Nepal

Dienstag, 5.11.
7:30 reichhaltiges FS mit Kartoffelpuffer, Spiegelei und Toast.
Um 8e bin ich am Bahnhof.
Klappt alles prima. Ich bin saumüde und schlafe vor dem boarding und im Flugzeug. In China, etwas nördlich von Hongkong habe ich 4,5 h Aufenthalt. Ich schlafe erstmal ne Runde, bis ich erfahren kann, in welchem Gate das Boarding ist. Dort lege ich mich auf eine gemütliche, weil gepolsterte Spielplatzumrandung und lass die Youngsters um mich herumtoben.

Endlich im Flieger habe ich zwei supernette MaschineningenieurNepali neben mir, die geben mir die ersten Tips. Zum Beispiel, wo ich am besten Jacke und Hose fürs Trecking bekomme. Nämlich im Kalapathar.
Dann schlafe ich ein. Hm, der Tag ist ja auch 3,15h länger.
Das auschecken am Kathmandu Flughafen dauert nevenzerreißend lange. Es gibt Maschinen für Visabeantragung. Aber da keiner kapiert, wies geht, wartet man ewig in der Schlange. Ich will nach dem Geldabheben noch eine DatenSim kaufen. Als die ein Foto von mir wollen, passe ich. Ich habe jede Menge dabei, aber ich weiß gerade nicht, wo und habe einfach keine Lust mehr. Nun der Taxiparcours, den ich erfolgreich neinsagend überwinde und mit einigen unbedeutenden Schwierigkeiten finde ich auch mein heruntergekommenes Hostel. Jetzt ist es so 22:30. Ich fühle mich ausgelaugt und totmüde. Die Tür ist zugesperrt.
Nach einigem Klopfen kommt jemand. ‚Tut mir leid, wir sind ausgebucht.‘ ‚Aber ich habe gebucht.‘ ‚Ist aber nix frei, hier sind nur Doppelzimmer. Aber keine Angst, ich fahre dich in ein anderes Hotel.‘
Ob ich vorher noch duschen will, was trinken…’Nee, bloß zu meinem Bett.‘
Dann schwingt der junge Mann meine Reisetasche auf sein abgewracktes Mofa, ich hintendrauf und los gehts durch Kathmandus slummige Hintergässchen. Vor jedem einzelnen Sträßchen erklärt er mir, ob es schlechter oder besser ist. Die schlechteren sind wirklich schlecht. Zum Glück fährt er langsam, während er mit mir um die halbmetertiefen Schlaglöcher und übriggebliebenen Teerinseln schlingert. Ich muss einmal an einer falschen Stelle ja gesagt haben, denn nun zeigt er mir das Hotel, fährt aber daran vorbei und macht noch ne Runde Sightseeing mit mir.
Es ist ziemlich offensichtlich, dass er für irgendwas anbandeln will. Mir bleibt bis zum Schluss schleierhaft, für was. Im Hotel schleppt er meine Sachen nach oben, nachdem ich den ausgemachten Preis bezahlt habe. Das kann ich zu dem Zeitpunkt aber nicht nachprüfen, weil noch kein Internet. Ich bekomme ein wunderbar großes Zimmer mit sauber wirkendem Doppelbett und nicht sehr furchtbar dreckigem Boden.
Irgendwie druckst er noch rum, bis er endlich erkennt, dass ich bloß schlafen will.
Und das tue ich richtig gut.

Mittwoch, 6.11.

Im Sonnenlicht erkennt man mit etwas gutem Willen die eigenwillige Schönheit in allen Dingen.

Auf dem Weg zum Flughafen, der auch von diesem Hotel nicht weit ist, verlaufe ich mich, weil das GPS mal wieder überhaupt nicht hinterherkommt. Krass staubiger und heruntergekommener Eindruck. Der ‚Fluss‘, der Marker, an dem ich mich schließlich orientieren kann, eine stinkende eingetrocknete Kloake. Verdammt!

Ich denke, der ist aus Bronze, bis ich bemerke, dass die Fliegen um seiner Nase sich träge bewegen.

Bis ich beim Flughafen bin, hab ich von diesem Stadtteil echt genug gesehen.
Ich hole mir die SimCard, aber Google zeigt mir keine öffentliche Verbindung zu meinem Hostel an. Also muss ich ein Taxi nehmen. Es stellt sich heraus, dass ich doch fähig bin, ein wenig zu verhandeln. Ich dachte, Nepal wäre billig, offensichtlich wars das mal. Der Fahrer, der mich für etwas weniger fährt, ist jedenfalls supernett, ohne Aussaugtendenzen und versöhnt mich wieder. Er ruft sogar im Hostel an, damit jemand kommt und mich durch die letzten undurchblickbaren Hintergässchen zum Ziel bringt.
Ich erwarte fast schon Schreckliches, aber ich schließe mein Billighostel gleich ins Herz.
Zunächst traue ich mich allerdings nicht weit vom Hostel weg, weil es verdammt schwer ist mich hier zu orientieren. Alle paar Gässchen hat es auch noch wieder die gleichen Läden.

