Travelschule

Sonntag, 29.12.

Zu 9e bin ich mit den Mädels im Park verabredet, wo sie mich abholen wollen. Matteo und ich können aber noch schön Tschüß sagen und uns versprechen, dass wir uns über unsere Reise auf dem Laufenden halten. Ich interessiere mich sehr für seine Idee, für 1 Monat in die Berge zu gehen, um den dort ansässigen Karen (Bergvolk) bei der Arbeit zu helfen. Sie haben nette Ideen, Nutzpflanzen auf naturverträgliche Weise anzubauen.

In der Schule werde ich echt überrascht. Ich bekomme eine Königssuite

und Ella macht mir lecker Essen.

Dananch kriege ich einen spontanen Müdigkeitsflash. Das nette Zimmer machts mir leicht. Später fahren wir zu einem LocalMarket. Während die anderen ernsthaft für unseren HotPot und das morgige feierliche DumplingGelage einkaufen, zeigt Ella mir, was schmeckt und was nicht. Beziehungsweise, was es überhaupt ist. Ich probiere mich durch, bis ich einen ReisballBauch habe.

Bambusreis, leicht süß,

und ein BlaubeerReisbällchen.

Das Kokosdessert lasse ich mir für morgen. Ella spricht auch fließend Thai und nutzt fleißig ihre Sprachkenntnisse. Oder besser: wendet sie locker und selbstverständlich an.

Nach dem HotPot zeigen die Mädels mir das offiziele Schulvideo. Das ist interssant, da sie semesterweise lernen. Beispielsweise 4 Monate nur English oder ab 14 auch nur Mathe…jeweils im Superintensivkurs. Ella macht gerade Thai.

Vom Schulbetrieb selbst kriege ich aber leider nichts mit, weil Feiertage sind. Bevor ich kam, gab es eine einwöchige Schulung für die Eltern. Ich höre auch von der älteren Tochter des Direktors, dass die Schulkinder nach der Gesinnung der Eltern ausgesucht werden. Man ist hier sehr stolz auf die vergleichbar sauguten Leistungen der Schüler, ihr selbstbewusstes Auftreten und auch darauf, das Schüler schon mit 17 wiederum Lehrer von jüngeren Klassen sind.

Wenn ich Ella und die anderen fröhlichen Mädels sehe (sind grad keine Jungs da), denke ich, dass das ganze Programm tatsächlich die jungen Seelen der Kids auf gute Weise unterstützt.

Während es wie aus Eimern schüttet, finde ich leicht in einen tiefen Schlaaaf.

Montag, 30.12.

Morgenspaziergang alleine.

Ab 10e große DumplingHerstellungsParty

mit anschließendem Fressfest.

Danach falle ich spontan für Stunden ins FootKoma.

Um wieder etwas zu mir zu kommen, mache ich einen weiteren kleinen Spaziergang ins ‚Dorf‘, oder besser, in etwas belebtere Straßen. Ich habe noch keinen Dorfkern oder so gesehen.

Um 18:00 gehen wir rüber zum Festplatz. Die 100 Schälchen mit je drei chinesischen Dumplings auf Bananenblatt, verziert mit Cherrytomaten, werden gefahren.

Alle sind sehr schön angezogen.

Bald gehen die Vorstellungen auf der großen Bühne los. Die übertrieben dicken Lautsprecher tun ihrem Namen alle Ehre.

Zuerst treten die Lahu (eines der vielen Bergvölker) mit ihren wunderschönen Trachten auf.

Wenig später ‚meine‘ lieben Mädels mit ThaiChiTanz.

Ella und Moana zeigen einen wunderschönen Hochzeitstanz und werfen am Schluss Bonbons in die Menge. Das war keine ganz selbstlose Idee. Schließlich mussten sie vorher die Qualität prüfen.

Gleich danach bin ich dran. Die ganze Schule ist sehr darauf aus, das Selbstvertrauen der Schüler zu fördern. Was ihr offenbar auch gelingt. Also versuche ichs auch mal. Und führe mich (gefühlt) auf, wie eine Diva (schlechtes Gewissen nach dem Motto, don’t overestimate yourself). Macht aber auch SPASS. Das ist ja wichtiger.

Dann genießen wir so viel, wie wir können, von dem Essen, das die anderen mitgebracht haben. Was für eine tolle Idee: Share Food Celebration!

Dienstag, 31.12.

Meinen Morgenspaziergang fange ich diesmal in die neue Richtung an: zum Festplatz. Über die Brücke… und dahinter sollen ein paar Cafes oder Restaurants sein. Sieht aber alles zu aus. Beim Nachfragen werde ich zur anderen Seite des Dorfes geschickt.

Oh, so ein schönes Cafe! Eine Oase.

Dieses Mädel liebt ihren Hund über alles.

Alleine heute macht sie mindestens 20 Fotos von ‚ihr‘. Und sie hat sie schon 12 Jahre.

Wir kommen prima ins Gespräch. Außerdem ist sie die „Schwester“ der Wirtin Waew.

Der Kaffee ist auch super. Zu schade, dass morgen zu ist.

Während meiner lazy Mittagspause fällt mir siedend heiß ein, dass ich meinen lieben Mädels echt ein Geschenk machen möchte. Also zurück zum Cafe. Waew hat eine prima rosane Papiertüte, aber nur 4 von den lecker lecker selbstgemachten Energybars. Spontan schickt sie ihren Bruder, mich mit dem Mofa zum nächsten Supermarkt und local market zu fahren. Ich freue mich riesig, dass alles einfach wird, wenn die Leute so freundlich sind.

So komme ich easy zu einer vollen Tüte LearningFood für die Kids und zu dem Genuss einer weiteren Tasse richtigen Kaffees. Waew erzählt mir, dass sie Kochkurse für Kindergruppen gibt und zeigt mir Bilder von süßen Hopsern, die konzentriert im Teig matschen.

Zum Schluss mag ich ihr ein klein wenig Trinkgeld geben, aber sie schaut mich nur irritiert an. „Na, als kleines Symbol, dass ich dankbar bin für alles, was ihr für mich getan habt.“

Als ich mich konsequent weigere, das Wechselgeld anzunehmen, hüpft sie zu einem Regal um die Ecke und zaubert ein kleines Fläschen mit Pflanzenstückchen eingelegt in etwas Öl hervor: „Rieche dran, wenn du fühlst, dass eine Erkältung im Anmarsch ist.“

Herzlicher Abschied

Sylverster selbst wird wie bei uns innerhalb der Familien gefeiert. Meine chinesischen Mädels feiern garnicht, schließlich haben sie erst im Februar Jahreswechsel. Ich bin auch noch superzufrieden von gestern und will früh ins Bett.

Da weht aber von draußen ein immer aufgeregter anmutender Geräuschcoctail in mein Schlafzimmer.

Ich widerstehe zunächst aus lauter Faulheit und weil ich mir denke, ‚was soll ich schon sehen?‘

23:15 reißt es mich dann doch für einen Sylvesterspaziergang aus den Federn. Diese Erlebnisse habe ich in lediglich einer guten Stunde eingeheimst:

– Das Tor ist abgeschlossen, die Mauer ums Grundstück ca. 3 m hoch.

– Ha, das Gartentörchen und die Einfahrt zum Nutzgarten sind noch auf. Was aber, wenn die Gärtner die Tore schließen, bevor ich zurück bin? Ich klopfe mal an der Tür der Gärnterhütte.

– Oh Schock, da sitzt ein junger Mann im Schneidersitz. Ich denke erst, der ist nackt. Puh, hat aber eine hautfarbene Shorts an. Weil er kein englisch versteht, ruft er einen riesigen dicken BabyMann. Der versteht schon nach einer Weile, muss aber Mama fragen. Nu wird die auch noch geweckt. Mann, mann, mann, tut mir alles so leid. Ok, die Tore dürfen aufbleiben.

– Draußen auf der Straße ist

– NICHTS

– Ich mache mich auf in Richtung Festzelt und plane einen Rundweg durchs Dorf.

– Eine der berühmten Laternen am Himmel lässt meinen Blick folgen und prompt sehe ich eine laaaange Sternschnuppe

– Die ersten Menschen: 5 Männer, 1 Frau. Sie halbnackt, tanzt auf dem Auto. Die Musik ist laut für 5000. Unfotografierbar peinlich. Ich muss mir einen Ruck geben, zurückgehen, winken, „HappyNewYear“ durch den Krach hindurch schreien und mit übertriebenen Gesten fragen, ob ich die bizarre Szene fotografieren darf.

– Danach wieder Leere und Dunkelheit. Sternschnuppe 2

– 1000 Frösche und 1000000 Grillen sind auf der anderen Seite meines ländlichen Rundweges tatsächlich lauter, als die Jungs.

– 1 junger Mann fragt mich, ob er mich auf seinem Mofa mitnehmen darf?

– 1 junges Paar fährt mir auf der einsamen Straße hinterher und fragt, ob ich Hilfe brauche?

1.1.🌟 ✨🎆✨🌟

– Um Mitternacht herum bin ich im Dorf und sehe mindestens 20 Raketen und lauter fliegende Laternen, außerdem eine handvoll Leute, denen ich ein frohes Neues wünschen kann.

Mit diesen Laternen wurden seit Wochen viele Häuser geschmückt. Hier ein Tor auf meinem Weg

– Zum krönenden Abschluss fliegt im dunklen, dunklen Wald ein einzelnes Glühwürmchen.

Überaus zufrieden starte ich das neuegeborene Jahrzehnt mit einem guten langen Schlaaaf.

Am Morgen bin ich so froh, dass ich ein Geschenk in der Hand habe. Da bekomme ich, obwohl ich schon die drei Tage durchgefüttert wurde, eine pralle Obsttüte und die Zutaten für die Suppe vom HotPot.

Ella möchte wissen, wie die Grashüpfer geknüpft werden.

Und danach falten Yuki und Ella mit mir den kleinen Drachen. Das macht so Spaß: einmal zeigen, schon kapiert und umgesetzt.

Großer Abschied:

Modesty fährt mich nach Chiang Mai. Nicht ohne mich einzuladen, wenn ich wieder mal nach Chiang Mai oder Kunming komme. „Du kannst Urlaub in unserer Schule machen und Lehrer sein.“

Im Park möchte ich erstmal bei einer Tasse Kaffee zu mir kommen. Stattdessen komme ich intensiv mit einem holländischen älteren (endlich!) Ehepaar ins Gespräch.

Wieder ‚zu Hause‘ bin ich wirklich bisschen traurig. Die Mädels waren so lebhaft.

Abends im Park zur Kokosnuss, empfiehlt mir einer der AcroYogis das Massagehaus im Wat (Tempel) Pan Whaen. Ich genehmige mir dort eine superschöne (was für ein Unterschied zu der in Bangkok!) und zudem günstige (in einem großen offenen Raum mit bestimmt 16 Matratzen) ThaiMassage.

Chiang Mai oder ein krankes Huhn findet auch mal ein Körnchen vom Glūck

Samstag, 7.12.

Irgendwann mitten in der Nacht werden wir von einen hässlichen Geräusch ‚geweckt‘. Wenn man den bodenlosen Schwebezustand, in den ich endlich gefallen war, ‚Schlaf‘ nennen möchte. Dann ein klimpern. Ein weiteres Ächzen beim nächsten Huppel, klimpern, wegrollen… Bus hält mitten auf dem Highway an.

Schon klar, was jetzt passiert: wir warten stundenlang auf einen anderen Bus.

Mein Sitznachbar gesellt sich wieder zu mir. Ich in Daunenjacke, Buff und Kapuze über den Ohren und dauernd an meiner dünnen Busdecke zupfend, damit ja kein Lüftchen der AC zu mir durchdringt. Der Mann, recht cool, faltet nichtmal seine Decke auseinander.

Irgendwann wache ich wieder auf und er ist weg. Seine gefaltete Decke liegt auf meinem Körper. Nett.

Endlich Endstation. Ein junger Amerikaner zeigt mir, wo um die Ecke die Busse zur City starten. Gibts aber nur wenige. Schließlich werde ich von drei jungen Leuten ins ShareTaxi eingeladen. Sie wollen nicht mal, dass ich bezahle. Cool, jetzt direkt vor der Hosteltüre.

