Chiang Mai oder ein krankes Huhn findet auch mal ein Körnchen vom Glūck

Samstag, 7.12.

Irgendwann mitten in der Nacht werden wir von einen hässlichen Geräusch ‚geweckt‘. Wenn man den bodenlosen Schwebezustand, in den ich endlich gefallen war, ‚Schlaf‘ nennen möchte. Dann ein klimpern. Ein weiteres Ächzen beim nächsten Huppel, klimpern, wegrollen… Bus hält mitten auf dem Highway an.

Schon klar, was jetzt passiert: wir warten stundenlang auf einen anderen Bus.

Mein Sitznachbar gesellt sich wieder zu mir. Ich in Daunenjacke, Buff und Kapuze über den Ohren und dauernd an meiner dünnen Busdecke zupfend, damit ja kein Lüftchen der AC zu mir durchdringt. Der Mann, recht cool, faltet nichtmal seine Decke auseinander.

Irgendwann wache ich wieder auf und er ist weg. Seine gefaltete Decke liegt auf meinem Körper. Nett.

Endlich Endstation. Ein junger Amerikaner zeigt mir, wo um die Ecke die Busse zur City starten. Gibts aber nur wenige. Schließlich werde ich von drei jungen Leuten ins ShareTaxi eingeladen. Sie wollen nicht mal, dass ich bezahle. Cool, jetzt direkt vor der Hosteltüre.

Keiner da, aber eine Nr zum Whatsappen. Da kommt sie voll verpennt runter. Ca. 10:00. Dafür kann ich früh einchecken und schlafe erstmal aus. Voll kalt unter dem riesigen dünnen Handtuch, das sie Decke nennen. Ich bestelle gleich noch eins.

Ich habe schon ein bisschen Bammel, dass auch zwei von den Handtüchern nicht reichen werden. Auf der anderen Seite ist es ein KapsuleDorm mit einem dicken Vorhang. So eine Sargkapsel kriegt man ja ganz anders warm.

Am Abend kommen noch so 5 weitere junge Gäste in den Dorm.

Sonntag, 8.12.

Mitten in der Nacht wache ich auf, kalt bis in die Knochen. Shit! Nach und nach ziehe ich alles über den Pyjama, was ich habe: Jacke, Dauenenjacke, Hosen, dicke Socken…

Rührt sich nix! Komisch: soo kalt ist es doch garnicht…

…schließlich dämmert mir, wenn ich endlich warm werden sollte, bekomme ich Fieber.

Genauso ist es auch. Und zwar gleich 39,5. Ups, zwei Paracetamol hinterher. Da bin ich sonst nicht so schnell mit. 2h später hab ich 40,3. Was, wie ich finde, Anlass zu gelinder Panik ist. Die verschlafene Hosteldame meint auf meine WhatsApp Anfrage bloß per WA, ich müsste halt zur Apotheke. Hm. Sonntag. Es haben aber tatsächlich welche offen und eine ist auch anrufbar. Nach der Beratung habe ich das Gefühl, ich komme erstmal mit meiner Reiseapotheke klar. Ansonsten könnte ich abends nochmal anrufen.

Das Fieber ist mittags bald unten, aber nach irgendwohin laufen fühle ich mich noch ganz und garnicht.

Margot, die heute Abend eintrudeln wird, bekommt eine TutMirLeid-Email.

Dann setzt sie sich zu mir, wir unterhalten uns und sie holt mir auch was zu essen.

Montag, 9.12.

Während Margot einen Stadtbummel macht, um ein besseres Hotel auszukundschaften (sie hat im Doppelzimmer geschlafen, das ich für uns gebucht hatte, aber ich blieb im Dorm, diese Nacht alleine, so hab ich sie nicht mit Hustensalven gestört. Aber Margot fand, das Bad riecht schimmlig…), kriege ich spontan einen Motivationsschub und tapere mach kurzem Anruf zum nahegelegenen Allgemein- und KinderKrankenhaus.

So ein lieber Arzt! Ich darf mich zur Diagnose auf eine Behandlungsliege legen, die mit lustigen Tiermotiven bedruckt ist. Über mir Babymobile. Dazu diese liebe ruhige Stimme des Arztes. Klar bin ich da schon fast gesund!