Auf einer Kreuzung nearby steht ein dicker schwarzweißer Yeti. Prima Merkmal! (Allerdings stelle ich am nächsten Morgen fest, dass sie den alsemol woanders hintun.)
Das Hostel hat, wie fast jeder hier, eine integrierte Reisagentur. Das schrieben sie mir auch schon nach der Buchung. Eigentlich möchte ich bloß paar Tipps für eine selbstorganisierte Trekkingreise bekommen. Aber ich schließe dann doch einen Vertrag für eine Tour mit Guide ab. Der Futterposten scheint mir zu teuer. Und so mache ich aus, dass ich das Essen aus dem Vertrag lasse und selbst vor Ort bezahle.
Er hat denselben Tip für Treckingklamotten, wie auch schon mein Flugzeugnachbar. Und der -huch? -winzige Laden ist gleich um die Ecke. Ein Herr schickt mich aber drei Häuser weiter in den zweiten Stock ins Lager. Hier gibt es in Kompostkästen buchstäblich haufenweise Fakeklamotten  und wohl davon wieder zweite Wahl. Unerreichbar hoch hängen an einer Stange weitere hunderte von Jacken. Mit fällt natürlich trotz der überbordenden Reizüberflutung und der Massen an wühlenden Leuten, sofort die einzige orangene Dauenenjacke ins Auge. Die lasse ich mir von einem gelangweilten jungen Mädel, das flugs auf einen der Komposthaufen klettert, herunterreichen. Sie nennt mir auch nach kurzem abschätzendem Blick darauf einen passablen Preis.
Klar, passt, wie angegossen. Ich hole mir noch einen dünnen, aber wärmenden Pulli dazu. Die Wahl der Hose ist schon schwerer. Aber bald habe ich alles. Zum Bezahlen muss ich wieder in den kleinen Laden ein paar Häuser weiter unten an der Straße. Ich wundere mich, denn im Straßengewühl könnte man zu einfach einfach mit seinen Klamotten verschwinden.
Einer hält eine große Mülltüte auf, der andere zählt die Klamotten rein. Auch er: kurzer abschätzender Scheißegalblick, noch günstigeren Preis genannt, und rein in die Tüte.
Nebendran ist ein Laden, der unter vielem anderem auch diese netten bunten Fähnchen verkauft. Ich will bloß erstmal fragen, was die kosten. Na prima, dann komme ich nach dem Trekking und hol mir welche. Da meint er, er traut jedem Nepali, aber keinem Foreighner und sein Blick sieht echt zutiefst frustriert aus. Ja, meine ich, die Nepali, die alle in diesem Klamottenladen einkaufen, scheinen auch alle zu bezahlen. ‚Klar bezahlen die. Jeder Nepali tut das.‘
‚Weißt du was? Du merkst dir jetzt, dass ich hier war. Ich komme nach dem Trekking wieder und du registrierst dann, dass ich wirklich gekommen bin und tust deinem Herzen was Gutes.‘

Das Abendessen, richtig lecker DalReis mit Gemüse, bekomme ich von der Agenturseilschaft spendiert.

Sogar ein Bier dazu. Zum Glück lasse ich mir das leichtere Bier mit dem schönen Namen ‚Mount Everest‘ empfehlen. Selbst das krieg ich nachher kaum runter.
Man erklärt mir, dass ich soviel essen darf, wie ich möchte, also immer wieder nachbestellen darf. Und je mehr ich esse, desto glücklicher ist dann der Wirt. Prima win-win Geschäft.

Donnerstag, 7.11.
Superlanges Frühstück auf dem Dach

mit einer Japanerin aus Hokaido und dem netten jungen Bettnachbarn aus Holland, mit dem ich dort bereits gestern gute lange Gespräche geführt habe.
Ich habe richtiges Brot geholt von der Bäckerei nearby und wir genießen das alle drei mit Peanutbutter. Jeder steuert was zum FS bei und wir sind super zufrieden.

Heute habe ich den ganzen Tag pretty much of nothing vor. Außer, ein Eratztuch für mein damals in einem Flugzeug vergessenes zu besorgen. Das hatte ich vor ca. 10 Jahren in einem Nepalladen in Kroatien gekauft und echt geliebt.
Nur leider gibt es die nicht mehr. Hier hat echt jeder fast das gleiche Angebot. Im Grunde reicht es, wenn man 5 Geschäfte abklappert. Dann wiederholt sich alles. Hier gibt es Tücher, Klamotten, Leder, Filz, Dinge aus Metall und Futter… etc.

Hier gibt es Kathi Rolls

Ich erreiche den Garden of dreams.

Der ist eingemauert und kostet 3€ Eintritt. Trotzdem alles staubig. Ich werfe nur von der Kasse aus einen kurzen Blick hinein.

Nebendran ist ein Tempel. Alles bisschen anders.

Manche Sträßchen sind bisschen breiter. Dann rauscht der Verkehr mit Affenzahn und mit allem, was irgendwie rollen kann halsbrecherisch durch die Stände und an den Fußgängern vorbei. Das macht mich völlig fertig. Bis ich mich entspanne und einfach mitfließe. Ein strudelnder Fluß.

Hier ist es mal kurz ruhiger, sodass ich mein Handy zücken kann, ohne, das es gleich über den Haufen gefahren wird.

Heute muss ich kalt duschen. Das sonnenkollektorengewärmte Wasser hat wohl nicht für alle gereicht.