Keiner da, aber eine Nr zum Whatsappen. Da kommt sie voll verpennt runter. Ca. 10:00. Dafür kann ich früh einchecken und schlafe erstmal aus. Voll kalt unter dem riesigen dünnen Handtuch, das sie Decke nennen. Ich bestelle gleich noch eins.

Ich habe schon ein bisschen Bammel, dass auch zwei von den Handtüchern nicht reichen werden. Auf der anderen Seite ist es ein KapsuleDorm mit einem dicken Vorhang. So eine Sargkapsel kriegt man ja ganz anders warm.

Am Abend kommen noch so 5 weitere junge Gäste in den Dorm.

Sonntag, 8.12.

Mitten in der Nacht wache ich auf, kalt bis in die Knochen. Shit! Nach und nach ziehe ich alles über den Pyjama, was ich habe: Jacke, Dauenenjacke, Hosen, dicke Socken…

Rührt sich nix! Komisch: soo kalt ist es doch garnicht…

…schließlich dämmert mir, wenn ich endlich warm werden sollte, bekomme ich Fieber.

Genauso ist es auch. Und zwar gleich 39,5. Ups, zwei Paracetamol hinterher. Da bin ich sonst nicht so schnell mit. 2h später hab ich 40,3. Was, wie ich finde, Anlass zu gelinder Panik ist. Die verschlafene Hosteldame meint auf meine WhatsApp Anfrage bloß per WA, ich müsste halt zur Apotheke. Hm. Sonntag. Es haben aber tatsächlich welche offen und eine ist auch anrufbar. Nach der Beratung habe ich das Gefühl, ich komme erstmal mit meiner Reiseapotheke klar. Ansonsten könnte ich abends nochmal anrufen.

Das Fieber ist mittags bald unten, aber nach irgendwohin laufen fühle ich mich noch ganz und garnicht.

Margot, die heute Abend eintrudeln wird, bekommt eine TutMirLeid-Email.

Dann setzt sie sich zu mir, wir unterhalten uns und sie holt mir auch was zu essen.

Montag, 9.12.

Während Margot einen Stadtbummel macht, um ein besseres Hotel auszukundschaften (sie hat im Doppelzimmer geschlafen, das ich für uns gebucht hatte, aber ich blieb im Dorm, diese Nacht alleine, so hab ich sie nicht mit Hustensalven gestört. Aber Margot fand, das Bad riecht schimmlig…), kriege ich spontan einen Motivationsschub und tapere mach kurzem Anruf zum nahegelegenen Allgemein- und KinderKrankenhaus.

So ein lieber Arzt! Ich darf mich zur Diagnose auf eine Behandlungsliege legen, die mit lustigen Tiermotiven bedruckt ist. Über mir Babymobile. Dazu diese liebe ruhige Stimme des Arztes. Klar bin ich da schon fast gesund!

Er meint, aus einer Grippe hätten sich Bronchitis und Lungenentzündung entwickelt und gibt mir Antibiotika und was zum Abhusten. Sein Anteil der Rechnung: 200Baht (=6€).

Margot kommt wieder und macht den ziemlich strikten ‚Vorschlag‘:

„Das Haus, das ich angeschaut hab, hat einen wunderbaren Balkon, ist sauber und nett. Komm raus aus dem Geisterhotel. Ich spendiere dir zwei Nächte!“

Meine Tage sind unterteilt in
1. Oh, nee, jetzt noch nicht
2. Aber dann doch irgendwann aufstehen für FS
3. Sofort wieder ins Bett
4. 1-3 wiederholen sich jeweils für Lunch…
5. Ups, schon dunkel, das ging aber wieder schnell.
6. …und Dinner
7. Ups, oh, so müde…

Irgendwann kann ich mal zum 200m entfernten Park. Ich bin so geflasht vom ersten Lächeln außerhalb des Hotels, dass der Kokosnussmann sich fürs Foto aufstellen muss.

Den AcroYogaLeuten kann ich leider nur zuschauen.

Und ich gewöhne mir an, an fast jedem späten Nachmittag für 1Kokosnuss zum Park zu gehen.

Margot ist für ein paar Tage in Chiang Rai. Aber wir sind nicht mehr allein im Hotel, es ist immer mal wieder wer zum Quatschen da.

Ab dem Zeitpunkt, an dem ich den Obstmarkt – am Stadtgraben entlang –

erreichen kann, gibt es morgens Obstparty, bald auch wieder mit Peanutbutter und Datteln (aus dem weit entfernten Supermarkt) zum Mästen.

In den ersten Tagen war das Klima in ChiangMai superoptimal. 26° 🌞🌞🌞tagsüber, in der Nacht 10-14°.

Nun sinds schon länger etwas drückende 32°/17°.🌞🌞🌞 Und genauso wirds auch die nächsten 2 Wochen bleiben.

Kein Grund, zu klagen. Da liege ich mehr draußen auf dem Balkon…

…zur Not mit nem nassen HotSpringHandtuch auf dem Kopf.

Donnerstag, 19.12.

Mein Novaminsulfon geht alle. Und es ist das einzige Schmerzmittel, das etwas hilft. Meine immunsupprimierenden Rheumamedis darf ich ja nicht nehmen, solange ich noch nicht wieder auf dem Damm bin. Cortison wär auch keine Option. Das macht hyperaktiv und ich soll noch schön viel ruhen.

Also schreibe ich erstmal eine message nach Myanmar, dass ich das Volunteering verschieben muss. Sind ja nur noch zwei Wochen und ich bin weiterhin schlappi.

Dann rufe ich beim Arzt an.

Ich kann am Nachmittag vorbeikommen, aber er kann mir nicht weiterhelfen, denn Novalgin gibt es in Thailand nicht. Und er gibt mir die Kontaktdaten der Uniklinik, um einen Rheumatologen zu sehen.

Von dem einen Arztbesuch bin ich schon völlig fertig, obwohl ich mit dem Taxi die zwei km gefahren bin. So rufe ich nur in der Klinik an. Ja, ich kann morgen früh um 7 kommen.

Am Abend meldet sich Silvan überraschend. Vor drei Tagen hatte ich spontan einen tollen Gesprächstag auf dem Balkon mit ihm. Bei der Verabschiedung hatte er mich gefragt, ob er mir eine Bauchmassage geben dürfe, er habe aber nicht viel Übung…

Ich habe nicht mehr dran geglaubt und nun klappt es doch noch.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe. Ich bin Berührungen am Bauch wirklich nicht so gewöhnt. Und das, was die ThaiMassageDame in Bangkok mit mir machte (bei der Ölmassage war auch eine kurze Bauchmassage dabei), war alles andere, als angenehm. Auf jeden Fall bin ich nun völlig überrascht.

Silvan hat diese MassageZauberhände. Plus, ich empfinde ihn als außergewöhnlich empathisch. So bin ich sehr schnell im Zustand einer sehr tiefen Entspannung.

Ich bin überzeugt, dass diese Massage meine Heilung einläutet.

Freitag, 20.12.

Das glauben die ja selbst nicht, dass ich so früh aufstehe! Ich bin froh, wenn ich morgens schlafe. So, nun erstmal gutes MästeFS.

Um 9e schlag ich in der UniKlinik auf. Selbstgelaufen!

Nach dem komplexen Anmeldeprocedere soll ich bis 11e warten um mich sodann ins Wartezimmer zu begeben…

Ich will ja nur Schmerzmittel. Aber nun bin ich in der kompletten Maschinerie gefangen. Inhalation, Röntgenthorax, Blutbild, das alles im Rollstuhl! Irgendwer hatte die Idee (äh, ich kann laufen. Halt langsam…), Kaddi muss folgen. Das bedeutet auch, dass ich dauernd irgendwo rumstehe und warte, bis mich mal jemand zum Weiterschieben abholt. Auf Klo traue ich mich deshalb die ganze Zeit nicht.

Als ich nach der Blutentnahme ewig lange sinnlos rumstehe und zuschaue, wie die gesamte Belegschaft in den Feierabend schlendert, wirds mir doch zu bunt.

Ich schlappe hoch ins nun verwaiste Wartezimmer. Nee, da is niemand mehr. Ich bekomme aber ne Zimmernummer, wo eine Abendärztin ‚auf mich wartet‘.

Anmelden, Ärztin, Rezept kriegen, zur Kasse gehen, hauseigene Apotheke. Für jeden Vorgang muss ich nochmals gefühlt stundenlang warten.

Um 17:30 spuckt mich das System unversehens wieder aus. Rucksack voller Medis. Und gerade rechtzeitig, um zum Dinner zu meiner Straßenküche zu laufen.

Und, oh, es ist noch schön warm draußen, hmmm.

Margot schenkt mir einen Haufen ihrer Klamotten und Thailand und Myanmar lonely planet.

Samstag, 21.12.

Heute, nach dem Mediwechsel (ich darf mein Rheumabasismedikament wieder nehmen, da Lunge ok), gehts mir relativ prächtig. Ich male Nakuls zweites Portrait fertig und eins von Margot, als Abschiedsgeschenk. Dann gehe ich zum Park, futtere meine Kokosnuss, zeige einem jungen Paar (beide haben eine Ukulele, er bringt ihr das Spielen bei) ‚catch and release‘. Und lerne einen vielredenden (mehr, als ich 😳), aber doch recht netten Holländer kennen.

Bevor ich zun Dinner…

…laufen kann, brauche ich erstmal eine gute Pause auf dem Balkon liegend. Danach auch.

Sonntag, 22.12.

Abschied von Margot.

Die Wirtin holt am Flughafen zur gleichen Zeit ihren Vater ab.

Gäste sind keine im Haus.

Plötzlich ist es ganz still hier.

Habe ich jetzt einen Einsamkeitsflash oder bin ich heute wirklich wieder so schlapp und müde?

Wie auch immer. Ich verbringe fast den ganzen Tag im Bett und schlafe viel. Zum nachmittäglichen Parkspaziergang muss ich mich kompliziert aus dem Bett pulen, obwohl ich mich auf ein neuerliches Treffen mit dem Holländer freue.

Aber der kommt dann garnicht. Ich bin den ganzen Tag eh so frustriert (zum ersten Mal. Ich werde langsam ungeduldig), dass das geplatzte Treffen meiner Laune keinen weiteren Abbruch tun kann.

Zum Dinner muss ich woanders hin, weil meine Lieblingsköchin vier Tage frei abgekündigt hat. Sie wird ihre Mutter ins Krankenhaus bringen.

Das Essen ist viel zu scharf, der Mangosmoothy zu eisig und zu süß…

Völlig erschlagen ins Bett.

Montag, 23.12.

Heute ist wieder ein guter Tag.

Nach dem Mastfutter male ich die liebe DinnerKöchin.

Außerdem kriege ich raus, wo ich hingehen muss, um mein Visum zu verlängern. Das verschiebe ich aber auf Freitag.

Dann realisiere ich, dass ich allein im Haus bin und mich fit genug fühle. Die Matratzen der beiden unteren Betten, (also auch meine,) sind bretthart (auaaua), aber eine Matratze der oberen Betten ist schön weich. Heute soll es also sein. Ich krämpele meine nicht vorhandenen Ärmel hoch und mache heimlichen Tausch. Meine Matratze ist nicht nur bretthart, sondern auch sauschwer. Und hakt furchtbar in der Kurve um die Leiter. Endlich finde ich einen Weg, den Bleiklotz ohne allzu brutale Schmerzen aufs obere Bett zu wuchten. Bettbezüge wieder drüber und…

Ahhhh!

Hm. Vielleicht bisschen ZU weich. Mal sehn.

Nach dem lecker grünen Curry beim Nachbarn habe ich noch genug Kraft über, um auch Nakuls Frau zu malen.

Und im Park treffe ich den netten Holländer zufällig wieder. Das anschließende Plauderstündchen ist ein prima Tagesabschluss.

Dienstag  24.12.

Am Morgen hab ich so eine typische Kaddieingebung, und gehe spontan auf den Obstmarkt. Ich weiß, dass sie da auch die kleinen Kerzen in Tonschälchen verkaufen, von denen ich am Stadtgraben so viele gesehen habe.

