…und Abflug!

4.6.2016

Mit June habe ich mich verabredet. Er fährt mich um 7:30 zum Flughafen.

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Von SchangriLa nach Chengdu,…

(Mein Backpack wird verladen.)

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…dann nach Schanghai. Dort habe ich 8h Aufenthalt. Ich gebe meine letztes chinesisches Geld für ein gutes Dinner mit Wifi aus.

Hier male ich Takuji und kann ihm das Bild gleich schicken.

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Beim Boarding von Shanghai nach Frankfurt muss ich lachen: die Deutschen sehen alle aus, wie Lehrer.

5.6.2016

Heidelberg

Die Heimat hat mich wieder.

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Abschied am Ursprung

3.6.2016

Baishuitai
Auf meiner LonelyPlanetListe steht noch eine heiße Quelle mit möglichem TempelDesGroßenSchatzes-Besuch. Für die Quelle ist es zu gutes Wetter und Tempel hatte ich gerade gestern. Also bleibt noch Baishutai übrig: drei Stunden Busfahrt durch Yunnans Bergwelt,…

…etwas klein geratene Kalksteinsterrassen,…

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(ein großer Teil der Terrassen ist ausgetrocknet)

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…einem Pfützenplateau, in dem sich die Wolken schön spiegeln…

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…und smarte Herren, die sich die Rente durch Verkauf von Räucherstäbchen (die sie wohl später löschen und wieder verkaufen) aufbessern.

Dieser liebenswerte Mann verkauft am Fuße der Kalkterrassen:

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Und dieser liebe Herr verkauft oben an der Quelle. Als ich ihn frage, ob ich ihn fotografieren darf, legt er sich verschmizt die Rosenkränze um und nimmt eine süße scheinheilige Haltung ein. Ich habe ihn richtig gern.

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Hier oben auf dem Berg, an der kristallklaren Quelle, kann ich auch gut Abschied nehmen von meiner erfüllenden, auf- und anregenden Reise.

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Sie war emotional, körperlich und geistig anstrengend und ich habe immer wesentlich mehr bekommen, als ich gegeben habe.
Ich bin dankbar.

Im Hostel angekommen, spricht mich eine junge Koreanerin an. Sie hätte gehört, ich könne gut singen, ob ich nicht später….
Als ich unten beim Dinner sitze, stellt sich heraus, dass sie June, den koreanischen Hostelbetreiber, extra gebeten hat, im Loungeofen Feuer zu machen, damit wir es für einen geselligen Musikabend schön haben.
Ein schwedisches Paar und die Französin aus meinem Zimmer gesellen sich zu uns und wir haben einen richtig netten letzten Abend.

 

Das goldene Dach

2.6.2016

Ganden Sumtseling Gompa, ein berühmtes tibetisches Kloster.

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Eingangs die chinesischen Stadtmusikanten im Paradies.

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In den Tempeln findet sich immer wieder dieses Motiv.

Beliebt sind auch der Schädel mit den fünf Sinnen. Und die Schädel mit den blauen und roten Wellen. Ich übersetze das mal als Gedanken und Gefühle. Ich bin gespannt, was ich über die Symbolik recherchieren kann.

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Das prachtvoll goldene Dach

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Hier sieht man den felsigen Berg im Hintergrund, dem ich gegenüber gestanden habe.

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So sieht es neben dem Kloster aus.

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Abends gehe ich noch zum Hauptplatz von Zhongdian um etwas zu essen zu kaufen.
Mais und Schweineriegel.

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Dann schnappe ich mit meine liebe Ukulele und ein Bierchen und schaue in der Nähe des Hühnertempels…

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…der Sonne beim Untergehen zu.

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Zhongdian bei Nacht schließt meinen Tag.

