Sokcho

Sonntag, 27.10.

Mit U-Bahnen und dem Überlandbus gehts recht unkompliziert in ca. 3h…

(Der Bus ist sehr großzügig ausgestattet. 28 Sitzplätze bei einer Busgröße, bei der wir 52 Plätze haben.)

…nach Sokcho an die Ostküste.

Yeah, das Meer!

Nach dem Einchecken laufe ich gleich rüber zum Pavillon, den ich vom Bus aus gesehen habe. Von dem aus sieht man noch einen zweiten…

…und meinen Lunchplatz, zu dem ich klettere und auch ein bisschen durchs Wasser wate. Dafür hab ich ordentliche Brandung hautnah…

…means, bin 1 mal kleines bisschen nass geworden.

Richtig viele Frischfischrestautants mit Lebendbecken. Sokcho ist für seine Krebse berühmt. Der will aber raus. Kann ich schon verstehen

Ich laufe noch zum Strand und schwimme ne Runde, als es ein paar Studenten auch tun. Dafür bekomme ich Tips für den großen Kletterwald hinterm Haus, wegen dem ich eigendlich hier bin.

Seoraksan National Park.

Außerdem google ich mich schon seit einiger Zeit an meine benötigten Infos.

So bekomme ich es hin, einen Platz in einer Hütte zu buchen, obwohl mein HostelMann abwinkt und sagt, es geht nicht, ist alles voll gebucht, es sei schließlich Herbst, die beste Kletterzeit… alles über googleÜbersetzer, denn er spricht so gut, wie kein Englisch. Um seine Worte zu untermalen, macht er beherzt das absolut ’nein‘ Zeichen, das auch international unmissverständlich ist: Arme vor der Brust zu einem X gekreutzt.

Aber ich habe eine Seite gefunden, auf der jemand sagt, man bekomme auch als Ausländer Zugang zum Buchungsportal für die Berghütten. Incl. Link. Der funktioniert allerdings nicht auf dem Handy, sondern nur am PC. Glücklicherweise bietet der Hostelbetreiber die Nutzung eines PC im Aufenthaltsraum an. Hatte ich auch noch nicht. Einloggen klappt nun. Für 29.10. kann ich auf die Warteliste und bin schon mächtig stolz, so weit gekommen zu sein.

Später komme ich spontan auf die Idee, es nochmal mit dem 30.10. zu versuchen. Wetter soll ja prima bleiben. Und siehe da: mein Seoraksan overnight trip ist geritzt!

Muss ich mich morgen bloß noch am InformationCenter des Parks erkundigen, ob ich einen Schlafsack und/oder Isomatte brauche.

Montag, 28.10.

Zum Seoraksan National Park Information Center, 1h Busfahrt.

Das Tor zum Park

Ulsambawi hike

Auf halber Strecke gibt es einen Tempel im dicken Stein. Der kleinere soll angeblich schaukeln. Krieg ich aber nich. Im Hintergrund schon der Ulsambawi.

Ein Herz für den Herbst

Auffi ghats…

…und oben

Vom InformationCenter in die andere Richtung laufe ich noch zu den Biryeong Falls und steig den Berg hinan zur Towangseong Falls Observatory.

Nun ist auch genug. Mit dem Bus heim und mal wieder, zum 4. x Nudelsuppe kochen. Diesmal mit Soya und Ei. Der Rest ist immer für Lunch am Folgetag.

Eine Russin, Anja, kommt in unser Zimmer, die deutsche aus meinem Zimmer spricht mit ihr russisch und verschwindet nach draußen zum Rauchen. Ich bin neidisch!
Gute Begegnung mit meinem Neid. Was vermisse ich?
Abends jemanden zu haben, der mit mir essen geht und die gute Unterhaltung. Kann ich was tun, um es zu erhalten? Mal sehen, was sich ergibt.

Meine Zimmerkumpanin versucht inzwischen mal den 2km entfernten Supermarkt und nimmt Anja gleich mit. Ist mir aber zu weit. Essen ist weiterhin ein Problem. Aber ich bin noch immer satt geworden.

Dienstag, 29.10.

Naksam Tempel, 1 h Bus.

Zuerst falle ich aber an den Strand nearby und in einen geruhsam weggetretenen Zustand.

Die gibts hier auch. Hupen ist, na klar, lautes Gewieher aus dem Lautsprecher.

Kleiner Pavillon am Eingang des Tempelbereiches

Detail eines der Tempelgebäude

Eine bestimmt 10  Meter hohe Kannon Figur

Aussicht von dort auf meinen PowernapStrand

Unten am Ausgang des Tempelbereiches gibt es an der großen Touribushalte einen Trockenfischmarkt.

Die find ich gut

Abends auf der Heimfahrt steige ich am E-Mart aus.

Ich kaufe Bananen und Haferflocken, die mir ein Engländer zeigt. Leider sind sie alle. Als ich das Foto einer Angestellten zeige, werden neue gebracht.

Ich bin scharf auf die Haferflocken, weil ich meinem Magen was gutes tun will und mir Porridge kochen.

Und für heute Abend kaufe ich frische Flunder. Für die Wanderung Mandeln und Datteln.
Die Flunder brate ich mir zu Hause, sie war schwanger. Die Scholle selbst schmeckt supi, aber vom Rogen muss ich fast kotzen. Ich denke, es wäre Verschwendung und esse ihn trotzdem. Es ist so viel, wie eine große Scheibe Brot.

Seoul

23.10.
Ankunft 14:00 Uhr.
Data Card besorgen, Geld aus dem dritten Automaten ziehen, die anderen wollten nicht, auch nicht beim soundsovielten Anlauf. Den nächsten Automaten muss man erstmal finden…

Ich bin schon ziemlich durch.
Gut, dass der Bus nach Seoul mich fast bis vor die Haustür bringt. Check in ca 16:30.

Duschen und in die Stadt: Futter!
Oh, alles so teuer, Futter, Bier…
Gebackener Creamcheese Ball und aus lauter Verzweiflung Reistriangel bei 7eleven.

Inzwischen entdecke ich überraschenderweise eine Kirche im Stadtgewühl.

Erste SeolnongtangSuppe für 8000 Won = 6€. Wieder alles neu umrechnen.

Außerdem muss man ganz viel lernen, um die zu essen. Man bekommt nämlich einfach ungewürzte Fleischbrühe mit etwas Gemüsekringeln. Das muss man sich erstmal mit Salz und Pfeffer schmackhaft machen.

Im Tisch eingelassen sind Töpfe mit gekochten rot gewürzten aber kalten Salatlappen und dicken Gemüsescheiben. Die muss man mit einer Schere mundgerecht zerschnipseln.

Danach brauche ich Ruhe.
Im 4-BettFrauenZimmer muss ich Ohrstöpsel tragen,  weil der Fernseher läuft.

Erstmal vom Kulturschock erholen. Ja, Seoul ist deutlich lauter, hektischer und aufdringlicher, als Tokyo. Und noch teurer. Umso schöner ist es, die plötzlich eintretende Ruhe zu genießen, sobald man in einen der vielen Parks kommt.
Es gibt sie, die Menschen mit dem herzlichen Freundlichkeitsgen. Aber viele haben sich ihre Herzlichkeit, eventuell wegen des Dauerstresses hier, durchaus abgewöhnt. Das finde ich bisweilen sehr unangenehm.

Erste Orga: letzter KoreaTag in der Nähe des Flughafen Incheon/ Seoul gebucht.
Und drei Tage in Sokcho an der Ostküste. Ich möchte im  berühmten Seoraksan Nationalpark wandern.

24.10.

Das inclusive FS ist, gemessen am Preis, lecker, lecker und ich unterhalte mich mit einem hübschen jungen Polen. Der empfiehlt mir, zum NamsanPark zu gehen, wo ich sowieso hinwollte. Prima.
Post: – 3,3kg, juhuuu! Das Wort cheep ist ihnen nicht so geläufig, dann wird doch klar, dass ich eh noch 6 Monate unterwegs bin und das Paket ruhig 2-3 Monate brauchen darf. 20€ statt 40.

Am Sungnyemun gate (Südtor)…

…unterhalte ich mich mit einer netten Stuttgarter Familie: ich sollte für bessere Zug- , Bus und Spazierverbindungen Navermaps installieren. Das funktioniert tatsächlich wesentlich besser als Google Maps. Und sie empfehlen mir einige Sehenswürdigkeiten.
Der einzige Fruit and Veggi Markt der Stadt liegt direkt auf meinem Weg.
Dazu besorge ich noch weiteres fürs Picknick im Supi und gehe rüber zum
NamsanPark.

13.15 Uhr treffe ich Seunghoon auf einer kleinen Aussichtsplattform: ’nice place‘. Die Berge! Auf einen klettere ich morgen.

Wir kommen völlig unkompliziert ins Gespräch. Einer seiner Kollegen hat sich gestern so unverhältnismäßig betrunken, dass Seunghoon ihn nach Hause bringen und ob der Entfernung bei ihm schlafen musste. Danke dafür! Dadurch hat er Zeit, einen netten Tag zu verbringen, der für ihn schon wundervoll dadurch angefangen hat, dass er spontan zur Seuollo 7017 (eine alte Autobrücke, die nicht mehr stabil genug und daher nun ein Park ist,) gegangen ist und dort einem Pianisten gelauscht hat. Wir verstehen uns auf Anhieb gut und unterhalten uns über unsere Art, in der Natur Urlaub zu machen. Er besucht verlassene Inseln Koreas und schläft gerne in Höhlen. Sein Töchterchen erwartet allerdings etwas anderes von einem Urlaubstag und braucht Dusche und so. Ich erzähle ihm von meinem WunderZeltplatz am TomaSee. Derweil gehen wir zum Seosomun-chungsa- Hochhaus.

Dort gibt es im 13F ein Cafe.
Mit super Aussicht 😀.

Auf den Palast, die englische Botschaft, das Königshaus, die alte und die neue Markthalle, die Berge…

14:45 am Palasttor

goodbye and gamsahabnida Seunghoon. You made me very happy, einfach so.
Knappe zwei Stunden nach dem ersten Mal bin ich wieder am selben Ort im Park.

Zum Seoul Tower sinds viele Stufen.

Auf der Treppe links im Bild neben dem weißen Gebäude haben die Jungs KräftemessenSportSpaß damit, rückwärts auf allen Vieren raufzulaufen.

Das ist Liebe.

Ein Trainingparcours auf halber Höhe.

Wer findet den Fehler auf diesem Bild?

Ein bisschen rechts von der Mitte dieses Ausblickes gucken drei felsige Bergspitzen raus. Den rechten, höchsten des Bukhansan Nationalparkes, mit 837hm beklettere ich morgen: Baegundae.

Oben ist plötzlich Rummel mit Mikel Jacksons Thriller und Myriaden von Love Lockers. Und Handyhüllen.

Hier gibt es so viele Berge, dass sich mir die Frage aufdrängt: wozu fahre ich dann eigentlich in drei Tagen so weit auf die Ostseite?

Mit einer Irin, die in Neuseeland wohnt, was ihren Dialekt nicht wirklich verstehbarer gemacht hat, stehe ich eine geschlagene Stunde auf der Towerausguckplattform und warte darauf, dass die Sonne untergeht.

Wegen der Aerosole ist sie schon weg, bevor sie untergegangen ist.
Danach warten wir darauf, dass die Lichter angehen.

Den Hügel wieder hinab.

Die Zeit mit Seunghoon ist noch so lebendig in mir. Ein Mann steht oben an der Mauer, an der selben Stelle.

Einen Moment glaube ich, es ist Seunghoon.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie der Weg um die Ecke bog. Nichtmal, dass er in die gleichen Stufen mündet, die ich heute zweimal heraufgestapft bin.
Ich bin überwältigt und muss weinen. So schön war die Begegnung mit ihm.

Freitag, 25.10.

