Fukuoka

Dienstag, 15.10.

Über die große Brücke, die ich von der Hosteldachterasse aus sehen konnte-
und ich bin auf Kyushu. Zum ersten Mal.

Zum Ende der Busfahrt werde ich saumüde, kann aber meine Lehne nicht nach hinten stellen, weil da jemand sitzt und über meine dicke Tasche mag ich jetzt auch nicht klettern.

Die paar Meter zur U-Bahn, dann zum Hostel werden zu einer sich dahinschleppenden Qual. Ich muss mich hinlegen!

Gegen 13:00 komme ich in Fukuoka im Guesthouse Hokorobi an.
Ich traue mich zu klingeln, trotzdem erst um 14:00 Einchecken beginnt.

Sofort ist ein supernettes Mädel da. Ich bin so müde, dass ich mich kaum koordiniert bewegen kann. Nach Einchecken, Regeln lesen, Küche und Funktion der Eingangstür gezeigt kriegen, darf ich endlich ins Bett.
Ich mache alle Fenster und Vorhänge zu.

Habe schon den Verdacht, es wird nicht leicht, 4,5 h später fürs Welcomedinner mit Takuji aufzustehen. Ich habe 3 km zu laufen bis dahin, evtl. fährt auch ein Bus und es ist nicht allzukalt, aber windig. Tatsächlich habe ich Fieber: 38,3, und muss Takuji absagen.
Passt genau in mein monatliches Ansteckungsschema. Gerade heilt so langsam der Herpes im Mundwinkel aus. Meine Tage könnte ich auch jeden Tag bekommen.
Außer Fieber und müde Schlappness habe ich keine Symptome. Mal sehen. Ich nehme mal ne Paracetamol.
Ich bekomme so langsam richtig Hunger und hab auch ne TütenNudelsuppe und etliches andere mit. Aber es fällt mir schon schwer, mich nur zum Klogang aufzuraffen. Und ich hab das Bad im Zimmer. Was ein Luxus für 17€/Nacht!
3 Stockbetten, also für 6 Mädels, aber ich bin himmlisch alleine. Und mir geht es gut mit dem Gedanken, dass ich hier 4 Nächte gebucht habe.
Plötzlich, so gegen 19:30 klopft es. Ich denke, es kommt doch noch ein Gast, aber ich höre zwei Männerstimmen:
Takuji lässt sich vom Rezeptionsmann zu mir bringen.
Ach, wie lieb! Und er hat Erdbeersyrup mit und Erdbeerkuchen. Wie bei Rotkäppchen und der Oma.
Wir gehen runter in die Gemeinschaftsküche. Mir geht es nach der Paracetamol schon viel besser, aber trotzdem finde ich den Besuch nicht nur lieb, sondern auch anstrengend. Ich denke aber, ich kann morgen wohl mal kurz zur Ausstellung.
Die Crew und Gäste sagen mir auch ganz lieb gute Nacht und gute Besserung. Der Mann an der Rezeption teilt mir mit, dass er die Gäste umgebucht hat, so dass ich zwei oder drei Tage allein im Zimmer bin.

Also, ich war dann garnicht doll krank, und hab mich prima erholt.

Mittwoch, 16.10.

Noch schlappi schlappe ich zu 11:00 rüber zu Takujis Exhibition.

Ich werde von Takuji freundlich den paar anderen Gästen vorgestellt. Ohenro und Ballpendrawer und so…

Sofort nimmt mich Kou in Beschlag. Ein rüstiger Herr von 81 Jahren, der in spirituell-philisophischen Fragen teils ähnlich denkt, wie ich. Und außerdem sehr angetan ist von Selbsthypnose. Das kann er allerdings nicht aussprechen und schon ist ein RunningGag geboren. Selfiblblblblrre.

Für unsere Unterhaltung kann er ausreichend englisch and we get on well.

Er meint so aus dem Nichts, ich sei ein lucky, lucky girl und ich würde immer alles hinbekommen, was ich mir vorgenommen habe.

Ja, finde ich tatsächlich. Und kurze Zeit später ergibt es sich, dass ich meinen Mondsong, mit Manfreds Pianountermalung aus dem Handy, vor Takujis ObservingMoonPavillonBild singe. Gerade so, wie ich es mir schon seit geraumer Zeit vorgestellt habe.