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Slow down, slow upload

1.6.2016

Heute gönne ich mir einen weiteren Faultag. Der graue, wolkenverhangene Himmel hilft mir dabei.
Ich schreibe die letzten Tage für meinen Blog und versuche stundenlang das eine oder andere Bild hochzuladen. Aber das Wifi hat in dieser Stadt die Höhenkrankheit und ist wirklich schwach auf der Brust. Also spiele ich mal ein paar Lieder.
Später gehe ich sogar durch die Straßen der Stadt und schaue, in welchem Laden das Empfangszeichen alle drei Wellen hat. Auch das nützt nichts. Oder wenig. Für ein Bild brauche ich mehr, als eine Stunde und dann geht garnichts mehr. Da ich schon mal draußen bin, nütze ich die Gelegenheit und kaufe was zu essen.
Aber zurück im Hostel, so gegen 17:00 Uhr habe ich eine Glückssträhne: niemand ist im Haus! Als die ersten Gäste eintrudeln, klappt das Internet wieder zusammen.
Das beste ist heute das HotPotDinner im Restaurant um die Ecke mit drei netten Hostelmitbewohnern.

Bike’n hike

31.5.2016

Mein ursprünglicher Plan ist, ein Fahrrad auszuleihen, um den nahegelegenen See zu fahren und das Kloster Ganden Sumptseling zu besuchen.

Es gibt im Hostel aber nur Mountainbikes und damit habe ich in Shaxi meine Erfahrungen gemacht. Für mich recht unbequem. Vor allem die Handgelenke tun mir sofort weh. Also gehe ich doch in die Stadt und leihe mir ein E-Bike.

Ein großer Teil des Sees ist um diese Jahreszeit ausgetrocknet. Dafür grasen unzählige Yaks, Schweine und Pferde auf den jungen Wiesen.
Nach einigen Kilometern sehe ich verlockende Pfade in den Hügeln westlich des Sees. Die versprechen eine gute Aussicht auf die Steppe!
Also suche ich mir einen Pfad aus, der ausssieht, als würde er ohne auf und ab direkt den Berg hinan führen.
Ich holpere über eine Lehmstraße durch ein Dorf und parke mein E-Bike am Fuße des Hügels bei 3300 Höhenmetern.

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Der Anfang ist verdammt steil, aber dann geht es. Schon entdecke ich überall wunderschöne Blumen!
Sogar eine Orchidee (glaube ich jedenfalls)…

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… und vieeele Edelweiß.

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Auch die Rhododendren blühen gerade wie verrückt.

Ich hüpfe von einem Blümelchen zum nächsten und erfreue mich an deren Schönheit und Seltenheit. Dazu die atemberaubende Aussicht auf die Steppe und einige schneebedeckte Berge.

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Da ich schon mal so weit gelaufen bin, könnte ich doch noch auf die Kuppe des Hügels…

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Von hier aus blicke ich in eine blumenübersäte Hochebene, an deren Ende ein felsiger 4300er thront. Den will ich mir doch von nahem ansehen.
Meine OfflineMappe zeigt mir eine Seilbahn, die auf diesen Berg führt. Aber keinerlei Pfade in dieser Umgebung. Die einzige Orientierung sind Höhenlinien.
Um die Richtung zu halten, biege ich auf einen schmalen Pfad ab. Eine Wiedererkennungsblume blüht eingangs mitten darauf.

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Der Pfad ist so steil, dass ich Mühe habe, einen Schritt vor den anderen zu setzen, ohne abzurutschen. Ganz zu schweigen von der Luftknappheit, die mich alle drei Schritte stehen bleiben lässt.
Nach einer Weile verliert sich der Pfad im Dickicht. Da schlage ich mich durch, bis ich auf einen anderen Pfad gelange. Die Mühe lohnt sich, denn ich sehe eine Art Fasanhühner. Und davon eine Menge. Sie wuseln neben mir im Dickicht herum und sind leider sehr scheu. So, dass ich sie immer nur bruchteilsekundenweise zu Gesicht bekomme. Sie haben leicht rosa Schwanzfedern und sind ansonsten braun-weiß gesprenkelt.
Plötzlich stehe ich direkt vor dem rocky Mountain. Ja!

