Mudita Foundation 2. Woche

Dienstag, 28.1.

Heute organisiere ich einen Plastikkorb mit Deckel. Ich darf aber die Decke nicht mehr nehmen.
Ella fiept ab zwei. Ich gehe nicht hin, weil ich keine Lösung weiß. Betontüten um den Korb zum Isolieren? Kann kaum wieder einschlafen.

Von einem intensiven Traum wache ich auf. Mir geht es wieder recht gut.
Stehe dann um viertel nach 6 auf, um Ella zu füttern und der Korb ist leer. Kann sie nirgends finden.
Das finde ich voll langweilig.
Dann liegt sie bei Zaw auf dem Bauch.
Deshalb komme ich ein wenig zu spät zu den Kindern, um im Dorf auf Mönchart Essen zu holen. Da kann ich Ella noch mit aufgewärmter Milch (+ heißes Wasser) zuende füttern. Da fährt sie voll drauf ab.
Sie klettert auf die Betonbank am Lagerfeuerplatz!
Heute sammele ich Müll vom Hof. Ella ist oft bei mir.

Bekommt aber in unbeaufsichtigten Momenten Bananenkuchen und einen Lollistiel. Später hat sie Durchfall.
Sie ist von Anfang an sauber!

Am Abend mache ich einen langen Spaziergang zum See mit Ella.

Heute keine Prozesse. Rheuma ist auch besser.

Mittwoch, 29.1.

Confidence, anger: Ella bellt und knurrt nicht nur mit erwachsenen Hunden. Sie beißt sie auch, wenn sie ihr ans Futter gehen.
Abends kurzer Spaziergang zur nahen Höhle.

Unter dem Schlangendrachen ist ein tiefes Loch in der Höhle.

Überhaupt krabble ich mit HandyTorch durch die teils engen Höhlengänge: Stromausfall. Da hilft auch der Spendenaufruf für HöhlenStrom nix.

Von Ella lerne ich so viel:
über überbordenden Lebenswillen (Du bist der Lebensfunke, der sich selbst erhält), über selbstbehauptende Aggression, seine Bedürfnisse zur Not mit allerlei Tricks durchzusetzen, darüber, den ganzen Tag einfach nur im Augenblick zu leben.

Gestern habe ich mich beim Abendmeeting bis nach der Meditation durchgequält. Wir sollen halt nicht währenddessen rausgehen.

Für heute Abend habe ich mir einen Stuhl organisiert.

Klar falle ich auf. Ist ok. Aber ich merke, der Stuhl ist nicht wirklich bequem. Obwohl ich insgesamt weniger Schmerzen habe, oder vielleicht auch deshalb, muss ich diesmal während der Medi raus, um einen Anfall zu vermeiden.

Ich fühle mich auch als Teil der Gemeinschaft sauelend, weil ich einfach nicht mitfließen und mich einbringen kann.

Donnerstag, 30.1.

Ella macht ab halb zwei Terz im Korb. Zaw holt sie irgendwann raus. Ich will, dass sie die Nachtruhe akzeptiert. Als sie auch bei Zaw noch anhaltend quiekt, bringe ich sie raus. Vielleicht muss sie mal? Aber sie saugt mir so herzzerreißend, supernervös und kraftvoll an den Fingern rum, dass ich ihr was zu essen mache: Reis mit Milch. Raptormahl. Danach ist wieder Ruhe, aber mir ist kalt. Besonders kalte Nacht. Als sie gegen sechse jammert, mache ich deshalb, was ich absolut nicht wollte: ich nehme sie mit ins Bett. Sie zittert morgens eh immer stundenlang.

Den ganzen Morgen fühle ich mich voll gestresst und empfindlich. Ich habe Mokkhita gestern Abend noch geschrieben, dass es mir leid tut, dass ich schon wieder raus musste aus dem Abendmeeting. Dass ich aber so langsam verstehe, was eigentlich in mir geschieht. Heute morgen bietet er mir per WhatsApp an, mir Bescheid zu geben, wenn er Zeit für ein kurzes Gespräch mit mir hat.

Er kommt auch kurz vorbei. Aber nur für Arbeitsanweisungen.

Von 11-13:00 sperre ich Ella wieder weg. Sie braucht die Ruhe zum Glück auch. Und ich hau mich bisschen aufs Ohr. Als ich zum Mittag gehen will, hat mich jemand eingesperrt!

Mein Nervenkostüm ist schon so runter, dass ich panisch reagiere. Erstmal haltlos geweint. Dann in die Gruppe geschrieben, ob mich jemand retten kann. Dann erst gesehen, dass es auch ein Fenster zur Terrasse gibt, aus dem ich aussteigen kann. Entwarnung. Trotz meiner Panik ist mir das peinlich. Auf dem Weg runter kommt Antoine mir entgegen, mal nachsehen. Supernett, aber ich muss wieder heulen.

Endlich beim Mittag, ist bereits alles abgedeckt. Und zu meinem heutigen Spüldienst bin ich auch zu spät.

Ich mache meinen Teller aus den großen Pötten voll und futtere, die ganze Zeit heulend, weil ich es nicht mehr kontrollieren kann.

Gleich wieder hoch ins Bett, ich bin heute und morgen krank! Das würde mir mit WE dreieinhalb Tage Ruhe verschaffen.

Marcela findet eh die ganze Zeit, dass ich mich zu viel um Ella kümmere (wie soll man sich denn um ein Baby weniger kümmern, außer, es wegzugeben?) und nimmt Ella mit runter. Zu Max oder Louis. „Milch ist im Restaurantkühlschrank.“

Kaum ist sie draußen, will ich Mokkhita Bescheid geben, um mich freizustellen. Aber ich kann nicht aufstehen.

Ewig später sagt Zaw Bescheid, dass was mit mir nicht stimmt. Antoine und Emma kommen und sind lieb bei mir. Ich kann mich schon aus der Verkrampfung des Anfalles lösen, bis Mokkhita kommt, den sie angerufen haben. Ich bin auch schon wieder ein wenig ansprechbar, aber noch total erschöpft. Dennoch kann ich Mokkhita endlich in wenigen  Sätzen sagen, was los ist. Das tut gut. Vor allem, weil er super nett reagiert.

Am späten Nachmittag kommt Max mit Ella hoch. Sie hat nix gegessen, er wusste nichts von der Milch, das Restaurant ist auch schon zu und er muss weg.

Hab ich mich nochmal mobilisiert. Ich hätte es echt brauchen können, dass mir die EllaBelastung mal eine Weile genommen wird.

Immerhin, wenn sie heute Nacht Terz macht, kümmert Zaw sich.

Freitag, 31.1.

Entspannung!

Endlich kann ich mich um mich selbst kümmern. Vor allem Körperpflege ist wichtig. Nägel schneiden, duschen und so. Wobei die ‚Dusche‘ kaputt ist. Muss ich oben am Tank die Schüsseltechnik anwenden. Ist mir egal. Mir geht es so gut mit dem Gedanken, dass ich gleich wieder shiny bin.

In Ruhe Kaffe trinken…der Vormittag geht viel zu schnell rum.

Nach dem Mittag bringe ich die Milch zum Restaurantkühlschrank und frage in einem unbedachten Moment, ob es was zu helfen gibt. Ja: Kekse machen!

Wenn das mal nicht beglückend ist. Es kommen etliche Gäste und ich habe nebenbei prima Unterhaltung.

Später leihe ich mir ein ‚Fahrrad‘ aus. Von 4 Rädern ist eines halbwegs bewegbar, aber ohne Korb.

Ella wird schon mal 2h survival hinbekommen. Ich wollte zur Apotheke, nach Borax fragen. Andre von den ChiangMai AcroYogis hatte mir das gegen (rheumatische) Entzündungen und auch Pilze empfohlen. Kann man aber zu Hause nicht kaufen. Weil angeblich ätzend und giftig. Das ist mal Quatsch. Ich würde das ohne Bedenken pur auf die Haut schmieren.