Mit dem billigen 1€ Bus 1,5h zum Bukhansan National Park Entrance auf der Westseite.

Von hier geht ein Weg mit ein wenig Anlauf rauf, rauf, rauf zum Baegundae, der höchsten Erhebung.

Alban habe ich schon im Bus vor mir gesehen, nun quatsche ich ihn an. Er ist Franzose und wir verbringen die Tagestour in ruhigem Einvernehmen.

Sowas ist selten. Denn beim Aufstieg trennen sich die kurz kennengelernten Leute normalerweise schnell, weil das Tempo so unterschiedlich ist.

Ab und zu gibt es Karten am Wegesrand, die uns zunächst verwirren, weil unser Ziel, der Mountainpeak nicht eingezeichnet ist. Später bekommen wir heraus, dass wir hier Info über die Schwierigkeitsgrade der Wegabschnitte des ganzen Wegenetzes bekommen.

Unser ist wieder der rechte der drei grauen Herren. FREU, FREU!

Herbstimpressionen

Juhuu

Blick zum Picknickplatz, das ist der dicke Stein links unten.

Vom Picknickstein nach oben

Wer findet alle drei PicknickBergKätzis? Die Mama schaut nach ihren Jungen. Und versucht gleichzeitig abzuschätzen, ob die Herren nebenan etwas für sie übrig haben.

Da rüber hab ich mich nicht getraut. Im normalen Leben wärs nur ein kleiner Hopser…

Um die Ecke folgt eine recht schiefe Ebene.

Zum Glück hatte ich nicht das Handy in der Hand. Ich wollte gerade sagen, ‚ohne den Zaun würde ich mich nicht trauen, hier so locker entlangzugehen…‘

schwupps, liege ich auf der Seite und rutsche in Richtung ‚UNTEN‘.

Hihi, war ganich schlimm 😬, hat nur ganz klein bisschen wehhgetan. 😎

Immerhin bewirkt es, dass ich wieder besser aufpasse.

Diesen nenne ich den Entenrock. Alban meint: ‚How can a stone naturally ever be shaped like this?‘

Unterwegs erfahren wir, dass der letzte Auf- und Abstieg zum Gipfel immerhin mit der Schwierigkeitsstufe 2 gekennzeichnet ist.

Der Insubong sieht von hier aus, wie ein Mönch

Da die ganze Stadt so auf 40-60hm gebaut ist, sind wir also in gerade mal 4Stunden inclusive langer MittagsPicknickpause 800hm rauf und wieder runter gelaufen. Beachtlich, wie ich finde.

Es reicht trotzdem als Tagewerk.

Mit dem Bus gehts nach Hause. Allerdings habe ich keine Buskarte und will mit Bargeld zahlen, habs aber nicht, wie heute morgen noch, passend. Der Busfahrer winkt mich frustriert so durch, weil er nicht genug englisch spricht, ums mir zu erklären.

Versuche ich also, meinen 5000WonSchein klein zu kriegen. Ich warte auf einsteigende Leute, die alt genug sind um Englisch zu können, aber nicht zu alt, denn die haben es nicht gelernt. Eine nette Dame tauscht schon mal in 1000er (73Cent).

Ein junger Student kann englisch, hat aber keine Coins. Er übersetzt für mich und ich bekomme auf einmal von hinten aus dem Bus vier 100 WonMünzen. Einfach so.

‚Oh, ich meinte tauschen, nicht schenken.‘ Doch die ältere Frau lacht und winkt ab.

‚Gamsahabnida!‘

Der Student und die Dame haben es auch, dieses superherzlichFreundlichkeitsGen, das einem die Batterien im nu wieder aufpumpt.

Er erklärt mir noch, wie das GeldKartensystem funktioniert. Für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Und dass man sie in jedem ConvenienceStore bekommt.

Zu Hause Powernap und bloggen. Dann will ich raus in die Stadt.

Kulturprogramm ist angesagt.

Ich trinke ja gerne überall, wo ich bin ein local Bier. Gibt es hier nicht. Und Bier ist zum abgewöhnen teuer. Hier wird gerne und zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit Soju getrunken. Reiswein, ähnlich, wie Sake, nur von deutlich schlechterer Qualität und superbilig. Muss ich jetzt auch mal ausprobieren. Hab mir extra im Internet Bilder heruntergeladen, damit ich die Flaschen erkenne.

Zunächst will ich mir aber in dem völlig überfüllten Nightmarket was zu essen holen. Ist alles scheiße teuer und nix, was mein Magen begehrt.

Dann kaufe ich mir frustriert und weil ich hier weg will (superlaut, an jeder Ecke andere hektische Musik, die Menschen drängeln sich, Reizüberflutung) einen Holzstab mit was Gebackenem dran. Ist außen knusprig ind innen das, was sie hier Käse nennen. Leider finde ich direkt am Stab sogar noch ein Stück Wurst unterm Teig. Nagut. HUNGER.

Das gibts hier auch: Roseneis

In der Hostelküche futtere ich zum Soju meine Weintrauben von gestern und schreibe Blog.

Jaaa, es wirkt!

Das billige Zeug. Schon nach kurzer Zeit drückt jemand meine Gehirnzellen aus, gerade so, wie ich meine Unterhosen ausdrücke, wenn ich sie per Hand gewaschen habe. Muss man alles mal erlebt haben. Jetzt fühle ich mich echt und richtig koreanisch.

Und bettschwer.

Samstag, 26.10.

Heute ist es kühl. Am Vormittag 7-10°.
Ich nutze die Zeit nach dem FS, und schreibe meinen blog bis aktuell im kuscheligen Stockbettchen.

Mit dem 1€Bus zum Inwangsan Mountain Trail.

Die Stimmung ist schön verschlafen, wie ich.

Allerdings vermisse ich das fröhlich- freundliche Konnichiwaaaaa beim Aufstieg. In Japan ist es selten, dass mal jemand nicht zurückgrüßt. Hier ist es selten, dass mal jemand auf ein ‚hello‘ reagiert. Das koreanische Annyeonghaseyo vom GoogleÜbersetzer traue ich mich nicht, weil ich nie jemand höre, der das sagt. Ich werde mal jemanden fragen, wie man sich hier begrüßt.

Damit mir warm bleibt, hüpfe ich mal eben 200m den Berg runter zu einer ausgewiesenen MineralQuelle.
Und finde zwei Metallbottiche vor und ein Schild. GoogleKamera übersetzt. Die Quelle ist gut und überwacht, ich soll sie sauber halten und nicht zögern.

500g schwerer, Traingscamp, gleich wieder hoch.

So ein Sonnenuntergang ist mal wieder ein guter Moment, um innezuhalten und mir klar zu werden, wahrzunehmen, was ich hier eigentlich mache. Bis zum Brunnengrund des Seins.
Hey, ich bin in Korea, ganz alleine. Und mir gehts gut. Mit der gleichen Sonne, die zu Hause erst vor wenigen Stunden aufgegangen ist.

Ist auch endlich ruhig geworden unten in der Stadt. Das Spiel ist aus.

Palast

Buddhistischer Tempel mit Lampenbaum

Und ganz schön vielen Blumen

Zum ersten Mal seit lagem sehe ich wieder Drachen. In Korea gibt es viele christliche Kirchen. Die haben vielleicht die Drachen niedergemacht?

Ich gehe in den Tempel und bin plötzlich in so was, wie einem buddhistischen Gottesdienst.

Auf dem Weg nach Hause, einer, der wohl keins hat.

Dann finde ich ein lecker Huhn. Hmm, bisschen scharf aber gut und ohne Brust. Die wurde wohl schon anderweitig verkauft.

Seoullo 7017, Skygarden

Eine alte Straßenbrücke mitten in der Stadt. Nun ein botanischer Garten.

Von 14:00-23:30 fast pausenlos zu Fuß unterwegs. Ich bin ziemlich stolz auf mich und meinen Tag. Angeblich hats jetzt 6°.

Takuji

Samstag, 19.10.

Ich komme pünktlich 9:45 Uhr zum verabredeten Ort. Takuji leiht ein Auto und es geht los in Richtung Oita Prefecture.

Picknick auf einem Rastplatz.

Ich hab noch ne Menge zu Essen, weil ich ja bei Kou und Miho nix verbraucht hab. Außerdem haben sie mich nicht ohne Wegzehrung gehen lassen.

Gutes Wasser dazu gibts von der Quelle

Weiter zum Hotel, einchecken…

…an der Rezeption gesehen. Die süßen Eulen sind aus Suzuki Gras, das hier auf Feuchtwiesen wächst.

Onsen, Dinner, Onsen (mit ein paar Sternen).

Sonntag, 20.10.

Ich spare mir das heiße Bad am Morgen, habe nämlich in dem supergemütlichen Bett nach dem harten 4-Tagebrett kaum geschlafen.

Lecker vielfältiges japanisches FS.

Dann fährt Takuji mich zum nahegelegenen Makinoto Pass auf 1300hm. (Er selbst fährt zu einem anderen Parkplatz um eine leichtere Route zu nehmen.)

Von hier aus habe ich ein paar Stunden zu klettern…

Über diesen Rücken sollst du gehn…

Sleeping Bhudda am KujuWakare, means Kuju View Point. Ist der Berg links im Bildhintergrund. Der, der sich aus dem Talnebel erhebt.

Aussicht von Mount Nakedake, dem höchsten Berg der Region mit 1791m. Blick auf Mout Kuju links und Mount Tengugajo, der nur wenige Meter flacher ist und auf dem ich eben gerade stand. Dazwischen Miike Pond.

Hier überlege ich mir beim Lunchrest, dass ich doch wohl noch Zeit genug habe, um auch Mount Kuju zu besuchen. Ich finde die Aussicht auf Aussicht in die Ebene verlockend.

Über den Wolken…

…und Abstieg

Am Nachmittag wieder mit Takuji vereint in der Berghütte Hoggein mit dem höchsten Onsen auf 1300hm.

Nach dem wohlverdienten Bad schrecke ich plötzlich vom Powernap auf. Alles rosa. Nix wie raus.

Alpenglühen

Danach Bierparty, die Dosen sind hier für Bergverhältnisse recht günstig und ich spendiere ne Runde.

Sonntag, 20.10.

Endlich Chilltag.

Wir kommen recht früh los und brauchen für den Rückweg zum Auto nichtmal bis zum Mittag.

Zunächst geht es mal durch eine ebene Feuchtwiese. Dieses Moos ist echt neongrün.

Lustige Bäume…

…und Herbstimpressionen

Durch Sümpfe gehts zur letzten Feuchtwiese im National Nature Reserve Park, wo das Auto steht.

Wir fahren ein kleines Stück zum nächsten Hotel und haben bis zum Einchecken um 15:00  noch massig Zeit für einen Dorfspaziergang.

Unser kleines Hotel hat außer drei weiterer auch ein Onsen auf dem Dach.

In dieser Gegend dampft es überall von heißen Quellen. Man kocht auch mit Dampf.

Onsentime im Sonnenschein

Dinner mit Auster, Rind…

…rohem Pferd und, als wir schon zum Platzen voll sind: die Spezialität des Hauses. Gedämpftes Huhn…

…als Dessert Apfelstrudel.

Wir rollen ins Onsen on the roof. Included: observing stars!

Montag, 21.10.

Vor und nach dem ebenso reichhaltigen FS wabert das Nebelmeer, japanisch unkai, im Tal vor dem Bergen im Hintergrund unserer schönen Aussicht.

Wir fahren zu einem tollen Wasserfall…

…und haben später Lunchpicknick an einem Lavaflussfluss…

…der im Sommer als Badeausflugsziel beliebt ist. Jetzt sind wir hier alleine. Und ich stapfe munter im Wasser rum, bis wir losmüssen.

Flusskrebs

______

In Fukuoka checken wir erstmal im Hotel ein, dann schnell noch halbwegs rechtzeitig das Auto abgeben. Mit dem Zug zurück zum Fukuoka Castel Garden.