Freitag, 8.11.

Alles Gute zum Geburtstag, Ian!

Ich bin schon seit aller Frühe auf und warte auf meinen Guide. Dann gehts 7h mit dem Bus nach Pokhara, besser gesagt, nach Nayapul und in 9-10 Tagen zum Anapurna Base Camp und zurück.

6:15: Mittlerweile ist der Guide da. Er ist sehr nett und ich bin froh, dass ich diese erste Tour nicht auf eigene Faust und alleine mache.

Nochmal Seoul

Samstagmittag, 2.11.

Nachdem auch in Seoul an drei weiteren Stellen meine Plastikkarten nix wert sind, bezahle ich cash für mein Bettchen und konzentriere mich bei einem Powernap auf mein Moneyproblem.

Ich checke mal die Bankhomepage. Da fällt mir die Möglichkeit auf, eine Pin für die Kreditkarte zu kreieren. Und mir fällt es gleichzeitig wie Schuppen aus den Augen, dass ich nämlich vor vier Jahren, als ich extra für die Weltreise meine erste Kreditkarte besorgt habe – nämlich diese – ich mich viel besser damit ausgekannt und im folgenden alles wieder vergessen hatte.

Pin kreiert, Problem gegessen. Und ich versuche nicht wieder, mit meiner Bankkarte Geld abzuheben. Das ist nämlich deutlich teurer, weil ING zusätzlich zu den Automatengebühren noch 5€ extra berechnet. So, wieder was gelernt, Kapitel abgeschlossen.

Und zur Feier des Tages gibts  ein paar Sträßchen weiter seit langem mal wieder richtigen Kaffee…

…und gute Unterhaltung.

Ein netter NZler kommt auch vorbei. Und als ich ihm den Bukhansan Park empfehle, hab ich selbst die Idee, dass doch damals die Jungs im Bus dorthin eine ‚andere‘ Route auf den Baegundae genommen haben. Sind ja noch ein paar schwarze KletterWege in dem Wald zu erkunden. Und the weather will be fine 🌞.

Mag sein, dass es für den werten Leser meines Blogs längst stinklangweilig ist, immer nur Steinhaufen zu betrachten. Aber mir machts Spaß 😀!

Da bessert sich direkt meine Laune von mehreren Seiten. Die Erleichterung sieht mir sogar der nette und besorgte Hostelbetreiber an, als ich rechtzeitig zum Porridge machen zurückkomme.

Übrigens ist es hier nicht schön. Die auf Booking.com angepriesene Terrasse ist ein echtes Goldstück…

…und macht mich bisschen traurig, weil sie mit so wenig Handgriffen richtig cool sein könnte.

Richtig schlimm ist das Bad. Das Zimmer selbst ich auch nicht wirklich besser. Alles ist kaputt und versifft und niemand tut einen Handschlag. Offenbar seit sehr langer Zeit nicht mehr.

Ein Besipiel: das Duschwasser rinnt an der Badezimmertür direkt ins Zimmer und unter den aufgeplatzten PVC. Kein Spaß. Als ich das Bild mache, isz der ganze Krempel oberflächlich mal trocken. Naß siehts noch schlimmer aus.

Dieser Stadtteil!

Die Bars heißen Buddhas Belly und thirsty Monk…
Ich fühl mich unpassend, wie Oma in der Disco. Das hier hat nix mit mir zu tun. Dreckig, eine Bar an der anderen Bar und lauter betrunkene junge Leute, die ihren -aus meiner Sicht- oberflächlichen Spaß haben.

Wie issn das eigentlich, wenn man garnichts erwartet-
und tatsächlich nichts (was sich nahrhaft anfühlt) kriegt?

Erstmal ist es schockig, wie eine große Leere, in die ich fallen könnte.
Und dann besinne ich mich endlich wieder auf mich selbst.
Richtig gut.
Ist auch mal eine Wohltat, nichts aufregendes zu erleben. Einfach sein.
Und eine Weile diesen dreckigen ungesunden Trubel akzeptieren.