Einen ganzen Beutel (50 Stck?) besorge ich mir davon für kleines Geld. Die Idee dazu: abends im Park Lichter verteilen. Mich das trauen und eventuell ein paar Sätze mit Leuten schnacken. Da wär ich nicht so alleine. Ich habe das starke Gefühl, das kann nett werden, aber ebensogut auch furchtbar in die Hose gehen. Wenn ich plötzlich ganz klein werde mit Hut oder so. Was solls.

Auf dem Rückweg probiere ich den neuen Mittagessenstand vor dem Park aus. Ein netter Student (der weiterhin für mich und den Koch übersezt) fragt mich skeptisch, ob ich Thai (=scharf!) essen kann. Sicherheitshalber bestelle ich mir gleich die Nachspeise mit Banaen im Kokosnussreismantel und eingewickelt in Blatt dazu. Schmeckt aber alles richtig erhebend supi.

Jetzt ist halb 12 und ich soll für die Bauchmassage, die ich mir zu Weihnachten gönne, nix mehr essen.

Bevor ich dahin, durch die ganze Stadt, tapere, treffe ich Kelly nochmal im Hostel wieder. Sie kam gerade von 5 Tagen VipassanaMeditation und ich sehe ihrem Gesicht an, dass sie es wunderbar, ja sogar beglückend fand.

Erst klappt das Laufen richtig gut. Aber auf den letzten Metern (ca. 2km dahin) deutlicher Leistungseinbruch. Dann die Enttäuschung.

„How can I help you?“ Da hat sie meinen Termin verbaselt. Ob ich morgen wiederkommen könnte. Nagut, um 11.

Dafür kaufe ich auf der Rücktour den leckersten Bananenkuchen ever und ein nices gebatiktes Top.

Endlich wieder zurück und von der Nachmittagsglut halb zerflossen, treffe ich auf dem Balkon zwei liebe Mädels aus Nürrrnberrrrch an. Nadine und Sabrina.

Sofort kommen sie mit zum Park und machen gleich beim AcroYoga mit, während ich meine daily Coconut besorge. Ich verziehe mich ein wenig, denke, sie wollen eventuell unter sich sein. Aber ich fühle mich spontan wieder toteinsam. Franziskus der Holländer ist auch nirgends zu sehen.

Dann gebe ich mir einen Ruck, gehe zu den Mädels, zeige ihnen nun die kleinen Basicübungen, die ich kenne. Und wir haben schön Spaß.

„Ich will nachher paar Kerzen verteilen, wollt ihr mitmachen?“ „Oh, süße Idee, klar!“

„I’d like to share a light with you!“

Witzig, die meisten schauen erst skeptisch. Was wollen die, soll ich was kaufen, soll ich mir irgendeine politische oder religiöse Meinung anhören…?

Wenn sie dann verstehen, dass wir einfach nur Kerzchen und damit ein wenig Liebeslicht verteilen wollen, dann leuchten ihre Gesichter im Kerzenschein wunderbar auf.

„Oh, habt ihr diese junge Frau gesehen, sie hat bevor sie dann ging ganz besonders gestrahlt!“

Ausgerechnet sie kommt einige Minuten später nochmal auf uns zu. Mit drei geschälten Trinkkokosnüssen.

„Ich habe heute die Diagnose Mayor Depression bekommen. Und da kommt ihr mit dem Licht…“ Und aus ihren strahlendes hübschen Augen kullern nun dicke Tränen. Da müssen wir sie, diese süße Maus, ganz lieb in die Arme nehmen.

Ein netter holländischer Opa fotografiert die drei Weihnachstengel.

Mittwoch, 25.12.

Nun ist Nadine krank. Sabrina fährt alleine auf die gebuchte ElephantenTagestour. Sie beinhaltet einen Besuch in der „Wir machen schönes Papier aus Elephantenscheiße“ Fabrik.

„Bleichen die das dann irgendwie, ist das Papier weiß?“ „Nee, so cremefarben.“

Nun muss ich erstmal los zur Massage. Auaaua. Wenn Schmerzen ein Zeichen davon sind, dass etwas heilen wird, dann ist diese Massage wesentlich besser, als Silvans. Aber seine war göttlich. Ihre ist eher ein Höllenritt. Dabei waren beide Schüler derselben thailändischen Lehrerin.

Ich bin einfach nur froh, als sie endlich ihre Hände von mir nimmt und muss dann wegen der überstandenen Daueranspannung fürchterlich – na?

– weinen.

Allerdings überlege ich mir ernsthaft, ob ich noch die Schulung zur Massage machen soll. Grundsätzlich finde ich AbdominalMassage nämlich superinteressant. Schon weil die Organe ihr eigenes Nervensystem haben und vor allem, weil im Darm ein wichtiges Regulativ des Immunsystems liegt.

Donnerstag, 26.12.

Ich male den Kokosnussmann, der sein Bild auch gleich abends bekommt. Schön, wie er damit rumspringt, als würde er sich im Spiegel betrachten. Und „Ha!- Haha!“ ruft und über beide Backen lacht.

Die deutschen WeihnachtsengelMädels verabschiede ich bei einem Dinner bei meiner Straßenköchin. Sie kriegt heute auch ihr Bild.

Dann laufe ich nochmal eine Runde durch den Park und setze mich zu drei HareKrishnaMönchen. Ella und Moana, zwei süße chineschische Mädchen von 13 und 11 Jahren stellen sich auch dazu. Moana ist sehr still und aufmerksam. Aber Ella stellt einige sehr intelligente Fragen und antwortet auf die des Mönches echt smart. „Warum leiden die Menschen?“ „Wegen ihrer vielen Wünsche. Bist du Buddhist?“ „Nein, wir gehören keiner Religion an. Es ist Yoga.“ Ich zu ihr: „Welcher Religion gehörst du an?“ „Keiner. Aber ich folge allem, was mein Verhalten freundlich macht.“

Das, mit dieser aufrechten Haltung und ihrem unvergleichlichen hübschen aufgeweckten offenen Lächeln.

Dann treffe ich die beiden in einer anderen Ecke des Parkes wieder. Wo sie ihre Beine auf einem der vielen gemauerten Mülleimerhäuschen dehnen. Das mache ich hier auch oft, so geselle ich mich natürlich dazu. Der Vater von Moana ist Begründer und Direktor einer Schule. Die hat in der Nähe von Chiang Mai eine TravelSchule. Keine Ahnung, was das alles bedeutet, aber sie laden mich ein. Ich habe die nächsten drei Tage nichts vor. Ella meint, das wäre eln wenig disappointing, weil die Schule am 30.12. eine Feier ausrichtet. Na gut. 29. auf 30.? (Da ist mein Hostel eh voll gebucht und ich muss für 1 Nacht raus.) Abgemacht. Cool!

Freitag, 27.12.

Mit Matteo aus dem Nachbarzimmer habe ich ein nettes Gespräch beim Kaffee. Habe danach die Vipassana App und seine WhatsApp.

Dann auf zur Immigration office. Der letzte mögliche Tag. Mein Visum läuft am 1.1. aus und Mo, Di, Mi sind Feiertage.
Ich habe mir angewöhnt, immer die gute Seite zu sehen.
So ärgere ich mich nicht wirklich, als ich alles beisammen habe um das Visum zu verlängern. – Aber nicht bezahlen kann, weil ich vergessen habe, mehr Geld ins Portemonaie zu stecken.
Das bedeutet nämlich, dass ich die 2.5km Strecke nun 4 x laufen nuss. Guter Test für die Schule übermorgen (zum ersten mal seit drei Wochen wirklich außer Haus!) und erst recht für die 2 DschungelTage.
Die sind aber schwer zu organisieren, da ein Trek nicht unter 2 Personen startet. Keine Touris, keine Anmeldungen.
Matteo 2 auf dem Balkon zu Mittag.

Kriegshose und gefangen in der Blase mit Buch.

Nachdem ich mein Visum endlich in der Tasche habe, lass ich’s mir auf dem Rückweg bei einer netten Ölmassage gutgehen.

Der Kokosnussmann erkennt mich nicht mit Tuchrock, weißer SchlaberKapuzenbluse (neu) und offenem Haar. Aber ich kann vor seiner Hütte mit drei Männern reden, die auch eine Massageschulung hatten.

Ich google noch andere Schulen. Bockt mich aber nix.

Mit Matteo und Kibb ein nettes Plauderstündchen in der Lounge. Kibb erzählt, dass ihr Bruder, der eigentlich Finanzen studiert hat, ein ParfümYouTubeClip online gestellt hat (weil er Parfüm so liebt) und seitdem von Channel und co angefragt wird. 100000 Klicks und etliche Anrufe. Er ist jetzt der Parfümguru Thailands. Ist erst drei Wochen her.

Ich kann nicht schlafen, weil ich dummerweise aus Spaß gesagt habe, ich mach einen Clip über Whiskey mit MacadamiaNutEis. Jetzt filme ich die halbe Nacht.

Samstag, 28.12.

Heute habe ich nix vor.

Ha, stimmt garnicht! Meine nächsten Tage organisieren nimmt einige Zeit und Nerven in Anspruch, weil ich selbst nicht weiß, was ich will (Bauchmassageschulung, Vipassana?) oder keine Antwort vom Betreiber (Jungletrekking) habe. Deshalb kann ich auch noch nicht den Flug nach Myanmar buchen. Immerhin verschaffe ich mir mal einen Überblick.

Außerdem male ich die beiden lieben chinesischen Mädels, die mich in ihre Travelschule einladen. Mit ihren amerikanischen Namen heißen sie

Ella

und Moana

Danach bin ich richtig müde.

Zum Ausgleich Kokosnuss und etwas Acro im Park. Ausserdem kann ich endlich die lustigen ‚Hanteln‘ anfassen. Man hat die Enden von Metallrohren in Dosen gesteckt und diese mit Zement gefüllt. Die kleinsten Hanteln sind gerade richtig für mich zum Einstieg.

Matteo und ich wollen heute Abend in die Stadt starten zum SaturdayNightMarket.

Ist richtig gut hier. Da in dieser Woche Thaiurlaub ist (Kibb schläft 2 x in meinem Dorm, sie hat ihr Zimmer als private room vermietet), ist es auch proppevoll. Europäische Touris sind immernoch sehr wenige da. Amerikanische schon garnicht. Chinesen bleiben auch weg. Wegen teuer.

Wir sitzen bei Livemusik (ein junger Mann aus Californien spielt recht ordentlich Gitarre und singt dazu. Durch die Zähne, wie Bob Dylan. Taut aber dank unseres Treatments mit der Zeit ein wenig auf.) und futtern uns durchs Angebot.

Matteo und ich können quatschen, wie zwei Wasserfälle, sobald wir uns nur sehen. So wirds ein guter Farewellabend.

 

Bangkok

Dienstag, 3.12.

Voll easy auschecken, Geld holen, SimCard kaufen, Bus to downtown, ein netter Mann hilft mir zur nahen Metrostation.

Zum Hostel laufen, dabei erste Straßennudelsuppe probieren. Fertig eingecheckt.

Mittwoch, 4.12.
Morgens deutsche Botschaft, hier bin ich aber falsch. Die schicken mich zur embasssy of Myanmar, um mein religious visa zu beantragen.
Durch viel befahrene Straßen und enge Marktgassen schlängele ich mich zum Lumphinipark.
I don’t need more, than a bench in the park
Coffee in the hand
And toilet not far.

Ein paar mal stehe ich auf, hangele mich aber bloß wieder zum nächsten Liegeplatz.

Lumphini Ness

Mir ist so wunderbar laaaangweilig…

Die liebe Palme ’schenkt‘ mir drei Blättchen…

…und ich krieg wieder raus, wie die Heuhüpfer gebastelt werden.

Abends TrockenThaiMassage.
Habe ja gedacht, dass ich voll entspannt bin. Die Dame hat an JEDEM Muskel eine schmerzhafte Stelle gefunden.

Zu ‚Hause‘ krabbeln die vorm Eingang rum. Kommen alle aus einem Loch im Boden. Aber nur so 4cm lang.

Ha, zu langsam, um mit mir durch die Tür zu hopsen.

Donnerstag, 5.12. Vatertag und Geburtstag vom alten Regenten oder so (RamasIX, ist 2016 verstorben), jedenfalls der Grund, warum ich erst morgen Nachmittag meinen Reispass abholen gehen kann.