Borax habe ich früher zum Löten von Silber verwendet. Außerdem ist es ein altes Hausmittel gegen Ameisen und Schimmel.

Hier habe ichs auch nicht bekommen. Ist aber auch ein Kleinstädtchen.

Ella sitzt brav vor unserer Haustreppe und freut sich, als ich kurz vor dunkel ankomme.

Samstag, 1.2.

Na, dann kann ich wohl auch mal auf einen Halbtagstrip. Berühmte ShanNudeln zum Frühstück, hot springs for umme ca. 30min Fahrt entfernt und großangelegtes Picknick auf dem Tempelberg nebendran.

Ich hab einen Smiley im Tee.

Ich hatte einen prima Tag und Ella ist auch super zurechtgekommen, hat die Gegend erkundet und sich mit anderen Hunden näher bekannt gemacht.

Sie kriegt nach einem Willkommensschläfchen (meinerseits mit Kaffe) erstmal cold springs.

Am Nachmittag zeichne ich Lukas, der letzte Woche aus seinem Retreat kam. 5 Tage waren geplant, aber er hatte abbrechen müssen, wegen des Feuers.

Auf jeden Fall hat er’s gesehen, als ich Andi abmalte. Den deutschen Mitarbeiter des Soe KoKo Beach house in Ngwe Saung.

Und Lukas wünschte sich auch ein Bild. Mit Haaren. Die hatte er sich nämlich für seinen Retreat abratzen lassen und war etwas traurig darüber.

Während einer Zeichenpause entdecke ich den kleinen Hund, der seit drei Tagen auch auf unserer BambooHouseTerrasse schlief. Tot. Offenbar an inneren Blutungen.

Es geht mir erstmal garnicht gut damit. Schon der zweite, den ich entdecke. Ich bitte wieder Jaime, ihn wegzutragen.

Ella hat heute auch nicht so viel gegessen.

Sonntag, 2.2.

Oh, Bettzeit von 20:00 bis 7:00. Das tut gut. Ella kommt prima alleine zurecht, habe ihr gestern ein DraußenNachtLager gemacht. Das ist noch besser.

Jetzt muss ich bloß noch ab und zu vorbeischauen, was zu essen auffüllen und kuscheln.

Relaxtag. Einmal wackel ich die 5min zum Nachbartempel.

Gestern habe ich Lukas gezeichnet, heute Jaime.

Da hab ich mir ziemlich die Augen mit verdorben. Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu lange dran sitze.

Andererseits mag ich üben. Wird ja auch langsam immer besser. Und Zaw will ein Bild und auch Paula. Außerdem habe ich noch ein paar ‚Altlasten‘.

Vor dem Abendessen gehe ich mit Ella spazieren. Irgendwie skurril, dass sie als Baby bei Fuß läuft. Ich bin stolz auf sie, wie hurtig sie schon läuft und es schafft, steil rauf und runter zu klettern.

Abends halten die Schulkinder eine Theaterveranstaltung.

Montag, 3.2.

Es kommen etliche neue Volunteere. Unter anderem Mingde, ein bereits auf den ersten Blick durch und durch zwanghafter junger Chinese. Und irgendwie auch supernett. Ich treffe ihn gleich früh morgens auf der Terrasse. Er hat ein Teeset und ein Kaffeset dabei. Vom Feinsten.

Außerdem kommt auch ein liebes junges Paar aus Chile. Mit Nano werde ich die nächsten Tage am Ofen arbeiten. Aber das Kupferrohr kommt erst morgen. Und so machen wir nochmal einen BeschäftigungsTherapieTag.

Inle lake, Mudita

Dienstag, 21.1.

Flug von Yangon nach Heho.

Oben links der Inle Lake.

An der Info des Airports frag ich erstmal nach public transportation. Nee, nur Taxi. Wie teuer? 20-25000.
Ich gehe raus und nochmal zurück, weil ich auf Klo muss. Treffe Emma auf dem Flughafenklo: will sie auch in die Stadt? Nee, zur Monastery. Volunteering?
Ja, da will ich auch hin.
Prima, teilen wir uns ein Taxi.
Ohne die Situation mit ihr wäre ich beinahe ohne meine dicke Tasche gefahren.
Dann gehen wir raus und der TaxiMaffiaObermacker meint 30000. Nee, wir zahlen 20000. Alle Taxis hier kosten so viel! Das glauben wir nicht. Nach ner Weile unerträglichen Feilschens gehen wir einfach in Richtung Stadt. Weil mein Flugzeugsitznachbar mir gesagt hat, 500m weiter wärs billiger.
Nu ruft der Chefe persönlich doch hinter uns her: 25000!
Schon aus Prinzip nicht.
Ein Taxi fährt uns hinterher. Ich sage, für 22000 gehts ok. Zahlt jeder 0,60€ mehr, als geplant. Geht ja.
Die Ankunft auf dem Gelände der Klosterschule ist erstmal ziemlich gechillt. Keiner bemerkt uns. Auf Nachfrage werden wir zur Restaurantbar geschickt. Wir sind auch halb verdurstet, weil wir nix mit in den Flieger nehmen durften.
Nach einer Weile taucht Kyaw auf, erklärt uns bisschen was und will uns erst um 4e wieder sehen.

Ah, Mittagspause in unserer Bambushütte.

Mein rosa glitzerndes SchlafMoskitozelt bekomme ich später, aber jetzt ist es warm genug, um auf den Bambusmatten zu ruhen. Da kommt Antoine und quatscht mit mir und überhaupt sind alle super gesellig und freundlich.

Kyaw zeigt uns zwei Mudita Filmchen und die Häuser des Hofes.
Dann wird es schon dunkel und kühl. 6e Abendessen. Reis und Gemüse. Wird unsere Dauermahlzeit 3x am Tag.
19:00 Uhr hoch zum Meditationsraum. Weil Miles gesagt hat, es wäre ein Steinhaus und deutlich wärmer, gehe ich nicht nochmal meine Daunenjacke holen. Ein Fehler. Es wird inzwischen richtig kalt und zugig.
Mokkhita, der deutsche Mönch, leitet den Abend, beantwortet Fragen. 1/2 h Meditation, dann erzählt jeder kurz, was er heute gemacht/gearbeitet hat.

Die Nacht ist mit einer dickeren Plastikkuscheldecke, einer dünnen Decke, einer dünnen Schaumstoffmatratze (3cm), Schlafanzug, zweiter Hose und Daunenjacke ‚recht‘ kalt.

Mittwoch, 22.1.
Ich soll zu Samuel gehen. Der baut gerade hinter unserem Haus einen Raketenofen, um damit Wasser für die Dusche zu heizen (wieso eigentlich mit Feuer? Sonne ist doch meist im Überfluss vorhanden). Ein Pilotprojekt. Mit Öfen kenne ich mich ja garnicht aus. Aber das Gerüst soll aus Rundstahl gefertigt werden. Also flexe ich Stahlstangen auf Länge, biege sie grade und dann wieder krumm zu Außenstangen und Haltekreisen. Alle finden mich toll, weil ich so prima Kreise machen kann, auch Mokkhita kommt im rechten Moment vorbei. Das gefällt mir schon sehr. Aber meine Hände mögen diese Arbeit garnicht. Mal sehen, wies heute Abend wird.

Zwischen 4 und 6 ist frei. Nach einer kurzen kalten SchalenDusche gegen den gröbsten Staub laufe ich mal in die Stadt. Hm. Fahrrad ausleihen wär nächstens besser. Dann kann ich an den See, Obst und Creme kaufen. Die Luft ist in dieser Region sehr trocken.