Obwohl mir höchstens danach ist, ein paar Tröpfchen Alk vermischt mit viel heißem Wasser und ganz in Ruhe vorm Schlafen gehen zu trinken, kaufe ich um die Ecke eine Flasche Soju. (Keine Angst, Gunnar, ich saufe tatsächlich nicht zu viel. So eine Flasche hat die Größe einer kleinen Bierbuddel. Und mir war das jetzt zu viel für die drei restlichen Koreaabende.)
Das Hostel hat keine Küche, aber an der Rezeption eine Mikrowelle, Heißwasserautomat und ein CanapéSofa. Außerdem ist es hier wenigstens himmlisch ruhig, wenn man das Brummen des kaputten Kühlschrankes ausblendet. Der Frauendorm geht zu einer Straße raus, die aus lauter kleinen Bars besteht. Die Straße ist so 1 m breit. Kriegste also jede Unterhaltung und die ganze Musik mit. Insgesamt ein aufgedrehter Bienenschwarm.
Ich mixe mir meinen großzügig mit Wasser vedünnten SojuTee (eigene Erfindung). Da kommt wieder dieser Mann vorbei.
Das gibts doch nicht, wie der rumläuft. So was hab ich noch nicht gesehen. Sein Brustkasten erhoben und zu einem Panzerschrank fixiert. Sein hartes Gesicht das Schloss mit sieben Siegeln dazu. Nicht grad minus 273Grad, der bewegt sich ja noch. Aber kaum drüber.
‚Magst du auch’n Becher Soju? Ist mir zu viel.‘
‚Ne, hab in jungen Jahren schon alles getrunken. Reicht für mein Leben.‘ Aber die Temperatur steigt um 2-3°.
Wir kommen tatsächlich ins Gespräch. Als er davon erzählt, wie er früher auf House abgedanced hat, registriere ich fasziniert, wie sein Gesicht und seine ganze Haltung sich verändern, während er auftaut.
Und sogar mit viel Fantasie unter der harten Kruste seiner Oberfläche ein klein wenig zu leuchten beginnt.
Überhaupt ist er Amerikaner (der allerdings halbwegs langsam und deutlich sprechen kann) und ich kann ihn wesentlich besser verstehen, als english sprechen. Also bin ich damit zufrieden, seinem Redefluss zu lauschen und nur ab und zu eine Verständnisfrage zu stellen oder ihm ein bisschen Feuer zu geben. So reden wir über Gott und die Welt. Mir macht es einfach Freude, zuzusehen, wie sehr er sich verändert (der von sich behauptet, dass er sich meistens zurückzieht und mit garkeinem redet).
Unter anderem fand ich dies bedenkenswert: er wohnt in China und muss ab und zu kurz ausreisen, um sein Visum zu verlängern. ‚Empfindest du China als deine Heimat?‘-‚Die ganze Welt ist meine Heimat.‘ ‚Hm, ich habe beim Reisen die Erfahrung gemacht, dass die Heimat letztlich in mir selbst ist.‘
Auf einmal ist es echt 24:00. War ein guter Abend, Jerome.

Sonntag, 3.11.

Ich schlafe bis 9. Bukhansan ist keine Option, habe das Gefühl, ich sollte es heute nicht überreißen. Das Wetter spielt auch mit. Es ist sonnig, aber so diesig, dass kaum eine gute Aussicht zu erwarten ist.
Also laufe ich nach dem FS auf der Goldstückterrasse (meine Zimmergenossinnen schlafen allesamt noch ihren Rausch aus und auch das RezeptionsCanapé ist von einer regungslosen Frau occupiert) durch kleine sonderbare Gässchen die 2km zum botanischen Garten. Der eher ein nicer Stadtgarten ist. Mit public Gym und Mineralquellen.
Es ist warm und ich fühle mich wunderbar langsam. Probiere wenig engagiert einige Trainingsgeräte. Deutlich aktiver suche ich sonnige Liegebänke auf und schaue den Blättern beim Fallen zu.
Eines von diesen ca. 3x 3 m großen Podesten wähle ich für eine ausgedehnte Mittagspause. Ich wandle längst in entfernten Gefilden, als sich eine Dame ganz dicht mit ihrem Gesicht zu meinem legt, ihren Hut über den Kopf stülpt und sofort anfängt, zu schnarchen. Ab und zu schreckt sie hoch und legt sich sofort wieder hin um friedlich weiterzuschnarchen. Schließlich hab ich ihren Arm auf meinem. Irgendwie find ich sie auch süß.

So drücke ich mich im Botanischen Garten des Namsan Park rum, bis ich zum Seoul Tower aufsteige. Diesmal von der anderen Seite. Hier führt ein alpiner kleiner Pfad hoch. Man hat, wenn es einem gelingt, die Straßengeräusche auszublenden, absolut nicht das Gefühl, mitten in der riesigen Stadt zu sein.

Fasziniert schaue ich ein paar Portraitzeichnern zu. Könnte ich echt auch mal wieder Lust kriegen.

Dann fliegt ein Drache über den Himmel und ich komme gerade rechtzeitig auf die Plattform.

Eigentlich wollte ich schon zum Hostel tapern. Ich finde, der Drache ist ein wunderbares Abschiedsgeschenk von Korea. Habe ich bereits erwähnt, dass die Christenheit auch in Korea die Drachen gekillt hat?

Dann plötzlich taucht die glutrote Sonne nochmal unter der Wolke hervor und flasht alle Anwesenden.

Eins ist wirklich gut in Korea (nach den tollen Bergen, natürlich). Sie haben an allen öffentlichen Plätzen und in allen öffentlichen Verkehrsmitteln freies Internet. Der Vertrag meiner DatenSim ist vor paar Tagen ausgelaufen. Aber ich komm recht gut ohne klar. Ist kurz vor dunkel und ich hab mir gerade eine praktische Busverbindung (Infrastruktur ist auch sehr geil) über NaverMap herausgesucht. Da hebt diese schöne junge Dame an, ihre eigenen Lieder zu singen.

Wunderbar! Endlich ein schönes koreanisches Lied!

Ich habe ihren Instagramm Zugang, aber muss noch hoffen, dass sie mir ihren Text in lesbarer Form zukommen lässt.