Er meint, aus einer Grippe hätten sich Bronchitis und Lungenentzündung entwickelt und gibt mir Antibiotika und was zum Abhusten. Sein Anteil der Rechnung: 200Baht (=6€).

Margot kommt wieder und macht den ziemlich strikten ‚Vorschlag‘:

„Das Haus, das ich angeschaut hab, hat einen wunderbaren Balkon, ist sauber und nett. Komm raus aus dem Geisterhotel. Ich spendiere dir zwei Nächte!“

Meine Tage sind unterteilt in
1. Oh, nee, jetzt noch nicht
2. Aber dann doch irgendwann aufstehen für FS
3. Sofort wieder ins Bett
4. 1-3 wiederholen sich jeweils für Lunch…
5. Ups, schon dunkel, das ging aber wieder schnell.
6. …und Dinner
7. Ups, oh, so müde…

Irgendwann kann ich mal zum 200m entfernten Park. Ich bin so geflasht vom ersten Lächeln außerhalb des Hotels, dass der Kokosnussmann sich fürs Foto aufstellen muss.

Den AcroYogaLeuten kann ich leider nur zuschauen.

Und ich gewöhne mir an, an fast jedem späten Nachmittag für 1Kokosnuss zum Park zu gehen.

Margot ist für ein paar Tage in Chiang Rai. Aber wir sind nicht mehr allein im Hotel, es ist immer mal wieder wer zum Quatschen da.

Ab dem Zeitpunkt, an dem ich den Obstmarkt – am Stadtgraben entlang –

erreichen kann, gibt es morgens Obstparty, bald auch wieder mit Peanutbutter und Datteln (aus dem weit entfernten Supermarkt) zum Mästen.

In den ersten Tagen war das Klima in ChiangMai superoptimal. 26° 🌞🌞🌞tagsüber, in der Nacht 10-14°.

Nun sinds schon länger etwas drückende 32°/17°.🌞🌞🌞 Und genauso wirds auch die nächsten 2 Wochen bleiben.

Kein Grund, zu klagen. Da liege ich mehr draußen auf dem Balkon…

…zur Not mit nem nassen HotSpringHandtuch auf dem Kopf.

Donnerstag, 19.12.

Mein Novaminsulfon geht alle. Und es ist das einzige Schmerzmittel, das etwas hilft. Meine immunsupprimierenden Rheumamedis darf ich ja nicht nehmen, solange ich noch nicht wieder auf dem Damm bin. Cortison wär auch keine Option. Das macht hyperaktiv und ich soll noch schön viel ruhen.

Also schreibe ich erstmal eine message nach Myanmar, dass ich das Volunteering verschieben muss. Sind ja nur noch zwei Wochen und ich bin weiterhin schlappi.

Dann rufe ich beim Arzt an.

Ich kann am Nachmittag vorbeikommen, aber er kann mir nicht weiterhelfen, denn Novalgin gibt es in Thailand nicht. Und er gibt mir die Kontaktdaten der Uniklinik, um einen Rheumatologen zu sehen.

Von dem einen Arztbesuch bin ich schon völlig fertig, obwohl ich mit dem Taxi die zwei km gefahren bin. So rufe ich nur in der Klinik an. Ja, ich kann morgen früh um 7 kommen.

Am Abend meldet sich Silvan überraschend. Vor drei Tagen hatte ich spontan einen tollen Gesprächstag auf dem Balkon mit ihm. Bei der Verabschiedung hatte er mich gefragt, ob er mir eine Bauchmassage geben dürfe, er habe aber nicht viel Übung…

Ich habe nicht mehr dran geglaubt und nun klappt es doch noch.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe. Ich bin Berührungen am Bauch wirklich nicht so gewöhnt. Und das, was die ThaiMassageDame in Bangkok mit mir machte (bei der Ölmassage war auch eine kurze Bauchmassage dabei), war alles andere, als angenehm. Auf jeden Fall bin ich nun völlig überrascht.