Nach dem Abendessen wird Feuer hinter dem Klosterkomplex gemeldet.
Wir wissen erst garnicht, was los ist. Plötzlich ist es sehr nah. Und ein munterer böiger Wind weht zum Kloster.
Aber es stellt sich heraus, dass alle Feuer gelegt sind, wie jedes Jahr. ‚Damit man besser durchs Dickicht kommt.‘ Und das nahe Feuer wurde von Leuten aus der Stadt gelegt, um dem ferneren Feuer im Falle Einhalt zu gebieten.
Mokkhita selbst erklärt es uns. Er kam von den ferneren Feuerstellen, wo auch die meisten Volunteers halfen, nachdem wir ihn angerufen hatten, dass das Feuer dem Kloster so nah kommt.
Alles gut. Irgendwelche Leute legen ständig Feuer. Dass es außer Kontrolle geraten kann, ist egal. Man muss dann selbst darauf achten, dass seine Hütten nicht abbrennen.
Ich bin müde.

Donnerstag, 23.1.
Gestern gab es wegen des Feuers keinen Meditationsabend. Aber ich denke viel darüber nach, wo die Grenzen sind zwischen ’seinen Körper beobachten und zum Beispiel Haltungsschmerzen beim Meditieren einfach zu akzeptieren und eventuell vorübergehen zu lassen‘. Und: auf die Stimme seines Körpers (und seiner Seele ) zu hören und echte Grenzen zu spüren und einzuhalten.

Am Vormittag baue ich Teile für das Gerüst des Holzeinfüllstutzens. Gegen Ende bekomme ich von der ungewohnten bodennahen Arbeit einen leichten Hexenschuss.
Ok, bisschen vorsichtig aufräumen und Kaffe trinken. Marcela ist auch mit von der KaffeParty und erklärt mir, dass sie zusammen mit zwei Psychotherapeutinnen eine Yogawoche organisiert.
Und zwar Mitte Mai in Sardinien, wo sie wohnt.
Ok, könnte prima in meine Pläne passen. Ich hätte auch Freude daran, dort meine frisch erlernte Chi Nei Tsang anzubieten.

Zu Mittag fühle ich mich leicht fröstelig, obwohl es jetzt warm ist.

Was sagt mir der Hexenschuss?

Stopp, jetzt!

Also mache ich in meinem Schlafzelt ein paar Dehnübungen für den unteren Rücken, die allesamt aussehen, wie eine schöne lange entspannte Mittagspause.
Wenn ich so liege, gehts mir relativ gut. Aber ich bin auch traurig und verzweifelt, dass ich gerade so viele Baustellen habe. Für körperlichen Einsatz bin echt überhaupt nicht zu haben (angesagt war ja clinic room. Da ist aber nur am halben Vormittag Arbeit für einen) und ich möchte bald mit Mokkhita reden.
Als es beginnt, kühler zu werden, schäle ich mich von der Matraze und mache mir Tee. Erst zum Abendessen um 6e gehe ich runter.

Damma-talk (sehr interessant, wie Mokkhita über Buddhismus und co. spricht), die Meditation und die anschließende ‚was haben wir denn den ganzen Tag gemacht‘-Runde sitze ich auf heißen Kohlen. Beziehungsweise dünnhäutigen Sitzhöckern und mit schwellenden, schmerzenden, steifen Handgelenken. Mir ist einfach nicht wohl.

Der ewige Rauch legt sich auf meine Bronchien. Da macht nichtmal atmen Spaß.

Für mich ist jeder Sonnenuntergang Weltuntergangsstimmung. Aber der 20 Jahre junge Max kann sich von dem tiefglutroten Licht göttlich verzaubern lassen. Siehste mal.

Freitag, 24.1.
Beim FS erwische ich Mokkhita. Eigentlich will ich mit ihm einen Termin für ein vernünftiges Gespräch ausmachen. Aber dann sind wir schon mittendrin.
Ok, ich werde nicht die Bambushütte und Tischplatten schleifen, sondern mithelfen, den Bericht für eine Zeitung zu schreiben. Außerdem den Müll unter der Brücke am Eingang zum Hofgelände aufsammeln.
Mal sehen, was mein Rücken dazu sagt. Aber ich bin sehr zufrieden mit Müllmeditation.
Mokkhita erklärt mir außerdem, dass die Leute des Convenient Store auf der anderen Seite der kleinen Brücke schon des öfteren aufmerksam gemacht wurden. Es wurde auch schon mehrmals Müll eingesammelt, aber der Fluss ist dazu da, dass er den Müll wegträgt.
Samuel erklärt es einfach: früher war alles in Bananenblätter eingewickelt. Die Leute verstehen nicht, was jetzt anders ist. Sie haben es doch immer so gemacht.
Die Kinder kaufen sich Kleinigkeiten im Laden und schmeißen die Plastiktütchen ins Bachbett.
Genauso Küchenabfälle. Ich kann einfach nicht verstehen, wieso es in den drei Jahren nicht möglich war, ein Umdenken bei den Schülern, den Lehrern und dem anderen Personal zu erwirken.

Abends rede ich eine Weile mit dem französichen Paar Marie/Jan. Als ich zum Dinner gehe, bin ich der einzige foreighner. Komisches Gefühl. Sind alle ausgeflogen.

Mit Saw gehe ich zum frischbetonierten Lagerfeuerplatz oben bei unseren Volunteershäusern. Wir lassen ein munteres Feuerchen prasseln.

Er fragt die richtige, ob ich Gitarre spielen kann. Und ich freue mich darauf, demnächst mal wieder bisschen zu üben, eventuell mal paar Liedchen mit Saw vom Blatt zu spielen.

Nach und nach kommen paar Leutchen zurück und wir machen irgendwas zwischen private Dhamma-Talk und philosophieren.

Samstag, 25.1.

Mit Mokkhita und zwei Handvoll Volunteers zum alten Holztempel.

Wir meditieren dort und Mokkhita erklärt die Paramis.

Ist alles garnicht soweit entfernt von den 10 Geboten und co und was die anderen Religionen an weisen Lehren zu bieten haben.

Anschließend essen wir in einem Lokal und jeder schlappt kurz über den Markt. Prima, alle kulinarischen Minderversorgungsängste getilgt.

Wieder zurück

Endlich Dusche!

Zwar kalt, aber erträglich mit anschließendem Sonnenbad.

Sonntag, 26.1.

Ausflug zu der großen Höhle. Ich habe mich im letzten Moment dazu entschieden, obwohl ich fast schon zugesagt hatte, mit Antoine und vielen anderen Volunteers den Bootstag auf dem InleSee zu machen.

Gestern hatte ich mich mit Max (20), der heute auch zu der Höhle will, super unterhalten. Außerdem ist es etwas weiter weg (1,5h mit dem Van) und wer weiß, ob ich nochmal die Gelegenheit habe.

Mokkhita fährt selbst, wie gestern auch. Plötzlich schwenkt er großzügig aus. Mitten auf der Straße steht ein trauriger, klappriger Miniwelpe.

Max und ich sagen gleich: nee, nich mitnehmen!

Wir haben schon einige Dutzend ausgezehrter und notgedrungen vegetarischer Hunde aller Altersstufen auf dem Hof. Nebendran ist die Hundeauffangstation mit rund 250 Exemplaren. Jede Nacht hören wir einige atemberaubend unheimliche Heul-Jaul-Bellkonzerte.

Ein Bub ist schon von der heute vollbesetzten Ladefläche hinten abgestigen und hat den Welpen aufgehoben.

Irgendwie bin ich wohl im falschen Moment an der richtigen Stelle. Denn plötzlich öffnet sich mein Arm und -schwupps- ist es drin, das wollknäuelgroße Wollknäuel. Mokkhita hebt es kurz fachmännisch hoch: ’sie‘. Ok, dann Ella. Hatte nämlich gerade was von Emma erwähnen wollen und ihren Namen falsch gesagt.

Ella ist völlig ausgezehrt und besteht quasi bloß noch aus einer stehenden Hautfalte gepaart mit einem respekteinflößenden Überlebenswillen.