Als ich von der nahegelegenen Bushalte zum Hostel laufe ist die Sauf- und Kotzmeile signifikant ruhiger, als am Vorabend. Ist ja auch Sonntag. Na prima. Ich lausche noch kurz einem andern Sänger, der zu Selbstkaraoke einen kleinen Blauzahnbrüllwürfel auf die Straße gestellt hat.

Im Zimmer haben wir Neuzugang. Die Frau hat ein graugrünes und kaltschweißig anmutendes Gesicht. Sieht ziemlich gehetzt aus.

Später, als ich im Bett liege (unten, sie im gleichen Etagenbett oben), bewegt sie sich ruckartig und das Bett wackelt erschüttert. Das Problem ist nur, das macht sie oft.

Nein. Sie macht das

DIE GANZE NACHT.

Montag, 4.11.

Morgends dreht sie nochmal richtig auf. Ruckt mit den Armen, klopft hektisch auf die Matratze, gegen die Wand. Sie hat son paar Muster. Jetzt fallen ihre Sachen nacheinander aus ihrem Bett.

Ich steh mal lieber auf. Dann fällt auch noch ihre Geldbörse runter. Ich packe die Gelegenheit beim Schopfe und frage, ob das ihre ist.

Sie dreht ihr Gesicht aus Kissen und Decke heraus und zu mir um und schaut mich freundlich an.

‚How are you?‘

‚Good, good.‘

Tourette und restless legs habe ich schon vor Stunden ausgeschlossen.

‚Dear, you did’nt sleep. All night. You should see a doctor.‘

Erreicht hab ich sie wohl nicht.

Zum FS unterhalte ich mich auf der Goldstückterrasse mit Assis, einem Marrokaner. In aller Ruhe nach Incheon gurken, wo ich mich flugplatznah eingebucht habe, Reistasche im Hostel lassen, einchecken darf ich erst um 3.

Auf dem nahegelegenen Spielplatz in der Sonne liegen und den ganzen Tag so gut, wie nix tun.

Doch: ich lese mich schon mal bisschen ein. Hole Infos über Kathmandu und Pokhara trekking.

Der Hostelbertreiber labert mich mehrmals zu. Der Koreanische Nationalstolz geht mir mittlerweile gehörig auf den Zeiger.

Aber hier macht duschen und Wäsche waschen wieder Sinn und das ist doch schon mal was. Geräumig und sauber ist es hier. Wunderbar.

 

Erkenntnisse SüdKorea

[ ] Eine Schule, meine Energie auch zu halten, wenn ich unfreundlich abgeflappt werde.
[ ] Auf der anderen Seite immer wieder dieses Geschenk besonders herzlicher Freundlichkeit anzunehmen. Das fällt mir leicht. Und die Freude darüber schwingt noch lange in meinem Herzen nach. Ich hoffe, ich bin manchmal auch so.
[ ] Also, ich weiß nicht, was ich kriege. Und das ist ok. Im Gegensatz dazu konnte ich mich in Japan auf Freundlichkeit fast verlassen.
[ ] Reisen macht, das man lernt, heiter Raum um Raum zu durchschreiten, an keinem, wie an einer Hameimat hängen zu bleiben. Reisen macht, dass ich spüre, ich hab immer mich selbst dabei. Nichts anderes.
[ ] Ich werde mir selbst Heimat
[ ] Ich darf ruhig sehr viel langsamer machen
[ ] Wenn ich meine Ressourcen ausschöpfe, und mein Körper das netterweise mitmacht, muss ich auch wieder runter von dem Leistungsross. Und zwar immer viel weiter runter, als mir lieb ist.
[ ] Ich suche Menschen und auch Völker, die sich die Liebe in Herzen bewahrt oder sie wiedergefunden haben

Sokcho 2, Seoraksan overnight hike

Mittwoch, 30.10.

Ich hab so viel gefragt, Information Center, Hostelmann, Passagier, der mir den Plan an der Haltestelle interpretieren kann, die Uhrzeit, die an der vorigen Haltestelle steht…jeder sagt was anderes, wann der erste Bus geht. Ich wäre gerne früh aufgestanden, um viel Zeit zum Wandern zu haben. Nun muss ich vom worst case ausgehen: erster Bus um 7:25. Ich wills ja nicht glauben. Und es ist eine Stunde Fahrt zum Seoraksan Park.
Jetzt hab ich aber die ganze Nacht kaum ein Auge zugetan, weil ständig mit ExtremDurchfall auf dem Klo gesessen. (Seit dem letzten Morgen in Japan war mir eh dauernd leicht übel.)
Morgens denke ich bewusst an den Rogen und muss auch gleich bestimmt dreißig mal stark würgen, bis mir die Luft wegbleibt. Kommt aber nix mehr. Prima, alles leer. Dann kanns ja losgehen.
Ich gehe früher zum Bus, weil ich schon fertig bin und siehe da, einer kommt um 7:09. Wäre sicher auch noch früher einer gefahren, aber ich bin zufrieden.
Innehalten am großen Buddha…

…und für gutes Gelingen der Wanderung beten.

Gelb und grün bedeutet leicht, rot und dunkelrot ist anstrengender, schwarz ist mit bisschen Klettern.

Die erste Stunde geht es flach, dann easy bergan. Immer am Bach entlang, der viele schöne grün-klare Pools bildet.

Dennoch merke ich, dass mir schnell die Puste ausgeht.

