Mudita Foundation 2. Woche

Dienstag, 28.1.

Heute organisiere ich einen Plastikkorb mit Deckel. Ich darf aber die Decke nicht mehr nehmen.
Ella fiept ab zwei. Ich gehe nicht hin, weil ich keine Lösung weiß. Betontüten um den Korb zum Isolieren? Kann kaum wieder einschlafen.

Von einem intensiven Traum wache ich auf. Mir geht es wieder recht gut.
Stehe dann um viertel nach 6 auf, um Ella zu füttern und der Korb ist leer. Kann sie nirgends finden.
Das finde ich voll langweilig.
Dann liegt sie bei Zaw auf dem Bauch.
Deshalb komme ich ein wenig zu spät zu den Kindern, um im Dorf auf Mönchart Essen zu holen. Da kann ich Ella noch mit aufgewärmter Milch (+ heißes Wasser) zuende füttern. Da fährt sie voll drauf ab.
Sie klettert auf die Betonbank am Lagerfeuerplatz!
Heute sammele ich Müll vom Hof. Ella ist oft bei mir.

Bekommt aber in unbeaufsichtigten Momenten Bananenkuchen und einen Lollistiel. Später hat sie Durchfall.
Sie ist von Anfang an sauber!

Am Abend mache ich einen langen Spaziergang zum See mit Ella.

Heute keine Prozesse. Rheuma ist auch besser.

Mittwoch, 29.1.

Confidence, anger: Ella bellt und knurrt nicht nur mit erwachsenen Hunden. Sie beißt sie auch, wenn sie ihr ans Futter gehen.
Abends kurzer Spaziergang zur nahen Höhle.

Unter dem Schlangendrachen ist ein tiefes Loch in der Höhle.

Überhaupt krabble ich mit HandyTorch durch die teils engen Höhlengänge: Stromausfall. Da hilft auch der Spendenaufruf für HöhlenStrom nix.

Von Ella lerne ich so viel:
über überbordenden Lebenswillen (Du bist der Lebensfunke, der sich selbst erhält), über selbstbehauptende Aggression, seine Bedürfnisse zur Not mit allerlei Tricks durchzusetzen, darüber, den ganzen Tag einfach nur im Augenblick zu leben.

Gestern habe ich mich beim Abendmeeting bis nach der Meditation durchgequält. Wir sollen halt nicht währenddessen rausgehen.

Für heute Abend habe ich mir einen Stuhl organisiert.

Klar falle ich auf. Ist ok. Aber ich merke, der Stuhl ist nicht wirklich bequem. Obwohl ich insgesamt weniger Schmerzen habe, oder vielleicht auch deshalb, muss ich diesmal während der Medi raus, um einen Anfall zu vermeiden.

Ich fühle mich auch als Teil der Gemeinschaft sauelend, weil ich einfach nicht mitfließen und mich einbringen kann.

Donnerstag, 30.1.

Ella macht ab halb zwei Terz im Korb. Zaw holt sie irgendwann raus. Ich will, dass sie die Nachtruhe akzeptiert. Als sie auch bei Zaw noch anhaltend quiekt, bringe ich sie raus. Vielleicht muss sie mal? Aber sie saugt mir so herzzerreißend, supernervös und kraftvoll an den Fingern rum, dass ich ihr was zu essen mache: Reis mit Milch. Raptormahl. Danach ist wieder Ruhe, aber mir ist kalt. Besonders kalte Nacht. Als sie gegen sechse jammert, mache ich deshalb, was ich absolut nicht wollte: ich nehme sie mit ins Bett. Sie zittert morgens eh immer stundenlang.

Den ganzen Morgen fühle ich mich voll gestresst und empfindlich. Ich habe Mokkhita gestern Abend noch geschrieben, dass es mir leid tut, dass ich schon wieder raus musste aus dem Abendmeeting. Dass ich aber so langsam verstehe, was eigentlich in mir geschieht. Heute morgen bietet er mir per WhatsApp an, mir Bescheid zu geben, wenn er Zeit für ein kurzes Gespräch mit mir hat.

