Yangon und Ngwe Saung

12.1.
Noch ein letztes HenkersFS. Abschied von Kibb und Insa.

Dann zu Fuß zum International Airport Chiang Mai.
Im PropellerFlieger nach Yangon sitzt ein freundlicher Myanmarmann neben mir. Er erzählt mir von Aquaculture am Inle Lake.
Geld ziehen, Datacard, Bus in die Stadt und Laufen zum Bahnhof.

Ich frage mich durch und buche gleich den Night Bus nach Ngwe Saung. Da habe ich noch den ganzen Nachmittag zu füllen.
Habe schon vorher gelesen, dass es einen circular Train gibt, der vom Hauptbahnhof startet. Man könne schon mal einen guten Eindruck von der Gegend kriegen. Die Idee finde ich prima, zumal ich noch die dicke Tasche habe. So brauche ich nicht in der Stadt rumzulaufen und bin prima beschäftigt. Es geht aber kein circular Train. Wohl wegen ‚Gleisbauarbeiten‘. Immerhin kann ich ca. 2 h hin und her fahren.

Abendessen im Bahnhofsrestaurant.
Bitte kein Huhn. Nur Eier und Gemüse von dem, dem und dem.
Ok, 1000, äh 2500 Kyat.
Äh, was ist das? Nee, auch kein’n Fisch.
Also 2000 (1,20€)
Aber auf unserem Bild hat sich ein kleiner Hühnerkopf versteckt. Wer findet ihn?

Ist ihm doch tatsächlich beim Frisieren der Kamm im Kopp steckenngenlieben.

Nich schön.
Und dieses Anblickes entledige ich mich schnell, indem ich ihn einer jungen HundeMutter zum Fraß vorwerfe. Nu bettelt sie am Nachbartisch. Tut mir auch leid. Ich will halt nur nicht, dass das liebe Hühnchen umsonst geköpft wurde.

Witzig finde ich auch die Kindergartenmöbel.

Waaarten. Halbschlaf auf einer zwielichtigen Bahnhofsvorplatzbank. Dann dürfen wir endlich in den Nightbus steigen. Ich bin Nr 29. 7×4 + 1. Nach mir hat offenbar niemand mehr gebucht. Juhuu, hab ich die ganze Reihe und mache mich in meiner Daunenjacke über den Mittelweg hinweg lang. Schön Decke drüber, ahhh!
Hab aber irgendwie kein Glück mit langen Fahrten. (Nur 250 km, aber die Straße ist aus Lehm. 6-7h geplante Fahrtzeit.)
Angesagt ist 3-3:30 morgens Ankunft vor dem Hostel. Durch einen Stau wirds kurz vor 6e. Da hätte ichs mir theoretisch auch sparen können, die Nacht noch zu buchen. Bin aber dann froh um ne gute Stunde Tiefschlaf, Auferstehung als Zombie und nettem Frühstück nebst prima Unterhaltung. Endlich my age! Sie ist Ergo und er Neuropsych. Super prima Leute.

Nach einem endlos ausgereizten FS gehen wir unserer Wege und ich teste mal den Strand nach Norden nebst Wasserqualität. Jetzt weiß ich auch, wieso man in dieser Gegend keine Schnorchelausrüstung braucht. Endlos Saaaaaaaand.
Eine Woche wunderbarstes Nichts, dass ich mit nichts auszufüllen brauche. Aaah!!
Abends geh ich nochmal hin, erstehe Eis vom Wa ha ha Mann und eine Kokosnuss vom Kokosnussmann.

Die hat viel mehr Wasser und dafür weniger, aber schön junges geleeartiges Fruchtfleisch. Der nette Mann hackt mir mit seiner Machete einen Löffel aus der faserigen Schale.

Abends superleckerer Avokadosalat im Hostel. Gegen 8e kippe ich spontan aus den Latschen.

Dienstag, 14.1.

Wieder extended FS mit dem netten ostwestphälischen Paar.
Stadtstraße. Je weiter ich geh, desto billiger wird das Schnorchelset (alle haben das gleiche Produkt. Erst 20000, dann 15000, 13500 und am Ende der Straße bin ich bei 10000 (6€) angelangt. Prima, dann kaufe ich mir wohl doch eins. In Chiang Mai kostet es über 40€.
Ist kein Zugang zum Strand da. Die erste Straße, die ich schließlich finde, führt zu einem Hotel. Aber ziemlich verwahrlost. An der dazugehörigen Strandbar treffe ich auf ein paar Leute, die gerade die Bambusliegestühle reparieren und bekomme für 0,30€ eine Tüte 3/1 (hatten sie nich ohne Zucker) Instantkaffe und ne ganze Thermoskanne Wasser dazu. Da kann man schön einen kompletten Nachmittag mit verbringen. Im Hintergrund beruhigendes Klopfen, vorne Wind und Wellen, über mir Palmen und Blätterbaum und unter mir eine heiler Liegestuhl und sämtliche Kissen aus der Umgebung.
Was will ich Meer?