Silvan hat diese MassageZauberhände. Plus, ich empfinde ihn als außergewöhnlich empathisch. So bin ich sehr schnell im Zustand einer sehr tiefen Entspannung.

Ich bin überzeugt, dass diese Massage meine Heilung einläutet.

Freitag, 20.12.

Das glauben die ja selbst nicht, dass ich so früh aufstehe! Ich bin froh, wenn ich morgens schlafe. So, nun erstmal gutes MästeFS.

Um 9e schlag ich in der UniKlinik auf. Selbstgelaufen!

Nach dem komplexen Anmeldeprocedere soll ich bis 11e warten um mich sodann ins Wartezimmer zu begeben…

Ich will ja nur Schmerzmittel. Aber nun bin ich in der kompletten Maschinerie gefangen. Inhalation, Röntgenthorax, Blutbild, das alles im Rollstuhl! Irgendwer hatte die Idee (äh, ich kann laufen. Halt langsam…), Kaddi muss folgen. Das bedeutet auch, dass ich dauernd irgendwo rumstehe und warte, bis mich mal jemand zum Weiterschieben abholt. Auf Klo traue ich mich deshalb die ganze Zeit nicht.

Als ich nach der Blutentnahme ewig lange sinnlos rumstehe und zuschaue, wie die gesamte Belegschaft in den Feierabend schlendert, wirds mir doch zu bunt.

Ich schlappe hoch ins nun verwaiste Wartezimmer. Nee, da is niemand mehr. Ich bekomme aber ne Zimmernummer, wo eine Abendärztin ‚auf mich wartet‘.

Anmelden, Ärztin, Rezept kriegen, zur Kasse gehen, hauseigene Apotheke. Für jeden Vorgang muss ich nochmals gefühlt stundenlang warten.

Um 17:30 spuckt mich das System unversehens wieder aus. Rucksack voller Medis. Und gerade rechtzeitig, um zum Dinner zu meiner Straßenküche zu laufen.

Und, oh, es ist noch schön warm draußen, hmmm.

Margot schenkt mir einen Haufen ihrer Klamotten und Thailand und Myanmar lonely planet.

Samstag, 21.12.

Heute, nach dem Mediwechsel (ich darf mein Rheumabasismedikament wieder nehmen, da Lunge ok), gehts mir relativ prächtig. Ich male Nakuls zweites Portrait fertig und eins von Margot, als Abschiedsgeschenk. Dann gehe ich zum Park, futtere meine Kokosnuss, zeige einem jungen Paar (beide haben eine Ukulele, er bringt ihr das Spielen bei) ‚catch and release‘. Und lerne einen vielredenden (mehr, als ich 😳), aber doch recht netten Holländer kennen.

Bevor ich zun Dinner…

…laufen kann, brauche ich erstmal eine gute Pause auf dem Balkon liegend. Danach auch.

Sonntag, 22.12.

Abschied von Margot.

Die Wirtin holt am Flughafen zur gleichen Zeit ihren Vater ab.

Gäste sind keine im Haus.

Plötzlich ist es ganz still hier.

Habe ich jetzt einen Einsamkeitsflash oder bin ich heute wirklich wieder so schlapp und müde?

Wie auch immer. Ich verbringe fast den ganzen Tag im Bett und schlafe viel. Zum nachmittäglichen Parkspaziergang muss ich mich kompliziert aus dem Bett pulen, obwohl ich mich auf ein neuerliches Treffen mit dem Holländer freue.

Aber der kommt dann garnicht. Ich bin den ganzen Tag eh so frustriert (zum ersten Mal. Ich werde langsam ungeduldig), dass das geplatzte Treffen meiner Laune keinen weiteren Abbruch tun kann.

Zum Dinner muss ich woanders hin, weil meine Lieblingsköchin vier Tage frei abgekündigt hat. Sie wird ihre Mutter ins Krankenhaus bringen.

Das Essen ist viel zu scharf, der Mangosmoothy zu eisig und zu süß…

Völlig erschlagen ins Bett.

Montag, 23.12.

Heute ist wieder ein guter Tag.

Nach dem Mastfutter male ich die liebe DinnerKöchin.