Damit Takuji und Kous Frau Miho es mitschneiden können, muss ich es gleich nochmal singen.

Bin gleich für morgen bei ihnen eingeladen.

Takuji schickt Kou, Miho und mich zum Lunch und bezahlt wieder. Ich nehme an, weil Miho jeden Tag Takujis Exhibition-Gäste empfangen hat und im Hintergrund Tee gekocht hat und so.

Danach gehe ich erstmal sehr langsam zum Fukuoka Tower und an den Strand.

Fühl mich echt noch nicht auf der Höhe und die ganze Aufregung hat mich schon geschafft.

BlümelchenBaum am Wegesrand

Die paar Meter hin und wieder zum Hostel zurück sind das einzige, was ich heute noch hinbekomme.

Donnerstag, 17.10.

Ich laufe, wie verabredet, zu 14:00 zur Exhibition.

Ein Freund von Takuji spielt mit zwei Frauen Flöte, die noch nie aufgespielt haben und nun ganz lieb aufgeregt sind.

Heute sind auch sehr viele Gäste da. Takuji ist nämlich garnicht auf Laufkundschaft angewiesen. Mittlerweile weiß ich, dass er die ganze Veranstaltung für alle seine Freunde gemacht hat und für jeden Tag eine andere Gruppierung eingeladen hat. Kaum sind die Musiker fertig, zwingt mich Kou, das Mondlied nochmal vor versammelter Mannschaft zu singen. Jetzt bin ich aufgregt.

Danach machen Kou, Miho und ich uns aus dem Staub.

Kou hat sich vor vielen Jahren vorgestellt, dass er ein Haus besitzen würde, mit Aussicht auf eine kleine Insel und einen Leuchtturm. Genau das hat er sich dann vor 30 Jahren gebaut. Die Insel und der Leuchtturm waren allerdings schon da.

Jetzt darf ich das alles auch bewundern. Es war bestimmt eine Stunde Autofahrt zu ihrem Haus.

Zum Glück habe ich gestern noch eine Idee entwickelt: die beiden ersten schönen Dinge, die ich gesehen und Fotografiert habe, nachdem ich die beiden verlassen hatte, wollte ich heute morgen malen. Gedacht, getan:

Nun habe ich wenigstens ein Mitbringel.

Ich muss erstmal ein heißes Bad nehmen. Mit Aussicht auf Insel und Leuchtturm. Leider bewölkt, kein Sonnenuntergang.

Inzwischen ist das überüppige Abendessen fertig.

Und meine Bildchen stecken überraschenderweise in barocken Goldrahmen.

Eigentlich wollte ich mit Kou poisonless wine trinken, aber Miho schenkt mir dauernd Sake nach, da komm ich garnicht dazu. Außerdem hat sie Pflaumenwein selbstgemacht. Das muss ich unbedingt auch mal tun. Leicht angetüdert gehts ins Bett.

Freitag, 18.10.

Aussicht vom Dach

Sightseeingtour mit Kou und Miho. Bevor es losgeht, darf ich mir eine Saketasse von Miho aussuchen. Sie töpfert unglaublich schöne kleine Sachen, wie Saketassen, die alle Einzelstücke sind. Und auch große Schalen und Vasen.

Der leckerste Pudding ever, ehältlich in der Salzfabrik.

Keine Ahnung, wie das genau funktioniert. Das Salzwasser wird irgendwie über den Bambus geschüttet und trocknet da einige Tage. Dann wird es nochmals einige Tage in großen Bottichen gekocht.

Klein Ise Shima  Oder auch Hawaii

Married Islands

Ein ganz besonderer Kunstladen unterwega. Run by an Englishman

Und zum krönenden Abschluss lecker Essen.

Angefüllt und reich beschenkt um 15:00 wieder zu Hause. 25 Intensivstunden hinter mir.

Ich zwinge mich noch, ein Bildchen für Takuji zu malen. Die schönste weiße JakobsBabyMuschel vom Strand. Mit rotem KoiKarpfenMuster.

 

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