Windige Aussichtsplattform kurz vor der HuiungakShelterHütte.

Um 13:00 komme ich völlig fertig an der Huiungak Shelter an. Ich darf früh einchecken, als ich sage, dass es mir nicht so gut geht und ich etwas Schlaf brauche.
Für teuer Geld leihe ich mir zwei Filzdecken aus. Eine als Matratze (wir schlafen auf Holzboden), die andere als Decke.
Mein Bettplatz ist an der Heizung!
Dennoch zittere ich mich in den kurzen komatösen Schlaf.
13:30 schon hält mich nix mehr. Und ich stehe als Zombie wieder auf. Muss doch mal sehen, wie weit ich den Hang noch hinaufkomme. Der eigentliche Plan war, die höchste Erhebung des Nationalparkes, den Daecheonbong zu erreichen. In meinem Kopf pulsiert dauerhaft der Satz: „Wer klettern will, muss auch Nein sagen können.“
Ich setze mir als Zielmarker: um 16:00 kehre ich um, dann bin ich gut 2h hochgeklettert und habe noch gut 1,5 Stunden Licht, um wieder in meine Hütte zu kommen.
Unterwegs überholen mich einige Paare. Ich stehe nach jeweils drei Stufen gebückt da und schnaufe.

Es sind drei Bergspitzen auf dem Weg angekündigt. Wär doch gelacht, wenn ich nicht wenigstens die erste schaffen würde.
Hier denke ich, es wäre die erste. Man kann schon das Meer sehen.

Hier denke ich es nochmal.

Aber vieeeeeele, viele alpine Steinstufen später ist es dieser Ort.

Der Golfballberg ist die zweithöchste Erhebung, links der Daecheonbong.

15:30. Ein Mädel meint, es seien noch 20min bis zur letzten Shelter und dann nochmal 20min zum Daecheonbong. Na, wenigstens den Golfballberg schaffe ich doch noch bis 4.
Der Weg, auf dem ich einmal Eis sehe, führt aber an seiner Spitze vorbei. Jetzt sehe ich auch die Hütte. Noch 12 min. Nun weiß ich, dass ich mein Ziel erreiche und bin plötzlich supermotiviert.
Dieses Foto mache ich exakt um 16:00

Juhuuu, on top of the world!
Ich kann mich leider nicht lange aufhalten und der starke Wind ist eiskalt.
Beim Runterhüpfen überhole ich drei gechillte Monks. ‚You alone? Don’t you fear?‘
Was soll ich fürchten? Den Wind? Ich hab jedenfalls keine Angst vor dir. So ein freundliches Lachen.
Ich hab mal ein paar alleinreisende Männer gefragt. Natürlich fragt keiner: ‚You allone, don’t you fear?‘
Aber es ist echt global, dass Frauen das von jedem gefragt werden. Das kenne ich auch schon von meinen Fahrradtouren, egal, wo ich bin. Bisher hab ich noch nicht wirklich danach gefragt, was ich denn befürchten sollte. Das nehm ich mir jetzt vor.
Das einzige, was mir einfällt, was echt doof ist am allein Reisen und speziell in den Bergen klettern, gilt für Männer genauso: Wenn was passiert, kommt eventuell mal lange Zeit keiner vorbei.
Aber es ist sowieso scheiße, wenn was passiert, also muss ich auch nicht extra doller aufpassen. Man muss eh auf jeden Schritt achten.
Kurz nach 5 bin ich zurück. Mein erster Weg ist zur Heizung und unter die Decke. Schüttelfrost und ich krieg von meiner Umwelt nix mehr mit. Bin nur noch zufrieden, dass es hier richtig heiß ist.
Um 19:00 ziehe ich mir nochmal alles an (die Klamotten hatte ich zum Teil über die Heizung gelegt), um in dem Stehessraum was zu essen. Ich biete den Altherrenjungs, die hier noch vor sich hinköcheln von meinen Datteln an und wir kommen etwas ins ‚Gespräch‘. Besser, als ein nettes Paar hereinkommt. Sie spricht ganz gutes Englisch. Hat sie studiert und hat in der Botschaft und als Übersetzerin gearbeitet.
Inzwischen meinen die Jungs, ob ich Manhunter wäre? – Äh, nee.
Während ich mit dem netten paar weiterrede oder eigentlich mit der Frau, meint der eine noch, ich wäre ein sehr nettes Mädel. ‚Tja‘, sage ich, ‚wir sind alle sehr nett. Sagte ich nicht, dass ich kein Manhunter bin?‘
Der Mann der netten Frau aus dem Hintergrund: ’nice try‘.
Draußen aufs Plumpsklo. Ein ganzes Stück Weg durch Dunkelheit (Handylampe) und eisigen Wind.

Wieder vor der Hütte, guckt ein Stück Schlauch aus dem Boden. Ich nehme mal an, hier wird Wasser aus einem Quellbach abgezwackt. Da kann man Zähne Putzen. Die nette Frau sagt, das Wasser kann man auch trinken. Wozu hab ich dann 2l gekauft? Na, ist sicher sicherer für meinen Magen.

Schlaaafen um 8e

2:00 wache ich auf, die Heizung ist aus. Voll cool, aufs Klo zu gehen: Sterne, Sterne! Und zum ersten mal in diesem Jahr mein lieber Orion!