Lauer Morgen, mit um die 20° beklagt man sich hier schon über die Kälte.
Den Tag mal gaaaanz langsam angehen lassen.
Um 11e Ölmassage. Ist deutlich angenehmer, aber auch deutlich teurer.
Ich bin heute noch mehr kreuzfertig und schleiche Schritt um Schritt die about 3km zu meinem neuen Guesthouse, da ich keine weitere Nacht im ersten buchen konnte.
Das Gross der Strecke kenne ich ja schon. Im Vorbeischlendern Lunch, Trockenfrüchte, Zinktabletten (wegen der Dauererkältung), ne kurze Hose mit Elephanten drauf von der Straßenstange.
So macht einkaufen Spaß. Garnicht suchen.
Ausgedehnte Mittagspause im Hostel. Bizarr: mitten in einer riesigen Stadt und nebenan nervt ein Dauerkrähehahn.
Nebenbei mit Margot per email klarkriegen, dass wir uns in Chiang Mai treffen könnten (oh, 700km!) Und Bus googlen.
Ist alles viel zu kompliziert. Zum Glück weiß es der Hostelmann besser.
Gegenüber in die 77 bis Endstation. Dort einfach in einen der vielen Busse nach ChiangMai steigen. Buchen nicht nötig. Na also.
Mit der Berufsgenossenschaft wegen des Unfalls noch was klären. Ich bin so froh, dass es mit Skype so leicht ist, zu telefonieren. Da fühle ich mich nicht so aus dem System geworfen.

Zum Abendessen schäle ich mich verschwitzt, müde und schlapp aus dem Bett und schleppe mich ein paar Meter zum nächten Thairestaurant, in dem viele locals sitzen. Ist auch wirklich gut und günstig. Da es gegenüber dem Hindutempel ist, gehe ich da mal rein und schau ein bisschen. Sie weihen Schalen mit Essen. Nebendran steht allerdings auch ein offensichtlich neues und sehr teures Auto, um das ein Riesenritual gemacht wird. Krieg ich alles in meinem kranken Kopf nicht so ganz zusammen und geh wieder.

Von den Massagen hab ich lauter bleue Flecke

Freitag, 6.12.
Seit ich weiß, dass es Mama nicht gut geht, respektive, noch wesentlich weniger gut, als vor meiner Reise, kränkel ich selbst auch zusehends. Das korreliert allerdings mit der Tatsache, dass ich mich mit den Trekkings in den Bergen ordentlich überhoben habe. Berge sind halt auch übermotivierend für mich. Jedenfalls schleppe ich seit am Annapurna alles rotzte und schniefte, eine Erkältung mit mir rum, die sich jetzt erst ordentlich ausbreiten darf.
Ich schlafe oder liege so oft und lange, wie nur möglich. Und huste mir die ganze Nacht die Seele aus dem Leib wegen dieser scheiß AC. Angeblich 22°. Glaub ich niemals. (Ich habe den Mann am Counter gebeten, sie etwas kleiner zu stellen, der meinte nur lapidar, 7 wollen es so.) Jedenfalls weht sie direkt in mein Bett und ich habe mich vergangene Nacht mit einer 2. Decke geschützt. Die Hände kann ich kaum gebrauchen. Nicht so schlimm akut entzündet, wie an dem Tag vor Chisapani, aber es ist eine Tortour, die Leiter zu meinen oberen Bett rauf- und runter zu steigen.
Ich habe mir vorgenommen, in Thailand viel zu schwimmen, weil die Muskeln in meinen Armen nochmal mehr, als deutlich abgenommen haben. Damit muss ich aber eh warten, bis die Erkältung vernünftig abgeklungen ist.
So macht es Sinn, dass ich mich mit Margot in Chiang Mai treffe, obwohl ich die 700km in 11h mit einem NightBus fahren muss. Hoffentlich ohne AC (Haha). Immerhin habe ich meine Daunenjacke nicht heimgeschickt.
In ChiangMai soll es nicht so warm sein. Auch das ist gut.

12:00 check out. Bis dahin im Bett. Dann laaangsam in Richtung Buddhistischer Tempel, 1.7km.

Bloß, um die Stunden rumzubringen, hier ist kein Park. Und bloß langsam bewegen.
An einer Kreuzung quatscht mich ein alter Herr an, nimmt mich an der Hand und will mich zu meinem Ziel führen. Dann erzähle ich, dass ich heute Abend nach ChiangMai fahre und er will unbedingt, dass ich die Karte in einer Touristenagency kaufe. Alles Verbrecher! An der Bushaltestelle! Du schläfst 10 Minuten, der Pass ist weg!…
Die Agency will aber zu viel Geld und der Mann ist beleidigt. Versucht trotzdem nochmal, mir eine Bootstour aufzuquatschen, die ich mit ihm viel billiger bekomme. Ich glaube ihm wohl nicht?
Äh, hat nix mit glauben zu tun. Ich verstehs nicht, muss doch garnicht über den Fluss. Mein Tempel ist ja gleich um die Ecke..
Dann nusste eben alleine gehen!

So ne doofe Masche.

Der Tempel,

Die Musik ist zu laut, ebenso die Schüler nebendran. Was gäb ich jetzt für eine Bank in einem ruhigen Park!
So gehe ich zum Fluss, aber der hat nur Access über olle überteuerte Hafenpinten.

 


Keine Bank.
Zurück zum Tempel, da muss doch…

Nach 2h ‚Ruhen‘ zwischen irrwitzig lautem Geschirrgeklapper und fröhlichem Kleinkindergekreische kommt die Sonne rum und ich bin auch wieder etwas besser beinander. Klo wär jetzt gut. In Japan hatten die Tempelanlagen immer. Da steht ein Mann an einer Kasse oder so. Frag ich den. Der gibt mir einen Affenschlüssel und sagt ‚4‘. Ganz auf der anderen Seite habe ich eine kleine Türenzeile mit Nummern gesehen und vermutet, dass es Mönchzimmerchen sind, weil dahinter lauter curcumagelbe Handtücher und Tücher zum Trocknen hängen.
Waren aber Klos. Vielleicht Mietklos? Der Mann an der Kasse quatscht jedenfalls noch nett mit mir.
Dann mal richtigen Bohnen Kaffe Latte an der Straße. Kommt ein junges Paar auf Motorbike vorbei, der Junge geht in den kleinen Stand, holt drei Bonbons und gibt mir eins.
In der MyanmarBotschaft kommt ein myanmaresischer Mann aus Amerika hinter mir an die Schlange und freut sich riesig, dass ich ihm versichern kann, es sei die richtige. Bis wir dran sind, hab ich seine Visitenkarte. „Kontaktiere mich, wann immer du Probleme in Myanmar hast.“
Dann rufe ich Mama zum Geburtstag an. Die freut sich, dass sie einen Tag nach dem hiesigen verstorbenen König hat. Übrigens hat der so about 60 Jahre regiert und wurde nach Aussage des Hostelmannes sehr geliebt. Ganz im Gegensatz zu seinem Sohn, der in barockes Gold gerahmt an jeder Ecke in Überlebensgröße hängt. Hier mal ganz schlicht ohne Barock, aber mit Lotus:

Der soll ein Gigolo sein mit vielen Frauen und noch mehr Kindern und außerdem verantwortlich für die Überteuerung in den letzten Jahren. Das mag hier keiner. Und der Hostelmann meint, das bekomme er auch dieses Jahr schon zu spüren, weil sein Hostel nicht dauernd ausgebucht ist, wie sonst. Ich hätts aber gut, weil die Übernachtungen daher viel billiger seien.
Im Hostel hole ich nämlich meine dicke Tasche ab und packe für die Busfahrt um. Ich brauche unbedingt die Daunenjacke und die Nachtmedi.
Der Betreiber kommt raus und ist supernett zu mir. Gibt mir noch paar Tips. Ob er vermeiden möchte, dass ich ne blöde Bewertung wegen der AC schreibe? Egal.
Ich erzähle ihm die nette Story mit dem ausgefuchsten Mittsiebziger. Da wird er richtig theathralisch und erzählt mir mit ganzem Körpereinsatz, dass das hier Masche ist und schon etliche andere Mädels Geschichten, wie diese zu erzählen hatten. Ach, nee.

Erst nochmal in der gleichen Thaipinte, wie gestern zu Abend essen und los.
Dann: der rote Bus 77 soll angeblich falsch sein. Ich soll umsteigen in den blauen Bus 77. Die schmeißen mich auch sofort wieder raus und schicken mich zur Metro. Dort habe ich am Schalter eine elend lange Diskussion mit drei Schalterbeamten und einem Passanten.
Na, fahre ich eben Metro mit Umsteigen und vermeide den abendlichen Traffic jam. Danach soll ich den Bus A1 nehmen.
Der schmeißt mich auch sofort wieder raus: nee Bus 3 oder 77 bis zur Endstation.
Kommt mir irgendwie bekannt vor.
Ich soll zur letzten Halte zurücklaufen.
An der Halte sitzt ein älterer Herr, der meine neuerliche Fragerei mitbekommt und meint lapidar, da müsse er auch hin, ich solle ihm mal bloß folgen.
Er bezahlt mir den Bus und besteht darauf, während wir auf den Überlandbus warten (er fährt aber mit einem anderen, der ist mir zu spät), herauszufinden, mir aufzuschreiben und dann zu erklären, wie ich am nächsten Morgem vom Terminal zu meinem Hostel komme.
Weil nämlich ihm schon soooo viiieel geholfen wurde, dass er mir mal was Gutes tun will.
Prima!

Abschiedtage in Nepal

„Wenn ich meine Ressourcen ausschöpfe, und mein Körper das netterweise mitmacht, muss ich auch wieder runter von dem Leistungsross. Und zwar immer viel weiter runter, als mir lieb ist.“

Das habe ich unter „Erkenntnisse Korea“ ganz nett verfasst. Doch was nützt eine Erkenntnis, die ich sofort wieder vergesse?

Klar nagt im Hinterkopf: ‚Hey Kaddi, mach mal langsam, du brauchst echt Pause!‘ Und es führt auch dazu, dass ich Nakul schreibe: ‚Es wird jetzt sogar abends, bis wir nach Hause kommen und einen Tag brauche ich auf jeden Fall, um meine Sachen zu sortieren. Wir können erst übermorgen, einen Tag später starten.‘

Ich fühle mich aber auch verpflichtet, diese Tour überhaupt zu machen, weil Nakul extra für mich oder unsere mündliche Vereinbarung eine Trekkingtour hat sausen lassen. Er bat mich nach dem ABC-Trek, eine Rezension über ihn zu schreiben. Ob die nun ausschlaggebend war? Jedenfalls bekam er ein Angebot.

Die vier letzten Tage könnte ich jetzt auch sehr zufrieden im Hostel verbringen und pritty much of nothing tun. Ich könnte auch Nakul einfach bezahlen. Aber ich entscheide mich, dem Plan zu folgen.

Freitag, 29.11., Tag 1

Obwohl ich heute morgen derart schlimm entzündete Handgelenke habe, dass mir die Tränen in den Augen stehen. Ich kann die Hände garnicht bewegen. Glücklicherweise ist der nette junge Chinese wach, dem ich meine Trekkinghose geschenkt habe. Er trägt meine dicke Tasche runter.

Ich mache mir noch einen Instantkaffee in der Lobby, kleines FS und los. Mir macht es alles andre, als Spaß, meine Tasche hinter mir herzuziehen, vielleicht 500m zum Green Horizon Garden. Wohl aus lauter Gewohnheit sage ich den RikschaFahrern ab, eigentlich saublöd.

Nakul besorgt ein Taxi nach Sundarijal. Ich hasse die Fahrt durch die nicht enden wollenden elenden Straßen Kathmendus. Endlich sind wir da, kurzes ZweitFS.

Gleich nach dem Tor zeigt Nakul mir eine Hirschkuh. Kurz danach macht eine Horde stiller Makaken auf sich aufmerksam. Immerhin können sie Geräusche machen.

Und jetzt gehts den ganzen Tag steil bergauf. Oh, mann!

Zur Mittagspause sind wir in einem netten Lokal auf halber Höhe. Bis die Dame unser DalBath fertig hat, liege ich auf der Couch. Hat der von außen gesehen zurecht besorgte Nakul für mich gefragt. Ist schließlich ihr Bett. Dieser Raum ist alles in einem. Bloß Klo ist draußen.