Außerdem kriege ich raus, wo ich hingehen muss, um mein Visum zu verlängern. Das verschiebe ich aber auf Freitag.

Dann realisiere ich, dass ich allein im Haus bin und mich fit genug fühle. Die Matratzen der beiden unteren Betten, (also auch meine,) sind bretthart (auaaua), aber eine Matratze der oberen Betten ist schön weich. Heute soll es also sein. Ich krämpele meine nicht vorhandenen Ärmel hoch und mache heimlichen Tausch. Meine Matratze ist nicht nur bretthart, sondern auch sauschwer. Und hakt furchtbar in der Kurve um die Leiter. Endlich finde ich einen Weg, den Bleiklotz ohne allzu brutale Schmerzen aufs obere Bett zu wuchten. Bettbezüge wieder drüber und…

Ahhhh!

Hm. Vielleicht bisschen ZU weich. Mal sehn.

Nach dem lecker grünen Curry beim Nachbarn habe ich noch genug Kraft über, um auch Nakuls Frau zu malen.

Und im Park treffe ich den netten Holländer zufällig wieder. Das anschließende Plauderstündchen ist ein prima Tagesabschluss.

Dienstag  24.12.

Am Morgen hab ich so eine typische Kaddieingebung, und gehe spontan auf den Obstmarkt. Ich weiß, dass sie da auch die kleinen Kerzen in Tonschälchen verkaufen, von denen ich am Stadtgraben so viele gesehen habe.

Einen ganzen Beutel (50 Stck?) besorge ich mir davon für kleines Geld. Die Idee dazu: abends im Park Lichter verteilen. Mich das trauen und eventuell ein paar Sätze mit Leuten schnacken. Da wär ich nicht so alleine. Ich habe das starke Gefühl, das kann nett werden, aber ebensogut auch furchtbar in die Hose gehen. Wenn ich plötzlich ganz klein werde mit Hut oder so. Was solls.

Auf dem Rückweg probiere ich den neuen Mittagessenstand vor dem Park aus. Ein netter Student (der weiterhin für mich und den Koch übersezt) fragt mich skeptisch, ob ich Thai (=scharf!) essen kann. Sicherheitshalber bestelle ich mir gleich die Nachspeise mit Banaen im Kokosnussreismantel und eingewickelt in Blatt dazu. Schmeckt aber alles richtig erhebend supi.

Jetzt ist halb 12 und ich soll für die Bauchmassage, die ich mir zu Weihnachten gönne, nix mehr essen.

Bevor ich dahin, durch die ganze Stadt, tapere, treffe ich Kelly nochmal im Hostel wieder. Sie kam gerade von 5 Tagen VipassanaMeditation und ich sehe ihrem Gesicht an, dass sie es wunderbar, ja sogar beglückend fand.

Erst klappt das Laufen richtig gut. Aber auf den letzten Metern (ca. 2km dahin) deutlicher Leistungseinbruch. Dann die Enttäuschung.

„How can I help you?“ Da hat sie meinen Termin verbaselt. Ob ich morgen wiederkommen könnte. Nagut, um 11.

Dafür kaufe ich auf der Rücktour den leckersten Bananenkuchen ever und ein nices gebatiktes Top.

Endlich wieder zurück und von der Nachmittagsglut halb zerflossen, treffe ich auf dem Balkon zwei liebe Mädels aus Nürrrnberrrrch an. Nadine und Sabrina.

Sofort kommen sie mit zum Park und machen gleich beim AcroYoga mit, während ich meine daily Coconut besorge. Ich verziehe mich ein wenig, denke, sie wollen eventuell unter sich sein. Aber ich fühle mich spontan wieder toteinsam. Franziskus der Holländer ist auch nirgends zu sehen.

Dann gebe ich mir einen Ruck, gehe zu den Mädels, zeige ihnen nun die kleinen Basicübungen, die ich kenne. Und wir haben schön Spaß.

„Ich will nachher paar Kerzen verteilen, wollt ihr mitmachen?“ „Oh, süße Idee, klar!“

„I’d like to share a light with you!“

Witzig, die meisten schauen erst skeptisch. Was wollen die, soll ich was kaufen, soll ich mir irgendeine politische oder religiöse Meinung anhören…?

