Attitude wegen.
Nu sitzt er neben mir, wenigstens im Schatten nach einigen knallsonnigen Auf- und Abläufen am Strand.
Und weint.
Sein Ziehopa ist gerade gestorben.
Seine nette Freundin kann allerdings seine Trauer nicht vertragen und hat sich verzogen. Da bin ich mal wieder ganz Mitmensch und hab für eine Weile ein Ohr für ihn.

Als er mir irgendwas erzählt von seinen Leuten, die in gewissen privaten Etablissements absteigen und ihn dabei haben wollten…hier unterbricht er sich selbst und sein ganzer Körper ist Ausdruck von Kummer und Abscheu…4 Tage…wieder eine Unterbrechung…4 Tage blieben die da drin…was sie diesen Kindern antun.

Mir wurde bei seinen Ausführungen unangenehm zumute.

Thailändische Mädchen werden offenbar immernoch zuhauf von ihren Familien zum Verkauf ihrer Seele in üble Spilunken geschickt. Damit sie ein wenug Geld nach Hause bringen.

Nur weiß ich nicht, inwieweit ich einem chronischen Alki gerade diese Geschichte inclusive emotionaler Rechtfertigungen glauben darf. Bald biege ich das Gespräch auf sicheres Terrain und finde einen Ausgang aus der Situation.

Dann laufe ich bis zum Ende des laaaangen Strandes, lege meine Tasche zu einer lieben jungen Mutter plus ein paar verbindende Putzerworte.
Und snorkel in Richtung der beiden kleinen vorgelagerten Inselchen, die ich eigentlich mit SUP erfahren wollte.
Zwei Ausstiege, bei dem dritten kratze ich mich an scharfkantigen Muscheln, die auf den Steinen kleben, weil es nichtmal zum Resort richtig gut raus geht. Schwimm ich noch um die Ecke. Aber seit dem ich mich auf dem Pier ein wenig warmgesonnt hatte, wird mir schon bisschen kalt im Wasser.
Ich schwimme zu einem schnorchelnden Jungen, der offenbar raus will und weiß, wo.
Der wird dann auch, im flachen Wasser stehend, von diesen barbarischen kleinen Sträflingsfischen gebissen. Aber erst nachdem ich meine Story zum Besten gegeben habe.
Und er nimmt mich stante pedes mit seinem Bike mit zum Strand.
Muss ich zwar wieder viel zurücklaufen. Aber immerhin ist mir warm.
Auf dem SchlenderSchlenderHeimweg, wieder am Strand entlang, treffe ich ein paar Mitbewohner und wir spielen Frisbee bis zum ultimativ schönsten Sunset der Saison.
Der Sairee Beach ist echt noch recht gut gefüllt. Ich wundere mich über die Zahl der Touris. Übrigens ist der ganze Strand deutlich anders als unser. Schön angelegt und viel touristischer. Ich mag ihn trotzdem nicht. Oder gerade deswegen.

Pause auf meinem heißen Stein.

Montag, 23.3.
Gestern hat mein (mittlerweile einziger, oh, schöne Ruhe!) Zimmergenosse von sich deutlich erhöhenden Fallzahlen auch in Thailand gesprochen.
Ein Reisefreund aus Canada bricht jetzt doch seinen Aufenthalt in Australien ab und kehrt heim…
Gerade, als ich einen guten Flug für das Ende meiner Visumzeit gefunden habe, ruft er überraschend an.
Danach ist es auf einmal sehr leicht, mich zu entscheiden. Ich weiß garnicht genau, warum.
Flugs ist der Flug gebucht.
Ich habe noch eine Woche Urlaub bis dahin.
Und plötzlich fühle ich mich richtig fröhlich und wie erleichtert: die Würfel sind von meiner Seite gefallen und ich bins zufrieden.
Boot nach Surat Thani, Flug nach Bangkok und dann direkt nach FFM.
Ob mein Flieger am 1.4. (eine Viertelstunde vor Visumende) plangerecht abhebt, oder der Flug verschoben oder gecanceled wird…waaas mer ned.

Wird halt auch in ein paar Wochen nicht besser.

Ich frage mich ernsthaft: wie fühle ich mich eigentlich?
Bin ich relaxt oder panisch?
Ich denke, weder noch. Bin zwar im Allgemeinen gelassen, aber natürlich sitzt auch mir die dornige Corona tief im Nacken. Jedes Gespräch dreht sich darum, jeder Gedanke, jede Info, die ich ergoogele.
Ich sage mal so: ich fühle mich im Allgemeinen gelassen, stabil, besonnen…sowas.
Aber ich meine auch, da muss doch eigentlich Trauer und Verzweiflung sein, wenn ich an die Gesamtsituation denke. Kann ich nur faserweise, aber keinesfalls als Gesamtkostüm empfinden. Ist wohl zu groß, zu gewaltig, um mich an das Gefühl dazu heranzuwagen.