Ein leichter Wolkenschleier bedeckt den Himmel, so wirkt die Natur nicht so strahlend. Dafür knallt die Sonne auch nicht haltlos in unsre Rücken.

Nirgends hat man eine gescheite Aussicht zurück.

Ich finde, dass ich noch ziemlich tapfer einen Fuß vor den anderen setze. Aber meiner Laune setzt der Aufstieg auch ordentlich zu. Nu muss ich da durch und ich versuche, Nakul so wenig, wie möglich davon spüren zu lassen. Einfach hochmeditieren und ab und zu eine Pause einfordern.

Einmal, schon ziemlich weit oben, finde ich ein grasbewachsenes Plätzchen in der Sonne. Die wird bald untergehen und hinterm Berg werden wir sicher Schatten kriegen. Ich brauche warm! Ich brauche liegen!

Nakul flaniert, während ich reglos-komatös verharre, hufescharrend mit verschränkten Armen auf und ab. Bis er die doofe Geschichte von den Wildschweinen zum Besten gibt.

„Ach, komm, du willst doch bloß, dass ich aufstehe. Vergiss es einfach.“

Später kommen ein paar junge Leute auf den Platz. Da fällt es mir leichter, mich zu verziehen. Bin zur Zeit nicht gesellig.

Übern Berg!

Nun gehts noch geraume Zeit an der Nordflanke entlang und wieder einiges abwärts.

Chisapani

Endlich sind wir da. Die hohe Bergkette können wir nicht sehen. Ich hau mich erstmal ne Runde aufs Ohr.

Dann schau ich mal ins Bad, das direkt zum Zimmer gehört! Und fast sauber und heile ist. Sowas hab ich schon so labge nicht mwhr gesehen und hier oben auch nicht erwartet. Mir kommen schon wieder die Tränen.

Übrigens habe ich mal von vorne angefangen zu lesen: ich weine ja dauernd. Das ist auch wieder nicht normal, ja? Sind sicher die Wechseljahre. Auf der anderen Seite haben mich die letzten zwei Jahre  – und davon die letzten drei Monate vor Antritt der Fahrt ganz besonders –  gehörig durchgeschüttelt. Stressresistent ist was anderes.

Nach dem Dinner (ich hatte die schrecklichste Pizza meines Lebens) unterbreche ich Nakul, der mit seinem Handy beschäftigt ist:

„Lass uns jetzt Milet saufen und meinen Geburtstag gehörig feiern!“

Und sie machen den Milet doch warm. Also Leute: ich habe schon heute Glühwein!

Ist ein berauschendes Fest. Nakuls Gesicht ist ein bekümmertes TutMirLeidEmoji, weil ich nicht richtig feiern kann. Aber ich bin mit unserer Party und meinem Gast sehr zufrieden.

Er kann aber auch so charmant sein:

„Wie alt bist du denn jetzt?“

„Fiftythree, I’m free!“

Und jetzt macht er ein richtig süß glaubhaft irritiertes Gesicht: „Aber du siehst aus, wie 33!“ Er weiß ganz genau, wie alt ich bin und ich kenne mein Spiegelbild. Aber heute freue ich mich.

Und dann haben mir auch so viele liebe Menschen geschrieben.

DANKE!

Das pumpt meine leeren Batterien wieder ordentlich auf.

Samstag, 30.11., Tag 2

Ausruhtag!

Trotzdem steh ich erstmal früh auf:

Jetzt kann ich aus Lis Nachricht empfangen. Na klar muss ich schon wieder weinen. So eine schöne Nachricht, so ein schönes Lied.

Ich stehe derweil draußen vor meinem Zimmer, ein Stockwerk unter dem Rooftop.

Oben ist Nakul schon auf und hat es gehört: „Deine Tochter singt sehr schön!“

Nakul geht mit mir, nach dem FS auf der RoofTopTerrasse, zum kleinen buddhistischen Tempel, der vom Erdbeben 2015 zertstört wurde.

Außer, dass man die Figur links iffensichtlich aufgerichtet, aber nicht auf ihren Schoß nach schräg hinten rechts gesetzt, hat offenbar niemand Hand angelegt in der Bemühung irgendwas wiederherzustellen.

In den buddhistischen Tempeln Nepals sieht man übrigens sehr ähnliche Darstellungen, wie in Yunnan/(tibetbetonter Zeil von) China.

Dann gehen wir zum nahegelegenen  Aussichtspunkt.

Er befindet sich an einer Kurve des Pfades.

„Hier gehört ne Bank hin.“

Nakul tritt versonnen einen Schritt vor in Richtung bröseligem steilem Abgrund mit garantierter Dornengebüschaufhängung.

„DON’T GOT THERE!“

Ja, ich glaube, es hackt! Hat er die gleiche Ader, wie ich? „Don’t do that again!“

Dann erklärt er mir die einzelnen hohen Berggruppen und weiß auch viele der jeweiligen über 8000er zu nennen. Hinten im Dunst die Annapurna Gruppe. Noch weiter dahinter, aber nicht zu sehen die DhaulagiriGruppe. Ihr wisst schon, der erste 8000er, den ich je sah.

Der restliche Tag spielt sich auf dem RoofTop unseres Hotels ab.

Ich male heimlich ein Bild ab, das ich in KTM von Nakul gemacht habe. Zum Glück lunzt er nicht, sondern spielt mit seinem Handy.

Ich schicke es Nakul per messenger und freue mich über seine Reaktion:

Er guckt erst ungläubig-fasssungslos, dann freut er sich bisschen, gobt seinem Handy einen Kuss, dreut sich noch mehr und meint, indem er endlich zu mir schaut.: „Vielleicht sollst du garnicht Therapeut sein, sondern Künstler. Da stimmt ja jedes Haar! Zeigst du mir das Original?“

Es reißt ihn irgendwie, da sofort ‚Nakkul‘ drunter zu schreiben (mit zwei K steht er im Pass, aber keiner schreibt ihn so). Er ist so ein Kind!

Überraschung gelungen!

Abendrot

zum Abendbrot

Sonntag, 1.12., Tag 3

Ich stehe früh auf…

..und hüpfe zum Aussichtspunkt, sobald die Berge morgenrosa sind.

Nach dem FS (für mich, wie fast immer Pfannekuchen mit Honisch) steht ein langer 7h Wandertag an. Immerhin kaum mal rauf.

Wir passieren die erdbebengeschädigten Häuser…

…und einen checkpoint.

Das empfinde ich als richtig ärgerlich: das permit galt nur für zwei Tage und nun muss ich ein neues kaufen. Voll sauer bin ich darüber, wie die Wachen gelacht haben.

Meine Stimmung kippt übel. Ein Vorrecht der Wechseljahre. Ich alte Nakul unsinnige Vorträge darüber, dass Touristen bereit wören, ihr gutes Geld zu zahlen, wenn sie sichwohlfüjlten. Aber dreckige Klos und die Verärgerung der Touris mit solchen dummen Ideen, tragen nicht dazu bei…ich rede mich selbst in ekne immer miesere Kaune, da kommen wir auch noch oben aufm Berg in the middle of nowwhere zu dieser Baustelle:

Nakul meint, das wird ein See. Und zwar nicht als Wasserspeicher, sondern als: hübsch anzusehen für die Touris.

Naja, irgendwann krieg ich mich doch wieder ein und realisiere so langsam; ich bin einfach fertig. Durch. Platt. Geht nix mehr.

Nakul bleibt weiter tapfer an meiner Seite. MEIN RESPEKT.

Da zeigt er mir den kleinen Mops.

Und außerdem gibt er mir immer wieder die schönsten und größten Stücke durchsichte schieferartige Steinplättchen zu spielen. Die kann man teilen, bis sie dünn sind und durchsichtig, wie Folien. Dann klebt er sie in sein Gesicht, bloß, um mich aufzuheitern. Das schafft er auch immer wieder, der alte Rabauke.

Unter diesem Baum mache ich erstmal Komalunchrest im Müll

Die laute Dorfhochzeit geht mir auf den Senkel…

…und jetzt müssen wir doch noch auf einen Berg. Ich versuche, jeden Schritt zu genießen 😬.

Im Hotel in Nagarkot angekommen, falle ich straightaway auf die Matratze. Von draußen tönt es LAUT!

Motorrafahrer geben Gas, hupen, Laster rumpeln…keine Minute Ruhe.

Ein Zombi steht auf, schleicht mit kantig- wackeligen Schritten die Treppe runter und trifft Nakul in der Lobby. Völlig aufgelöst, kaum noch Herrin meiner Sinne: „I can’t sleep. Not a minute. It’s so loud! Why we are here? (In this very expensive hotel)…“

Oh, wie peinlich, der Hotelbesitzer steht auch dabei. „…Do you have roof top?“

Sie verstehen erst nicht. Will ich ein anderes Zimmer auf dem Roof top? Nein, ich will nicht nur gegen Mauern schauen, sondern wenigstens mal die Aussicht sehen. Ja, ein Zimmer nach hinten raus wär gut.

Ich bekomme ein schäbigeres mit dem ich sehr zufrieden bin und Nakul begleitet mich nach oben. Es tut mir so leid. Dass das Tal eine Wolkensuppenschüssel ist, macht mir dagegen nix aus.

Nach dem DalBath lade ich abalone runter und zeige Nakul auch dieses Strategiespiel. In Chisapani hatten wir angefangen: erst Nakuls Mensch ärgere dich nicht. Dann hatte ich 4 gewinnt runtergeladen und Nakul sofort Feuer gefangen. Ich hab natürlich dauernd gewonnen und ihn gegen den Computer spielen lassen. Jetzt war er reif fürs nächste level.

Cool, dieses nette Spiel mag sonst nämlich niemand mit mir spielen. Ich bin schon wieder ich selbst und froh, dass der supernette junge hübsche Wirt nicht nur meine Schattenseiten kennenlernt.

Montag, 2.12., Tag 4

Schon vor 5 am Morgen wird plötzlich und saulaut, fürs ganze Dorf klassische Aufstehmusik gespielt. Ewig lang und alle 10 Minuten wieder. Irgendwann stehe ich auf. Wir wollten ja zum SonnenaufgangAusguckberg wandern. Ich klopfe bei Nakul und wir tapern erstmal hoch zum Rooftop. Oh, alles neblig. Innerlich lache ich. Ah, wieder ins Bett.

Als es richtig hell ist steht Nakul wieder in meknem Zimmer. Besorgt „Ich denke, es bleibt neblig. (Und ich habe bedenken, dass du wieder ausrastest.)“

„Ach Nakul, wir haben genug gesehen. Alles gut. Es ist so gemütlich im Bett. Aber jetzt lass uns FS essen und einfach losfahren.“

Hinterher wird mir klar, dass ich schnell wieder supergut drauf war, wenn ich NICHT laufen musste.

Ganz liebe Verabschiedung im Hotel und der Preis war masse gedumpt.

Eine große Shiva Statue, unterwegs besucht. Wie versprochen, NICHT BUSY.

Das Gerüst für den neuen Torbogen fand ich so witzig, Gunnar!

Außerdem ließ sich super Didge spielen, damit. So blasphemisch war ich aber nur mal kurz. Jedenfalls hatten wir Spaß.

Jetzt weiß ich auch, warum Shivas Sohn, einen Elephantenkopf hat. Nakul, der Hindu ist, hat mir die Mähr erzählt: der Dösbaddel hat seinen Tprstehern gesagt, wenn er mit seiner Spßen EnjoyTime hat, kriegt jeder, der versucht, in unser Gemach zu kommen, den Kopp ab…

Naja, ‚unsere‘ Juppstory macht auch nicht wirklich mehr Sinn.

Dann noch ein bisschen Straßenpicknick im gleichen Örtchen und OHNE STAU über Baghdapur zurück nach Kathmandu.

Abenteurliche Paketverschickung, bei der ich von Nakul einen Stempel auf die Stirn kriege und wir feststellen, dass wir zusammen 133 kg wiegen, odet so. Wir haben so wackeln müssen.

Abends gehen wir zum abschied zusammen in Chops &Hops. Nakul nimmt mich auf, während ich Catch and Release singe und lacht selbst auch lieb in die Kamera. Dann spielen die Jungs für ihn Resham firiri und er singt auf seine einfache bescheidene wunderbare Weise so schön! Und ich kann ihn nicht aufnehmen, weil er in meinem Handy den Text abliest.