Als ErsteHilfeMaßnahme bekommt sie Wasser aus erster Hand.

Max und Ella

Mit Ella beim Picknick,…

…in der 9000 BuddhaHöhle.

In der Fresszeile vor der Höhle bekommen wir etwas Kondensmilch geschenkt.

Ella in der Papiermanufaktur.

Sie ist sauber!

Endlich zu Hause improvisiert Max ein Abendessen mit verdünnter Kondensmilch und Haferflocken. Aber sie will so gut, wie nichts essen.

Ein Kind stibitzt Ella, als ich kurz auf Klo gehe. Große Suche im Dunkeln. Endlich kommt sie mit einem im Garten gefundenen Lunghi in einen Eimer, zugebunden mit meinem orangenen Halstuch, das längst ihr Schmuddeltuch geworden ist.

Wir braten sie fast am Lagerfeuer. Immerhin hat sie jetzt warm. Heute darf sie im Eimer, isoliert mit einer dicken Decke in unserem zugigen und saukalten Bambushaus schlafen.

Montag, 27.1.

Morgendliche Raubtierfütterung.

Mit 5 von den kleinsten Mönchen gehe ich heute zum ersten mal in der Village Essen ‚holen‘.

Die fummeln alle Minute aneinander rum, um die Tücher halbwegs zu befestigen. Ist trotzdem saukalt.

Danach habe ich kaum Zeit für ein schnelles FS.
Wusste nicht, dass heute GutenMorgenVersammlung mit allen Schülern ist.

Dann gleich Montagsversammlung der Volunteers im PC Raum: mir ist kalt.
Danach: ich soll doch die BambusKloHütte schleifen und Bambusrohre reinigen. Ich merke, es tut mir nicht gut, rupfe mehr die Bambusfusseln und lasse Marcela mehr schrubben.
Derweil hüpft Ella um uns rum, ich habe ständig ein Auge auf sie.
Mittagspause im BambooGardenRestaurant. Mal was anderes essen, als Reis und Gemüse.

Nachmittags BambusHütte streichen mit GlanzPolitur und Verdünner. Nicht Öko. Rechts tuts ordentlich weh, so male ich mit links.
Nach einer Weile wirds auch da merkbar. Ich will nicht warten, bis es wieder schlimm wird. Habe ein Recht auf Unversehrtheit! Warum muss ich doch schleifen und malen? Wir hatten es doch besprochen!
Ich suche Mokkhita und schreibe ihm, kann ihn aber nicht erreichen.
Auf der Terrasse habe ich einen early childhood Prozess, muss viel weinen.

Dann gehe ich in die Stadt, Milch für Ella kaufen. Sie trinkt die Milch! Kaufe ich gleich noch eine kleine Packung.
Mir geht es jetzt schon ziemlich elend. Aber die Schmerzen werden zum Abend hin noch schlimmer. Vor allem unterm linken Daumen. Aber auch Füße, Knie.
Nach dem Dinner noch mal Raubtierfütterung. In der MeditationHall machen wir Yoga statt Meditation. Mir tut alles weh, zäh, ungelenkig, kann kaum mitmachen. Sonnengruß sowieso nicht. Wieder Prozesse, weinen. Bei der Abschlussentspannung muss ich mich bald hinsetzen, weil ich verkrampft atme. Dann erzählt Mokkhita auch noch von der ‚fürsorglichen Mutter‘. Ich spüre die Wut für eine Weile: warum war sie es nicht (im Krankenhaus, als ich 2 war), konnte es nicht sein?
Wegen der Flucht, des halb Erfrierens im Schiff, wegen Opa?
Ich erlebe mich auch zweigleisig mit Ella: fürsorglich und wieder hart(?) oder zumindest distanziert.

 

 

Yangon und Ngwe Saung

12.1.
Noch ein letztes HenkersFS. Abschied von Kibb und Insa.

Dann zu Fuß zum International Airport Chiang Mai.
Im PropellerFlieger nach Yangon sitzt ein freundlicher Myanmarmann neben mir. Er erzählt mir von Aquaculture am Inle Lake.
Geld ziehen, Datacard, Bus in die Stadt und Laufen zum Bahnhof.

Ich frage mich durch und buche gleich den Night Bus nach Ngwe Saung. Da habe ich noch den ganzen Nachmittag zu füllen.
Habe schon vorher gelesen, dass es einen circular Train gibt, der vom Hauptbahnhof startet. Man könne schon mal einen guten Eindruck von der Gegend kriegen. Die Idee finde ich prima, zumal ich noch die dicke Tasche habe. So brauche ich nicht in der Stadt rumzulaufen und bin prima beschäftigt. Es geht aber kein circular Train. Wohl wegen ‚Gleisbauarbeiten‘. Immerhin kann ich ca. 2 h hin und her fahren.

Abendessen im Bahnhofsrestaurant.
Bitte kein Huhn. Nur Eier und Gemüse von dem, dem und dem.
Ok, 1000, äh 2500 Kyat.
Äh, was ist das? Nee, auch kein’n Fisch.
Also 2000 (1,20€)
Aber auf unserem Bild hat sich ein kleiner Hühnerkopf versteckt. Wer findet ihn?

Ist ihm doch tatsächlich beim Frisieren der Kamm im Kopp steckenngenlieben.

Nich schön.
Und dieses Anblickes entledige ich mich schnell, indem ich ihn einer jungen HundeMutter zum Fraß vorwerfe. Nu bettelt sie am Nachbartisch. Tut mir auch leid. Ich will halt nur nicht, dass das liebe Hühnchen umsonst geköpft wurde.

Witzig finde ich auch die Kindergartenmöbel.

Waaarten. Halbschlaf auf einer zwielichtigen Bahnhofsvorplatzbank. Dann dürfen wir endlich in den Nightbus steigen. Ich bin Nr 29. 7×4 + 1. Nach mir hat offenbar niemand mehr gebucht. Juhuu, hab ich die ganze Reihe und mache mich in meiner Daunenjacke über den Mittelweg hinweg lang. Schön Decke drüber, ahhh!
Hab aber irgendwie kein Glück mit langen Fahrten. (Nur 250 km, aber die Straße ist aus Lehm. 6-7h geplante Fahrtzeit.)
Angesagt ist 3-3:30 Uhr morgens Ankunft vor dem Hostel. Durch einen Stau wirds kurz vor 6e. Da hätte ichs mir theoretisch auch sparen können, die Nacht noch zu buchen. Bin aber dann froh um ne gute Stunde Tiefschlaf, Auferstehung als Zombie und nettem Frühstück nebst prima Unterhaltung. Endlich my age! Sie ist Ergo und er Neuropsych. Super prima Leute.

Nach einem endlos ausgereizten FS gehen wir unserer Wege und ich teste mal den Strand nach Norden nebst Wasserqualität. Jetzt weiß ich auch, wieso man in dieser Gegend keine Schnorchelausrüstung braucht. Endlos Saaaaaaaand.
Eine Woche wunderbarstes Nichts, dass ich mit nichts auszufüllen brauche. Aaah!!
Abends geh ich nochmal hin, erstehe Eis vom Wa ha ha Mann und eine Kokosnuss vom Kokosnussmann.

Die hat viel mehr Wasser und dafür weniger, aber schön junges geleeartiges Fruchtfleisch. Der nette Mann hackt mir mit seiner Machete einen Löffel aus der faserigen Schale.

Abends superleckerer Avokadosalat im Hostel. Gegen 8e kippe ich spontan aus den Latschen.

Dienstag, 14.1.