Max (der in Nepal gestrandet ist), Danke für deine Nachricht!
Hmhm, habe gerade vor deiner Sprachnachricht intensiv an meine Begegnung mit, ja, dem mütterlichen Schoß in Tenbuche/Nepal gedacht.
Hab ich dir erzählt, ja? Die weibliche Stimme, die sagte, es ist so, als wenn du in der Küche stehst und was kochst. Sieht dann auch zwischendrin chaotisch aus.
Und jetzt habe ich so gefragt: echt? Gilt das auch noch für diese Situation?
Da bekam ich die Antwort: ja, denn wir brauchen diesen schlimmen Augenöffner (und eventuell noch schlimmere) um von unseren unguten Gewohnheiten zu lassen und in Richtung Liebe und Mitgefühl umzudenken.
Ich hab es diesmal nicht in Worten gehört. Eher in so etwas, wie einem Gefühlsbild. Aber ich denke, ich habe es einigermaßen angemessen übersetzt. Und nun spricht du auch davon. Hast du es in etwa so gemeint?

Übrigens nennen die Sherpas Mt Everest Chomolungma, goddess mother of the world.

Und es macht keinen Unterschied, ob jemand Gott spielt oder ob das virus auf natürliche Weise entstanden ist.
Es folgt dem großen Plan.

Nach der Frage nach den Gefühlen zur Weltsituation haben sich bei mir offenbar Türen geöffnet und die Trauer kommt nach und nach mehr durch.

Ich habe gerade das Gefühl, wir haben so viel zu lernen.
Nicht verdrängen. Auch nicht drin versinken.
Aber wahrnehmen, was ist.
Liebevoll sein.
Ich denke, ich bin es und merke doch an jeder Ecke, dass ich geizig bin, auf meinen Vorteil bedacht…
Ich musste weinen, als ich zum Beispiel las, dass deutschland Frankreich unterstützen will und Russland Italien…
…während wir alle mehr oder weniger zu Alleinkämpfern mutieren.
Es ist noch kein greifbarer Gedanke reif in meinem Gehirn, meiner Seele. Aber mir ist klar, dass wir sehr viel zu lernen haben, uns anders zu verhalten.
War nach dem Essen im Außenwohnzimmer meines LieblingsBuchtRestaurants noch bei der jungen Gitarre spielenden BambooBungalowWohngruppe. Vielleicht passierte es, als ich sagte, ich hätte mich entschieden zu gehen.
Ich verlasse die Gruppe mit einem Gefühl, dass es ihnen wurst ist, ob ich noch da bleibe.
Du gehörst nicht dazu.
Vorgestern gehörte ich dazu, als ich nach dem Bungalow fragte, weil ich dachte, ich würde bleiben.
Vielleicht war es sowas, vielleicht war es aber auch das Gefühl, das ich ausstrahle. Nah am Schmerz. Das mag keiner.
Lieber trinkt man Bier und raucht Zigaretten.
Was der Grund war für mich, zu gehen.
Ich spüre so sehr, DASS ich anders bin. Aber WIE anders eigentlich?
So viele Nächte stundenlang auf den Steinen. Aber nach Sonnenuntergang waren IMMER bald alle weg.
Die Fahrradtouren, darüber habe ich im August schon geschrieben. Warum finde ich mein Lebtag niemand, der das mit mir genießt?
Es kann doch nicht sein, dass es niemand schön findet.
Immerhin läuft gerade jemand den nächtlichen Pfad entlang. Ich sitze übrigens gerade nah am WaldPfad auf einem großen Stein. Dort, wo ich mit Romke am Anfang mal ein Picknick hatte.
Und ein Schnorchler sucht mittels Taschenlampe die Fische im Wasser.
Es ist so ruhig.
Vorhin, als ich herlief, kam es mir gespenstisch vor, wie später nach dem Sonnenuntergang das grüne Komplementärlicht am Horizont.

Vielleicht ist es deshalb so gut, zu den Sternen hochzusehen, weil das alles hier unten den Lauf der Dinge da oben überhaupt nicht juckt.

Dann leuchtet ein Mann, wochl der Schnorchler, von einem großen Stein nahe der Küste und der teuren Ressort Bungalows zu mir hoch.
„Hello? Are you alone? You should go home. its not save for a lady.“
„Oh, thank you, that you care for me. I feel save and the stone is warm. I will go home, soon. Don’t worry.“
Ich bin schon immer gerne nachts dunkle Wege durch den Wald gelaufen.
Und der Sternenhimmel ist auch heute Nacht wieder bei mir.
Er ist mir so bekannt und vertraut.
Es ist, als warte ich.
Auf ein Zeichen.