Takujis Motiv für sein Bild Moon Observing Pavillon

Abendimpressionen…

Dann runter in die Stadt zum Abschiedsdinner mit viel Fisch. Zum Beispiel dieser Sushiplatte:

Nach vielen verschiedenen Gerichten probiere ich zu guter letzt einen rohen Shrimp.

Der zappelt noch, als ich ihn serviert bekomme. Hat ja keinen Kopf mehr, aber ich bekomme trotzdem Herzklopfen.

Dann soll ich auch noch den zwar gekochten Kopf aber im Ganzen essen. Beim Rückenpanzer passe ich. Und die Beine fische ich mir auch aus dem Mund. Ist ja groß, das Tier.

Blick vom Hotelbalkon

Mittwoch, 23.10.

Nach dem Grüntee auf nüchternen Magen muss ich fast kotzen und mir ist nachhaltig etwas schlecht. Schlecht fürs BüffetFS. Ich mag fast garnix davon zu mir nehmen.

Takuji begleitet mich noch zum International Airport. Sein Flug nach Tokyo geht zur selben Minute um 12:25 auf dem nahegelegenen domestic Airport. Und so hat er Zeit, zu bleiben, bis ich eingecheckt habe.

_______________________

Erkenntnisse Japan

  • Ich bin sensibel und zu besonderer Empathie fähig
  • Und kann ein sehr guter Therapeut sein
  • Kann ein sehr liebevoll-empathischer Mitmensch sein
  • Ich mache zu, wenn ich missgeachtet und nicht in meiner Besonderheit anerkannt werde, meine Sensibilität beschimpft wird: ‚du bist zu sensibel‘. Quatsch: danke, dass du sehen kannst, wie sensibel ich bin!
  • Ich kann mich fit klettern
  • Die negativ bewerteten Phasen dauern nicht an. Mir geht es immer wieder sehr schnell gut
  • Ich bin nicht alleine. Viele liebe Menschen helfen mir. Durch Hinweise, Informationen und einfach durch Freundlichkeit.

Fukuoka

Dienstag, 15.10.

Über die große Brücke, die ich von der Hosteldachterasse aus sehen konnte-
und ich bin auf Kyushu. Zum ersten Mal.

Zum Ende der Busfahrt werde ich saumüde, kann aber meine Lehne nicht nach hinten stellen, weil da jemand sitzt und über meine dicke Tasche mag ich jetzt auch nicht klettern.

Die paar Meter zur U-Bahn, dann zum Hostel werden zu einer sich dahinschleppenden Qual. Ich muss mich hinlegen!

Gegen 13:00 komme ich in Fukuoka im Guesthouse Hokorobi an.
Ich traue mich zu klingeln, trotzdem erst um 14:00 Einchecken beginnt.

Sofort ist ein supernettes Mädel da. Ich bin so müde, dass ich mich kaum koordiniert bewegen kann. Nach Einchecken, Regeln lesen, Küche und Funktion der Eingangstür gezeigt kriegen, darf ich endlich ins Bett.
Ich mache alle Fenster und Vorhänge zu.

Habe schon den Verdacht, es wird nicht leicht, 4,5 h später fürs WelcomeDinner mit Takuji aufzustehen. Ich habe 3 km zu laufen bis dahin, evtl. fährt auch ein Bus und es ist nicht allzukalt, aber windig. Tatsächlich habe ich Fieber: 38,3, und muss Takuji absagen.
Passt genau in mein monatliches Ansteckungsschema. Gerade heilt so langsam der Herpes im Mundwinkel aus. Meine Tage könnte ich auch jeden Tag bekommen.
Außer Fieber und müde Schlappness habe ich keine Symptome. Mal sehen. Ich nehme mal ne Paracetamol.
Ich bekomme so langsam richtig Hunger und hab auch ne TütenNudelsuppe und etliches andere mit. Aber es fällt mir schon schwer, mich nur zum Klogang aufzuraffen. Und ich hab das Bad im Zimmer. Was ein Luxus für 17€/Nacht!
3 Stockbetten, also für 6 Mädels, aber ich bin himmlisch alleine. Und mir geht es gut mit dem Gedanken, dass ich hier 4 Nächte gebucht habe.
Plötzlich, so gegen 19:30 klopft es. Ich denke, es kommt doch noch ein Gast, aber ich höre zwei Männerstimmen:
Takuji lässt sich vom Rezeptionsmann zu mir bringen.
Ach, wie lieb! Und er hat Erdbeersyrup mit und Erdbeerkuchen. Wie bei Rotkäppchen und der Oma.
Wir gehen runter in die Gemeinschaftsküche. Mir geht es nach der Paracetamol schon viel besser, aber trotzdem finde ich den Besuch nicht nur lieb, sondern auch anstrengend. Ich denke aber, ich kann morgen wohl mal kurz zur Ausstellung.
Die Crew und Gäste sagen mir auch ganz lieb gute Nacht und gute Besserung. Der Mann an der Rezeption teilt mir mit, dass er die Gäste umgebucht hat, so dass ich zwei oder drei Tage allein im Zimmer bin.

Also, ich war dann garnicht doll krank, und hab mich prima erholt.

Mittwoch, 16.10.

Noch schlappi schlappe ich zu 11:00 Uhr rüber zu Takujis Exhibition.

Ich werde von Takuji freundlich den paar anderen Gästen vorgestellt. OHenro und Ballpendrawer und so…

Sofort nimmt mich Kou in Beschlag. Ein rüstiger Herr von 81 Jahren, der in spirituell-philisophischen Fragen teils ähnlich denkt, wie ich. Und außerdem sehr angetan ist von Selbsthypnose. Das kann er allerdings nicht aussprechen und schon ist ein RunningGag geboren. Selfiblblblblrre.

Für unsere Unterhaltung kann er ausreichend englisch and we get on well.

Er meint so aus dem Nichts, ich sei ein lucky, lucky girl und ich würde immer alles hinbekommen, was ich mir vorgenommen habe.

Ja, finde ich tatsächlich. Und kurze Zeit später ergibt es sich, dass ich meinen Mondsong, mit Manfreds Pianountermalung aus dem Handy, vor Takujis ObservingMoonPavillonBild singe. Gerade so, wie ich es mir schon seit geraumer Zeit vorgestellt habe.

Damit Takuji und Kous Frau Miho es mitschneiden können, muss ich es gleich nochmal singen.

Bin schon für morgen bei ihnen eingeladen.

Takuji schickt Kou, Miho und mich zum Lunch und bezahlt wieder. Ich nehme an, weil Miho jeden Tag Takujis Exhibition-Gäste empfangen hat und im Hintergrund Tee gekocht hat und so.

Danach gehe ich erstmal sehr langsam zum Fukuoka Tower und an den Strand.

Fühl mich echt noch nicht auf der Höhe und die ganze Aufregung hat mich schon geschafft.

BlümelchenBaum am Wegesrand

Die paar Meter hin und wieder zum Hostel zurück sind das einzige, was ich heute noch hinbekomme.

Donnerstag, 17.10.

Ich laufe, wie verabredet, zu 14:00 zur Exhibition.

Ein Freund von Takuji spielt mit zwei Frauen Flöte, die noch nie aufgespielt haben und nun ganz lieb aufgeregt sind.

Heute sind auch sehr viele Gäste da. Takuji ist nämlich garnicht auf Laufkundschaft angewiesen. Mittlerweile weiß ich, dass er die ganze Veranstaltung für alle seine Freunde gemacht hat und für jeden Tag eine andere Gruppierung eingeladen hat. Kaum sind die Musiker fertig, zwingt mich Kou, das Mondlied nochmal vor versammelter Mannschaft zu singen. Jetzt bin ich aufgregt.

Danach machen Kou, Miho und ich uns aus dem Staub.

Kou hat sich vor vielen Jahren vorgestellt, dass er ein Haus besitzen würde, mit Aussicht auf eine kleine Insel und einen Leuchtturm. Genau das hat er sich dann vor 30 Jahren gebaut. Die Insel und der Leuchtturm waren allerdings schon da.

Jetzt darf ich das alles auch bewundern. Es war bestimmt eine Stunde Autofahrt zu ihrem Haus.

Zum Glück habe ich gestern noch eine Idee entwickelt: die beiden ersten schönen Dinge, die ich gesehen und Fotografiert habe, nachdem ich die beiden verlassen hatte, wollte ich heute morgen malen. Gedacht, getan:

Nun habe ich wenigstens ein Mitbringel.

Ich muss erstmal ein heißes Bad nehmen. Mit Aussicht auf Insel und Leuchtturm. Leider bewölkt, kein Sonnenuntergang.

Inzwischen ist das überüppige Abendessen fertig.

Und meine Bildchen stecken überraschenderweise in barocken Goldrahmen.

Eigentlich wollte ich mit Kou poisonless wine trinken, aber Miho schenkt mir dauernd Sake nach, da komm ich garnicht dazu. Außerdem hat sie Pflaumenwein selbstgemacht. Das muss ich unbedingt auch mal tun. Leicht angetüdert gehts ins Bett.

Freitag, 18.10.

Aussicht vom Dach

Sightseeingtour mit Kou und Miho. Bevor es losgeht, darf ich mir eine Saketasse von Miho aussuchen. Sie töpfert unglaublich schöne kleine Sachen, wie Saketassen, die alle Einzelstücke sind. Und auch große Schalen und Vasen.

Der leckerste Pudding ever, erhältlich in der Salzfabrik.

Keine Ahnung, wie das genau funktioniert. Das Salzwasser wird irgendwie über den Bambus geschüttet und trocknet da einige Tage. Dann wird es nochmals einige Tage in großen Bottichen gekocht.

Klein Ise Shima. Oder auch KleinHawaii

Married Islands

Ein ganz besonderer Kunstladen unterwegs. Run by an Englishman

Und zum krönenden Abschluss lecker Essen.

Angefüllt und reich beschenkt um 15:00 wieder zu Hause. 25 Intensivstunden hinter mir.

Ich zwinge mich noch, ein Bildchen für Takuji zu malen. Die schönste weiße JakobsBabyMuschel vom Strand. Mit rotem KoiKarpfenMuster.

 

Shimonoseki

Sonntag, 13.10.

Ich komme gegen 20:00 an.
Der Turm…

…der Jahrmarkt…

…die Delfine…

…die ganzen Lichter!
Mein inneres Mädchen ist voll geflasht!
Und, oh, so schön, die Fischermeile. Alles aus Holz.

Mir geht es sofort gut hier. Wie ich mich freue, wieder am Meer zu sein!
Ich hatte heute ja schon die Füße im Wasser, als ich auf Miyajima war. Aber hier ist es etwas anderes. Die Meerenge sieht aus, wie ein Fluss, aber ich spüre, dass es richtig rausgeht, aufs weite Blau.
Auch wenn es auf der Karte nicht weit zu sein scheint bis SüdKorea.
Nach dem Einchecken laufe ich nochmal ein Stück zurück um eine kleine Flasche Sake zu holen und einen Snack fürs Abendessen.
Um draußen an der Fischermeile zu sitzen, ist es zu kalt. Natürlich auch, um sich lange draußen auf der Dachterrasse aufzuhalten. Also gehe ich bald in die Küche, die auch im 6. Stock ist und von der aus man auf die Terrasse gelangt. Die beiden Japaner, ein Mann, eine Frau, mögen auch Sake. Mit der Frau komme ich gut ins Gespräch. Sie spricht ein wenig Englisch. Sie ist Apothekerin und meint, wegen des Arbeitsstresses hätten die psychischen Erkrankungen deutlich zugenomen.
Erst gestern habe ich gehört, dass hier 20-28 Urlaubstage im Jahr üblich sind. Dass aber kaum jemand seinen Jahresurlaub ausschöpft. „Japaner lieben ihre Arbeit.“
So, wie sie es sagt, klingt es, wie: sie sind moralisch dazu angehalten, ihr bestes oder auch letztes zu geben.