Er kommt auch kurz vorbei. Aber nur für Arbeitsanweisungen.

Von 11-13:00 sperre ich Ella wieder weg. Sie braucht die Ruhe zum Glück auch. Und ich hau mich bisschen aufs Ohr. Als ich zum Mittag gehen will, hat mich jemand eingesperrt!

Mein Nervenkostüm ist schon so runter, dass ich panisch reagiere. Erstmal haltlos geweint. Dann in die Gruppe geschrieben, ob mich jemand retten kann. Dann erst gesehen, dass es auch ein Fenster zur Terrasse gibt, aus dem ich aussteigen kann. Entwarnung. Trotz meiner Panik ist mir das peinlich. Auf dem Weg runter kommt Antoine mir entgegen, mal nachsehen. Supernett, aber ich muss wieder heulen.

Endlich beim Mittag, ist bereits alles abgedeckt. Und zu meinem heutigen Spüldienst bin ich auch zu spät.

Ich mache meinen Teller aus den großen Pötten voll und futtere, die ganze Zeit heulend, weil ich es nicht mehr kontrollieren kann.

Gleich wieder hoch ins Bett, ich bin heute und morgen krank! Das würde mir mit WE dreieinhalb Tage Ruhe verschaffen.

Marcela findet eh die ganze Zeit, dass ich mich zu viel um Ella kümmere (wie soll man sich denn um ein Baby weniger kümmern, außer, es wegzugeben?) und nimmt Ella mit runter. Zu Max oder Louis. „Milch ist im Restaurantkühlschrank.“

Kaum ist sie draußen, will ich Mokkhita Bescheid geben, um mich freizustellen. Aber ich kann nicht aufstehen.

Ewig später sagt Zaw Bescheid, dass was mit mir nicht stimmt. Antoine und Emma kommen und sind lieb bei mir. Ich kann mich schon aus der Verkrampfung des Anfalles lösen, bis Mokkhita kommt, den sie angerufen haben. Ich bin auch schon wieder ein wenig ansprechbar, aber noch total erschöpft. Dennoch kann ich Mokkhita endlich in wenigen  Sätzen sagen, was los ist. Das tut gut. Vor allem, weil er super nett reagiert.

Am späten Nachmittag kommt Max mit Ella hoch. Sie hat nix gegessen, er wusste nichts von der Milch, das Restaurant ist auch schon zu und er muss weg.

Hab ich mich nochmal mobilisiert. Ich hätte es echt brauchen können, dass mir die EllaBelastung mal eine Weile genommen wird.

Immerhin, wenn sie heute Nacht Terz macht, kümmert Zaw sich.

Freitag, 31.1.

Entspannung!

Endlich kann ich mich um mich selbst kümmern. Vor allem Körperpflege ist wichtig. Nägel schneiden, duschen und so. Wobei die ‚Dusche‘ kaputt ist. Muss ich oben am Tank die Schüsseltechnik anwenden. Ist mir egal. Mir geht es so gut mit dem Gedanken, dass ich gleich wieder shiny bin.

In Ruhe Kaffe trinken…der Vormittag geht viel zu schnell rum.

Nach dem Mittag bringe ich die Milch zum Restaurantkühlschrank und frage in einem unbedachten Moment, ob es was zu helfen gibt. Ja: Kekse machen!

Wenn das mal nicht beglückend ist. Es kommen etliche Gäste und ich habe nebenbei prima Unterhaltung.

Später leihe ich mir ein ‚Fahrrad‘ aus. Von 4 ist eines halbwegs bewegbar, aber ohne Korb.