Ein paar Meter weiter mache ich Rast auf der Aussichtsplattform der Bamboo Huts. Hutflechteversuch mit einem Kokospalmenblatt, das ich mir auf dem Herweg zurechtgelegt hatte. Youtube Anleitung.

Dienstag, 24.3.
Langes FS, StrandSpazier-

und SchnorchelTag mit Natalia.

Incl. HutKurs.

Mittwoch, 25.3.

Langes FS, Telefonat 2 mit Andre. Orga.

Nachdem der Hostelmann auf meine Nachfrage immernochkeine Seife nachgefüllt habe, kaufe ich eine. Macht wenig Sinn, wenn er alle Zimmer desinfiziert und wir uns nach dem Klogang und überhaupt die Hände nicht ordentlich waschen können. Dachte ich so.

Telefonat mit Gunnar und Anja. Das ist immer schön.

Es heißt im ersten Landsleutebrief, der mich nach meiner Registrierung vor gut einer Woche erreicht, Thai Air stelle seinen Betrieb ab 1.4. ein.
Versuch, herauszubekommen, ob meine Flieger noch gehen.

Oft bin ich im Hintergrund traurig. Nun werde ich auch zunehmend nervös.
Im Ganzen kann ich noch gut gelassen bleiben. Aber ich fühle mich schon seit Wochen durchsetzt. Wie mit einem Pilzgeflecht, das sich immer weiter in mir ausbreitet und festigt.
Ich muss aufpassen, dass es mich nicht schwächt.
Hier und jetzt:
Mir geht es gut. Habe in den letzten zwei Tagen ein wenig Probleme mit einer anderen Handsehne gehabt. Aber nun auch meine Periode bekommen. Seit einiger Zeit eine gute Entschuldigung für etwas mehr Schmerzen, Emotionen, reduzierte Energie.

Donnersrag, 26.3.

Gestern und heute war ich garnicht wandern und schwimmen.
Heute morgen hat Fan, unsere Hostelfrau uns nach dem FS erzählt, dass wir nun nur von 7:00 – 19:00 draußen sein dürfen und dabei beständig Maske tragen müssen.
Später bin ich aufs Zimmer. Mist, wenn ich heute Abend zum heißen Stein gehe, muss ich nach Hause, bevor es abkühlt.
Mir ist es heute den ganzen Tag zu warm. Dann gehe ich erst nach 17:00 los zum Einkaufen (Strandmatte, damit ich mich auf den Flughäfen überall hinlegen kann. Lange Wartezeiten ohne Liegemöglichkeit werden mir schnell zur Tortur). Und zum Sonnenuntergang.

Tatsächlich denke ich nicht grad, ich platze vor Hitze. Aber es ist einfach zu viel und ich muss ja gerade da heim, wo es erst anfängt, etwas kühler zu werden.
Dusche hilft nix. Messe ich mal spaßeshalber Fieber. Ist 38.17 (rectal). Kann das von Wechseljahrshitze/ Periode und Überhitzung kommen? Bitte drückt mir die Daumen, dass ich nicht krank bin, wenn ich losfahre!
2 Tee, 2 Paracetamol, zwei kleine Wickeltücher, die ich abwechselnd überall auf dem Körper plaziere.
Ich bin nicht übermäßig nervös. Vertraue der Wirkung der Paras.
Ich fühle mich auch nicht wirklich fiebrig. Nur einfach super heiß! Vor allem zum Kopf hoch.
Der Hals ist dick und etwas gereizt, seit ich vorgestern mit Natalia lange schnorcheln war.
Mein Bauch is a Mess. Keine Schmerzen. Aber irgendwie voll und durcheinander. Wie an der Chi Nei Tsang Schulung, als ich auch meine Periode hatte.

Freitag, 27.3.

Hitzewanderung über die Haupstraße zur Shark Bay mit der Koh Tao left over Familie.

Der weiße gleißende MorgenStrand, nur dürftiger Halbschatten unter kleinen Bäumen…

Ich fühle mich von der Sonne bedroht. Und es wird ja zum Nachmittag hin noch viel schlimmer.

Außerdem mag ich nicht baden. Der grünen, heißen Brühe wegen. Und wegen einer wunden Stelle am Fuß.

Keine Abkühlung in Sicht. Kaum hab ich mich hingelegt…

…überkommt mich das dringende Gefühl, fliehen zu müssen.

Mein Plan: zu den Steinen am Ende des Strandes zu laufen, eventuell durch Wasser zu waten und den Pfad nach oben finden, der mich schon einmal nah an der Küste entlang und oft im Wald nach Hause geführt hat.

