Mudita, 3. Woche

Dienstag, 4.2.

15m halbzölliges Kupferrohr mit Sand füllen. Eine echte Herausforderung.

Nachmittags bauen wir eine Welle, um eine Spirale aus dem Rohr zu drehen. Das klappt auch erst ganz gut.

Ein kurzes Stück Rohr ist nicht ordentlich mit Sand befüllt und klappt zusammen. Wir müssen es absägen und neu anfangen.

So ist unsere Arbeit immer wieder von Erfolgen und Rückschlägen und auch von frustrierender Werkzeug-und Materialbeschaffung geprägt.

Immerhin haben wir ja auch nicht wirklich eine Ahnung von dem, was wir da machen. Sollen aber mit dem improvisieren, was wir haben. Sprich: zaubern.

Abends treffe ich Mingde in der Stadt. Ich wollte mal wieder lecker Zusatzkalorien kaufen, zu Fuß in die Stadt laufen (weil eins der Kids das letzte Rad kaputtgespielt hat) und mit TukTuk zurück. Ich habe doppelt Glück: erstens kann ich mit den drei netten Französinnen laufen, die nur für zwei Tage kamen und zweitens hält Kyaw mit dem Van für uns an und bringt uns direkt zum Markt.

Gut, dann kann ich mir ja mit Mingde ein TukTuk teilen. Und ich laufe noch etwas mit ihm mit. „Oh, dieser Laden hat viele brauchbare Dinge! Ich liebe es, jeden Tag etwas dafür zu tun, unsere Lebensqualität zu verbessern!“ Und er kauft Eimerchen und Bürstchen fürs Klo, Stangen mit Aufhängehaken…“ und jetzt noch ein Fahrrad!“

Der erste Laden vermiedet nur, aber er schickt uns um die Ecke zu einem GebrauchtRadHändler. Der will 40000 (25€) für jedes Rad. Kauf ich mir auch eins. Mingde ist übbrigens mit dem platten vierten Rad hergefahren. Das gibt er nun gleich zur Reparatur. Für 1,20€.

Cool, mein Rad (ist bisschen klein, aber) hat sogar Gangschaltung und Korb!

Mittwoch, 5.2.

Heute drehen wir eine super Spirale

und heizen die zwecks Entspannung über Feuer.

In der Mittagspause will ich spontan ein Picknick mit Ella machen. Habe prima Obst und Kekse dazu vom gestrigen Einkauf. An der Brücke treffen wir Mingde, der sein Rad probiert. Da kommt er spontan mit.

Wir fahren zum nahen See. Der ist ja nicht superschön. Aber das Picknick ist recht friedlich, da auch Ella zufrieden an getrockneten Bananscheiben nagt.

Abends wackele ich mit Ella auf unseren Haushügel. Zum ersten Mal eine halbwegs  schöne Aussicht. Wenns nicht so furchtbar diesig wär… Zurück nehme ich einen anderen Weg, weil ich nicht nochmal übers Feld will, komme durch ein nettes Dörfchen und muss kurz vor dunkel noch durchs Dickicht, wo ich mir tausende von winzigen Dornen in die Hosen lade, mit denen ich schlafen muss.

Mokkhita und einige andere sind in dieser Woche unterwegs. Und so machen wir abends Yoga. Das tut mir recht gut.

Donnerstag, 6.2.

Gerüst schweißen und den teils feucht gewordenenen Sand mit verzweifelten Ideen aus der Kupferspirale herausmeditieren.

Abends gehe ich mit Zaw nochmal hoch zum Aussichtsberg

und nun weiß ich auch einen guten Pfad.

Mingde hat mir gestern schon ein paar Slippers (außderdem einen Toaster und etliche Kleinigkeiten) von einem neuerlichen Einkauf mitgebracht. Heute bringt er einen Duschvorhang, damit wir endlich das prima, aber offene Bambushausbad (hat stehendes kaltes Wasser in einem Betonbecken, das wir immer wieder befüllen müssen) benutzen können. Also drehe ich eine dickere Schnur aus dünner Plastikschnüre und baue alles zusammmen. Dann mache ich noch prima Haken aus Draht und Verschlussösen aus meinem SüdkoreaBrillengummi. Außerdem bauen wir Ella aus einem Karton, den ich in der Dinning Hall entdeckt habe, eine erstklassige Hundehütte. Mir gefällt Mingdes SituationsVerbesserungsEnergie und ich bekomme Spaß daran und Power, mit zu machen.

Freitag bis Sonntag, 7.-9.2.

Eigentlich will ich ja mit ein paar anderen Volunteeren die dreitägige Wanderung von Kalaw zurück an den InleSee machen. Aber Mokkhita erlaubt es einigen nicht. Teils, weil sie Lehrer sind und bei mir halt so, weil dann alle einen Tag freinehmen wollen… Dabei habe ich sogar angeboten, an einem WE Tag zu arbeiten.

Statt dessen will ich mit Nano (Projektkumpel) und seiner Freundin die TagesBootstour über den Inle See machen, aber das verschieben die beiden dann.

Ich jammere nicht. Statt dessen kann ich endlich wieder RELAAAAXEN.

Ich male zwei Bilder und trage mit Mingde Essen für Max in die Retreathütte.

Am Sonntag ist nachmittags Vollmond. Hier wird aber schon in der letzten zunehmenden Nacht, also am Samstag gefeiert.

Vor einigen Tagen schrieben Gunnar und Sven mir, dass Charly gestorben ist.

Das hat mich zuerst sehr traurig und betroffen gemacht. Dann habe ich gedacht: nun ist er da, wo noch Adler kreisen.

Am Freitag wohne ich der Beisetzung und der anschließenden Feier innerlich bei. Am Samstag und Sonntag singe ich das Mondlied extra für ihn und in Erinnerung an die letzte Vollmondparty im September bei ihm zu Hause am Gartenlagerfeuer.

Montag, 10.2.

Der Rocket Stove bekommt eine Wand aus Lehm-Zementgemisch. Mir geht es von Tag zu Tag besser.

 

 

 

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