Ella wird schon mal 2h survival hinbekommen. Ich wollte zur Apotheke, nach Borax fragen. Andre von den ChiangMai AcroYogis hatte mir das gegen (rheumatische) Entzündungen und auch Pilze empfohlen. Kann man aber zu Hause nicht kaufen. Weil angeblich ätzend und giftig. Das ist mal Quatsch. Ich würde das ohne Bedenken pur auf die Haut schmieren.

Borax habe ich früher zum löten von Silber verwendet. Außerdem ist es ein altes Hausmittel gegen Ameisen und Schimmel.

Hier habe ichs auch nicht bekommen. Ist aber auch ein Kleinstädtchen.

Ella sitzt brav vor unserer Haustreppe und freut sich, als ich kurz vor dunkel ankomme.

Samstag, 1.2.

Na, dann kann ich wohl auch mal auf einen Halbtagstrip. Berühmte ShanNudeln zum Frühstück, hot springs for umme ca. 30min Fahrt entfernt und großangelegtes Picknick auf dem Tempelberg nebendran.

Ich hab einen Smiley im Tee.

Ich hatte einen prima Tag und Ella ist auch super zurechtgekommen, hat die Gegend erkundet und sich mit anderen Hunden näher bekannt gemacht.

Sie kriegt nach einem Willkommensschläfchen (meinerseits mit Kaffe) erstmal cold springs.

Am Nachmittag zeichne ich Lukas, der letzte Woche aus seinem Retreat kam. 5 Tage waren geplant, aber er hatte abbrechen müssen, wegen des Feuers.

Auf jeden Fall hat er’s gesehen, als ich Andi abmalte. Den deutschen Mitarbeiter des Soe KoKo Beach house in Ngwe Saung.

Und Lukas wünschte sich auch ein Bild. Mit Haaren. Die hatte er sich nämlich für sen Retreat abratzen lassen und war etwas traurig darüber.

Während einer Zeichenpause entdecke ich den kleinen Hund, der seit drei Tagen auch auf unserer BambooHouseTerrasse schlief. Tot. Offenbar an inneren Blutungen.

Es geht mir erstmal garnicht gut damit. Schon der zweite, den ich entdecke. Ich bitte wieder Jaime, ihn wegzutragen.

Ella hat heute auch nicht so viel gegessen.

Sonntag, 2.2.

Oh, Bettzeit von 20:00 bis 7:00. Das tut gut. Ella kommt prima alleine zurecht, habe ihr gestern ein DraußenNachtLager gemacht. Das ist noch besser.

Jetzt muss ich bloß noch ab und zu vorbeischauen, was zu essen auffüllen und kuscheln.

Relaxtag. Einmal wackel ich die 5min zum Nachbartempel.

Gestern habe ich Lukas gezeichnet, heute Jaime.

Da hab ich mir ziemlich die Augen mit verdorben. Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu lange dran sitze.

Andererseits mag ich üben. Wird ja auch langsam immer besser. Und Zaw will ein Bild und auch Paula. Außerdem habe ich noch ein paar ‚Altlasten‘.

Vor dem Abendessen gehe ich mit Ella spazieren. Irgendwie skurril, dass sie als Baby bei Fuß läuft. Ich bin stolz auf sie, wie hurtig sie schon läuft und es schafft, steil rauf und runter zu klettern.

Abends halten die Schulkinder eine Theaterveranstaltung.

Montag, 3.2.

Es kommen etliche neue Volunteere. Unter anderem Mingde, ein bereits auf den ersten Blick durch und durch zwanghafter junger Chinese. Und irgendwie auch supernett. Ich treffe ihn gleich früh morgends auf der Terrasse. Er hat ein Teeset und ein Kaffeset dabei. Vom Feinsten.

Außerdem kommt auch ein liebes junges Paar aus Chile. Mit Nano werde ich die nächsten Tage am Ofen arbeiten. Aber das Kupferrohr kommt erst morgen. Und so machen wir nochmal einen BeschäftigungsTherapieTag.

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