Wieder extended FS mit dem netten ostwestphälischen Paar.
Stadtstraße. Je weiter ich geh, desto billiger wird das Schnorchelset (alle haben das gleiche Produkt. Erst 20000, dann 15000, 13500 und am Ende der Straße bin ich bei 10000 (6€) angelangt. Prima, dann kaufe ich mir wohl doch eins. In Chiang Mai kostet es über 40€.
Ist kein Zugang zum Strand da. Die erste Straße, die ich schließlich finde, führt zu einem Hotel. Aber ziemlich verwahrlost. An der dazugehörigen Strandbar treffe ich auf ein paar Leute, die gerade die Bambusliegestühle reparieren und bekomme für 0,30€ eine Tüte 3/1 (hatten sie nicht ohne Zucker) Instantkaffe und ne ganze Thermoskanne Wasser dazu. Da kann man schön einen kompletten Nachmittag mit verbringen. Im Hintergrund beruhigendes Klopfen, vorne Wind und Wellen, über mir Palmen und Blätterbaum und unter mir eine heiler Liegestuhl und sämtliche Kissen aus der Umgebung.
Was will ich Meer?

Außerdem haben sie eine Gitarre. Vielleicht erhebe ich mich ja irgendwann mal…

…tatsächlich gelingt mir das. Nach meinen 5-7 Stücken werde ich spontan zur allnächtlichen StrandBarParty eingeladen.

Nu gehe ich aber erstmal noch ein Stück weiter zu den Pagoden.

Bis ich zurückkomme, wird es schon dunkel und ich müde. Verschiebe ich die heiße Nacht mal auf morgen…

Zu Hause lerne ich den südwestenglischen Fischer Roger kennen. Das kommt so:

Ich hatte die Ostwestfalen gefragt, wo man gut Fisch essen kann. Unter anderem meinten sie auch, dass man in unserem Hostel fragen kann, was sie gefangen haben.

Mach ich das gleich mal. Sie zeigen mir zwei Fische. Ha, selbst der kleinere ist viel zu groß für mich. Ich würde ihn ja mit jemandem teilen…

Da dreht sich Unkay, der riesige Sohn des Hostelbetreibers, der figurmäßig Israel Kamakawiwoʻole in nichts nachsteht, um und gibt den Blick auf den Tisch hinter ihm frei. Da sitzt Roger, selbst Fischer und ist spontan froh, dass ihm die Situation die Qual der Wahl seines Abendmahls nimmt.

We get on well mit unserem romantisch dekorierten Grillfisch und einigen geteilten Bierchen.

Mittwoch, 15.1.

Bootsfahrt zu den Schnorchelinseln. Startpunkt ist Lovers Island.

Aussicht von Birds Island

Wir sind zu dritt. Hier der Chinese und der Myanmar Bruce Lee boy. Der eitelste Junge, den ich je gesehen gesehen habe. Nachdem er sich einige hundert mal mit den Fingern durch die Haare gefahren ist um einen weiteren Selfie zu produzieren, kann ich nicht anders, als ihn darauf hinzuweisen, dass seine Kamera sicher auch zur anderen Seite funktioniert.

Supernett ist er aber auch.

Ziemlich hirnverbrannt komme ich nach einem netten Tag mit integrierter Rüttelmassage (superlauter Motor des local Botes. Fühlt sich prima an, wenn man faul auf dem Sonnendeck liegt und gerade mit einem herzerwärmenden Lächeln vom Kapitain ein feines Kissen dazu bekommen hat.) nach Hause. Schnorcheln war ok. Kaum Korallen, ein paar hübsche Fischchen. Wichtiger fand ich, dass ich schön geschwommen bin.

Kleines Dinner und Strandspaziergang mit Roger.

Er will meine Musik hören, gut, dann soll es morgen abend sein.

Donnerstag, 16.1.

Schattentag, ich schreibe massenhaft Blog.

Ein alter Mann beobachtet mich hinterm Busch hockend. Ich habe gerade meinen Pfannekuchen im Restaurantgarten. Der Mann saß gestern schon hinterm Busch auf dem Bürgersteig. Fühlt sich komisch an, wie er so starr zu mir schaut, den Kopf zur Seite geneigt, um am Busch vorbeizublicken.

Aber ich beobachte auch die Mädels in unserem Restaurant. Hoffentlich nicht so aufdringlich. Sie spielen, wie kleine Kinder, fangen, schlagen sich, lachen sich kaputt. Ich frage Andi. Die jüngste ist 17, die anderen so 19-21. Hätte sie auf 14-17 geschätzt.

Später Nachmittag, nice swim.

Abend mit Roger: Fischrestaurant mit lieben Gitarre spielenden jungen locals.

Massage im Massagehaus. Man sagt uns, die Myannarmassage sei soft, im Gegensatz zur Thaimassage. Prima, wir wollen keine Schmerzen. Pustekuchen. Sie juckeln mit ihren spitzen Daumen ewig auf unseren Waden rum. Da hilft auch kein Zetern und Betteln.

Danach haben wir uns ein gediegenes Bierchen an der BeachBar Ambobar verdient. Der Owner kommt mit der Gitarre vorbei, spricht uns aber nicht an, weil er uns nicht unterbrechen will und wir denken, es sind ja keine Gäste da. Also spiele ich garnicht.

Freitag, 17.1.

Fahrradtour zum ziemlich albernen Merman. Der ist deshalb noch witzig, weil er mich an den MyanmarBoy erinnert.

Snake Islands Pagoda…

…und die hübschen drei Pagoden.

Mittlerweile ist es so heiß, dass ich mal mit meinem weißen Kapuzenhemd ins Wasser steige. Das hilft.

Im Strandrestaurant unter vertrockneten Palmenwedeln gönne ich mir einen properen Maiskolben. Erst am Schluss sehe ich, dass hinter mir ein Haufen supersüßer Welpen liegt.

Probably a snake islands snake? Sieht ein bisschen verrostet aus.

Ich will mal zur Fähre fahren, dort einen Kaffe trinken.

Dann fahre ich doch rüber,

den schönen Weg auf der Peninsula entlang…

…schwupps bin ich bei der nächsten Fähre. Na, dann kann ich auch noch zur Stadt Chaungtha, einige weitere km, diesmal am Strand entlang, verpasse aber die Autobahnauffahrt. Und muss ein Stück zurück, um auf den sehr sandigen Weg zu gelangen. Auf den Sandpisten versinke ich teils im Treibsand.

Nach Tempelbesuch und etwas Obst kaufen muss ich schon wieder zurück. Es ist bereits nach 16:00 und ich möchte nicht im Dunkeln nach Hause. Außersem weiß ich nicht, wie lange noch die drei Fähren fahren.

Die erste Fähre zurück habe ich gerade verpasst und ich werde schon ein wenig nervös, als ich auf die nächste warte.

Die schöne Straße retour bei goldenem Abendsonnenlicht, macht mir viel Freude.

Wundersportliche Männer spielen kick und kack. Leider weiß ich nicht, wies heißt.

Bei der großen Pagode komme ich zum Sonnenuntergang an.

Diesen schönen Nebenpavillon fand ich ganz berührend.

Etwas ausruhen

Ambobar. Erst singe ich ein paar Liedchen an der Bar und dann haben die Locals Musikspaß. Ich fühle mich blendend zwischen 11Jungs und 1 Mädel.

18.1.

Anfalltag. Nich schön.

Abends mit Roger zur Ambobar. Alles sehr langsam.

Sonntag, 19.1.

Frühstück mit Hani. Sie liest ein interessantes Buch, aus dem ich mir ein paar Seiten abfotografiere.

Der ganze Tag ist erst den Buchungen der näheren Zukunft und dann der Geldbeschaffung gewidmet. Erst gebe ich mein letztes Geld aus, um mit Tuk Tuk und MotorbikeTaxi alle ATMs der Stadt zu besuchen. Nur, um festzustellen, dass sie alle out of service sind. Es kostet mich immense Energie, bei Laune zu bleiben. Andi meint, die ATMs hingen alle am selben Netz und hätten wohl zur Zeit keine Internetverbindung.

Ich gehe wieder schwimmen. Heute klappt es besser als gestern. Ich habe mir eine billige Schwimmbrille besorgt. Es macht Spaß, ein wenig sportlicher zu sein und was für die Arme zu tun.

