Fujikawaguchiko

  1. Samstag, 28.9.2019

Ah, endlich wieder zu Hause!

Hier am Kawaguchi See ist es anders und doch so vertraut. Schon deshalb, weil ich hier vor drei Jahren 5 Tage genossen habe. Damals hab ich mich auch schon von Anfang an heimisch gefühlt. Darum hab ich mir diesen paradiesischen Erholplatz ja auch ausgesucht. Ich musste mich eh von den Strapazen der letzten Wochen in good old Germany erholen. Und mir war ja auch schon vorher klar, dass die Tage mit Takuji kein Pappenstiel werden.

Takuji spricht zum Beispiel nur bruchstückhaft Englisch. Völlig ok, wenn wir Quatsch machen, oder ich ‚japanisch lerne‘. Aber sauanstrengend, wenn es darum geht, wichtige Informationen zu übermitteln.

Dann waren die Tage vollgestopft bis dortnaus. Packen, fahren, klettern, Onsen, essen, wieder Onsen…das ganze im vollen Jetlag.

Und nun endlich…

…entspannen!

Sonntag, 29.9.

Stattdessen lasse ich mich mit dem Schüttelbus zum Bahnhof bringen und nehme den nächsten Bus zum Wanderwegeinstieg zum Mount Mizutoge. Schon an der Haltestelle mache ich Bekanntschaft mit einer Gruppe nonHearing nonSpeaking Japanese.

Sie fragen mich besorgt, ob ich alleine aufsteigen will und nehmen mich unter ihre Fittiche.

Ich sage gerne zu und lasse mich auf ihr langsames Tempo ein. Mal runterkommen beim Aufsteigen.

Fujidistel

Fuji futschi

Die Aussicht von Mount Mitzutoge ist wunderbar nach allen Seiten, nur FujiSan ist schüchtern wrapped in clouds.

Ein Teil der freundlichen Gruppe nonHearing nonSpeaking People. Ich laufe aber einen anderen Weg, nämlich direkt zum Bahnhof, zurück über lange steile Bergrücken und knappe 900hm.

Diese Gruppe war echt super. So herzlich. In den Pausen wollten mir viele von ihrem Picknick abgeben und wir haben uns auch viel mit Händen und Füßen unterhalten. Geht ja genausogut, wie mit jemandem, der nur japanisch kann. Es waren aber auch ein Mann und eine Frau dabei, die sprachen und auch etwas englisch konnten.

Zum Abschied bedanken wir uns alle gegenseitig und schütteln uns die Hand. Herzzerreißend.

Nun wieder ganz allein.

Wo isser denn? Beim nächsten Ausguck ist er wieder da, der liebe Mount Fuji.

Montag, 30.9.

Mit dem Schüttelbus lasse ich mich morgens wieder zum Bahnhof fahren. Von dort starte ich einen sehr langsamen Erholhalbrundweg am Seeufer entlang und über die Brücke nach Hause.

Ich wollte zum YagiSakiPark…

…mit Blick auf die kleine nette Insel bin ich direkt mal auf einer Parkbank eingeschlafen und habe mir einen ordentlichen einseitigen Sonnenbrand geholt.

Ich bin Saumüde!!!

Dieser Schönheit…

…hab ich übern Weg geholfen, nachdem ich beinahe draufgelatscht wäre.

Von denen…

…gibts hier massig. Überall jedenfalls, wo man schön einen Faden drankleben kann. Der Körper der großen Exemplare kann sich mit dem Endglied meines kleinen Fingers messen. Mit ihren langen Beinen passen sie gerade mal in meine Handfläche. Da will ich sie aber nicht gerne haben.

Benzaiten…

…berührt mich, weil sie mich mut einugen Attributen an mich selbst erinnert.

Abends koche ich mir immer selbst was in der klitzekleinen Hostelküche.

Dienstag, 1.10.

Heute mache ich pretty much of nothing. Ausgerechnet im Urban Resort, sprich TouriMall neben dem 100m entfernten Oishi Park finde ich endlich Papier ohne Linien.

Ich habe aber irgendwie doch keine Lust, zu zeichnen und drücke mich im Oishi Park herum. Falte erstmal einen Drachen.

Dann habe ich plötzlich die Idee: gestern habe ich das Plakat vom Puppenkünstler Yuki Atae abfotografiert. Das dient mir nun als Malvorlage.

Da hab ich doch ein prima Geschenk für Takuji, der mir auch für jeden ‚bestiegenen‘ (ich meine, halt gecheatet. Hallo, Ropebahn und Busstation, so, dass ich jeweils nur ca.300 hm laufen musste) Berg ein extra Geschenk gemacht hat. Der ganze Tourimüll im Park ist echt beim besten Willen nicht kaufbar.

Dann laufe ich also zurück zum TouriPapierladen, ob sie was zum Einwickeln hätten. Und zeige ihnen das Bild. Da bekomme ich ein paar Ohs und Ahs und ein großes weißes Blatt Papier. Hatte eigentlich an buntes Geschenkpapier gedacht.

Einmal zwischen den Fingern Qualitätsprüfung gemacht. Was es denn kostet? „Service“.

Ok, dann. Wenn ich zwei Blatt bekomme, bekommt ihr meinen Drachen.

Deal. Mit Win-win. Die beiden Damen waren aus den Häuschen.

So kommt es, dass ich abends für das Hostel noch einen Drachen mit OHenro bastele, viel Freude bereite und im Prinzip heute nix getan hab, außer, mich zu beschäftigen und mich zu erholen.

Später kommen zwei liebe junge JapanMädels, weil es im ganzen Ortsteil nur diese HostelBar gibt. Wir landen im KellerRückzugsraum, wo es wie durch ein Wunder eine kleine Gitarre gibt und haben viel Spaß.

Mittwoch, 2.9.

Ich stehe mal früh auf für MorgenFujis.

Yamanka See Tour mit dem Bus. Dann klettere ich auf den Myojin. Ist wieder ganz anders.

Der Weg ist mit 85 min gekennzeichnet. Nach drei Stunden komplett einsamen Wanderns in zum Teil sengender Sonne bin ich erschlagen zurück am Yamanake See. Ich kann noch schnell was zu Essen erstehen. Oh, ja, Reisbällchen, dann kommt schon der Bus.

In diesem lerne ich eine deutsche Mama mit Tochter (22) kennen. Endlich mal wieder quasseln, wie Wasserfall. Wir drei wollen zu den brühmten Ponds. Very touristic. Aber schön.

Ich gehe noch zum Schrein nebenan. Hier ist plötzlich wieder erholsame Ruhe.

Auf die hübsche Pagode mit FujiBlick, zu der man extra noch mit dem Zug fahren muss, dann 400 Stufen. Und alles Retour… habe ich spontan keine Lust mehr.

Zu Hause kochen, letztes Bier und Rest vom Sake austrinken.

 

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