4:45 geht das Licht an und die Leute fangen an, sich zu unterhalten und fertig zu machen. Was wollen sie so früh? Vor 6 wirds eh nicht hell.
Ich dreh mich nochmal um auf meinem Holzboden. Aber egal, ich muss eh auf Klo. Mach ich mich auch gemütlich fertig. Vielleicht sehe ich ja die nette Frau von gestern wieder.
Tatsächlich stehen viele in der Küche, manche brechen auch schon mit Kopflampen auf.

Hier wird jetzt ordentlich gekocht. Jeder scheint seine eigene Campingküche dabei zu haben. Ich gehe gleich zu der netten Frau. Mit dem Resultat, dass ich einen Kaffee bekomme. Da sag ich mal nicht nein.
Von ihrer gebratenen Wurst wollen sie mir auch abgeben. Aber mir genügen meine Dates and Almonds.

6:20 mit dem ersten anbrechenden Tageslicht breche ich auf.
Ziemlich kalt, aber ok, denn ich habe alles an, was ich dabei hab: Bustier, Top, orangenes T-Shirt mit Mütze, grauer und grüner Hoody, rote dünne Windjacke, Buff und grünes großes Halstuch. Wanderhose und Blumenhose, dünne Socken und meine wasserdichten Wanderhalbschuhe.

Morgenrosa, 6:28

Dann komme ich das erste mal über einen Grat und der eisige Sturm haut mich fast um.

Erste Sonne für mich, 7:27

7:45 finde ich einen super FSPlatz in der Sonne und im Windschatten. Auf einem zum Stuhl gewachsenen Baumstamm. Ich futtere gemütlich, während es über mir wütend tost und braust.
Manchmal führt der Weg über den Grat, sogar auf Felsspitzen. Dann pustet einem der garstige eisige Wind die Füße unterm Hintern weg.
Das führt dazu, dass ich mich an den wunderbaren Aussichtsplätzen nicht aufhalten kann. Ich weiß auch nicht, ob die Bilder was werden, weils mir die Hände verreißt, wenn ich das Handy nach vorne halte.
Dragon (Dinosaur) ridge bedeutet: es geht beständig sehr steil auf und ab. Teils muss man etwas klettern, aber es ist keine schwierige oder beängstigende Passage dabei. Einfach nur anstrengend und es macht Freude.

Im Hintergrund immer wieder der Daecheonbong.

Es geht nach dem  Madeungryeong Point, der das Ende der ridge markiert, ordentlich bergab. Langsam wird es wieder lieblicher.

14:15 viele steile Treppenstufen führen zur Höhle sehr weit oben in der Felswand.

Der Mönch himself bietet mir an, ein Foto von mir zu machen.

Als ich wieder runterkomme, ist die Aussicht auf ein Plumpsklo doch sehr verlockend.

Die letzten drei Kilometer gemütliche Abschiedsstimmung

Ich fühle mich stolz. Und noch mehr dankbar.

17:30: ‚Yu! Check in, check in‘
und gleich: ‚Do you have laundry?‘ Sogleich macht er zeichen, ich soll ihm die Wäsche geben. Ich lache und sage, auf meine abgewanderten Klamotte zeigend, ‚ich kann dir jetzt meine Wäsche nicht geben!‘ Er lacht auch, ‚I love you!‘

Jetzt bloß noch den Plan verfolgen: Waschmaschine anmachen, duschen, schlaaafen! Oh, schön warm. Draußen ist irgendein Fest. Oropax. Und Buff über die Augen, damit ich nicht merke, wenn jemand reinkommt.
Gegen 19:30 Wäsche draußen auf der Terrasse aufhängen, ich koche mir ein schönes Porridge und dann nix, wie ins Bett.

Freitag, 1.11.

7:30 aufgewacht.
Schlafanzug stinkt auch wie die Sau. Wasche ich den per Hand auch noch. Jetzt hab ich nur noch den Minirock und ein letztes Top. 1 Hoody hab ich mir noch übergelassen, wird beim nächsten Mal gewaschen.

Ich habe immernoch Durchfall.
Plötzlich seh ich auch dünn aus. Vorher war ich wohl aufgebläht.
Aber mir gehts prima, nur ein bisschen zitterig von der Auszehrung. Und immerhin ist mir seit dem Durchfall nicht mehr schlecht.
FS draußen. Die Sonne scheint schon warm. Ich beobachte eine Kohlmeise, die auf einer Zaunlatte sitzt. Wie ein Gruß von zu Hause.
Dabei fällt mir auf, ich hab kein Heimweh.
Ich quatsche noch mit einem Jungen aus den Philipines. Er war schon in Nepal und kann mir paar Tipps geben.