Montag, 14.10.

Irgendjemand hat den Alarm auf 6:25 Uhr und ist nicht im Zimmer.
Scheiße aufgewacht. Es dauert ewig, bis dem Piepeding mal Einhalt geboten wird.
Zum Glück schlafe ich doch noch mal ein. Ich WILL heute ne ruhige Kugel schieben. Muss ich mich auch garnicht zu zwingen. Mein System ist freiwillig psychomotorisch verlangsamt.
Als ich endlich aus den Federn bin, habe ich doch bisschen Angst, dass mir jemand das letzte Fahrrad wegschnappt.
Ich glaube fast, die haben nur die zwei (Kleinkinderfahrräder mit E-Antrieb), die vor der Türe stehen.
Also prima, ich bekomme eins und die Dame fragt extra nochmal nach, ob ichs auch wirklich für den ganzen Tag haben will. Na klar, 4h sind ja schon Tagespreis.
Ich entscheide mich für das Rad Nr.2. Das mit dem hochgestellten Sattel. Trotzdem denke ich, dass ich die Pedale locker mit den Knien treten könnte.
Aufs Fahren freue ich mich schon. Und einmal die Füße schonen. Meine dicke Blase unterm linken Ballen trocknet nu endlich aus. Dafür habe ich vier neue.
Ich möchte an den Strand. Habe über Google Maps Satelit ein paar Strände in ca. 9km Entfernung entdeckt. Einer heißt ‚marine beach‘. Den peile ich an.
Ein wunderbares Gefühl. Die Sonne wird den ganzen Tag scheinen…

(Blick aus dem Fenster)

…und ich hab nix vor, außer, die Gegend ganz in Ruhe zu erkunden.
Schon am Fischmarkt werde ich überrascht. Hier gibt es offenbar nicht nur Restaurants (die wohl vor 21:00 schließen, denn gestern war tote Hose, als ich vorbeikam), sondern auch vormittags frisch Sushi-, Sashimi-, Fischsuppen-… und so, Verkauf.

Wie cool, die ganze Holzmeile ist voll von zufriedenen Feiertagsleuten (heute ist ‚Tag des Sports‘), die Fisch mampfen. Klar, dass ich nicht lange überlege.

Ist auch kein Problem, dass ich gerade erst ordentlich gefrühstückt habe. Roher Fisch ist ja so leicht verdaulich. Und schon wieder Geld gespart. Eigentlich wollte ich nämlich zur Feier des Tages abends hier Essen gehen.

Unterwegs…

…nach 100mal auf GoogleNavi geschaut und einen Umweg über einen ultrasteilen Berg genommen, finde ich endlich den (verwaisten) Beach.
Ja. Hm. Klar, ist der heute nicht sauber. Aber so richtig toll schön würde er vom Müll wegtragen auch nicht.

Ich sicher mir ein körpergroßes halbwegs müllfreies Stück Sand und falle ins Koma.
Eigentlich müsste ich überhaupt garnicht wieder aufstehen, aber der Wind pustet doch arg und ich möchte gerne schauen, ob die kleineren Strände auf einer nahegelegenen kleine Insel, die über eine Brücke erreichbar ist, nicht doch etwas mehr Vergnügen bereiten.
Da ömmel ich noch halbwegs schlaftrunken hin. Und suche und suche jeden Pfad ab… aber es gibt partout keinen Zugang zum Wasser!
Dafür finde ich einen süßen Tante Emma Laden und die liebe Oma darin schenkt mir einen riesigen Apfel zu meinem Einkauf dazu. Nur, weil der eine kleine Macke hat.
Wir bedanken uns überschwänglich beineinander, wie das hier so üblich ist. Nur ist es noch tiefer. Wie auf Shikoku.
Diese paar Sekunden der Begegnung machen dann, dass man gegenseitig füreinander beten möchte. Ist schwer zu beschreiben.
Und echt. So, als wär mal ein Tor aufgegangen und ich könnte sehen, wie bedeutsam wir wirklich sind. Jeder einzelne. Und empfindsam, empfindlich.

Etwas weiter in Richtung ‚zu Hause‘ auf dem Festland gibt es weitere Strandstücke. Die Straßen sind hier überall so verzwickt, dass Naviverfolgung superschwer ist. Nach etlichem hin und her finde ich Zugang zu einem anderen, als dem angepeilten Strand. Wie sich später herausstellt, der einzige weit und breit!
Da isser denn doch noch: mein Paradiesstrand ganz alleine nur für mich.

Ich such erstmal Muscheln. Hach, ist das schön! Entspannend!
Mandala

Später gurke ich wieder sinnlos durch die Straßen, komme aber nicht zur Nachbarbucht. Also parke ich mein Rad wieder oben an der Klippe und tapere über die schroffen Felsplatten rüber.

Die haben hier Trilobiten!

Und Batallionen von Asseln.

Die haben aber mehr Angst vor mir, als ich Ekel vor ihnen. Bin ich ja beruhigt.
Ich weiß nicht, ob Flut im Anmarsch ist. Wär nicht so dolle. Trotzdem bin ich die Ruhe selbst. Durch das Muscheln suchen bin ich in so einem selbstvergessenen KleinkleinEntdeckerModus. Wunderbar.
Die Felsen sind auch höchst erstaunlich.

Keine Ahnung, ob Pflanze oder Tier, für mich: Drachenkrallen

Als ich mich endlich doch losreißen kann und den Rückzug antrete (Ich finde einen alten Besen,

den ich zum zusammengetragenen Müll stelle.), bemerke ich, dass nun Ebbe eintritt.
Gut.

Nächster Punkt: mit dem E-bike Supermarkt anpeilen. Und geschwind wie der Wind Futter und Abendalk besorgen. Kriege langsam richtig Hunger.
Der große Supermarkt hat zu meiner Freude Sashimi! Und auch billig. Fast alles andere ist hier ziemlich teuer.
Ein Sashimi mit Bier auf der Fischermeile…

…bis es zu kalt wird.
Das zweite mit OneCupSake in unserer Küche.
Es ist Vollmond.

Auf der Dachterrasse singe ich ‚Moon’s a harsh mistress‘ für mich alleine. Und erinnere mich, dass ich im letzten Monat auf Charlies Vollmondparty war, nachdem ich mit Manfred bei Gerd gesungen hatte.

Hab heute bisschen Farbe gekriegt.
Die Japaner sagen übrigens ‚momo‘ für ‚pink‘.
Und gehen nur zum Schwimmen an den Strand, wenn es richtig heiß ist. Also nur Juli/August. So sagt zumindest der nette Mann an der Rezeption und liefert damit die Erklärung, warum ich nur ein paar Fischer am Meer gesehen habe.

Dienstag, 15.10.
Heute Nacht von saulauten Sirenen geweckt, die klangen, als wär bei uns Feueralarm. Aber das Geräusch fuhr vorbei. Trotz Oropax klang es, als würde der Krankenwagen direkt an meinem Bett im 5. Stock vorbeirauschen.
Um 8e stehe ich langsam auf und mache mich ebenso langsam fertig.
Ich darf meine Reistasche in der Lobby abstellen und gehe zum Schrein hinterm Haus.

Der Shintoglaube besagt ungefähr: alles ist wesenhaft und jedes Wesen ist Gott. Dann sehe ich innerlich, wie ich am Taifun Hagibis vorbeirauschte, ebenso, wie er an mir.
Bloß das Sandkorn im Auge in Hiroshima von einer im Vergleich klitzekleinen Bö als kleiner Gruß.
Ich gehe bald vom Shrine weg, weil das krächzende Gejammer irgendwelcher unbekannter Instrumente für meine westlichen Ohren nicht auszuhalten ist.

Shrine von Hoichi the Earless.
Grad um die Ecke.

Und vor dem Shrine ertönt vom Band unglaublich berührende Musik mit Gesang.

Hier gibts die Sage dazu:

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Hoichi_the_Earless

Zurück zum Hostel, weiß das Mädel an der Theke nicht nur, dass ich nicht zu Fuß über die große AutobahnBrücke gehen kann. Ich müsste den Tunnel nach Kiyushu nehmen um zum Zug zu kommen. Aber es geht auch ein Expressbus für wenig Geld nach Fukouka, der fährt in 20 min bei 15 min walk.
Na prima. Leider muss ich die dicke Straße vor der Haltestelle mithilfe einer Fußgängerbrücke überqueren. Wenn es so eine Brücke gibt, gibt es keine Fußgängerampeln. Also dicke Reisetasche hoch- und wieder runterwuchten. Aber ich komme rechtzeitig an und frage eine wartende Frau, ob ich hier richtig bin.
Sie fragt wie üblich -radebrechen english- nach dem woher und wohin. Aber auch, wie alt ich sei? Sie sei 75.
Im Bus wird mir erst klar, sie war ein Jahr alt.

Hiroshima

Samstag, 12.10.

Viertel nach neune komme ich schön mittig in der Stadt an. Es ist nicht weit zum Hostel. Die beiden Brücken überqueren, an denen der Memorial Dome und das Hiroshima Peace Memorial Museum liegen.
Im Hostel kann ich meine Tasche abladen, bekomme aber erst Nachmittags den Schlüssel fürs Zimmer. Ich schau mal kurz in die Küche, mach mir einen Kaffee und lerne zwei junge Québecer kennen. Die sind voll scharf auf BentoBox (erstaunlich billige Lunchbox, oft mit Fisch oder Huhn, Reis, Gemüse…für 2€). Oh, ich auch! Wir haben ne lustige Runde am Tisch. Gegen halb 12 ziehen wir drei los. Als jeder mit seiner lecker Tüte heimgeht, sage ich ganz ehrlich zu einem der beiden crazy guys, denn ich habe Hunger: „You make an old girl happy!“
Ich hab auch Obst erstanden und richtiges Gemüse!
Nach dem Futterfest lerne ich den ebenso jungen Sebastian kennen und ziehe mit ihm los zum Mermorial Dome und Museum. Nett, mal wieder deutsch zu quatschen. Ein Mann im auffallend rosa Hemd mit gefärbtem orangeblonden Haar auf der Straße hört uns und sofort haben wir ihn an der Backe. Er wohnt seit 19 Jahren in Japan und ist offenbar ausgehungert nach deutsch und bisschen crazy.

Wir klingeln einmal. Das hat Takuji mir ja vor drei Jahren beigebracht:

I am here!

Der Dome sieht unter diesen Taifunausläuferwolken ordentlich gruselig aus.

Ins Museum darf ich wieder kostenlos. Wir fangen falschrum an, weil es uns zu den gemalten Bildern zieht. Da merke ich schon, dass ich es nicht aushalte, wenn ich nicht die (automatischen) inneren Panzertüren schließe.
Ich atme ein paar mal tief durch, damit ich reingehen kann. Es ist gut, dass ich nicht alleine hier bin.

Es ist irgendwie alles so, wie wir schon in der Schule gelernt haben. Damals war Hiroshima ’45 ca. 35 Jahre her und kam uns weit weg vor.

Jetzt ist es 74 Jahre her und mit dieser konkreten Berührung empfinde ich es sehr nah. Auch mit dem Gedanken, dass viele ältere Japaner, die ich in  dieser Gegend treffe, das Desaster auf die eine oder andere Art miterlebt haben.