3.12.

Nakul kommt nochmal kurz vorbei zum Tschüß sagen. Ich muss, na?

Ja richtig: schon wieder weinen, als er mir einen kleinen Annapurna Anhänger für die Tasche schenkt und ein Everest Souvenir für den Kühlschrank.

 

ERKENNTNISSE NEPAL

– Eugene dagt: Reisen bringt dich raus aus der comfort zone
– Ich entdecke Schattenseiten, wie Geiz, Ärger, Neid, Misstrauen, Stress durch zu viele Eindrücke, das Gefühl der Benachteiligung (ich hab nicht so eine gute Aussicht), Abschied (Nakul, Dog)
– Und Unehrlichkeit; eine Geschichte dazu: in Jorsalle stehe ich bisschen ratlos rum. Es ist 14:30. Zu früh, um meinen Spaziergang zu beenden, aber zu spät um noch bis Namche die 2h happig aufzusteigen. Zumal ich noch nicht wieder richtig warmgelaufen bin. Wenn ich hierbleibe, welches Hotel? Da spricht mich ein netter Sherpa an und ich lasse mich gleich einfangen. Das Bett für 500, wenn ich Dinner und FS bei ihm einnehme, 300. Ich bestelle einen Pott Gingertee für 650 und ein DalBath für 600. Das Dalbath schmeckt alles andere als frisch. In Kombi mit dem, was ich von der Küche sehen kann und zusätzlich zu einer durchwachten Nacht (allerdings warm und gemütlich trotz der Kälte, nämlich unter zwei Decken) bekomme ich wieder Durchfall. Ich habe FS für 7:00 bestellt. Um 6e ist es so hell, dass ich einfach nur noch loswill. Ich ziehe mich an und klopfe an die verschlossene Dining Hall Türe, nix rührt sich. Lege ich das Geld ins Zimmer. Ich rechne mit 500 die Nacht, hatte ja kein FS, aber mir fehlen 20 Rupis (16Cent) habe nur 1730RS klein. Nu hätte ich ja auch einfach 2000 hinlegen können. Nach 5 min Walk gehe ich sogar nochmal zurück, weil mich mein Gewissen so plagt. Da fegt eine Frau die Straße vor dem Haus. Ich sage ihr, das Geld liege im Zimmer, ich wollte los und kriege ihn nicht wach…oh, ich mache mir stundenlang Gedanken, ob es recht war, so. Zum ersten Mal freue ich mich auf einen Check Point. Wenn er dort bei der TouriPolizei angerufen hat, dann erfahre ich es ja. Ich kann mich kaum beruhigen. Selbst der Checkpoint hilft nur mäßig. Auf der Rücktour, drei Tage später, komme ich wieder an diesem Haus vorbei. Eigentlich habe ich mir vorgenommen, es nun auf sich beruhen zu lassen. Ist ja albern. Aber der junge Mann steht draußen im Hof. Ich trete ein, lache ihn an und frage, hast du das Geld gefunden, war alles ok? Und er lotzt mich mitsamt seiner Gesprächspartnerin an die Theke, wo sein Block ist und rechnet nochmal alles nach. Er weiß noch, was ich hatte. Und befindet, er habe mir noch 180 RS rauszugeben! Weil ich aufs Bett Discount hab, wegen des Essens. Da lache ich und sage, nee, nee, ich hatte FS bestellt und gecanceled. Das Geld soll er mal schön behalten. Das fällt ihm nu wieder schwer, ist mir aber egal.
– All diese Gefühle kenne ich na klar auch schon von zu Hause. Aber da ist es irgendwie leichter, die zwischen den Alltagsroutinen zu verdrängen.
– Donkeytreiber
– Gute Hapyhappylaune treiber. Wenn ich eher versonnen oder in mich gekehrt bin, denke ich, dass mich niemand wahrnimmt/mag. Dabei möchte ich gerde so, wie ich mich jetzt fühle, geliebt werden. Die Nepali geben mir das, was ich gebe, genauso zurück. Ein sanftes liebevolles Namaste
– Alles ist gut so, wie es ist. Ich mache einfach irgendwelche Erfahrungen
– Wenn ich schlecht drauf bin, liegt es meist garnicht am Außen, sondern ich bin einfach müde oder hungrig…

 

Einmal wenigstens Mt Everest sehen

Wie jeder gute Tourist will ich natürlich auch unsere sehr, sehr hohen Herrschaften sehen. Und wie jeder gute Tourist latze ich jede Menge Geld dafür. Der Flug KTM Luckla ist unverschämt überteuert.

Das Essen unterwegs kostet auch ordentlich. Allerdings muss man beachten, dass alles von Portern, meist Sherpas und einiges auch von Lasttieren (Maulsesel und Yaks) hoch in die Dörfer getragen werden muss.

Die Porter werden nach Kilo bezahlt, weswegen sie oft über 100 davon tragen. Bei einem Körpergewicht von 50kg unvorstellbar. Halbe Häuser, halbe Supermärkte. Oft bloß mit einem Kopfriemen.

Später habe ich noch viel absurder bepackte Porter gesehen.

Donnerstag, 21.11.
Nach halb durchwachter Nacht weckt mich der Wecker um 4:30.
4:50 bin ich unten im Foyer, dann warte ich draußen. 5:05 werde ich nervös und wecke die Staff. Einer ruft an. Ok, in 5 min wird ein Taxi kommen.
Check in ist schnell und leicht. Dann sitzen wir in der Boarding Hall. Mein Flug 401, 6:15 Uhr ist nicht auf der digitalen Tafel angezeigt. Ich frage jemanden, der offiziell aussieht. Er meint bloß, dann geht der Flug wohl später, ist eh schlechte Sicht und alle Flughäfen geschlossen…
10 nach 6 kommt die Dame vom Ticketschalter ziemlich erleichert auf mich zu: „Wo waren Sie denn, hab Sie überall gesucht.“ Na, eigentlich bin ich mit meiner knallorangenen Jacke leicht zu finden.
Sie gibt mir ein anderes Ticket 301.
Ok, wir müssen eh warten.
Irgendwann verspätet dürfen wir in den Shuttlebus steigen.
Das ist unser Flieger

Wir müssen aber „mind. 30 min oder auch unbestimmte Zeit“ im Bus warten, Lukla hätte gute Sicht, aber der alternative Flughafen eben nicht.
Dann die Nachricht, nee, doch noch länger, als eine weitere Stunde. Also fährt der Bus zurück und wir boarden wieder aus.

Mit 2h delay kommen wir schließlich in Lukla an. Uns wurden Plätze zugewiesen und ich saß leider auf der falschen Seite. Auf der anderen sah man nämlich die ganze Zeit die weißen Bergkämme des Himalaya.
Die Landung auf der 400m kurzen Rollbahn habe ich mir dramatischer vorgestellt. Dramatisch war sie eher überhaupt nicht. Sanft aufkommen ohne Ruckeln locker abbremsen und gut.
Dann folgt allerdings die Orientierungslosigkeit. Wohin jetzt? Irgendwo soll ich doch auch das Trekkingpermit kaufen… zunächst mal den Ausgang finden. Der ist gerade Baustelle. Da spricht mich ein Nepali an, ob ich einen Guide bräuchte, oder einen Porter. Was will der tragen, mich? Mein Rucksack hat 3kg.

Darum nenne ich das, was ich hier tue auch nicht Trekking, so dern ‚einen Spaziergang machen‘. Trekking ist mit Schlafsack.
Dann schlappe ich auf einen RoofTop, um Übersicht zu gewinnen. Cool, den kleinen Fliegern bei Start und Landung zuzusehen.

Ganz klein, an der Kante, hebt das Flugzeug gerade ab.

Unten entdecke ich das sehr zierliche NepaliMädel aus unserem Flieger. Sie macht in einigen Tagen beim EverestMarathon mit und will sich schon mal akklimatisieren. Sie weiß auch nicht, wo der Ticketschalter ist, hat aber den gleichen Weg, nimmt mich schon mal mit und fragt jeden: „Dai, wo ist der Ticketschalter?“
Da liefert sie mich ab und ich weiß jetzt auch wos langgeht.

Das arme Mädchen war mit den Zehen aus der Sandale gerutscht. Hab sie wieder reingetan.

Anfangs habe ich garkeine gute Laune. Ich fühle mich alleine. Ist schon eine Umstellung (, ohne jemand an der Seite). Ich weiß aber auch, daß sie mir bald gelingen wird.
So nach und nach laufe ich mich warm und so nach und nach dringt die wildnatürliche Schönheit der Landschaft zu mir durch.
In Phagding bin ich zum Lunch. Eine garstig arrogante deutsche Tischnachbarin gibt mir die Aufgabe, mich mit mir selbst wohlzufühlen. Ist nicht schwer. Schön warm, essen ist ganz gut. Und das Klo überraschend hochherrschaftlich sauber. Dummerweise war ich vorher schon, da kam das Spülwasser aus einem Loch im Boden zwischen den Füßen wieder hoch.
Der Trekkingpfad ist ganz gut auf Maps.me abgebildet. Inclusive Restaurants und Sehenswürdigkeiten und vor allem Everest View Points.
So hangele ich mich von einem Ort zum nächsten und bin plötzlich am Eingang zum Sargamantha National Park.

Habe heute morgen schon 16€ gelatzt, hier wollen sie nochmal 24€.

Das Dörfchen, das ich ein paar Minuten später erreiche, Jorsalle,

ist das letzte vor Namche Bazar. Dahin muss man allerdings wohl mindestens 2 h aufsteigen. Hm, 14:30. Zu früh, um hierzubleiben und zu spät, um noch hochzusteigen. Während ich noch überlege, spricht mich ein netter Minihotelbetreiber an und casht mich auch gleich. Draußen sitzt Jörg und gibt mir bei heißem Zitroneningwer einige Tipps. Außerdem lässt er mich seine gute und übersichtliche TrekkingKarte abfotografieren.

Nach einer guten Unterhalteng muss er leider weiter, in Richtung Lukla.
Es ist noch nichtmal 4 und ich will schon gerne bis um 6e mit dem Abendessen warten.
Wird jetzt empfindlich kalt. Bald habe ich alle drei Hosen an.
Jetzt wünschte ich mir, hier wär mehr los.
5e, ich geh mal ne Weile ins Bett.
Das gibt mir die Zuversicht, dass Daunenjacke und zwei Decken reichen werden.
Der Wirt lässt in der DiningHall dauernd die Tür auf, ist eh nicht geheizt.

Freitag, 22.11., Tag 2

Erstaunlicherweise ist es um 6e schon hell genug, um aufzubrechen. So mache ich mich schnell fertig. Shit, ich habe dem Hotelmann gesagt, ich hätte gerne um 7 einen Pfannenkuchen zum FS. Nu ist er noch nicht auf. Ich klopfe an die Tür und rüttle. Schließlich lege ich das Geld ins Zimmer und mache mich auf. Nach ein paar Minuten bekomme ich doch ein schlechtes Gewissen und kehre nochmal um. Da fegt bloß eine Frau vor seinem Haus, aber sie gehört nicht dazu. Sieht so aus, als verstünde sie immerhin, dass der Bai noch nicht auf ist und das Geld auf dem Zimmer liegt.
Anyway, ich geh jetzt. Ich will aus der dreckigen Küche eh keine weitere Mahlzeit. Habe auch den Verdacht, dass das DalBath gestern Abend nicht wirklich frisch war. Hat irgendwie nach Jauche geschmeckt. Der ‚Beweis‘ ist im Klo gelandet.

Solange es noch flach ist, fühle ich mich fit. Aber dann gehts sehr lange sehr steil bergauf. Damit habe ich echt meinen Schaff.
Ich kenn das schon: es kommt mir lang, lang, lange vor und dann bin ich doch recht früh oben.
Oh, Namche Bazar!

Keinen Bock auf Business! Ich touchiere kurz eine enge Straße der Stadt und schlage mich sofort nach rechts den Hügel hoch, klettere über Mäuerchen und finde den Weg zum Nationalpark Everest Aussichtspunkt.

