Bangkok

Dienstag, 3.12.

Voll easy auschecken, Geld holen, SimCard kaufen, Bus to downtown, ein netter Mann hilft mir zur nahen Metrostation.

Zum Hostel laufen, dabei erste Straßennudelsuppe probieren. Fertig eingecheckt.

Mittwoch, 4.12.
Morgens deutsche Botschaft, hier bin ich aber falsch. Die schicken mich zur embassy of Myanmar, um mein religious visa zu beantragen.
Durch viel befahrene Straßen und enge Marktgassen schlängele ich mich zum Lumphinipark.
I don’t need more, than a bench in the park
Coffee in the hand
And toilet not far.

Ein paar mal stehe ich auf, hangele mich aber bloß wieder zum nächsten Liegeplatz.

Lumphini Ness

Mir ist so wunderbar laaaangweilig…

Die liebe Palme ’schenkt‘ mir drei Blättchen…

…und ich krieg wieder raus, wie die Heuhüpfer gebastelt werden.

Abends TrockenThaiMassage.
Habe ja gedacht, dass ich voll entspannt bin. Die Dame hat an JEDEM Muskel eine schmerzhafte Stelle gefunden.

Zu ‚Hause‘ krabbeln die vorm Eingang rum. Kommen alle aus einem Loch im Boden. Aber nur so 4cm lang.

Ha, zu langsam, um mit mir durch die Tür zu hopsen.

Donnerstag, 5.12.

Vatertag und Geburtstag vom alten Regenten oder so (RamasIX, ist 2016 verstorben), jedenfalls der Grund, warum ich erst morgen Nachmittag meinen Reisepass abholen gehen kann.

Lauer Morgen, mit um die 20° beklagt man sich hier schon über die Kälte.
Den Tag mal gaaaanz langsam angehen lassen.
Um 11e Ölmassage. Ist deutlich angenehmer, aber auch deutlich teurer.
Ich bin heute noch mehr kreuzfertig und schleiche Schritt um Schritt die about 3km zu meinem neuen Guesthouse, da ich keine weitere Nacht im ersten buchen konnte.
Das Gross der Strecke kenne ich ja schon. Im Vorbeischlendern Lunch, Trockenfrüchte, Zinktabletten (wegen der Dauererkältung), ne kurze Hose mit Elefanten drauf von der Straßenstange.
So macht Einkaufen Spaß. Garnicht suchen.
Ausgedehnte Mittagspause im Hostel. Bizarr: mitten in einer riesigen Stadt und nebenan nervt ein Dauerkrähehahn.
Nebenbei mit Margot per email klarkriegen, dass wir uns in Chiang Mai treffen könnten (oh, 700km!) Und Bus googlen.
Ist alles viel zu kompliziert. Zum Glück weiß es der Hostelmann besser.
Gegenüber in die 77 bis Endstation. Dort einfach in einen der vielen Busse nach ChiangMai steigen. Buchen nicht nötig. Na also.
Mit der Berufsgenossenschaft wegen des Unfalls, der mir vor der Reise passiert ist, noch was klären. Ich bin so froh, dass es mit Skype so leicht ist, zu telefonieren. Da fühle ich mich nicht so aus dem System geworfen.

Zum Abendessen schäle ich mich verschwitzt, müde und schlapp aus dem Bett und schleppe mich ein paar Meter zum nächten Thairestaurant, in dem viele locals sitzen. Ist auch wirklich gut und günstig. Da es gegenüber dem Hindutempel ist, gehe ich da mal rein und schau ein bisschen. Sie weihen Schalen mit Essen. Nebendran steht allerdings auch ein offensichtlich neues und sehr teures Auto, um das ein Riesenritual gemacht wird. Krieg ich alles in meinem kranken Kopf nicht so ganz zusammen und geh wieder.

Von den Massagen hab ich lauter blaue Flecke.

Freitag, 6.12.

Seit ich weiß, dass es Mama nicht gut geht, respektive, noch wesentlich weniger gut, als vor meiner Reise, kränkel ich selbst auch zusehends. Das korreliert allerdings mit der Tatsache, dass ich mich mit den Trekkings in den Bergen ordentlich überhoben habe. Berge sind halt auch übermotivierend für mich. Jedenfalls schleppe ich seit am Annapurna alles rotzte und schniefte, eine Erkältung mit mir rum, die sich jetzt erst ordentlich ausbreiten darf.
Ich schlafe oder liege so oft und lange, wie nur möglich. Und huste mir die ganze Nacht die Seele aus dem Leib wegen dieser scheiß AC. Angeblich 22°. Glaub ich niemals. (Ich bitte den Mann am Counter, sie etwas kleiner zu stellen, der meint nur lapidar, 7 im 8-BettDorm wollen es so. Dabei sind zwei Betten garnicht belegt.) Jedenfalls weht sie direkt in mein Bett und ich habe mich vergangene Nacht mit einer 2. Decke geschützt. Die Hände kann ich kaum gebrauchen. Nicht so schlimm akut entzündet, wie an dem Tag vor Chisapani, aber es ist eine Tortour, die Leiter zu meinem oberen Bett rauf- und runter zu steigen.
Ich habe mir vorgenommen, in Thailand viel zu schwimmen, weil die Muskeln in meinen Armen nochmal mehr, als deutlich abgenommen haben. Damit muss ich aber eh warten, bis die Erkältung vernünftig abgeklungen ist.
So macht es Sinn, dass ich mich mit Margot in Chiang Mai treffe, obwohl ich die 700km in 11h mit einem NightBus fahren muss. Hoffentlich ohne AC (Haha). Immerhin habe ich meine Daunenjacke nicht heimgeschickt.
In ChiangMai soll es nicht so warm sein. Auch das ist gut.