Das KinderFriedensdenkmal

Mehr darüber:

https://www.japan-experience.de/stadt-hiroshima/das-friedensdenkmal-der-kinder

Nachher treffen wir den Mann im Hemd wieder. Er hat sich ein wenig gefangen. Irgendwie tut er mir auch leid, als ich direkt frage, was seine Frau denn gerade macht. Ja, sie bereitet wohl bald das Essen vor, wieso? Weil du heute Ausgang hast.
Er fährt ein Fahrrad für 80€ und lächelt, als er sagt, er habe auch Taschengeld dabei. In Japan haben die Frauen oft die Kontogewalt. Aber du bist doch der, der arbeitet? Er hat nämlich behauptet, er arbeite an der Uni, was mit Jura. Ich glaubte ihm schon eingangs kein Wort. Oder er ist höchstens Hiwi. Er hat vor 19 Jahren den Job angenommen und ist dann einfach dageblieben. Wohl auch wegen der Frau. Aber glücklich wirkt er nicht. Erst recht nicht ausgeglichen.

Für einen Powernap gehts wieder ins Hostel.
Der Mann im Hemd hatte empfohlen das Okonomiyaki (japanische ‚Pizza‘ und Spezialität der Stadt) nicht in einem der Restaurants einzunehmen, vor denen eine lange Schlange steht, sondern in der Sunmall. Inzwischen war er sogar nachgucken, obs das noch gibt.
Gut ausgeruht mache ich mich also nochmal auf den Weg in die Stadt.
Allerdings ist mir das Museum auf den Magen geschlagen.
Im empfohlenen Restaurant spricht mich ein Deutsch-Niederländisches Paar an. Wir unterhalten uns eine Weile gut. Der Witz ist nur, dass sie auf Empfehlung vom Mann im Hemd hier sind.
Das Okonomiyaki…

…schmeckt ganz gut, sogar mit den Wresselnden Frauen auf dem Bildschirm gleich neben meinem Platz. Ist allerdings wohl weniger was gesundes. Kaufe ich also zum Ausgleich noch einen OneCupSake und Krabbenchips fürs HostelSofa.
Unterwegs…

…finde ich eine versteckte Bank am Fluss, gleich neben einem kleinen Schrein. Lauer Wind, guter Mond, Wolken und plätscherndes Wasser. Das entspannt.

Auf dem Hostelsofa versuche ich verzweifelt, einen Kranich zu falten und brauche echt Internethilfe. Sebastian kommt auch wieder zurück von seinem Abendtrip und wir können uns bezüglich des Museums noch austauschen.
Ich bekomme immer wieder Flashs, in denen ich meine Wahrnehmung aufmache für das unermessliche Leid.
In Tokyo wirds jetzt wohl bis Mitternacht recht ungemütlich, schon jetzt sind Straßen überschwemmt.

Sonntag, 13.10.

Heute ist SuperSonneWetter angesagt. Ich stehe doch schon gegen 7:00 Uhr auf, mache Frühstück und bitte darum, in der GemeinschaftsSofaEcke Gitarre spielen zu dürfen. Bin noch alleine hier. Nun kommen aber doch so langsam die Leute. Beim dritten Lied taucht Sebastian auf und setzt sich zu mir an den Couchtisch. Ohne Hallo: „Wassn heut mit dir los, so emotional, das ist ja furchtbar. Zum Kotzen ist das.“
Ich bin echt perplex, stelle die Gitarre weg. Trinke den Rest meines Kaffes vor der Spüle aus und mache mich startklar. Keine Ahnung, wie ich darauf reagieren soll. Zusätzlich zur klar unschönen Situation hat er auch ein altes Bild der Verletzung bei mir heraufbeschworen. Andreas gegen Ende unserer Ehe. Ich spiele abends Gitarre so für mich, ganz versunken. Er kommt ins Wohni, bleibt in der Tür stehen und meint: „Kannst du mal mit dem gefühlsduseligen Scheiß aufhören, ich will schlafen.“
Damals ist mir mein Saft ausgelaufen, wie aus einem Fass, dem man den Boden ausgeschlagen hat.
So schlimm ist es jetzt nicht, aber es bleibt etwas an mir hängen.
Bevor ich gehe, begegnen wir uns nochmal auf dem Flur. Ich habe das Gefühl, er hats schon auch gemerkt.
Ein bisschen krampfhaft wünschen wir uns noch eine gute Reise.

Wir sind wohl beide bisschen empfindlich, heute.

Zur local Train Station sind es nur wenige Meter. Der Zug hält direkt bei der günstigen Fähre. 

Miyajima ist eine echt hübsche Insel. Viele haben mir empfohlen, hier herzukommen.

Erstmal stecke ich die Füße ins Wasser.

Der Itsukushima Shrine ist auf dem Wasser erbaut.

Das berühmte rote Tor ist aber under construction.

Den Hang hinan gehts zum Daisho-in Temple.

Hier werden rituell immer wieder 1000e OrigamiKraniche verbrannt, die für das KinderFriedensdenkmal, für den Weltfrieden gefaltet wurden.

Es ist eine ganze Tempellandschaft. Ich treffe auch Kobo Daishi (Shikoku, Ohenro pilgern, 2016) wieder. Es ist der rechte Herr auf dem Bild.

Da wird mir erst klar, dass er wohl der Namensgeber dieser besonders schönen Tempelanlage ist, die mit aufwändig gestaltetem und gepflegtem Garten zum Verweilen einlädt.

Auf dem Treppenweg zum Gipfel sehe ich einige Male dieses Schild:

War aber keine zu sehen. 😃

Dann die Aussichtsplattform oben auf dem Berg, nach 1,5 h Kraxelei vom Tempel.

Nach unten hüpfe ich wieder aus lauter Übermut. Und, weil ich ja heute noch ganz schön weit bis nach Shimonoseki fahren muss.

Mit der Fähre übersetzen, nach dem richtigen Bahnhof fragen, mich eben an der Information beraten lassen, sehr praktische billige LocalTrainVerbindung bekommen, Karte im EintrittAutomaten stecken lassen, den wieder aufgeschlossen bekommen und in den Zug einsteigen ist eins. Innehalb von wenigen Minuten sitze ich glücklich im Zug.

Und bekomme zum Schmalspurpreis noch ne SeasideSightsee Tour dazu.

Okayama

Donnerstag, 10.10.

Panik in Nagoya Station, ich schaue auf den Boden. Traue mich aber wegen der langen Schlange am normalen Schalter, ein Ticket am E-Schalter zu kaufen. Klappt diesmal problemlos.
Auf dem Gleis (habe zweimal gefragt, welches) frage ich, welcher Zug. Und bekomme gesagt, der übernächste. Der nächste fährt aber auch nach Okayama. Ich frage wieder zweimal und bekomme gesagt, den kann ich auch nehmen. Nun schaue ich nochmal googlemaps Zugverbindung. Sagt eindeutig, der spätere. Und der ist schneller.

Öfters geht es so kompliziert. Aber genauso bekomme ich auch oft Tipps, die mir auf Anhieb cool weiterhelfen.

Uff, endlich kann ich essen: im Zug gibts den Rest der Suppe von gestern, jetzt sehr lecker. Vor allem, weil ich mich auch immer erleichtert beruhige, wenn ich erstmal im Zug sitze.
Dann nochmal Panik am Bahnhof Okayama. East gate. Dann finde ich den empfohlenen Schleichweg ob des riesiegen Busbahnhofes nicht. Muss einen Umweg machen, über breite Straßen als Zombi laufen.
Füße und Hände sind rott. Ich bin völlig fertig. Der Kilometer scheint endlos vor mir zu liegen. Auf halber Strecke mache ich Halt an einem Getränkeautomaten. Ist wohl vor einem Theater oder so. Es hat Bestuhlung mit Tischchen im Hof. Als ich sitze, weine ich verzeifelt. Dann nehme ich eine Nova. Die dann aber nicht wirkt.

Der Hostelmann ist nett. Ich sollte in den dritten Stock, es gibt aber nur eine Treppe in den zweiten. Da kommt er an und meint, das eigentliche Hostel sei im Nachbarhaus. Dieses sei gerade erst dazugemietet und noch nicht so ganz eingerichtet. Ich sage, dass ich Probleme mit meinen Händen habe. Er: ich könne aber auch hier schlafen. Und zeigt mir ein Zweibettzimmer. Macht die Klimaanlage an. Oh, bitte nicht. Aber die Fenster kann man nicht öffnen wegen der Moskitos.
Unten sei noch ein Einzelzimmer.  Mit Moskitonetzen vor dem Fenster. Etwas vollgestopft. Aber ich bin zufrieden.
Er bringt meine Tasche runter.
Ich gehe noch bisschen raus an den Kanal und kaufe Eis und Bier.

Mal Ruhe reinbringen.

Dann muss ich doch mit Augenschutz und Oropax schlafen. Von der Straße grelles Licht und Autolärm.

Freitag, 11.10.

An den Kanälen entlang…

…zum Okayama Schloss (handycaped kostenlos) ich schlaf davor davor erstmal ne Runde.

Der berühmte Koraku-en garden, gleich dahinter

Die Schlange schwamm formschön auf der Teichoberfläche.

Mit Miguel Angelo aus Spanien hab ich mal wieder ein erfrischendes Gespräch. Er begleitet mich zum Bahnhof.
Ich will dem Tipp des Wirtes folgen und nach Kurashiki fahren.

Im Zug lerne ich einen Dänisch-Neuseeländischen Asiaten und seine Frau, eine Japanerin mit einem zuckersüßen Kleinkind kennen. Der Mann spricht sehr viel und hilft mir, läuft mir mit schwerem Gepäck nach und zeigt mir die Richtung zum Bikan Historical Quarter.

Ist echt ganz nice hier. Aber auch supertouristisch.

Interessant finde ich die Raku- Töpferei, die in diesem Viertel in jedem zweiten Haus ausgstellt ist. Von Chant habe ich ja auch eine von ihm selbstgetöpferte tolle Vase in RakuTechnik.

Er hatte mir damals erklärt, dass das glühende Werkstück in Stroh geworfen wird. Durch verschiedene Oxidationsprozesse entstehen dann diese Zufallsmuster.

So müde: mitten in der Altstadt schlafe ich in einem ruhigeren Seitensträßchen auf einer Bank.

Der Bär bewacht mich:

Natürlich laufe ich noch den Berg rauf zum Tempel. Dann will ich eigentlich gehen. Am Ausgang der Altstadt drehe ich mich nochmal um, weil eine Passantin ihr Handy so intensiv in den Himmel hält:

Da wirds doch nochmal so richtig schön. Gut, dass ich gerade schon im Convenience store war. Mit Bier in der Hand lässt sich die laue Abendstimmung hervorragend genießen.

Am Bahnhof höre ich LiveMusik und singe nach kurzer Zeit hinterm Micro mit.

Die ganze Bande (nebendran stehen noch etliche) singt für den Frieden. Außer japanischen Liedern gibts ‚we shall overcome‘. Bevor alle versammelt sind darf ich auch mein japanisches Liedchen singen und später singe ich ’sympathy‘ von Rare Bird, das ich auch schon mal in Darmstadt auf einer Friedenskundgebung gesungen hab. Der Kopfmann der Gruppe schreibt sich das Lied gewissenhaft auf.

Samstag, 12.10.

Gestern Nacht kamen recht spät noch zwei weitere Gäste in mein Zimmer. War zum Glück nicht lange Getöse und ich habe gut geschlafen. Bis 4:15.

Bin jetzt eh wach und meine Wettervorhersage meint, je später, desto stärker Sturmböen durch die Ausläufer von Hagibis und ab 7:00 Uhr auch Regen. Darauf hatte ich irgendwie keine Lust: 1 guten Kilometer mit vollem Gepäck bei Sturm und Regen laufen.
Jetzt ist es noch schön warm. Ich packe meinen Kram leise zusammen und mache mich fertig. Um kurz nach 5 bin ich aus dem Haus. Ich möchte statt des angepeilten Busses um 8:50, den um 6:30 nehmen.

Sturmgepeitschter Spaziergang.

Bin 1h zu früh, aber das ist mir wurscht.

Komagane und Kisokomagatake

Montag, 7.10.

Mein Bus geht erst jusan ji sanju bu (13:30) vom Bahnhof. Kann ich also schön langsam aufstehen und so.

