Voll durchstarten: ein Fuß auf dem Gaspedal, …

18.08.2019, Sonntag

Gestern hat die Großfamilie Papas 80. gefeiert. Schön zu sehen, wie groß wir sind und wie herzlich die Stimmung.
Ich habe schon am Freitag Abend mit Lis ihr dasein gefeiert.
„Wir treffen uns mit Hugo auf dem Hausberg.“
„Wer ist Hugo?“
Ich wollte doch meinem Hamburger Töchterchen zeigen, wie ich hier zu Hause auf dem Lande so meine Abende verbringe. Ich fand oben auf dem Hügel zwei in perfektem Winkel aneinandergeparkte Strohballen. Auf denen machten wir es uns gemütlich. Lis Schulfreund Tobi war auch dabei und während wir zu dritt tief in die Flasche schauten, schaute uns die Sonne beim Untergehen zu.

Gut so. Ich wollte nämlich auf Papas Geburtstag garnichts alkiges trinken, weil ich gleich nach dem sonntagmorgendlichen Nachbrunch und einem tränenreichen Großfamilienabschied in die Schweiz brausen würde.

Nach knapp 2 h Fahrt war ich froh, dass ich nicht nur meine Picknickdecke für ein Schlummerchen dabeihatte. Sondern auch mein STP (stand to pee oder deutsch: Urinella, ein unentbehrliches Autobahnrastplatzkloutensil. Lis empfahl es mir bei meiner letztjährigen Radltour, als ich mir wegen Überbelastung ein zu dickes Knie gefahren hatte, um…)

Ah, SonntagSommerSonnenStimmung am Bodensee. Wenn sich das nicht schon im Vorbeifahren wie Urlaub anfühlt. Das obligatorische billig Tanken in Österreich und dann…

Hoh, hoh, hoh hohe Berge im goldenen Abendkleid!

Ich hatte mich für die erste Nacht i dr Schwiez bei Petr und seiner Freundin Gertrud eingeladen und sie belohnen mich dafür mit einem lecker geselligen Mahl auf der Terrasse in spätsommerlich warmer Abendluft.

19.08.2019, Montag

Die App verspricht einen regnerischen Morgen und so verabreden wir uns zu einem späten guten Frühstück.
Ich bin richtig scharf darauf, das Tempo rauszunehmen. Habe mir auch für die ersten beiden Tage zwei Babyaufsteigeretappen gebucht.

In Chur hole ich noch Franken und fahre dann rüber zu dem Nachbardörfchen Felsberg. Auto parkieren. Peter hat mir allerdings versprochen, das wird nicht einfach.
Ich sollte mal auf der Gemeinde nachfragen. Genau das erzählen mir auch zwei nette Dörflerinnen. Bloß, dass das Büro nicht um 12:00 Uhr schließt, sondern 11:30. Bin ich leider zu spät für. Obwohl noch Leute drinnen rumhuschen. Türen sind zu.

Unterwegs hatte ich ein Hinweisschild zum ansässigen ‚SchlafenimStroh’BioBauernhof Danuser gesehen. Gut, dass mir sein Name von der Radeltour vor zwei Jahren noch geläufig war, obwohl ich dort garnicht abstieg.
(Vergessnisausgleich: Auf dem Weg dorthin besorge ich mir noch einen ReiseHandtuchErsatz: ein MicrofaserPutztuch. Funktioniert sicher genausogut und ist auch billiger.)
Neuer Plan: ich parkiere mein Auto beim DanuserHof und schlafe dafür da in der letzten Nacht. War die Frau des Hauses aber nicht für.
Statt dessen fällt ihr, kurz bevor sie den Fensterladen schließt, noch ein, dass an der Autobahnausfahrt Domat/Ems ein kostenloser Parkplatz zu finden sei.
Ich ergattere den letzten freien Platz dort und finde, das hat doch jetzt ganz gut geklappt.
Um 13:00 bin ich startklar.

Von hier sinds bloß noch 28 km, die mir wie 5e vorkommen. (Meine Beine sprechen dann aber eine andere Sprache.)

Den ersten Schwall des ordentlichen Regengusses, den ich schon im weiten Tal vor dem Tor zur Via Mala

herannahen sah, durchstehe ich im trockenen Halbtunnel mit Sicht auf die Klamm.

Der Hinterrhein tost dort unten nur wenige cm breit. Wie tief muss das sein! Wie hoch die steile Klamm ist, kann man abschätzen, wenn man die winzigen Leute auf der Treppe findet.
Fotos bei besserem Wetter gabs vor zwei Jahren auf der Alptour, deren bekannte Pfade ich erst bei Splügen verlasse.
Im Nieselregen fahre ich durch bis Zillis. Und weil ich auf einmal riesigen Hunger habe, muss ich wenige Meter vor meinem Ziel eine Futterpause auf einem kleinen Bänkchen an einer alten Hausmauer celebrieren.
Die Sonne kommt durch, so langsam hört es auf, zu regnen. Ich bin bloß zufrieden und möchte hier garnicht mehr weg. Einfach nur sitzen. Sein.

Einchecken in Familie Juons SchlafenImStroh und Frühstück auf 9:00 verschieben. Ahhh!

Den Abend verbringe ich mit Wifi und meinen Freunden.

20.08.2019, Dienstag

Wunderbar, es ist den ganzen Tag Regen angesagt! Dieser Umstand erlaubt mir, einfach da zu bleiben.

Auch, wenns dann irgendwie den ganzen Tag kaum regnet.

Um mich zu aktivieren besuche ich am späten Vormittag die Kulthöle. Die ich in maps.me entdeckt hatte. Dafür leihe ich mir von der Bäuerin ein Paar Gummistiefel aus. „Die sind aber ganz dreckig vom Stall.“
„Du sagst doch, ich muss am Ende über die Wiese laufen, da werden sie mal sauber.“

Jetzt ist sie hier Höhlenkönigin

Sonst, viel digitale Kommunikation, Blog schreiben und zwei Mittagspausen. Ach, wunderbar!
Abends kommt ein älteres Päärchen (also älter, als ich). Wir verstehen uns gut. Ich habe zu viel Suppe gegen blaue Lippen und sie haben Wein.

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