Schon schöne Berge. Ein Nepali erklärt mir, welcher der Everest ist. Kaum zu glauben, denn es ist kaum Schnee drauf.
Lasse mir später erklären, dass es dauerhaft zu kalt ist dort, um Schnee oder Eis anzusetzen. Der Pulverschnee wird schnell von den starken Winden weggeweht.
Der Mann meint, dass ich nach Tengbuche gehen könnte und er zeigt mir den Ort, der in der Ferne auf einem Bergkamm sitzt. 5-6 h von hier.
Wäre heute durchaus noch mit einem Kraftakt machbar, liegt aber zu hoch. 3800m. 1000 mehr. Ich will nicht nochmal den Fehler machen, von einer Nacht auf die andere zu viele hm Unterschied zu haben.
Auf der Karte sehe ich, dass es vorher ordentlich runter und wieder rauf geht. Phunke Tenga an der Brücke ist zwar recht nah, aber auch flach genug, um dort zu schlafen.
Ich schlage mich durch zum Panoramaweg, den man ebenfalls vom Aussichtspunkt sehen konnte. So schön hier!

Ich sehe auch wieder einige Adler. Selbst wenn sie am Gegenüberliegenden Berg fliegen, wirken sie noch riesig.
Der Morgen war eiskalt. Hier scheint die Sonne prall gegen den Berg. Es ist lieblich warm und sieht lieblich aus.
Hinter jeder Kurve wieder die tolle Aussicht auf den Everest, Lhotse, unseren vierthöchsten und Amadablam der von hier durchaus beeindruckender aussieht, als die hohen Herrschaften.
Kurz vor 12 erreiche ich das erste Haus von Khyangjuma. Ich hatte kein ordentliches FS, nur Nüsschen und ne Mandarine. So ist das mein Haus.

2,5 h verbringe ich hier, weil die nette Frau sagt, es ist nur noch eine h nach Phunke. Außerdem schmiede ich mit ihr den Plan, bei ihr zu übernachten, wenn ich zurückkomme.
Lunch, kleine Wäsche, Powernap auf der Mauer. Unterhaltung mit einem älteren Mann, der sich fit halten möchte. Und mit seinen beiden Guides, die ihn später zum Lunchrest ins Bett bringen…die Zeit vergeht einfach nicht. Eine schöne, sonnige langsame Zeit.
Dann stapfe ich unter den letzten wärmenden Sonnenstrahlen nach Phunke runter. Auf dieser Strecke sehe ich den ersten Dampe.

Der scheue metallicblaue pfauenähnliche Nationalparkvogel.
Ich frage im letzten Haus vor der Brücke nach Unterkunft. Ziemlich teuer hier, aber ich bin mit allem zufrieden. Gutes DalBath, Ofen in der Dining Hall, gute Matratzen und prima Decken. Wenn kein weiterer in mein ZweiBettZimmer kommt, brauche ich wieder nicht nach einer zweiten Decke zu fragen.
Bisschen Unterhaltung in der DiningHall am Ofen.

Samstag, 23.11., Tag 3

Nach der Brücke kommt gleich der nächste Checkpoint. Ein brauner Hund liegt da und rappelt sich auf, als ich vorbeikomme. Ich nenne ihn später Moonbear, weil er einen weißen Streifen auf der Brust hat. Aber meistens sage ich ‚Dog‘ zu ihm.

Er begleitet mich den größten Teil des 600hm- Hanges nach oben. So ist es erstaunlich leicht. Wir verlieren uns, weil uns genau bei einer Wegkreuzung einige Kühe entgegenkommen. Ich denke, die Pfade finden sich gleich wieder. Tun sie aber nicht. Fällt mir schwer, so Abschied zu nehmen.

Nach 1,5 h bin ich oben. Huch, erstaunlich klein, das berühmte Dorf mit dem berühmten Kloster.

Ich sitze ein bisschen unschlüssig vor dem Tor zur Monastery und schaue mich versonnen um. Was soll ich jetzt machen? Es reißt mich im Moment nicht, das Kloster zu besuchen, ich komme eh nochmal vorbei. Mein Plan ist, hinterm Berg wieder runter ins Tal nach Milingo zu gehen. Aber das ist lediglich 100 hm tiefer. Alles was ich weitergehe, muss ich eh wieder zurücklaufen, weil heute der mittlere Umkehrtag ist. Es ist fraglich, ob ich einen weiteren guten Aussichtspunkt erreiche…
Dann fallen mir die Fahnen auf der kleinen Anhöhe direkt vor mir auf. Oh, von da…

Ich gehe mehr gelenkt als kontrolliert. Habe aber schon den Plan, meinen kleinen GirlyRucksack unten irgendwo liegen zu lassen. Ne fast volle Wasserbuddel, so knappe 400ml und meine Daunenjacke nehme ich mit.

Auf dem Hüchel angekommen, sehe ich, der Pfad geht weiter steil hoch, hoch zu einer Stupa…na, das könnte ich doch, mit vielen Pausen…

Tatsächlich wird die Aussicht immer atemberaubender. Tatsächlich kann man die EverestGruppe und das ganze Tal, das dorthin führt, wunderbar überblicken. Der Blick zur anderen Seite in Richtung zurück nimmt mich allerdings noch mehr mit.

Ja, bei der Stupa angekommen muss ich mich erstmal voller Dankbarkeit auf einen Sattel, bewachsen mit sonnendurchtränktem trockenen Gras, werfen. So schön! Oder auch umwerfend im wahrsten Sinne!

Da sehe ich, ich könnte doch auch noch zum Gipfel. Da ist ein Stock drauf. Es war also schon mal jemand dort. Ich mein klar, ich merke schon die Höhe, muss dauernd verschnaufen und ich habe nicht viel Wasser, …aber es bockt halt auch unglaublich!

Doch kurz vor finit eine kleine Enttäuschung (wer klettern will, muss auch ’nein‘ sagen können. Gleichzeitig höre ich Nakul immer eindringlicher: ‚don’t got thire!‘) Es wird so steil, ich habe jeden Pfad verloren. Um weiterzuklettern, müsste ich den Fuß über die Hüfte heben. Und wie komme ich wieder zurück?…

Ich knirsche nicht lange mit den Zähnen, es ist eindeutig! Sondern suche mir ein nettes Plätzchen.

Da kommt die sprechende Krähe.

Sie macht eine ganze Zeit mit wirklich besonders absonderlichen unkrähenhaften Geräuschen auf sich Aufmerksam. Als wollte sie ums Verrecken sprechen und hätte voll gesteigerten Spaß dran.

Bis ich ‚Hallo‘ sage. Und sie auch “Hallo“ sagt.

Ich brauche nichts.
Hier oben, in diesen kostbaren Stunden, gehört der ganze überschaubare Himalaya mir alleine.

Dann, nach einem wunderbaren Powernap doch mit dollem Hunger nach unten.
10-14:30 war ich unterwegs. Das bedeutet auch: eine gute Akklimatisierung. Jemand sagte: pro Tag 1000 rauf und 500 wieder runter. Genau das machte ich heute. Könnte ich echt versuchen, hier oben auf 3850hm zu schlafen.
Der Junge vom Tenboche guest house, gibt mir gleich einen Schlüssel, aber als ich ihn bitte, mir was zu essen zu machen, kümmert er sich lieber mit viel Seife um seine Schuhsolen. Ist sicher auch wichtig. Aber ich hab echt Hunger und sage das auch mit Nachdruck (Gunnar, du weißt, was ich meine, ja?)

Da leg ich die Schlüssel wieder ins Fach und gehe zur Bakery.

Die zaubern mir gleich was und hier ist es auch viel sauberer.
Als Nachspeise gibts zur Feier des Tages warmen gedeckten Apfelkuchen.

Bisschen Sahne dazu oder Vanilleis hätte ich auch nicht abgelehnt. Aber ich will nicht klagen: saulecker!
Mit der jungen netten Russin Natscha, einem Japaner, der seit vierzig Jahren immer mal wieder kommt (seine Dauenenjacke kennt schon seinen ersten Trip) und den Leuten von der Bakery verbringe ich einen schönen Abend am Ofen.

Sonntag, 24.11., Tag 4

Der Plan ist aufgegangen. 1000m rauf, 500m runter und dort schlafen. Nicht so dolle Syptome, ich konnte sogar schlafen.
Ja, es gab auch eine Zeit, in der ich gelinde Panik hatte, bloß nicht ans Tauchen denken!
Ich konnte mich aber recht gut selbst beruhigen.
Die Brust hat die ganze Nacht wehgetan. Ich nehme an, dass die Bronchien ausgtrocknet waren.

6:24 auf, zu spät für Morgenrosa
8:15 schön kuschelig ausgeschlafen.
Während alle wohlig in der Sonne sitzen und zufrieden FS mampfen, höre ich sie wieder, im Baum hinter dem Haus, die Sprechende Krähe.

„I saw that craw on the mountain, und nun sitzt sie hier, hört mal, sie will wirklich sprechen!“

„Well, you’ve got a new friend.“

Danach besuche ich die Monastery.
Ich setze mich zum Beten. Kaum werde ich etwas stiller, kommt der heiße Schmerz.
Dankbarkeit, dass ich das alles erleben darf, diese Berge! Dass meine Muskeln und mein Körper mir erlauben, so viel zu wandern. Dass meine Eltern meine Reise überhaupt möglich gemacht haben, indem sie sie mit ihrem Geld, das sie mühevoll verdient haben, finanzieren.

Aber auch Schmerz, bittere Trauer, dass wir Menschen uns so entwickeln. All about money. Nun auch in Thailand. Nepal, Südkorea…
Es ist nicht nur, dass da ein weiteres Land auf mich wartet, in dem ich teuer Geld latzen muss. Klar spricht das meinen Geiz an. Die andere Seite ist aber auch unweigerlich, dass die Menschen in einem weiteren Land den Bezug, die Liebe zu sich selbst verlieren, die Liebe zu Mitmenschen und zur Natur.
Money makes People ugly.
Ich versuche mich zu beruhigen. Nebenbei spüre ich, dass meine Brust nicht mehr schmerzt. Es kommt jemand, ich weiß nicht, ob es ein Mönch ist. Ich habe das Gefühl, er unterstützt mich in diesem Prozess.
Lange Zeit bibbern meine Lippen, verzieht sich mein Gesicht vor hochkommendem Schmerz. Es ist nicht genuge Liebe, um um die Welt zu gehen. There’s not enough love to go around.
Ich versuche, das alles in den pulsierenden rotierenden kosmischen Schoß zu geben, denn es ist ja viel zu groß für mich.
Dann bekomme ich Antwort. Es ist eine weibliche Stime: „Alles ist gut, wie es ist:
Wenn du kochst, sieht es zwischendurch auch schlimm aus in der Küche.
Wenn du dich gegen den Fluss sträubst, verbrauchst du ohne Effekt alle deine Energie.
Geh mit dem Fluss und alles ist leicht
Alles ist gut, wie es ist.“
Dann kann ich mich endlich beruhigen.
Im Grunde hab ich das die letzen Tage ja immer besser gelebt. So: nicht auflehnen gegen die teuren Preise, einfach dankbar sein, dass ich das alles erleben kann und auch genug Geld habe. Und mir kaufen, was ich brauche.
Und der Mann? Geht auch.

Ich bleibe noch eine Weile still sitzen, genieße die Ruhe.

Draußen tönt die sprechende Krähe, meine neue Freundin aus dem Klostergarten.

Übrigens nennen die Sherpas Mt Everest Chomolungma, goddess mother of the world.

„Many Sherpas believe that the summit of Chomolungma is home to the Buddhist goddess Miyolangsangma. It was she, they say, who allowed the first explorers, Sherpa Tenzing Norgay and New Zealander Edmund Hillary, to reach the top in 1953.“

Die Buddhistischen Gebetstrommeln werden immer im Ugrzeigersinn gedreht. Und so stelle ich mir die Süitze des Mt Everest als Nabel der Welt vor, als Nable des göttlichen Schoßes, um den sich eine bestimmte spirituelle Energie dreht.