‚Yu, was kostet es, ein Rad zu leihen?‘ -‚It’s free.‘
Such ich mir wie immer das Kinderrad mit dem höchsten Sattel aus.
Oh, bremst nicht, erstmal nachstellen. Braucht nu immernoch auf gerader Strecke minimum 5m Bremsweg. Vorrausgesetzt, ich ziehe beide Züge. Die Gangschaltung geht nicht, weil Bowdenzüge durchgerostet…
Na, ich will ja erstmal nur zum Pavillon.
Diesmal ist alles ruhig, weil Werktag. Sogar der Wind ist sehr sanft.
Ich spiele ein bisschen zwischen den Steinen rum, auf denen ich am ersten Tag mein Mittagessen einnahm. Gerade kann man trockenen Fußes rüber. Ein paar Angler stehen auch da.
Ich finde einen netten Stein zum Hinsetzen und Anlehnen, aber nach kurzer Zeit konstatiere ich, er ist auch gut zum Hinlegen. Das eintönige Geklatsche der Wellen an die Steine ist so beruhigend. Dazu die tropische Wärme von angeblich nur 18° nach dem eisigen Sturm gestern.
Hach!
Als ein paar kühlere Luftzüge kommen, schwing ich mich wieder aufs Rad. Dann stelle ich fest, dass man sich die Gangschaltung auch manuell einstellen kann. An der Kette macht man sich ja nicht die Finger  schmutzig. Weil kein Öl. Den trockenen Rost kann man sich prima abputzen.
Und ich mache mich auf den Weg, den See zu umrunden.
Das ist mal ein Gym!

Ich schwinge mich gleich unter die Langhantel.
Alle 5 Meter halte ich an für ein Foto.

Impression mit Schrottmöhre

Es ist still und warm und ruhig hier. Gerade so, wie ich es jetzt brauche.
Für den Sonnenuntergang suche ich mir einen schönen großen Stein aus.

Ich schreibe noch ein bisschen, dann ist es soweit. Ich hatte die Idee, dass es schön wäre, mich auf diese Weise von den Bergen zu verabschieden.
Meinen Eltern bin ich unfassbar dankbar, dass ich das alles erleben darf.

Jetzt erst wird mir klar, dass ich hier nochmal meine drei höchsten Hügel und den DinosaurerRücken, der für mich natürlich ein Drachenrücken ist, sehen kann.

Voll coole Vorstellung, dass ich dieses ganze große Stück Horizont abgehüpft bin.

Als aus den Zelten nahe des Hafens die gleiche grausame Musik ertönt, die mir gestern abend die Oropax in die Ohren gezaubert hat, will ich doch mal sehen, was sich dahinter verbirgt.

Peru

Und Pakistan will mir einen Drachen verkaufen, hat aber nur einen riesen groben aus Onyx. Tja.

Da isser, der Krachmacher.

Oh, Hell

Ich denk mir schon, das ist Karaoke, wegen des Bilddchirmes auf der Bühne. Na, da isses ja ok. Bloß bisschen laut.

Hier gibt es alles, was irgendwann mal jemandem vom Laster gefallen ist.

Man darf aber nicht falschrum! Der ganze 200m Parcours muss abgelaufen werden.
Ich finde ein Gummiband für 80Cent, um meine Brille zu reparieren.Vor einigen Wochen ist mir ein Bügel gebrochen. Ich fands erst mies, den anderen Bügel auch noch abzubrechen. Aber nun hab ich eine prima UmDenHalsHängeBrille. Ist viel praktischer.

Bei den grob geschmiedeten SchlachteMessern könnte ich schwach werden.

Und auch bei einigem Reisebdarf. Aber ich bin tapfer. Es geht kaum was über eine leichte Reisetasche.

Zu meiner Verabschiedung gibt der Hafen noch ein Feuerwerk. Aber ich bekomme nirgends Geld aus den Automaten. Macht langsam keinen Spa§ mehr.
Und entwickelt sich zu einem echten Rausschmeißer. Haha, ich komm ja garnicht raus hier, mit gerade mal 6€ in der Tasche. Ich klappere alle Bankautomaten der Innenstadt, die zum Glück nicht weit entfernt ist, ab.
Das ist echt kein Grund, weinerlich zu werden. Ich entscheide mich dafür, aufgebracht zu sein.
Das waren mir jetzt entschieden zu viele ‚only for Koreans‘.
Gate für die Buchung der Berghütten; SchwerbehindertenNachlass; eben auf dem Markt, eine Amerikanerin schleppt mich zum Karaoke: ‚only for Korean‘, kostet außerdem 8€. Sollen sie doch froh sein, dass jemand da singen will. Nu krieg ich auch kein Geld. ‚Only for Koreans‘.

Freitag Abend und ich fahre morgen nach Seoul. So zumindest der Plan.

‚Yu, I have a problem!‘ Ich hoffe noch, er akzeptiert meine Kreditkarte und gibt mir das Bargeld für die 5 Tage zurück. Aber auch sein Apparat kann meine Kteditkarte und auch meine Bankkarte nicht lesen.
Letzte Idee: der Fuffi, den ich von Papa an SEINEM Geburtstag bekommen habe. (Den anderen bekam Lis, die wirklich geholfen hat, von mir.)
Yu tauscht ihn tatsächlich, will mir 15000Won geben. Ich bin aber schon mit der InternetUmrechnungstabelle auf dem Handy zu ihm runtergekommen: 65000.
Weil es echt so wirkte, als wollte er mich grob verarschen, hab ich auch keine Lust, ihm für den Aufwand was zu geben. Ich mag trotzdem nicht glauben, dass es Absicht war und bedanke mich für seine Rettung herzlich.