Trotzdem bleibt noch massig Zeit nach dem Auschecken. Rezeption ist in der Hausbar. Leihe ich mir mal die Gitarre aus.

Nach einer Weile kommt der Belgier runter, mit dem ich gestern Abend noch kurz in der Küche gesprochen hatte. Er will mit Zelt auf den Fuji. Verdammt, hat er mich echt neidisch gemacht! Fuji ist ja schon Anfang September zu. Also die Hütte aufm Berg und so. Aber jetzt ist die ideale Zeit, zu gehen, weil es nicht mehr diese Pressschlange an Wanderern hat, die sich gegenseitig raufschieben. Oder sich vielmehr gegenseitig am Aufstieg hindern. Und die Bergspitze ist noch nicht schneebedeckt. Dafür muss man halt seinen ganzen Schlafkram mit raufschleppen. Weil ich finde, Fuji von Busstation 5 ist echt gecheatet. Ich würde gerne mal von Kawaguchiko aus gehen.

Sind 3700 hm – 900 hm von Kawaguchiko macht 2800 hm. Ist auch kein Pappenstiel. In einem Tag mach ich das sicher nicht. Auf jeden Fall nicht Retour.

Der Belgier hat allerdings eine gute Frage gestellt: obs wohl flache Stellen gibt, um das Zelt einigermaßen aufzustellen? Keine Ahnung, ganz oben sicherlich 😀.

Also, ich singe gerade meinen Japansong, setzt er sich zu mir. „You share a lot, when you sing“.

Heute möchte er mit dem local Train an den Rand Nagoyas fahren, zu einem Highwayparkplatz laufen und dann nach Tokyo hitchhiken. Schon wieder macht er mich neidisch.

Der Zug hat mich 80 Ocken gekostet. Wenn ich demnächst mit dem Shinkansen nach Okayama fahre, nochmal so viel und so weiter.

Man kann zwar einen Railpass erstehen, bevor man einreist, aber das lohnt sich nur, wenn man in kurzer Zeit sehr viel fährt.

Jetzt sitze ich also im Bus nach Komagane. Auf dem Weg zum Bahnhof fiel mir siedendheiß ein, dass Takuji meinte, die Bustouren sind oft durchaus Monate im Voraus ausverkauft. Hätte ich ja auch mal die Karte vorgestern kaufen können. Hat aber auch jetzt geklappt 😬😃.

Ich werde, wie von Takuji bestellt, vom Wirt nach Haus geschüttelt.
Vom Van aus sehe ich die ersten Affen. Gleich eine ganze Horde im Wald!

Es gibt eine GästeKüche in der JuHe. Prima. Wo kann ich einkaufen. Tjaaaa, Supermarkt?? Das ist schlecht…
Aber es soll dann doch einen Minimarkt und eine kleine Bäckerei geben. Unten im Dorf, 15 Gehminuten.

Nach dem Einchecken lauf ich runter ins (Touri)Dorf. Da sehe ich meinen Ersten Affen live ohne Autoscheibe oder so. Er kommt sogar aus dem Wald auf den Bürgersteig hinter mir und tut so, als würde er Beeren am Waldrand pflücken. Mit Sicherheit war er einfach neugierig. Ich denke jedenfalls, es ist ein ‚er‘.

Im Souveniershop bekomme ich lecker lecker geräucherten Pferdeschinken.
Dann gehe ich ins Onsen, es ist schon stockdunkel. In Japan werden abends nicht viele Lichter angemacht.
Dort in der Eingangshalle liegen -oh Wunder- noch je eine Packung Möhren und Lauchzwiebeln. Mein Abendessen ist gerettet.
Das Onsen ist ganz nett, es wird mir auch morgen über den Regentag helfen. Es hat auch eine kleine Sauna. Die hat 100°! Und ist furztrocken. Da spürt man gleich, wies einem die Lungenbläschen zusammenschmurgelt.
Ich muss ja nicht lang drinbleiben.

Zu Hause Abendessen mit lecker Sake von Keiji.

Dann stimme ich mal die alte Gitarrengurke, die im Gemeinschaftsraum in der Ecke steht. Da ist noch eine andere, die in einem ehrfuchtgebietenden schönen Wandschrank untergebracht ist. Der ist zwar nicht abgeschlossen, aber deutlich feudaler, als alles andere hier. Und so denke ich, bevor man die benutzt, sollte man lieber fragen.

Nach ein paar Liedern – echt meine Stimme wird immer besser!- kommt der Wirt und freut sich offenbar. Ich spiele als nächstes für ihn Tooku de und er nimmt es auf. Nicht ohne mich vorher gestisch zu fragen, ob er das darf.
Und klar, ich darf auch die andere Gitarre benutzen. Für heute will ich aber bloß noch ins Bett.

Dienstag, 8.10.

Schön ausgeschlafen. Ich habe nur seit gestern Abend wieder mehr Schmerzen in beiden Handgelenken, diesmal mehr links. Trotzdem spiele ich noch ein bisschen Gitarre. Diesmal auf der besseren im feudalen Gitarrenschrank.
Ich darf ja bis 10 im Hostel bleiben. Das nutze ich aus. Der Wirt bietet mir an, dass ich schon um 15:30 wiederkonmen darf. Außerdem einen Regenschirm, den ich dankend ablehne.

Es regnet. In meinen Regenschuhen, Regenhose und frisch imprägnierter Regenjacke fühle ich mich wohl.

Ich finde vor den Wildschweinen und anderen Fressfeinden (beim Essen hört die Freundschaft auf, ihr lieben Äffchen) eine Handvoll frisch heruntergefallener Esskastanien. Die werden mein Abendessen bereichern.
Und tapere in Ruhe durch den Wald. Die Affen haben sich offenbar vor dem Regen zurückgezogen. Ich hätte gerne nochmal welche gesehen.
Dann erreiche ich den Weg zum Tempel. Der Wald ist alt und verwunschen.

Riesige Koniferen. Mit vielfarbigen Moosen und Flechten sind die Steine gevintaged.
Und die Tempelanlage ist so schön!
Gerade, als es richtig dolle zu regnen beginnt, komme ich nach etlichen Fotos zum Haupttempel. Bevor ich eintrete, ziehe ich mir unterm Tor die Regensachen aus.
Glücklicherweise habe ich doch mein Kleingeld dabei. Zum ersten mal zünde ich eine Kerze an, bevor ich zum Schrein trete.
Es ist so schön hier. Ich fühle mich wohl, wie in Liebe eingewickelt.

Ich schreibe einige Zeit regengeschützt an der überdachten Tempelseite. Wird nu doch bisschen kühl. Dann gehe ich durch den Wald zum Dorf. Dieser große Schmetterling flappert irgendwie torkelnd im Regen und setzt sich auf die schönsten Blüten.

Danke lieber Schmetterling, so gibts schöne Bilder.

In der Bäckerei duftet alles so gut. Was soll ich nehmen???

Tickets für morgen kaufen, dann endlich zum Onsen. Die ganze Zeit habe ich mich vor Regen geschützt, nu will ich mich mal klatschnass machen.

Zu Hause bin ich erstmal – um Gunnars Lieblingswort zu benutzen – platt! Schön ausgedehnter Powernap.

Mit den Maronen und allem, was ich noch so erjagt habe (grüner Spargel und getrocknete Pilze), gibts eher einen Gemüsehaufen, als eine Suppe. Mit einem Klacks sündhaft teurer Butter und Sojasoße wirds perfekt.

Und klar, darf der Sake nicht fehlen, solange noch welcher da ist.

Gitarre, nice Hände und Füße- Conversation mit Wirt und noch jemand.

Ich zeige dem Wirt, dass er mit seinem Google Übersetzer englischen Text mit Kamera ins Japanische übersetzen kann. Der freut sich und hat was zu spielen.

Bevor ich ins Bett gehe, werden die schmerzenden Schwellungen unter den Fußsohlen unverschämt schlimm. Dazu ein paar Blasen. Wie soll das morgen gehen?

Ein Teil von mir ist besorgt, ja beleidigt, versteht nicht, warum ich in unregelmäßigen Abständen immer wieder gepeinigt werde. Was noch dazu niemand nachvollziehen kann. Means: damit bin ich alleine.

Ein anderer Teil denkt ganz einfach: ist doch wurscht. Wird schon irgendwie gehen.

Mittwoch, 9.10.

Morgens ist immernoch jeder Schritt hölle, als ich mich fertig mache.

Bis ich gegen 7 unten am Bus stehe, ist es schon fast vergessen. Auffi ghats! Zunächst mit dem Bus viele steile Serpentinen durch den Wald. Dann die längste und höchste Seilbahn Japans rauf.

Ich schlag mich gleich mit einigen anderen auf die linke Seite. Hab vorher irgendetwas gelesen von einem Mount Hogen links, den man, vor allem an den Stellen, an denen Seile befestigt sind, vorsichtig beklettern soll. Klingt doch nach KaddiMountain. Ich will zuerst da rauf und dann auf den Mount Komagatake. Gestern hab ich im Gemeinschaftsraum auf ein Bild eines Berges gedeutet und der Wirt hat gemeint, das sei Komagatake. Klar, dann wohl der mittlere hohe hier.

Auf einer japanisch beschrifteten KartenTafel sehe ich, dass es zum Berg links 1,5 h sind. Prima hin und zurück und dann noch Komagatake. Gemütliche Kletterrunde.

Nein, Genussklettern.

Ich wandere fast die ganze Zeit alleine. Es geht mehre Male steil hoch und runter. Am vorletzten Berg sind einige Seile gespannt, wie beschrieben. Auch Metallgriffe in den Stein gearbeitet. Hach, sowas brauch ich doch nicht.

Erstaunlicherweise bin ich erst um kurz vor zwölf am Zielberg. Knappe 3h Wanderung. Ich schau mal auf die fotografierte Karte. Ja, hab ich ein Wegstück übersehen. Also, nach kurzer Pause mit EINEM weiteren Wanderer, der von diesem Berg ganz nach unten ins Tal wandern will, wieder 3h runter und rauf und runter und rauf und… bis ich zu meiner Abzweigung komme bei der es zu meinem Mount ‚Komagatake‘ geht, merke ich meinen Enthusiasmus schon deutlich nicht nur in den Beinen.

Ich habe als Pause eine nette kleine Fotosession mit einem lieben älteren Paar. Ja, der Steinhaufen da hinten ist Komagatake.

Hier schon aus der Nähe. Das ist klettern! Bei uns wär da allemal ein gutes Klettersteigset nötig.

Kann ich garnicht auf die Bilder bringen, wie steil es zu beiden Seiten abfällt.

Und dann bin ich oben. Und traue mich, nachdem mein Held des Tages, ein Mann aus Taiwan, endlich da runter geht, auf den höchsten Stein weit und breit.

Natürlich tue ich da oben nur so, als wäre ich die Ruhe selbst.

Als ich wieder runterklettern will, frage ich mich, warum zur Hölle ich das nu wieder gemacht hab. Meine Beine sind auf einmal ein ganzes Stück zu kurz. Bis mich die netten Taiwanesen sicher herunterdirigieren.

Beim Abstieg zur Rope überholt der Mond Mount Fuji, der die ganze Zeit über uns gewacht hat.

Da oben stand ich auf dem höchsten Stein, cool 😎🤗!

Ich bin sauguter Dinge und erfreue mich eines prima elastischen und stahlhart muskelbepackten Körpers.

In der JuHe angekommen, gehe ich sofort meinen geschundenen Köper in heißes Wasser eintauchen.

Dann lerne ich die beiden Frauen kennen, die heute Nacht im gleichen Zimmer schlafen und morgen auf den Berg wollen.

Aus irgendeinem Grund packt es mich und ich schaue noch mal in meiner OfflineMap maps.me nach, wo ich war. Viele Berge sind auch hier in japanischen Schriftzeichen, aber genau ‚meine‘ in lateinischer Schrift.