Außerdem haben sie eine Gitarre. Vielleicht erhebe ich mich ja irgendwann mal…

…tatsächlich gelingt mir das. Nach meinen 5-7 Stücken werde ich spontan zur allnächtlichen StarndBarParty eingeladen.

Nu gehe ich aber erstmal noch ein Stück weiter zu den Pagoden.

Bis ich zurückkomme, wird es schon dunkel und ich müde. Verschiebe ich die heiße Nacht mal auf morgen…

Zu Hause lerne ich den südwestenglischen Fischer Roger kennen. Das kommt so:

Ich hatte die Ostwestfalen gefragt, wo man gut Fisch essen kann. Unter anderem meinten sie auch, dass man in unserem Hostel fragen kann, was sie gefangen haben.

Mach ich das gleich mal. Sie zeigen mir zwei Fische. Ha, selbst der kleinere ist viel zu groß für mich. Ich würde ihn ja mit jemandem teilen…

Da dreht sich Unkay, der riesige Sohn des Hostelbetreibers, der figurmäßig Israel Kamakawiwoʻole in nichts nachsteht, um und gibt den Blick auf den Tisch hinter ihm frei. Da sitzt Roger, selbst Fischer und ist spontan froh, dass ihm die Situation die Qual der Wahl seines Abendmahls nimmt.

We get on well mit unserem romantisch dekorierten Grillfisch und einigen geteilten Bierchen.

Mittwoch, 15.1.

Bootsfahrt zu den Schnorchelinseln. Startpunkt ist Lovers Island.

Aussicht von Birds Island

Wir sind zu dritt. Hier der Chinese und der Myanmar Bruce Lee boy. Der eitelste Junge, den ich je gesehen gesehen habe. Nachdem er sich einige hundert mal mit den Fingern durch die Haare gefahren ist um einen weiteren Selfie zu produzieren, kann ich nicht anders, als ihn darauf hinzuweisen, dass seine Kamera sicher auch zur anderen Seite funktioniert.

Supernett ist er aber auch.

Ziemlich hirnverbrannt komme ich nach einem netten Tag mit integrierter Rüttelmassage (superlauter Motor des local Botes. Fühlt sich prima an, wenn man faul auf dem Sonnendeck liegt und gerade mit einem herzerwärmenden Lächeln vom Kapitain ein feines Kissen dazu bekommen hat.) nach Hause. Schnorcheln war ok. Kaum Korallen, ein paar hübsche Fischchen. Wichtiger fand ich, dass ich schön geschwommen bin.

Kleines Dinner und Strandspaziergang mit Roger.

Er will meine Musik hören, gut, dann soll es morgen abend sein.

Donnerstag, 16.1.

Schattentag, ich schreibe massenhaft Blog.

Ein alter Mann beobachtet mich hinterm Busch hockend. Ich habe gerade meinen Pfannekuchen im Restaurantgarten. Der Mann saß gestern schon hinterm Busch auf dem Bürgersteig. Fühlt sich komisch an, wie er so starr zu mir schaut, den Kopf zur Seite geneigt, um am Busch vorbeizublicken.

Aber ich beobachte auch die Mädels in unserem Restaurant. Hoffentlich nicht so aufdringlich. Sie spielen, wie kleine Kinder, fangen, schlagen sich, lachen sich kaputt. Ich frage Andi. Die jüngste ist 17, die anderen so 19-21. Hätte sie auf 14-17 geschätzt.

Später Nachmittag, nice swim.

Abend mit Roger: Fischrestaurant mit lieben Gitarre spielenden jungen locals.

Massage im Massagehaus. Man sagt uns, die Myannarmassage sei soft, im Gegensatz zur Thaimassage. Prima, wir wollen keine Schmerzen. Pustekuchen. Sie juckeln mit ihren spitzen Daumen ewig auf unseren Waden rum. Da hilft auch kein Zetern und Betteln.