Aber beim anschließenden Sonnenbad falle ich fast wieder in einen Anfall. Und gehe lieber heim.

Dann treffe ich Roger, bequatsche die Geldsituation. Um festzustellen, dass mein übriges ThaiGeld wesentlich mehr wert ist, als ich dachte. Roger würde mir, wenn nötig, was wechseln.

Nach einem weiteren guten Schwimm mit meinem Schnorchelset (das funktioniert zum Kraulen noch besser) bin ich endlich wieder in meiner Kraft.

Schon ist Abend und ich gehe mit Roger an den Strand, um es von dort noch mal mit dem ATM zu versuchen. Ja, die Maschiene zeigt ein StartBild und Jaaa, ich bekomme einen dicken Block Scheine! Ich bin reich!!!

Sodann wird zu Hause gefeiert. Lecker Essen und Bierchen. Endlich wieder satt.

Anja und Roger verstehen sich so gut, dass ich bald vergessen bin. Ist mir egal. Ich lese in Hanis sehr interessantem Buch und genieße meine wiedergewonnene Kraft.

Montag, 20.1.

Abschied von Andi, der immer für alle da ist und alle touristischen Fragen zuverlässig beantwortet.

Mit dem Bus nach Yangon.

Chiang Mai extended version

Weil ich ja noch garnix gemacht hab in Chiang Mai oder Thailand überhaupt, habe ich mein Visum verlängert. Außerdem ist mir noch nicht nach Badeurlaub am Meer und schon garnicht nach Arbeiten am Inle Lake. Nach langem Überlegen und Buchen versuchen fülle ich die Zeit mit 2 Tagen Jungletrekking und 5 Tagen Massageschule.

Jungle Trekking

Donnerstag, 2.1.

Meine erste halbwegs sportliche Unternehmung. Nach so langer Zeit!

Ist alles halb so wild. Der ‚jungle‘ itself, aber auch das Trekking. Im Grunde gehen wir immer nur eine halbe Stunde, um an einem Wasserfall…

…oder in einem Dorf…

…1 Stunde Rast zu machen.

Die Schule

Immerhin gehe ich mal nennenswert mehr, als ein Stockwerk rauf und runter. Trotzdem hat unser Ausflug das Wort Trekking keineswegs verdient. Und ich bin auch noch ganz froh drum. Hat gut gepasst.

Nur der Anführer ist echt unfreundlich. Er ist von dem Bergvolk der Karen. Mit viel Liebe im Herzen frage ich ihn nach der Geschichte seines Volkes und so. Da taut er durchaus auf.

Unsere Schlafhütte finde ich super.

In diesem Haus bekommen wir prima essen.

Das ist die Küche

Zur Nacht haben wir ein prima Lagerfeuergelage. Der Guide der Koreaner mag mich irgendwie und gießt mir dauernd ‚happy rum‘ nach. Ein von den locals selbstgebrannter Reiswein. Der viel leckerer schmeckt als Sake, Soju und Miletwein zusammen. (Zum ersten Mal wieder Alk nach unvorstellbar langer Zeit.) Und dann freuen sich die Großstädter, dass sie ein paar Sterne sehen können.

Freitag, 3.1.

Ein letzter Wasserfall…

… der ist richtig schön. Er fällt über eine Galerie…

…und in der befindet sich auch ein kleiner Tempel.

Dann gibts erstmal Lunch. Endlich fahren wir zu den Elefanten.

Die kommen anfangs ganz schön zügig auf uns zu. Dann beruhigen sie sich. Bei der Raubtierfütterung…

…mit einzelnen Bananen dreht die ältere (27) wieder bisschen auf. Richtig fein finde ich, die dünnhäutigen Dickhäuter zu streicheln. Auch, wenn sie deutlich eher an Bananen interessiert sind.

Dann das obligatorische Elefantenbaden.

Die kleine macht sich grad zum Kacken bereit.

Ich bin die Tage kein einziges Mal nass geworden. Zwar bin ich zu den Elis ins Wasser, hab mir aber nicht mal mein Höschen nass gemacht. Muss noch bisschen krank sein. Auf das Rafting…

…hab ich überhaupt keine Lust: eine Stunde mit nasser Hose auf Bambusrohren sitzen. Stattdessen warte ich am Ankunftsort und schnabbel selbst Bananen.

Samstag, 4.1.

Zum Jungle und zurück haben wir in einem dieser offenen share Taxis gesessen. So zugig, dass ich mir eine leichte Blasenentzündung geholt habe, obwohl ich mich ordentlich eingepackt und noch extra viel Jacke auf meinen Bauch gepresst habe. Nu hab ich keine Lust, das Wochenende mit einer Fahrt nach Pai zu füllen. Dort soll es sehr schön sein. Ca. 4h Fahrt, 1000 Kurven den Berg rauf.

Statt dessen schieb ich ne ruhige Kugel und spaziere erstmal zum Morningmarket für die nächste Obstparty.

Auf dem Balkon quatsche ich Sean Griffin an, der länger als die paar angekündigten Minuten bleibt. Er erzählt mir, dass es im Norden ein Hotel gibt mit einem Schwimmbad auf dem Dach.
Wir reden über Beziehungen, Lebensentwicklung, wie kann ich mich wirklich von meinen Prägungen lösen? …Dann über Kunst und schließlich scheitert er daran, mir seine neu erstellte Webseite zeigen zu wollen und dampft entnervt ab.

Später im Park zeigt mir Bart ein neues Kunststück. Ich muss ja immer Jungs fragen, die recht kräftig aussehen und es auch sind. Zwar wiege ich bloß noch 65 kg, ist aber immernoch superdeutlich mehr, als die ganzen spackeldürren Mädels dort zuwaage bringen.

Nachdem ich die Übung (ein Kopfstand, meine Schultern auf seinen Händen, meine Hände an seinen Beinen, die ich von mir wegdrücke) endlich hingekriegt habe, entdecke ich Ruben mit seiner Ukulele auf der Wiese und habe eine nette Zeit mit ihm.

Dann wackel ich rüber zum Massagehaus im Wat (Tempel) Pan Whaen. Bekomme aber nicht die ersehnte HerbalBallMassagae, weil alles fully booked.

Von dort ist es nicht weit zum SaturdayNightMarket. Lecker, lecker Eis! Oh ich liebe diese quaderförmigen Eisblöcke. Am liebsten mag ich KokosCream. Aber ich muss natürlich alles mal ausprobieren, außer Macha, Kaffe und Schokolade. Und schlage Omas Ansage (ein Eis am Tag genügt) in den Wind.

Sonntag, 5.1.

Der Massagemann kümmert sich fast nur um meine Hüfte, obwohl ich auch um Schultergürtel/Nacken und Handgelenke bitte. Hüfte (Arschbacke) findet er wohl interessanter. Tatsächlich kann ich danach besser im Schneidersitz zitzen. Wegen der ultraverspannten Hüftmuskulatur, die den mangelnden Halt im Hüftgelenk (Hüftdysplasie) ausgleichen will, kriege ich den nämlich nicht richtig hin, obwohl ich seit Nepal recht häufig übe. Insofern ein erster medizinisch relevanter Massageerfolg.

Auf dem Sundaynightmarket erstehe ich Pandan/ButterflypeaTee…

…den ich mir fortan jeden Abend aus Relaxationsgründen koche. Außerdem drei Eis und 1 Stunde Nacken/Fußmassage. Auf diesem pressvollen trubeligen Markt stehen nämlich auch alle hundert Meter so zwanzig dreißig Plastikstühle in der Reihe, wo man sich für kleines Geld öffentlich ne Massageeinheit holen kann.

Die machen ganz liebe ThaiHippieMusik und sind auch auf den amerikanischen 70ern hängen geblieben.

Das Wassersafteis finde ich auch sehr lecker.