10:00 ganz langsam mach ich mich auf, ganz langsam gehe ich runter. Genieße die warme Sonne. Abschied von den strahlenden Bergen und von diesem schönen stillen Platz.
Besinnlich-versonnen. Was bedeutet es, mit dem Fluss zu gehen? Das ist wohl gerade meine Aufgabe. Nicht mit dem Kopf zu lösen.
Beim Check out in Phunke Tenga treffe ich einen jungen Mann, dem ich wärmstens empfehle, auch im Hinblick auf Akklimatisierung, auf meinen Berg zu gehen. Er bekommt dieses begeisterte glitzern in den Augen. Ich denke, er macht es.
Auf der Brücke treffe ich alle diejenigen wieder, die in meinem Flieger waren. Sie wollen gerade nach Tenbuche hoch. „Oh, du warst schnell!“

Dann sehe ich ‚meinen‘ guckmaldawarich-Berg von der Seite.

Im übernächsten Dorf kaufe ich einen kleinen Drachen und ein  Meditationsgerät: eine ‚Dorje‘.

Am Dorfende höre ich sie wieder und bleibe eine Weile stehen. Es kommt ein Paar vorbei. „Diese Krähe versucht wirklich zu sprechen. Und sie ist mir von Tenbuche bis hierher gefolgt. – Oh, jetzt denkt ihr, ich bin verrückt. Naja.“

„Ach, was 😬.“

Vor 14:00 bin ich an der Kreuzung.
Ok, die Entscheidung ist einfach: Ich zweige nochmal nach Khumjung ab, um auf den Everest Viev Berg zu klettern.
Von dort sehe ich, dass ich noch etwas weiter laufen muss, um den alternativen Flughafen

und Namche von oben zu sehen.
Das Wort Höhenweg bekommt über dem tiefen, tiefen Tal eine ganz neue Dimension.

Es ist einfach so schön hier und so atemberaubend, dass ich noch etwas umherspazieren möchte.
Genießen!
Everest sherpa resort.

Günstiges Essen draußen an der Menütafel. Soll ich die nette Dame aus Khyanjuma hintergehen?
Ich frage nach dem Bettpreis:
110$!
Ich glaub echt, der verarscht mich. Zeigt mir aber die Karte. Auf der stehts tatsächlich.
Schon ne gute LAGE. Mit EverestBlick und so…

Unten zahle ich 2 $.
Dann spaziere ich jetzt mal nach Hause. Mittlerweile halb vier. Ein gutes Stündchen werde ich schon brauchen.
Muss wieder bisschen rauf, das ist schon sauschwer!
Bleischwer.
Ich bücke mich gerade, um Luft zu holen, da rauscht einer von diesen wunderschönen blauen Nationalparkvögeln einen Meter an mir vorbei und fliegt kamikaze runter ins Tal.
Seitdem ich gestern auf dem wunderbaren Berg war, habe ich das Gefühl, in dieser Gegend jeden Pfad zu kennen.
Wie zu Hause…

Oh, ich verliere aber diesen Pfad. Und schlage mich irgendwie durch,

ängstlich, dass ich nochmal ‚rauf‘ muss. Dafür sehe ich Damwild. Und bald auch einen netten vielversprechenden Pfad.

Der Shortcutpfad von Khumjung nach Kyangjuma ist märchenhaft.

Als wir uns wiedersehen, umarmen wir uns spontan, die nette Frau vom Hotel in Kyangjuma, und ich.

Ihr Mann hat 2015 den Mount Everest bestiegen

und führt eine Travelagency in Kathmandu. So ist sie viel alleine.

Dieser Mann hängt auch in ihrer Dining Hall. Sein smartes Lächeln macht mich froh. Sollte ich mir eventuell auch besorgen, son Bild.

Am Abend lerne ich ihren durchaus aufdringlichen persischen Freund kennen. Er will unbedingt, dass ich nach Persien komme und eine seiner teuren Trekkingtouren buche.

Schön fand ich, dass die Dame des Hauses meinte, ich solle lieber den Riegel an meinem Zimmer vorschieben. Manchmal kämen Yaks rein…

Montag, 25.11., Tag 5

Von dem Pakistanimann lasse ich mir gern einen Apfel spendieren, danach gibts kalte Morgenwäsche. In der Dusche gehts, aber vorne am Brunnen ist die Leitung eingefroren.

Schön erfrischt gehts wieder los. Heute ist ein langer Wandertag. Erst flach. Ich hatte mich so auf Sonne am Hang gefreut, aber die dicke Wolke von gestern hat sich über dem Tal ausgebreitet. Allerdings begegne ich einer Gruppe Australiener, die einem Wanderfreundeskreis angehören. Die zwei sehr netten Herren, mit denen ich mich angeregt unterhalte, geben ganz guten Sonnenscheinersatz.
Ihr Guide führt sie allerdings bereits in Namche in ein Museum. Ich kann nicht mit, weil ich Kilometer zählen muss. Natascha hatte mir ein nettes günstiges Hostel in Cheplung empfohlen. Morgen noch 1h nach Lukla, perfekt!
Auf der Bank vor der Klinik hatte ich mich vor drei Tagen im Sonnenschein ein wenig ausgeruht und promt, wie immer, das vergessen, was unter mir meinen Hintern wärmen sollte: mein Halstuch. Nu komme ich wieder da vorbei. Na, wird jemand mitgenommen haben, das wär ja auch gut. Aber ich will über den Zaun  schauen, ob es den Abhang runter geweht ist, denn ich möchte keinen Müll verursachen.

„Was suchen sie?“

„Äh, mein orangenes Halstuch, hab ich vor drei Tagen hier vergessen.“

„Warten Sie!“

Er kommt tatsächlich mit dem alten Ding in der Hand wieder raus. Die gute Situation nütze ich nicht nur für einen Klogang, sondern ich frage auch mal beiläufig nach Volunteering. Er klingt nicht besonders begeistert, aber geundsätzlich ist es schon möglich.

Heute lerne ich mal paar Leute beim Wandern kennen: einen griesgrämig- negativ eingestellten jungen Deutschen, einen komischen LibanonRussen, der mir ein Video zeigt, wie er das große Gepäck eines überladenen Porters für ein paar Meter rauf und wieder runter trägt. Zwei liebe Irinnen, eine kann super deutsch. Eine Wohltat.
Am Road House in Cheplung verabschieden wir uns, sie wollen noch weiter.
Das Wetter ist heute den ganzen Tag meist verhangen und kühl. Ideal zum Tschüss sagen. Einfach nur laufen, nix mehr anschauen müssen. Bloß noch gucken, dass ich warm und satt habe.

Dienstag, 26.11., Tag 6

1 h nach Lukla, ich lerne den Guide Nima kennen, der heute frei hat und gerne mit mir EnjoyTime fabriziert hätte.

Mir war heute Nacht schon klar, dass der Flug verschoben wird, als ich starke Windböen hörte. Es sieht eigentlich ganz gut aus heute, klar, kalt, recht windstill. Dennoch ist den ganzen Morgen noch kein Flieger abgehoben.

Bald gründen wir den ‚Singleclub‘ auf einer netten Mauer in der Sonne. Direkt über dem Rollfeld. Nix los.

Gegen 15:00 geh ich nebenan ins Shangrila, dort treffe ich auch Assad wieder, der sich hervorragend danebenbenimmt und damit alle unterhält und zum Lachen bringt. Zum Beispiel hat er den Flug erst morgen, rennt aber zum Flughafen, als der erste Flieger (von seiner, leider nicht meiner Fluggesellschaft) sich bereit macht.

Wir lachen uns tot über seinen unsinnigen Aktionismus. Aber das macht ihm nix. Könnte doch sein, dass ein Platz frei ist. Heute geht noch genau ein weiterer Flug. Und er spielt das selbe Spiel. Langen sich alle ann Kopp.
Doch dann leitet er mit seiner überbordenden danebenen Energie einen schillernd Bunten Abend ein mit Selbstkaraoke und Tanz.

Hier: Assad und Santosh

Santosh, der Besitzer rückt seine Gitarte raus und macht Livemusik (ich auch).

Das coole ist, Santosh hat ein Lied geschrieben, das ich mag und das perfekt passt. Wenn ich es hier mal verlinken darf:

Zu unserer Spontanparty mit einigen Trekkern, Guides, Dörflern, wird serviert: Bier und Rum (mit heißem Wasser)

Im Laufe des Abends sammle ich noch weitere schöne Lieder. Bald sind bloß noch Assad, ich und die Nepalis feuschdfröhlisch

27.11.
Heimreise
FS, ich verstehe mich gut mit Bicar, der schon gestern Abnd neben mir saß.
Dann Chaos auf dem Flughafen ab 7:30.
Flug geht ca. 10:40, aber dann müssen wir noch auf den nächsten Flug warten, bis der Bus losfährt und wir kommen ab Baghdapur in Stau. Ätzend!
Diese Straße will ich nie mehr fahren. Der mit Nakul geplante Deulikhel-Tag fällt nu eh flach, eventuell ist es von Nagarkot aus eine andere Strecke.

Neben mir im Mini Bus sitzt ein junger Amerikaner. Als wir durch Baghdapur und dann am Kathmandu Airport vorbei trafficjammen, stiert er aus dem Fenster.

„Are you so much interested?“ (In dreckige Straßen, heruntergekommene Häuser…man wills garnicht wissen)

„Äh, no…“

„Astonished?“

„Ha, well, thats a good word!“

Der Bus bringt uns gegen 19:00 ! (anstatt gemütlicher kurzer Direktflug nach KTM, um 10:00, wie gebucht und bezahlt) nach Thamel. 170 m entfernt von meinem Hostel. Ich komme genau an meinen ersehnten Momos (gefüllte Nudeln) vorbei und dann dusche ich erstmal. AH, nach 7 Tagen!
Und natürlich Wäsche. Schön, das Wasser ist voll braun, lohnt sich.
Oben auf dem RoofTop telefoniere ich mit den Eltern. Papa hat vor paar Tagen nur erwähnt, dass es Mama nicht gut geht. Wir brachen das Telefonat ab, weil er mich nicht verstehen konnte. Und sie haben nicht auf meine Mails geantwortet. Toll!
Nun kann ich entlich fragen  was los ist.

28.11. Ausruhtag
Laaange geschlafen, wie ein Stein. Morgens Rheuma in den Handgelenken, wie Sau. Schwer, aus dem oberen Bett herunterzusteigen. Aber ich tausche dann eh, die nette Schweizerin geht. Die machte sich übrigens die gleichen Sorgen um die Welt, wie ich. Da hab ich ihr das mit der Küche verraten, die, bevor das Werk vollbracht ist, schlimm aussieht. Das hat sie voll erleichtert und fröhlich gemacht.
Nach dem FS wieder schön ins Bett. Zu Mittag finde ich am Rand von Thamel ein richtig nettes Lokal,

in dem ich für billig mixed Laphing und Momo verspeise und lange Gitarre spielen darf. Oh, das tut gut.

„Komme wieder!“ „Hm, danke, ich hoffe, dass ichs nochmal einrichten kann.“

Tee auf dem Roof Top, Lunchrest, dann Klamotten aussortieren. Weil ich eh zu viel habe. Aber auf dem Flug nach Bangkok darf ich nur 11kg Gepäck plus Handgepäck mithaben.
Nach 17:00 Treffen mit Nakul. Der hat aber bloß Zeit, mir nochmal seinen Plan darzulegen.

Ich gehe wieder ins Chops & Hops.

Diemal spielen die Jungs, oh, sie singen so schön!

Wieder lasse ich mir ein paar NepaliLiedtitel aufschreiben.

Pause

Montag, 18.11. – Mittwoch, 20.11.

Nakul schreibt auf dem rooftop meines hostels meinen Plan für den Everest Spaziergang (5 Tage), den ich alleine machen will. Und für ein paar chillige Tage in einem Nationalpark near by als Ausklang, zusammen mit Nakul.

Voll konzentriert

Einmal will ich wenigstens ein bisschen Kultur machen und stolpere 40 Minuten durch Müllstraßen und über Deponieflüsse quer durch die Stadt zum Monkeytemple. Tatsächlich mit Monkeys.

Mir sind die ganze Zeit die Knie weich von so viel Input. Lange kann ich nicht bleiben.

Die Monkeyfängerin von KTM

Die frechen Biester können aber auch ganz süß tun

Diese drei Tage sind der Relaxation gewidmet. Ansonsten päppele ich meine Energiereservoires begeistert mit Bananen, Nüsschen und Peanutbutter auf.