12:00 Uhr check out. Bis dahin im Bett. Dann laaangsam in Richtung Buddhistischer Tempel, 1.7km.

Bloß, um die Stunden rumzubringen, hier ist kein Park. Und bloß langsam bewegen.
An einer Kreuzung quatscht mich ein alter Herr an, nimmt mich an der Hand und will mich zu meinem Ziel führen. Dann erzähle ich, dass ich heute Abend nach ChiangMai fahre und er will unbedingt, dass ich die Karte in einer Touristenagency kaufe. Alles Verbrecher! An der Bushaltestelle! Du schläfst 10 Minuten, der Pass ist weg!…
Die Agency will aber zu viel Geld und der Mann ist beleidigt. Versucht trotzdem nochmal, mir eine Bootstour aufzuquatschen, die ich mit ihm viel billiger bekomme. Ich glaube ihm wohl nicht?
Äh, hat nix mit glauben zu tun. Ich verstehs nicht, muss doch garnicht über den Fluss. Mein Tempel ist ja gleich um die Ecke..
Dann musste eben alleine gehen!

So ne doofe Masche.

Der Tempel,

Die Musik ist zu laut, ebenso die Schüler nebendran. Was gäb ich jetzt für eine Bank in einem ruhigen Park!
So gehe ich zum Fluss, aber der hat nur Access über olle überteuerte Hafenpinten.

Keine Bank.
Zurück zum Tempel, da muss doch…

Nach 2h ‚Ruhen‘ zwischen irrwitzig lautem Geschirrgeklapper und fröhlichem Kleinkindergekreische kommt die Sonne rum und ich bin auch wieder etwas besser beinander. Klo wär jetzt gut. In Japan hatten die Tempelanlagen immer. Da steht ein Mann an einer Kasse oder so. Frag ich den. Der gibt mir einen Affenschlüssel und sagt ‚4‘. Ganz auf der anderen Seite habe ich eine kleine Türenzeile mit Nummern gesehen und vermutet, dass es Mönchzimmerchen sind, weil dahinter lauter curcumagelbe Handtücher und Tücher zum Trocknen hängen.
Waren aber Klos. Vielleicht Mietklos? Der Mann an der Kasse quatscht jedenfalls noch nett mit mir.
Dann mal richtigen Bohnen Kaffe Latte an der Straße. Kommt ein junges Paar auf Motorbike vorbei, der Junge geht in den kleinen Stand, holt drei Bonbons und gibt mir eins.
In der MyanmarBotschaft kommt ein myanmaresischer Mann aus Amerika hinter mir an die Schlange und freut sich riesig, dass ich ihm versichern kann, es sei die richtige. Bis wir dran sind, hab ich seine Visitenkarte. „Kontaktiere mich, wann immer du Probleme in Myanmar hast.“
Dann rufe ich Mama zum Geburtstag an. Die freut sich, dass sie einen Tag nach dem hiesigen verstorbenen König hat. Übrigens hat der so about 60 Jahre regiert und wurde nach Aussage des Hostelmannes sehr geliebt. Ganz im Gegensatz zu seinem Sohn, der in barockes Gold gerahmt an jeder Ecke in Überlebensgröße hängt. Hier mal ganz schlicht ohne Barock, aber mit Lotus:

Der soll ein Gigolo sein mit vielen Frauen und noch mehr Kindern und außerdem verantwortlich für die Überteuerung in den letzten Jahren. Das mag hier keiner. Und der Hostelmann meint, das bekomme er auch dieses Jahr schon zu spüren, weil sein Hostel nicht dauernd ausgebucht ist, wie sonst. Ich hätts aber gut, weil die Übernachtungen daher viel billiger seien.
Im Hostel hole ich nämlich meine dicke Tasche ab und packe für die Busfahrt um. Ich brauche unbedingt die Daunenjacke und die Nachtmedi.
Der Betreiber kommt raus und ist supernett zu mir. Gibt mir noch paar Tips. Ob er vermeiden möchte, dass ich ne blöde Bewertung wegen der AC schreibe? Egal.
Ich erzähle ihm die nette Story mit dem ausgefuchsten Mittsiebziger. Da wird er richtig theathralisch und erzählt mir mit ganzem Körpereinsatz, dass das hier Masche ist und schon etliche andere Mädels Geschichten, wie diese zu erzählen hatten. Ach, nee.

Erst nochmal in der gleichen Thaipinte, wie gestern zu Abend essen und los.
Dann: der rote Bus 77 soll angeblich falsch sein. Ich soll umsteigen in den blauen Bus 77. Die schmeißen mich auch sofort wieder raus und schicken mich zur Metro. Dort habe ich am Schalter eine elend lange Diskussion mit drei Schalterbeamten und einem Passanten.
Na, fahre ich eben Metro mit Umsteigen und vermeide den abendlichen Traffic jam. Danach soll ich den Bus A1 nehmen.
Der schmeißt mich auch sofort wieder raus: nee Bus 3 oder 77 bis zur Endstation.
Kommt mir irgendwie bekannt vor.
Ich soll zur letzten Halte zurücklaufen.
An der Halte sitzt ein älterer Herr, der meine neuerliche Fragerei mitbekommt und meint lapidar, da müsse er auch hin, ich solle ihm mal bloß folgen.
Er bezahlt mir den Bus und besteht darauf, während wir auf den Überlandbus warten (er fährt aber mit einem anderen, der ist mir zu spät), herauszufinden, mir aufzuschreiben und dann zu erklären, wie ich am nächsten Morgen vom Terminal zu meinem Hostel komme.
Weil nämlich ihm schon soooo viiieel geholfen wurde, dass er mir mal was Gutes tun will.
Prima!

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