Montag, 6.1.

Heute muss ich früh aufstehen. Es geht schließlich zur Schule am anderen Ende der Stadtmauer. Ca. halbe Stunde Wackelei dahin.

Chi Nei Tsang. Es ist eine traditionelle chinesische Massagetechnik und bedeutet so viel wie die Chi-Energie im Verdauungstrakt (durch Massage) anzuheben.

Wir Schüler sind zu viert. Das sind immerhin Erfahrungen an drei verschiedenen Bäuchen.
Bin ganz happy mit dem Unterricht, schön strukturiert und auch der Ablauf der Massge ist grundsätzlich immer gleich. So mag ich das. Dann kann man sich immernoch an besonders verpannten Stellen länger aufhalten.

Wir lernen auch, dass die verschiedenen Organe emotionale Entsprechungen haben. Zum Beispiel Leber/Wut. Da haben wir ja auch sie Laus drüber.

Mein Lunch soll heute mal wieder mein lieblings green curry am NorthGate sein. Ist aber diesmal viel zu süß. Und ohne die tollen Kräuter.
Im Supermarkt kaufe ich endlich wieder Dates. Und…

…Brot! Im Gegensatz zu SpongeToast aus dem 7/11.

Das Hotel mit dem Schwimmbad ist gleich nebenan, hab ich aber keine Lust.

Insa hat sich inzwischen bei uns einquartiert. Sie lässt sich gerne darauf ein, Übungsopfer für meine erste Massagesequenz zu sein und geht mit mir in den Park. Sie machte schon in Hamburg AcroYoga! Also haben wir eine Runde Spaß. Rene hilft uns mit ein paar Übungen und mit Christof kriege ich den Schwung zum ‚Star‘ hin.

Abends endlich wieder Dinner in der Streetkitchen bei der lieben Nok. Zufällig schlägt auch Insa hier auf, als sie mich sieht.
Danach noch ein nettes etwas offeneres Gespräch mit Insa auf dem Balkon. Unsere sanfte Frauenpower tut mir gut.

Dienstag, 7.1.

Die anderen drei Schüler machen nachmittags prallel den zweiten Teil der Chi Nei Tsang Ausbildung. Ich habe mich dagegen entschieden. Dann wären die Tage und sogar die Woche pressvoll. Nahezu ohne Tageslicht, wie zu Hause. Außerdem stellt die Massagesequenz von Teil 1 bereits einen in sich geschlossenen Kreis dar.

Als ich so nach Hause schlendere…große Freude! Matteo ist aus den Bergen zurück und wartet auf mich in der Lounge. Wir machen Fotos…

…weil wir kein gemeinsames hatten und für ein gezeichnetes Portrait von ihm und reden, reden, reden!

Bis ich zu meinem Massagetermin im Wat Pan Whaen muss.
Bitte nochmal Balmmassage. Die Hüfte bis Füße und Schultergürtel/Nacken.
Aber ich gerate an eine dumme unsympatische Frau. Sie führt mich wegen dreckiger Füße (schwarz wegen barfuß in Sandalen) vor, wird dann abgerufen, ‚because somebody made an appointment with ME‘.
Statt ihrer taucht nun ein Mann über meiner Matratze auf. Er wirkt jung und unerfahren, andere kichern und er wird immer ruppiger. Macht Hackfleisch aus meinen verspannten Hüftmuskeln. Ich drifte weg und kann nicht mehr sagen, dass es mir zu doll ist, die Bewegungen zu schnell…
Dann fange ich an zu weinen und kann kaum aufhören, obwohl ich mich sehr darauf konzentriere. Are you ok?
Der Mann lächelt mich am Schluss lieb an, sein Gesicht passt nicht zu seinen Händen. Er schenkt mir das angebrochene Glas mit Balm. Aus Nettigkeit oder als ‚Entschädigung‘?
Beim Umziehen muss ich mir Zeit lassen, ich bin sehr traurig und D-States wandern durch mich durch. Siehe Erkenntnisse.

Zu Hause verbreitet Insa bad vibrations wegen des neuen Gastes. Ich mag das Geflüster nicht. Auch mit Kibb, sogar, während der Übungsmassage, was ich aber abbreche. Insa möchte es jedem Recht machen und kann sich nicht abgrenzen. Und beiden möchte ich sagen, sie sollen nicht complainen, außer, es gehe um eine Lösung. Aber ich begnüge mich damit, mein Verhalten danach auszurichten. Und halte mich fern vom Geplapper.

Auf der anderen Seite verstehe ich schon, dass Kibb ein Problem mit ihm hat. Er ist waschechter Nerd (‚a foolish or contemptible person who lacks social skills…‘) und benimmt sich persistent massiv und auch agressiv daneben. Sie hätte ihn eigentlich sofort rausschmeißen können, deswegen. Aber er kriegt dann doch noch die Kurve.

Mittwoch, 8.1.

Schlecht geschlafen, mehr Rheuma, trotzdem höre ich mal mit Cortison auf, bleiern. In der Schule die Frage: kann man auch später noch emotionale Ausbrüche wegen der Massage haben (Lunge/Traurigkeit)? Antwort: ja, sogar noch Tage, Wochen später, auch körperliche Symptomlinderung.

Mein Bauch is a mess. Ich mag vorsichtig behandelt werden. Ist aber alles gut.
Als ich dran bin, immernoch so müde! Floating D-states, aber ich kann mich noch selbst beruhigen und immer wieder in genügend Kraft kommen. Fühle mich von den anderen gedisst, nicht angenommen. In Kraft bleiben, freundlich bleiben, ist ein ‚trotzdem‘. Und kostet mich fast mehr Kraft, als ich habe. Ich nutze aber auch die Tatsache, dass die Massage Ruhe fordert. Durch Langsamkeit gelingt es mir besser, bei mir zu bleiben.

Was ist Trauma, das angetriggert wurde (ganz sicher einiges gestern vom Massagemann, nachdem ich offen dafür war, nach der Schule). Was ist Wechseljahre, was simple Blähung, zu viel des Guten, zu wenig gutes Essen, Entspannung/Zeit für mich…?
Ich frage Om, unsere Lehrerin, siehe Erkenntnisse.

Auf dem Heimweg mag ich mal ein neues Lokal ausprobieren. In eines wäre ich beinahe gegangen. Aber schon beim ersten Schritt erinnere ich mich daran, dass ich auf ‚ohne Fan und AirCondition‘ angewiesen bin. Schließlich finde ich ein untouristisches LocalLokal und bekomme lecker Gemüsesuppe ohne Fan.

Mein Termin im Wat ist geplatzt. Mittlerweile hab ich den Status, nicht nur Termine machen zu dürfen, sondern auch direkt den Masseur zu buchen. Nu, meine LieblingsMassageFrau ist überhaupt nicht da. Krass, hatte selbst daran gedacht, abzusagen, fühle mich kränklich. Bananendessert in der LunchStreetkitchen um die Ecke ist auch alle. Immerhin habe ich meine Verabredungen eingehalten. Ist mir wichtig. Aber jetzt schlafe ich erstmal.

Donnerstag, 9.1.

Wir lernen die letzte Sequenz der Chi Nei Tsang. Ein Mädel aus einem anderen Kurs hat dieses nette Bild gemalt.

Nachmittags fange ich mal mit dem Bild von Matteo an.
Später im Park übe ich ein weiters mal den Star mit Christof.

Diesmal macht ein Mädel ein Foto von den paar Sekunden, in denen ich mich traue, die Hände zu lösen.

Nicht schön…

…aber ich bin ein Acrobat Yogi😀!

Rene macht das

Um 6e dann die Tok Sen Massage mit Nu.