ICH WAR GARNICHT AUF KOMAGATAKE!!

Wegen dem bin ich doch aber extra hier! Wie heißt es so schön: wer lesen kann ist klar im Vorteil!

‚Mein‘ Komagatake war der Mount Hogen und ‚mein‘ Mount Hogen war Mount Hinokio.

Obwohl ich einen der besten Tage meines Lebens verbracht hatte, gehts mir plötzlich nicht mehr gut. Ich schäme mich, ich gräme mich, verdammt!

Ich nehme mir vor, einigermaßen gelassen darüber wegzukommen. Und buche wegen des Taifuns nicht in Ise Shima am Meer, sondern in Okayama, also deutlich weiter westlich meine nächste Unterkunft.

Donnerstag, 10.10.

Ab 5e kruscht es in meinem Zimmer. Die Mädels machen sich startklar, um mit dem ersten Bus zur Rope zu fahren. Eine hat mir gestern erzählt, nach der Wanderung will sie gleich ins Onsen und dann noch nach Tokyo, ca. 4h Busfahrt. Mann, Mann, japanische KrachvollPlanung eben.

Da habe ich die Idee, es wird ja nochmal schön sein heute und der Tag wär doch zu schade, um ihn auf der Straße zu verbringen:

Ich steh auch auf, packe mein zerpflücktes Desaster zusammen, checke aus, aber lasse den Koffer da und fahr nochmal hoch. Bin ich noch früh genug in Okayama.

Kaum ausgeheckt, schon ausgecheckt, habe sogar ein verfrühtes FS um 6e bekommen.

Die nette Wirtin besteht auf einem TschüssFoto, dafür darf ich auch eins machen.

Der Berg begrüßt mich diesmal mit der Sonne über Mount Fuji.

Und diesmal geht es rechts hoch. Da, wo ALLE gehen.

Nach Mount Nakadake, nun also endlich der richtige Mount Komagatake

In der Ferne mittig Mount Ondake und rechts Norikura in den Nordalpen. Auf dem war ich und von dort habe ich auch den schönen Ondake gesehen.

Es heißt, von Kamagatake hat man die schönste Aussicht. Das ist wahr. Vor allem die weiteste. Man sieht nicht nur die Nordalpen, sondern auch die Südalpen und Fuji.

Meinen Weg gestern zum Hinokio möchte ich aber sich nicht missen. Er war vom Pfad her viel schöner und bot wunderbare Vegetation und mehr Abwechslung.

Ich bin dann noch eben rüber zu einer weiteren Anhöhe, wo ich die Taiwanesen wieder treffe.

Weil ich etwas zu spät an der Busstation nach Nagoya ankommen würde, habe ich eine gute Stunde Zeit für ein ausgiebiges letztes Onsenbad.

Dann Koffer an der Juhe abholen, abschied vom kleinen nahegelegenen See…

…und die Suche nach der Busstation beginnt.

Ich gehe früh los, habe aber massiv Probleme, die Busstation zu finden. Weil ein Mann, den ich frage, mich durch einen Tunnel schickt. Und ich auch denke, ich muss auf die andere Seite der Autobahn. Und mein Maps.me auch anzeigt, die Haltestelle ist drüben. Der Tankenmann schickt mich zurück. Der Tunnel macht keinen Spaß wegen der steilen Rampen. Und meine Handgelenke verzeihen mir das Tragen nicht so, wie ich will. Als ich endlich ankomme, ist es zehn vor Abfahrt. Die drei Geschäftsmänner, die da stehen, sagen auch, das ist nicht die richtige Seite, hier gehts nach Tokyo.
Geistesgegenwärtig schaue ich mir die Abfahrtstafeln an. Immerhin, es sind zwei. Auf einer stehen genau meine Zeiten. Interessanterweise kann selbst der Japaner die Tafel nicht richtig interpretieren. Meint nach einer Weile aber, dann sei es hier wohl doch richtig. Schrecklich, dass ich mich nichtmal erinnern kann, dass es bei der Ankunft hier so aussah. Ich habe es mir ganz anders gemerkt.
Der Geschäftsmann arbeitet in einer Hilfsorganisation für weniger entwickelte Länder. Er organisiert Trainings für Trainer. Oder so. Ich erzähle ihm, dass ich auch in einem wenig entwickelten Land helfen möchte. In Myanmar, in einer Schule mit hauptsächlich Waisenkindern, angegliedert an ein Kloster. Als Ergo werde ich im clinic room arbeiten.
Er zeigt sich erfreut-beeindruckt und meint, sie haben auch Zweigniederlassungen in Myanmar.

Die beiden Mädels aus meinem Zimmer kommen auch. Alle wollen 15:50 nach Tokyo. Nur ich will 15:32 nach Nagoya. Es kamen schon zwei Busse. Nach Ida. Meiner ist längst überfällig.
Eines der Mädels meint, ob ich denn gebucht hätte, eventuell sei voll?
Das andere gibt mir die Internetseite der Highwaybusse. Währenddessen telefoniert der nette Geschäftsmann und bekommt raus, dass noch Plätze frei sind. Ich bin echt überwäligt von so viel Hilfsbereitschaft.

Abschiedsfoto bei laufendem Busmotor:

Nagoya

Samstag, 5.10.

Heute Morgen habe ich schön Ruhe und Zeit. Ich packe sorgfältig. Trotzdem ist der Trolly einfach zu voll. Um die MitbringSchnapsflaschen von Arnos Obstbäumen zu schützen, hatte ich am Ende noch eine dünne Decke eingepackt. Auch mit dem Gedanken, die kann man immer brauchen. Hab ich aber kaum. Wenn ich in Südkorea bin, kommt die weg mit der Post und noch ein paar Kleinigkeiten. Mich nervt es, den Trolly über Treppen tragen zu müssen. Zum Beispiel an den Bahnhöfen. Die kleineren U-Bahnhöfe haben oft keine Fahrstühle oder Rolltreppen. Dafür gehts vieeele Stufen runter und eventuell noch ein paar mal rauf und wieder runter, wie heute morgen. Zur Zeit macht nichtmal das hinter mir herziehen Spaß. Allein, den Reißverschluss zuzukriegen, ist scheiße schmerzhaft.

Im Hauptbahnhof Tokyo krieg ich wieder Panik, als ich mir die Karte kaufen will und später, als ich meinen Zug und mein Gleis suche. Ich weiß, dass es überhaupt keinen Grund dafür gibt, weil jeder gerne hilft. Mir ist es hier einfach zu viel im Hauptbahnhofgewühl.

Sobald ich im Zug sitze, ist alles wieder gut.

Eine junge Mutter mit zwei süßen kleinen Kindern sitzt neben mir. Das Töchterchen fängt sofort an, Papier zu falten. Nach kurzer Zeit schenkt sie mir ein Origamiherz!

Ich lass mich nicht lumpen und ziehe mein O-Papier aus dem Rucksack. Sie bekommt einen rosanen Mount Fuji.

Im Hostel bin ich im 4. Stock einquartiert. Der junge Mann an der Rezeption ist so nett…

Jetzt warte ich auf Keiji. Der holt mich gleich für ein gemeinsames Abendessen ab.

Oh, superlecker!

Keiji weiß nur von mir, dass ich Fisch mag. Und Rind. Und bestellt ein Menü. Er kennt nicht mal das Lokal. Hat unsere Plätze in einem Restaurant im Bahnhofhochhaus gebucht, weil er sah, wie nah mein Hostel ist. Und kam mit dem Bus.

Zuerst mal Bier. Dann, weil noch ein paar Fische kommen – ups – doch ne ganze Flasche Weißwein.

Ein Gang nach dem anderen in schneller Reihenfolge. Es ist sogar Keiji zu schnell.

Er bittet um LANGSAMKEIT.

Jetzt kommt Urchin. Bisschen glibbrig.

Auf einmal gibts den Lobster

– ich hab den Koch schon die ganze Zeit fasziniert beobachtet. Wie er – krackckcks, die Lobster mit einem großen Messer mittendurchschneidet.

– auch für uns! Krass!

Keiji freut es, dass es mich freut.

Zum Rind, naklar, Rotwein. Yammie!

Beim Dessert, ein Blatt gedämpfter Reisteig und darauf Kürbiseis, Obst, Kräuter… fällt Keiji ein, dass er doch gerne noch einen Schnaps trinken würde. Sie haben aber nur Whiskey. Ok, on the Rocks.

Keiji bringt mich mit Taxi die paar hundert Meter heim. Wir tauschen unsere Geschenke aus: ich habe ein MarzipanGlücksschwein von unserer Marzipanfabrik und Obstler von Arno. Dafür bekomme ich eine Flasche guten Sake. Und er mag bitte Yoko, seine liebe Frau, grüßen.

Im Hostel würde ich gerne noch mein Bierchen trinken, das ich mir vorher im Supermarkt besorgt habe. But, to be honest:

ich bin bedient.

Und hatte einen schönen geselligen Abend. Mal wieder Datenabgleich mit Christofs Umgebung. Aber auch natürlich mit allem, was Keiji angeht.

Und nebenbei viel Spaß!

Sonntag, 6.10.

„Morning!“

Die Gäste hier sind strange. In der schmuddeligen Gemeinschaftsküche sitzen einige über ihre electronic devices gebeugt und heben mit genervt abweisendem Blick ihre Köpfe, um gleich darauf wieder in autistisches IT-Delir zu versinken. Jemand hat den Ton abgestellt.

Ich bin die einzige, die sich ein halbwegs vernünftiges Frühstück macht. So gut es eben geht, mit dem, was die MiniSupermärkte hergeben.
Mein Handgelenk ist ‚alleine‘ wieder besser geworden. Ich kann es jetzt wieder halbwegs bewegen. Habe sogar Wäsche mit der Hand gewaschen. (Neben der Notwendigkeit war es auch Ergotherapie 😁.)
Die Schmerzen sind jetzt innerhalb des erträglichen Bereiches. Also signifikant unter ‚auf den Nerv bohren‘.

Ich bin superfroh, dass ich wohl ohne weitere Cortisonpulstherapie auskomme.

Nun fahre ich mit dem Zug zum Atsuta Shrine. Auf dem Weg lockt mich dieses lustige POPO Schild über die Straße. Daneben das ‚Bright Stand‘. Hm, Kaffe wär mal gut. Der ewige Instant hängt mir schon zum Hals raus.

Nette Ausstattung. 2Barhocker drinnen und draußen das winzige Bänkchen für zwei schmale Popos. Mit dem Weitwinkel sieht der Stand größer aus, als er ist. Über mir hängt ein wunderschönes weißes Segelschiff, das in der Luft fliegt. Es lädt dazu ein, mit seinen Träumen davonzufliegen. Den jungen Mann hätte ich mir am liebsten gleich dazu eingepackt. Bis mein superleckerer Esp + milk ganz langsam alle geht, haben wir eine gute, witzige und schöne Unterhaltung.

Ich lerne ‚mata ne‘ für ’see you‘. Und wir winken uns bright lächelnd, bis wir uns nicht mehr sehen.

Ich gehe mit hell lachendem Herzen weiter.

Am Shrine beten viele, so bleiben sie nur kurz. Er soll einer der wichtigsten Shinto Shrine sein und die Sonnengöttin Amaterasu beherbergen. Was für ein wunderbarer Tag, um ihr zu begegnen.

Ich fühle hier eine riesige Macht und denke an Krieg und Frieden.

Im Park imponiert dieser alte Baum. Viele Kinder sind festlich gekleidet.

Ich erfahre später von einem netten Herren, dass Kinder mit drei, fünf und sieben Jahren festlich in Kimonos gekleidet zum Schrein gebracht werden. Ich verstehe seine Erläuterungen als eine Art Initiation. Er war als Kind auch hier.

Im Nebentempel höre ich so viel Vögel zwitschern und denke an Frieden mit allen Wesen.