Wenn sie dann verstehen, dass wir einfach nur Kerzchen und damit ein wenig Liebeslicht verteilen wollen, dann leuchten ihre Gesichter im Kerzenschein wunderbar auf.

„Oh, habt ihr diese junge Frau gesehen, sie hat bevor sie dann ging ganz besonders gestrahlt!“

Ausgerechnet sie kommt einige Minuten später nochmal auf uns zu. Mit drei geschälten Trinkkokosnüssen.

„Ich habe heute die Diagnose Mayor Depression bekommen. Und da kommt ihr mit dem Licht…“ Und aus ihren strahlendes hübschen Augen kullern nun dicke Tränen. Da müssen wir sie, diese süße Maus, ganz lieb in die Arme nehmen.

Ein netter holländischer Opa fotografiert die drei Weihnachstengel.

Mittwoch, 25.12.

Nun ist Nadine krank. Sabrina fährt alleine auf die gebuchte ElephantenTagestour. Sie beinhaltet einen Besuch in der „Wir machen schönes Papier aus Elephantenscheiße“ Fabrik.

„Bleichen die das dann irgendwie, ist das Papier weiß?“ „Nee, so cremefarben.“

Nun muss ich erstmal los zur Massage. Auaaua. Wenn Schmerzen ein Zeichen davon sind, dass etwas heilen wird, dann ist diese Massage wesentlich besser, als Silvans. Aber seine war göttlich. Ihre ist eher ein Höllenritt. Dabei waren beide Schüler derselben thailändischen Lehrerin.

Ich bin einfach nur froh, als sie endlich ihre Hände von mir nimmt und muss dann wegen der überstandenen Daueranspannung fürchterlich – na?

– weinen.

Allerdings überlege ich mir ernsthaft, ob ich noch die Schulung zur Massage machen soll. Grundsätzlich finde ich AbdominalMassage nämlich superinteressant. Schon weil die Organe ihr eigenes Nervensystem haben und vor allem, weil im Darm ein wichtiges Regulativ des Immunsystems liegt.

Donnerstag, 26.12.

Ich male den Kokosnussmann, der sein Bild auch gleich abends bekommt. Schön, wie er damit rumspringt, als würde er sich im Spiegel betrachten. Und „Ha!- Haha!“ ruft und über beide Backen lacht.

Die deutschen WeihnachtsengelMädels verabschiede ich bei einem Dinner bei meiner Straßenköchin. Sie kriegt heute auch ihr Bild.

Dann laufe ich nochmal eine Runde durch den Park und setze mich zu drei HareKrishnaMönchen. Ella und Moana, zwei süße chineschische Mädchen von 13 und 11 Jahren stellen sich auch dazu. Moana ist sehr still und aufmerksam. Aber Ella stellt einige sehr intelligente Fragen und antwortet auf die des Mönches echt smart. „Warum leiden die Menschen?“ „Wegen ihrer vielen Wünsche. Bist du Buddhist?“ „Nein, wir gehören keiner Religion an. Es ist Yoga.“ Ich zu ihr: „Welcher Religion gehörst du an?“ „Keiner. Aber ich folge allem, was mein Verhalten freundlich macht.“

Das, mit dieser aufrechten Haltung und ihrem unvergleichlichen hübschen aufgeweckten offenen Lächeln.

Dann treffe ich die beiden in einer anderen Ecke des Parkes wieder. Wo sie ihre Beine auf einem der vielen gemauerten Mülleimerhäuschen dehnen. Das mache ich hier auch oft, so geselle ich mich natürlich dazu. Der Vater von Moana ist Begründer und Direktor einer Schule. Die hat in der Nähe von Chiang Mai eine TravelSchule. Keine Ahnung, was das alles bedeutet, aber sie laden mich ein. Ich habe die nächsten drei Tage nichts vor. Ella meint, das wäre eln wenig disappointing, weil die Schule am 30.12. eine Feier ausrichtet. Na gut. 29. auf 30.? (Da ist mein Hostel eh voll gebucht und ich muss für 1 Nacht raus.) Abgemacht. Cool!

Freitag, 27.12.