Danach haben wir uns ein gediegenes Bierchen an der BeachBar Ambobar verdient. Der Owner kommt mit der Gitarre vorbei, spricht uns aber nicht an, weil er uns nicht unterbrechen will und wir denken, es sind ja keine Gäste da. Also spiele ich garnicht.

Freitag, 17.1.

Fahrradtour zum ziemlich albernen Merman. Der ist deshalb noch witzig, weil er mich an den MyanmarBoy erinnert.

Snake Islands Pagoda…

…und die hübschen drei Pagoden.

Mittlerweile ist es so heiß, dass ich mal mit meinem weißen Kapuzenhemd ins Wasser steige. Das hilft.

Im Strandrestaurant unter vertrockneten Palmenwedeln gönne ich mir einen properen Maiskolben. Erst am Schluss sehe ich, dass hinter mir ein Haufen supersüßer Welpen liegt.

Probably a snake islands snake? Sieht ein bisschen verrostet aus.

Ich will mal zur Fähre fahren, dort einen Kaffe trinken.

Dann fahre ich doch rüber,

den schönen Weg auf der Peninsula entlang…

…schwupps bin ich bei der nächsten Fähre. Na, dann kann ich auch noch zur Stadt Chaungtha, einige weitere km, diesmal am Strand entlang, verpasse aber die Autobahnauffahrt. Und muss ein Stück zurück, um auf den sehr sandigen Weg zu gelangen. Auf den Sandpisten versinke ich teils im Treibsand.

Nach Tempelbesuch und etwas Obst kaufen muss ich schon wieder zurück. Es ist bereits nach 16:00 und ich möchte nicht im Dunkeln nach Hause. Außersem weiß ich nicht, wie lange noch die drei Fähren fahren.

Die erste Fähre zurück habe ich gerade verpasst und ich werde schon ein wenig nervös, als ich auf die nächste warte.

Die schöne Straße retour bei goldenem Abendsonnenlicht, macht mir viel Freude.

Wundersportliche Männer spielen kick und kack. Leider weiß ich nicht, wies heißt.

Bei der großen Pagode komme ich zum Sonnenuntergang an.

Diesen schönen Nebenpavillon fand ich ganz berührend.

Etwas ausruhen

Ambobar. Erst singe ein paar Liedchen an der Bar und dann haben die Locals Musikspaß. Ich fühle mich blendend zwischen 11Jungs und 1 Mädel.

18.1.

Anfalltag. Nich schön.

Abends mit Roger zur Ambobar. Alles sehr langsam.

Sonntag, 19.1.

Frühstück mit Hani. Sie liest ein interessantes Buch, aus dem ich mir ein paar Seiten abfotografiere.

Der ganze Tag ist erst den Buchungen der näheren Zukunft und dann der Geldbeschaffung gewidmet. Erst gebe ich mein letztes Geld aus, um mit Tuk Tuk und MotorbikeTaxi alle ATMs der Stadt zu besuchen. Nur, um festzustellen, dass sie alle out of service sind. Es kostet mich immense Energie, bei Laune zu bleiben. Andi meint, die ATMs hingen alle am selben Netz und hätten wohl zur Zeit keine Internetverbindung.

Ich gehe wieder schwimmen. Heute klappt es besser als gestern. Ich habe mir eine billige Schwimmbrille besorgt. Es macht Spaß, ein wenig sportlicher zu sein und was für die Arme zu tun.

Aber beim anschließenden Sonnenbad falle ich fast wieder in einen Anfall. Und gehe lieber heim.

Dann treffe ich Roger, bequatsche die Geldsituation. Um festzustellen, dass mein übriges ThaiGeld wesentlich mehr wert ist, als ich dachte. Roger würde mir, wenn nötig, was wechseln.

Nach einem weiteren guten Schwimm mit meinem Schnorchelset (das funktioniert zum Kraulen noch besser) bin ich endlich wieder in meiner Kraft.

Schon ist Abend und ich gehe mit Roger an den Strand, um es von dort noch mal mit dem ATM zu versuchen. Ja, die Maschiene zeigt ein StartBild und Jaaa, ich bekomme einen dicken Block Scheine! Ich bin reich!!!

Sodann wird zu Hause gefeiert. Lecker Essen und Bierchen. Endlich wieder satt.

Anja und Roger verstehen sich so gut, dass ich bald vergessen bin. Ist mir egal. Ich lese in Hanis sehr interessantem Buch und genieße meine wiedergewonnene Kraft.

Montag, 20.1.

Abschied von Andi, der immer für alle da ist und alle touristischen Fragen zuverlässig beantwortet.

Mit dem Bus nach Yangon.

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