Shirotori Garden, gleich in der Nähe

So viel zu entdecken, nach jeder Ecke sieht es wieder überraschend anders aus.

White Spiderlilly

Allgegenwärtig, die gefräßigen Pfützenhaie

Zum freundlichen Rausschmiss wird um 16:45 Uhr ‚auld lang syne‘ gespielt.

Wens interessiert, warum dieses Lied so oft in Japan gespielt wird:

https://www.google.com/amp/s/www.pri.org/stories/2015-06-19/why-do-japanese-stores-play-auld-lang-syne-when-they-close-answer-wont-shock-or%3famp

Auf dem Rückweg traue ich mich noch mal ins Bright Stand, um dem jungen Mann zu erklären, dass ich einen guten Tag im Shrine Park und im Garten hatte. Einen guten Tag, der besonders schön angefangen hat.

Zurück in der Hostelbar hab ich Lust auf den kleinen Happyhoursnack mit Beermug. Saulaute Musik heute. Wasn Kontrastprogramm zu der kontemplativen sonnigen Zeit heute am Tag.

Mit zwei Mädels komme ich ins Gespräch, weil sich die eine von der anderen mit dem Wandbildmann neben mir ablichten lässt.

Später erklären sie mir, es wird heute Musik nur von ihm aufgelegt. Er heißt:

Sakanaction

Und ist total angesagt.

Wir haben superviel Spaß, da fällt mir ein, auf die Uhr zu schauen. Oh, noch 7 min happy hour. Bestell ich noch ein Bier. Die Mädels holen sich auch noch was. Wir üben ‚Prost‘.

Shoko und Juka sind übrigens 36 und 38. Es grenzt schon an Frechheit, wie jung die Japanerinnen aussehen.

Kurz vor 8te wirds mir absolut zu laut.

Die Krönung dieses besonders schönen gefüllten und erfüllenden Tages ist dann das WhatsAppVideoTelefonat mit meinem lieben Töchterchen.

Also echt, ich bin wohl zu alt. Ich versteh das nicht. Nagoya-Hamburg Viedoübertragung in Echtzeit. Means Totlachspaß ohne Delay.

 

Tokyo

3.10.

Das deutsche Mädel hat mich gestern damit neidisch gemacht, dass sie ein paar Minuten früher aufgestanden ist und mir ein Foto vom rosa Fuji gezeigt hat.

Stehe ich also heute um 5:30 auf und laufe wieder im Schlafanzug zum verschlafenen OishiPark.

GoodbyeMountFuji Bild

Ich bin mir sehr bewusst, dass jetzt das Kontrastprogramm kommt und will hier nicht weg.

Um 9e zum Bahnhof geschüttelt, um 10e Express Highwaybus nach Tokyo. Dann S-Bahn zur Ogawamachistation.

Easy.

Bloß, in der Stadt zurechtfinden ist nicht so dolle, weil GPS nicht immer ordentlich durchkommt.

Ich übe.

Nicht die Seine, aber…

Und finde nach längerem Herumkrabbeln Takujis Galerie. Eingeklemmt zwischen zwei Giganten.

Es kommen Sturmböen auf. Und ausgerechnet, als ich da bin und die Galerie fotografiere, fallen die Blumen um. Ich heb sie wieder auf.

Ziemlich schnell kommt ein netter nonEnglishspeaking Ordungshüter. Bald auch eine Dame vom Museum. Die wundert sich, dass ich ein Messer dabei habe, um das Holzschild in den Blumen wieder zusammen zu klopfen. Da hab ich Takuji schon eine Mail geschrieben. Aber er kommt eh grad vom Lunch. Witzig, ihn hier zu treffen, mit Sohn und Schwiegertochter.

Dann suche ich noch ein bisschen nach einem Park und finde statt dessen diesen Tempel.

Eine Oase der Ruhe und Schönheit in diesem schmuddeligen Stadteil.

Um 17:00 bin ich beim Park und gleichzeitig fällt mir ein, dass Parks in Tokyo um 5e schließen. Naja, ich bin eh durch. Finde jetzt den (geraden) Weg zurück, esse noch ein schlechtes billiges Dinner. (Ich habe das Gefühl, Japan hat ein ernstes Essensproblem. Muss bei den schlabbrigen Teilen auf meinem Teller, die sehr wahrscheinlich Hühnerhaut sind, oder so, an den alten Film mit ‚Soylent grün ist Menschenfleisch“ denken.) Und bin froh, wieder in meiner KurzzeitKapselunterkunft gelandet zu sein. Ist noch schön warm. Für die überraschend nette Terasse hab ich mir ein weiteres Bierchen geholt.

Aaah!

Leider habe ich heute so brutale Schmerzen im rechten Handgelenk, dass ich meine, mir tut alles weh.

Vor der Reise hatte ich eine Cortisonpulstherapie begonnen, weil mir schon schlecht wurde vor Schmerzen. Die Rheumatologin hatte 20mg als Einstiegsdosis empfohlen. So hätte ich auch geschätzt. Hatte aber nicht gereicht. Das dumme bei Cortison ist, man muss mit der Dosis zuerst über den Schmerz. Nachsetzen nützt aus irgendeinem Grund nix. Bis vorgestern hab ich also ausgeschlichen (das heißt auch, ich war gedopt, als ich über die Berge hüpfte), aber die ganze Zeit weiterhin Probleme gehabt. Nun knallt es wieder so rein, dass ich meine rechte Hand kaum bewegen/benutzen kann.

Ich meine, ich kann schon Schmerzen aushalten. Beim Zahnarzt zum Beispiel lasse ich mir – sehr zum Leidwesen der Zahnärzte – ohne Betäubung auf den Nerv bohren. Weil ich nachher rausgehen will und den Termin vergessen. Und nicht noch stundenlang auf der tauben Backe rumkauen.

Aber irgendwann ist auch mal gut mit Schmerz. Wenn die ganze Welt in Schmerzen zu explodieren scheint, zum Beispiel.

Erstmal ordentliche Dosis Novaminsulfon reintun, schlafen und weitersehen.

4.10.

Takujis Exhibition

Ich wache früh auf und kann den Tag ruhig angehen.
Zu Takujis Galerie ist der Weg heute überraschend kurz. Jetzt, da ich weiß, wos langgeht.
Takuji sieht heute etwas mitgenommener aus, als gestern. Gestern dafür überraschend gut. Ich denke jedenfalls, dass er im Adrenalinrausch ist und mache mir etwas Gedanken, wies ihm morgen geht, wenn keiner mehr kommt.
Er hat sich wahnsinnig Mühe gegeben. Nicht nur die Bilder aufgehängt. Da stehen überall überbordende Blumensträuße, er hat ein Heft drucken lassen, mit all seinen Bildern. Dazu bekam jeder eine Einladungskarte und nun als Willkommensgeschenk drei Postkarten mit selbstgemalten Blumenmotiven. Außerdem hat er noch ein Rätsel vorbereitet. Ich habe vergessen, was man gewinnen konnte. Ich selbst kenne diese Überaktivität von meiner Praxiseröffnung. Krass fühlte sich das an, als trotz aller Mühe kein Fremder aus der Nachbarschaft kam.

Zur Eröffnung spielt sein Freund mit weiblicher Begleitung auf der Querflöte. Das erste Lied: once upon a time in the west. Später auch ‚auld lang syne‘.
Später will Takuji mir seine Bilder erklären,

da kommt der Flötistenfreund dazu. Der kann etwas english. Takuji, freundlich und weitsichtig, verplant mich gleich mit ihm zum Lunch. Seine Duopartnerin und der Mann, der die Stücke angesagt hatte, kommen auch mit.

Es gibt Sushi gleich um die Ecke. Superlecker, schön anzusehen und von guter Qualität.
Oh, das tut meinem 7/eleven (Supermarktkette, die hier alle 5 m eine Filiale hat) geschundenen Magen gut. Frische Rohkost ist hier so schwer zu kriegen. Sei es Obst/Gemüse oder Fisch/Fleisch.

Takuji zeigt auch allen mein Bild, das ich von ihm damals auf dem Flughafen Shanghai mit Kuli gemalt habe. Ich muss viel Lob über mich ergehen lassen. Auch dafür bekomme ich Anerkennung, dass ich in Shikoku gepilgert bin. Davon zeigt Takuji ebenfalls Beweisfotos.

Ich  verabschiede mich herzlich von allen, die noch da sind.

Dann tapere ich zum Park in Richtung Süden. Ausruhen!

Yasukuni Schrein.

Wenn ich vor einem Schrein stand, schreib ich mir immer die Sätze auf, die mir in den Sinn gekommen sind:
„Siehst du nicht die Schönheit überall?“
– ja, doch…
„Und auch die Schönheit in dir.“

Ich lass mich noch weiter durch die Stadt treiben.

Tokyo Daijingu Schrein:

Ich bin gut aufgehoben.
In diesem aufgewühlten, vollen Pool.
Ein Pol der Ruhe.

Haupttempel:
„Weibliche Schönheit und weibliche Kraft/Energie. Denke nicht immer, dass du das nicht hast.“
– Ja, ich brauche einen Mann an meiner Seite, der mir das bestätigt: dass ich eine Frau bin. Die schön ist, anziehend und Weiblichkeit, weibliche Kraft ausstrahlt.
„Das ist dein Manko.“

Hier sind so viele Frauen. Und mir ist nach Weinen zumute.
Ich genieße die Wärme ihrer Ausstrahlung. Und fühle mich doch nicht oder doch? – Teil von ihnen.

Es geht so tief. Es wirk so, als WÄREN sie alle selbstverständlich. Auch selbstverständlich Frau. Und ich – immernoch Mogelpackung – tue nur so, als ob. Und das mehr oder weniger erfolgreich.
Eventuell ist es auch für andere nicht oder nicht immer so einfach.
Zu SEIN.

Und diese Oberfläche aufrecht zu erhalten, kostet so viel Kraft. Darum weine ich. Warum mache ich das?
Weil ich, wie jeder andere, geliebt, angenommen sein will. Ist aber Quatsch. Weils ja dann nur meine Oberfläche ist, die ‚geliebt‘ wird.

Auf dem Weg zum Hostel werde ich plötzlich hungrig und finde diesmal ein richtig nettes Lokal.

Ich stopfe mich mit Rohkost voll. Starter: Jackfish Sashimi

Danach Tuna Sashimi, rohes Pferd war leider aus.

Ich versuche es mal mit chopsticks links. Geht so leidlich.

Dann fried Shrimps. Da geht die Schale beim besten Willen nicht ab. Wir ahnen es: wird im Ganzen gegessen. Schmeckt auch prima. Bloß, die Schalenstücke hängen einem noch Stunden später zwischen den Zähnen.

Heute bekomme ich aus irgendeinem Grund im Supermarkt um die Ecke 10% Discount. So stand es gestern auf meiner Quittung, die ich garnicht haben wollte. Aber der nette Verkäufer hats mir erklärt. Also jedenfalls Discount. Ich guck auf  die Quittung: tatsächlich auf alles. Nett.

Wieder eine warme SommerNacht.

Jetzt will ich bloß noch nicht im Hostel bleiben. Garnicht leicht, was zu finden, wo ich unbehelligt ein Bierchen bekomme. In meiner angepeilten Kneipe um die Ecke höre ich mal wieder, dass alles reserviert sei. Das hört sich so an, als sei ich nicht gern gesehen. Weiß ich aber zu wenig drüber.

Jedes zweite Haus ist eine Kneipe oder ein Restaurant. Sieht aber nicht alles einladend aus. Oder ist voll.

Dann lande ich hier:

Flätze mich in einen bequemen Sessel. Und werde ewig nicht bemerkt.

Ist mir aber wurscht. Ich schreibe. Und zur Not hab ich zu Hause noch ne Dose in der Fridge.

Krieg hier doch noch ein Mug Bier und bin zufrieden.