Tok Sen ist eine weitere ThaiSpezialität, die ich ausprobieren mag. Es wird hierbei mit einem Holzhammer rhythmisch auf einen kurzen Holzstock entlang der Energielinien…

…des Körpers gehauen. So, wie der Stock gehalten wird, kriegt man kaum was vom mechanischen Impuls ab. Es ist eher der Ton. Zusätzlich in etwa der Hälfte der Zeit gibt es Elemente aus der normalen Thaimassage. Ah, relax!

Freitag, 10.1.

Heute lernen wir noch zum Abschluss ein wenig die Beine, Arme und den Kopf zu massieren. Die Frau, die die komplette Massage an mir macht, fügt auch die Chi Nei Tsang 2-Sequenz mit ein. Dann bekommen wir unsere Lizenz!
Danach habe ich meine letzte TaiMassage mit Nu im Wat.
Ich bin heute wieder supermüde, gehe dennoch in den Park.
Daniel, den Rene zu Recht den Guru der Gruppe nennt,  denn er ist jeden Tag da und wird nicht müde, sein Wissen und Können auf sehr nette Weise weiterzutragen, bringt mir den Star und andere Details besser bei. Das macht nochmal richtig Spaß und ich fühle mich etwas näher als Teil der Gruppe.

Samstag, 11.1.

Mein letzter ganzer Tag in Chiang Mai. Ich habe überhaupt keine Lust, zu gehen.

Es war Vollmond um halb drei morgens.
Bin aber nicht extra aufgestanden. Heute Nacht reicht auch noch.

Witzig, die Kerne der Jackfrucht…

…essen sich wie Kartoffeln oder Maronen. Kibb hat sie für mich gekocht, nachdem ich gelesen hatte, dass sie essbar sind.
Dann male ich Matteos Bild fertig.

Kibb bewahrt es auf, damit Matteo es am Montag abholen kann, wenn er aus Pai zurück nach Chiang Mai kommt. Freut sich riesig drüber.

Während ich so nett auf dem Balkon sitze, werde ich plötzlich durch den luftzerfetzenden Krach eines Kampfflugzeuges erschreckt. Ihr wisst schon. Die mit den dreieckigen Flügeln.  Es beschreibt drei oder vier ohrenbetäubende Platzrunden über dem nahegelegenen Flughafen. Nicht schön.

Am Nachmittag setze ich mich zum ersten Mal direkt zur AcroGruppe. All die Wochen habe ich erst in gebührendem Abstand meine Kokosnuss gemüpfelt, bevor ich mich hingetraut hatte. Mit Andre, der eine besonders freundliche Ausstrahlung hat, habe ich ein längeres Gespräch.
Dann lockt das Eis im SaturdayNightmarket.

Auf dem Weg suche ich den Mond und finde zu meiner Beglückung einen wunderschönen Platz im Gelände des Nachbartempels.

Manfreds Piano im Handy angeschaltet und MoonSong gesungen. Oh, das erfüllt mich so!

Auf dem Markt kaufe ich ein Stück geschliffenes und poliertes Horn. Ich möchte mehr über Gua Sha Massge lernen, für die man es braucht.

Der Californier singt tatsächlich jeden Samstag im FoodMarket. Crossroads und so.

Erkenntnisse Thailand

Ich frage mich ernsthaft, als ich so krank im Bett liege, ob Reisen für mich nicht (unbewusst) eine Art Selbstmord ist. So, wie Depressive hungern und langsam von der Bildfläche verschwinden. Und das nicht so erkennen würden.
Nur, dass ich eben riskiere, totkrank zu werden.
Dann merke ich schnell: nein, so ist es keinesfalls! Vom Herzen wünsche ich mir so sehr, lebendig zu sein und beim Reisen fühle ich mich quicklebendig!

Das Leben selbst ist mit Sicherheit die gesundheitsschädlichste Sache überhaupt. Deshalb ist es das beste, die Dinge zu tun, die mich richtig schön lebendig sein lassen.

Reisen hat für mich viele Gründe. Vielleicht ist einer, dass ich die große Flucht nachempfinde und eine Bleibe suche. Obwohl mir klar ist, dass sie in Deutschland sein wird.
Ich weiß nicht, wieviel Mama laufen musste. Sie fuhren erst mit dem Kriegsschiff, dann mit dem Zug. In jedem Fall war es eine anstrengede, auszehrende unendlich lange Hungerstrecke ins Ungewisse.
Eventuell ist das der Grund, warum ich beide Male keine Heimat habe, während ich Reise.

Climacterium is a pain in the ass. Same as getting old. And at this time, you have both.

MassageMann, Dienstag, 7.1.: ich weine die ganze Zeit. Will, dass er meine Hüfte und Beine für Schneidersitz, aber auch Schultergürtel und Nacken massiert.

Mir wird klar, dass ich verspannte Hüftmuskeln habe wegen HD. Dass ich wegen der verspannten HüftMuskeln verspannte Nackenmuskulatur habe. Und deswegen wiederum Handgelenksbeschwerden.
Lösungsversuch: permanente Dehnungsübungen für Hüftmuskulatur
– Schneidersitz plus Nackengym
– 1 min Liegeübung über abgewinkeltem Bein

Ist es nicht absurd, in einer Welt, die gerade so sehr ann Dutt geht, ernsthaft darüber nachzudenken, wie zum Teufel ich endlich über meine Komplexe (ich bin zu hässlich, um angenommen zu werden, was zu sagen zu haben, was zu gelten, existieren zu dürfen…und ähnlicher Bullshit) hinwegzukommen und mit meiner Energie zu fließen?
An die luxuriöse Spitze der Maslowsschen Bedürfnispyramide zu denken und auf Selbstentwicklung zu spekulieren, wärend da draußen unerreichbar dringendere Dinge passieren?
Ganz und garnicht. Die Welt braucht uns in unserer Kraft

Mittwoch, 8.1.: Musste das sein, dass Om mir so große Schmerzen verursacht?

Ihre Antwort: wie war es nachher, war es da besser, tissues softer?

Aber das ist gerade das Problem, dass Klienten immer denken, der Therapeut weiß sicher, was er tut. Viel hilft viel, sag ich mal nix.
Auf der anderen Seite würde sie nach 5 min um einen anderen Masseur bitten, wenn sie das Gefühl hat, dass es energetisch nicht passt. So, wie gestern der junge Mann, der viel zu hektisch war. Ich war eher in einem weggetretenen Modus, so dass ich nicht mehr sagen konnte, was mir auf der Seele lag.
Aber auch bei Om bei ihrer Behandlung kam allerdings hinzu, dass ich dachte, sie ist ‚gut‘, therapeutisch gesehen.
Mir gefiel nicht, wie sie mir eben geantwortet hat. Alles so glattgebügelt. Sicher weiß sie viel, aber ihre Sätze sind auch einstudiert und sie überlässt dem Patienten die Verantwortung. Ist das richtig?
(Klar hat der Patient die Verantwortung über sich, aber der Masseur hat auch die Verantwortung über seine Behandlung. Wie weit reicht die?)
„I allways do my best. Thats all, I’m done. The client come back or not. If he comes back, its a good feedback.“
Nee, finde ich eben nicht. Kann auch gute Werbung sein gepaart mit Lizenz- und Erfahrungsglauben der Patienten. Viele sind, wie ich, viel zu bereit, ‚auszuhalten‘.
Außerdem war sie deutlich narzisstisch verletzt, als ich sie fragte, ob die vielen Schmerzen über die ganze Stunde notwendig waren und ich einfach nur froh war, als sie ihre Hände von mir nahm.

Die Wahrheit, warum ich mich für sie entschieden habe, ist, weil sie die gleiche Sequenz zeigte, wie Silvan. Und ich die lernen wollte.
Und damit bin ich auch happy: es ist einfach eine klare Sequenz.

‚Ich kann nicht‘ (mit den D-states ungehen) ist traumatisch wiederholte Hilflosigkeit.
Aber ich kann es.

Und ganz wichtig zum Nachkochen zu Hause: Tarowürfel (Süßkartoffel oder Kartoffel) mit Kokoscreme!