Mit Matteo aus dem Nachbarzimmer habe ich ein nettes Gespräch beim Kaffee. Habe danach die Vipassana App und seine WhatsApp.

Dann auf zur Immigration office. Der letzte mögliche Tag. Mein Visum läuft am 1.1. aus und Mo, Di, Mi sind Feiertage.
Ich habe mir angewöhnt, immer die gute Seite zu sehen.
So ärgere ich mich nicht wirklich, als ich alles beisammen habe um das Visum zu verlängern. – Aber nicht bezahlen kann, weil ich vergessen habe, mehr Geld ins Portemonaie zu stecken.
Das bedeutet nämlich, dass ich die 2.5km Strecke nun 4 x laufen nuss. Guter Test für die Schule übermorgen (zum ersten mal seit drei Wochen wirklich außer Haus!) und erst recht für die 2 DschungelTage.
Die sind aber schwer zu organisieren, da ein Trek nicht unter 2 Personen startet. Keine Touris, keine Anmeldungen.
Matteo 2 auf dem Balkon zu Mittag.

Kriegshose und gefangen in der Blase mit Buch.

Nachdem ich mein Visum endlich in der Tasche habe, lass ich’s mir auf dem Rückweg bei einer netten Ölmassage gutgehen.

Der Kokosnussmann erkennt mich nicht mit Tuchrock, weißer SchlaberKapuzenbluse (neu) und offenem Haar. Aber ich kann vor seiner Hütte mit drei Männern reden, die auch eine Massageschulung hatten.

Ich google noch andere Schulen. Bockt mich aber nix.

Mit Matteo und Kibb ein nettes Plauderstündchen in der Lounge. Kibb erzählt, dass ihr Bruder, der eigentlich Finanzen studiert hat, ein ParfümYouTubeClip online gestellt hat (weil er Parfüm so liebt) und seitdem von Channel und co angefragt wird. 100000 Klicks und etliche Anrufe. Er ist jetzt der Parfümguru Thailands. Ist erst drei Wochen her.

Ich kann nicht schlafen, weil ich dummerweise aus Spaß gesagt habe, ich mach einen Clip über Whiskey mit MacadamiaNutEis. Jetzt filme ich die halbe Nacht.

Samstag, 28.12.

Heute habe ich nix vor.

Ha, stimmt garnicht! Meine nächsten Tage organisieren nimmt einige Zeit und Nerven in Anspruch, weil ich selbst nicht weiß, was ich will (Bauchmassageschulung, Vipassana?) oder keine Antwort vom Betreiber (Jungletrekking) habe. Deshalb kann ich auch noch nicht den Flug nach Myanmar buchen. Immerhin verschaffe ich mir mal einen Überblick.

Außerdem male ich die beiden lieben chinesischen Mädels, die mich in ihre Travelschule einladen. Mit ihren amerikanischen Namen heißen sie

Ella

und Moana

Danach bin ich richtig müde.

Zum Ausgleich Kokosnuss und etwas Acro im Park. Ausserdem kann ich endlich die lustigen ‚Hanteln‘ anfassen. Man hat die Enden von Metallrohren in Dosen gesteckt und diese mit Zement gefüllt. Die kleinsten Hanteln sind gerade richtig für mich zum Einstieg.

Matteo und ich wollen heute Abend in die Stadt starten zum SaturdayNightMarket.

Ist richtig gut hier. Da in dieser Woche Thaiurlaub ist (Kibb schläft 2 x in meinem Dorm, sie hat ihr Zimmer als private room vermietet), ist es auch proppevoll. Europäische Touris sind immernoch sehr wenige da. Amerikanische schon garnicht. Chinesen bleiben auch weg. Wegen teuer.

Wir sitzen bei Livemusik (ein junger Mann aus Californien spielt recht ordentlich Gitarre und singt dazu. Durch die Zähne, wie Bob Dylan. Taut aber dank unseres Treatments mit der Zeit ein wenig auf.) und futtern uns durchs Angebot.

Matteo und ich können quatschen, wie zwei Wasserfälle, sobald wir uns nur sehen. So wirds ein guter Farewellabend.

 

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