Streckenweise ist es dennoch, wie durch Wüste laufen. An einem Bungalow tropft eine Wasserleitung. Ich stehe solange davor und drehe meine weiße Kaputzenbluse darunter, bis sie ganz nass ist. Komme mir richtig survivalmäßig vor.

Ah, da erreiche ich mein Außenwohnzimmer. Heute gibt es ZWEI Shakes. Erst Zitrone on Ice. Eine Nachmittagspause im Vollschatten der Bar und zum Dinner Cocosshake, wie immer. Einfach, weil es so schön ist, den kalten Krug in Händen zu Halten.

Wie eine Handvoll Hoffnung.

Ich verziehe mich heute ausnahmsweise schon etwas früher.

Und genieße den Sonnenuntergang, ganz alleine, auf der FotoShootingBank.

Ich möchte beten. In dieser Ruhe kommt der Schmerz hoch. Ich weine für mich und die Welt.
Habe das Gefühl, die so lange unterdrückten Tränen lassen meinen Kopf fast platzen. Jetzt erst recht, als sie alle auf Einmal rausdrängen.

Ich weine immernoch laut, als ich weiterlaufe.
Als ich den Picknickstein erreiche, bekomme ich mein Zeichen: ein großer Kranich fliegt auf, in Richtung Koh Phangan, Koh Samui. Und dann dreht er einige majestätische Kreise. Gewaltig schön anzusehen.

Den Rest des Heimweges fühle ich mich schon wieder ausbalanciert.

Samstag, 28.3.

Heute Orga- und Aufbruchtag.
Nach dem FS holen mich die Mädels erst noch zum Yoga auf dem Dach. Mein Zimmergenosse Pawel will es leiten.

Duschen, Wäsche, liegen, Lunch, liegen.
Da lese ich auch, das ist irgendwie gerade meine Bibel, mein PNI Buch. PsychoNeuroImmunologie. Ist mir neulich zufällig in die Hände gefallen. Ich hatte eigentlich was anderes gesucht. Komisch. Für dieses Thema interessierte ich mich schon so lange…nie was gelesen.
Nun beschreibt der Autor eine Studie, die besagt, dass die Teilnehmer, die täglich 12 Minuten Sa Ta Na Ma – Meditation gemacht haben, danach ein deutlich verbessertes Immunsystem (oder bestimmte Marker gegen Entzündung) hatten. Da leg ich doch mein Handy weg und probiere es gleich mal aus.

– Macht mich wirklich schön ruhig. Das wende ich jetzt öfter an.

Medizieren (Paracetamol, um beim FieberpistolenTest an Piers und Flughäfen nicht durchzufallen) und meditieren!

Das ist von nun an meine Reiseapotheke.

Abends laufe ich ein letztes Mal zum Sonnenuntergang an den Strand. Und nehme beim sonst gut besuchten Prawnee’s ganz alleine ein Dinner ein (dort hatte ich das Dankeschön Dinner mit dem deutschen Paar, das mir Geld abgehoben hatte).

Ein letzter Blick zurück.

Über die Zeit!

Sonntag, 29.3.

Letztes FS.

Die Tische sind über Nacht hoch auf den RoofTop gewandert.

Nur unser FamilienTisch ist noch da.

Abschied. Herzliche Umarmungen. Oh, meine Koh Tao Familie. Ihr wart mir ein guter Halt.

Ein Gedanke zu „Koh Tao, 3. Woche und Abschiedtage“

  1. Liebe Kaddi,
    danke, dass Du es mir mit Deinem Blog ermöglichst, Dich ein Stück auf Deiner Reise zu begleiten. Ich fiebere (!) jedem neuen Beitrag entgegen. Deine Bilder sind der Hammer. Und ich habe riesigen Respekt vor Deinem Mut und Deiner Kraft.
    Nun beendest Du Dein Reisen, obwohl Du noch gar nicht „damit fertig“ bist.
    So sehr ich mich darüber freue, dass Du bald wieder bei uns bist, so wünschte ich doch, die Umstände wären andere…
    Hier ist der Frühling eingekehrt mit aller Pracht. Ich warte auf die ersten Mauersegler, die flugkünstlerisch an meinem Fenster vorbei pfeifen. Seit dem Wochenende ist Sommerzeit.
    Heute morgen hat mich Gunnar darauf aufmerksam gemacht, dass der Himmel einfach nur blau ist – keine Kondensstreifen. Und diese Stille überall… fast schon surreal. Als hielten alle den Atem an.
    Aber auch wenn es uns so vorkommt- die Welt steht nicht still.
    Komm gut heim.
    Be mindfull
    Mit Liebe
    Anja

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