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Meine Karte sagt mir, dass ich mich in 3940 m Höhe befinde. Ok, ich will die 4000 erreichen und gleichzeitig meinen ursprünglichen Weg zum E-Bike wieder finden. Also nehme ich den Pfad, der halbwegs in die richtige Richtung führt und laufe rauf, rauf, rauf. Nach einer Weile erkenne ich, dass mein Pfad zu meinem angestrebten Weg, den ich tief unten im Tal ab und zu sehen kann, relativ parallel verläuft. Auf einer Höhe von 4140 m beschließe ich, mich durch den steilen bewaldeten Hang nach unten durchzuschlagen. Schließlich wird es auch spät. Aber immerhin habe ich mehr als 800 Höhenmeter zurückgelegt.

Als ich wieder auf dem Weg bin, komme ich zunächst an einer Yakherde vorbei.

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Dann finde ich die Erkennungsblume an einem abzweigenden Pfad wieder.

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Nach meiner 6-stündigen Wanderung bin ich froh über die Schönheit und erhabenheit der Natur, die ich durchwandern und bestaunen durfte.

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Und ich bin stolz auf meine Leistung.

Es fühlt sich für mich wie eine angemessene Belohnung an, dass ich bei weiterhin sonnigem Wetter und angenehm warmer Luft mit dem E-Bike an Steppe und See entlangfahren kann.

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Auf der Rückfahrt wird es schon etwas kälter. Eine große Schüssel heißer Nudelsuppe im Hostel wärmt mich nach diesem besonders erfreulichen Tag wieder auf.

 

Refreshing Day

30.5.2016

Heute sitze ich den ganzen Morgen im Bett und schreibe meine TagesGeschichten. Da ist ja einiges zu tun. Zum Glück ist es draußen entgegen der Wettervorhersage schön dunkelgrau. Das nimmt mir mein schlechtes Gewissen. Warum eigentlich? Ich habe mir ja sogar einen Erholungstag feste verschrieben.
Um 2pm gehe ich die paar hundert Meter in die Stadt, um den Guishan Tempel und die Gebetsmühle anzuschauen.

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Der Tempel ist direkt am Hauptplatz der Altstadt. Ich fühle mich fit und fröhlich und hopse, jeweils zwei Stufen mit einem Schritt nehmend, die recht hohe Treppe herauf.
Allerdings rechne ich dummerweise nicht damit, dass ich danach Luft holen muss. Gefühlt war da aber keine. Das war ein paar Minuten richtig unangenehm. Ich sollte nicht vergessen, dass ich mich hier auf 3400 Metern Höhe befinde!
Die Gebetsmühle soll die größte der Welt sein und es braucht mindestens sechs Menschen, um sie in Gang zu setzen.

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An einer anderen Seite des Platzes ist ein Kriegsmuseum. In seinem großen Atrium hat ein weiterer Tempel Platz.
Das Museum verwirrt mich mit seinen Bildern, denn die englischen Tafeln kann ich so gut, wie garnicht übersetzen (zumal die Übersetzung aus dem Chinesischen ins Englische fehlerhaft ist). Und ich weiß viel zu wenig über die Historie und die momentane Situation.

Dieses Gedicht von Tashi Rabten, Schriftstellername Theurang, berührt mich zutiefst.

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„Diese Leute“

von Theurang

 

Berge werden ausgehöhlt, Flüsse verschmutzt

und die wilde Tierwelt wird ausgelöscht.

Diese Leute wühlen sich in unser Land

mit ihren Fängen und Klauen.

 

Weiden entblößt, Wälder vernichtet

Grenzen von Feldern und Gehöften aufgelöst und

umfunktioniert zu riesigen Arealen von fremden, ungesunden Bäumen.

Diese Gäste haben sich nun niedergelassen, ungerechtfertigt.

 

Offenes Weideland aufgeteilt mit eisernen Umzäunungen

Viehbestand verstört und seine Population schwindend.

Mit grimmigem Ausdruck schnappen sie sich Brocken unseres Golderzes

und mit unverschämtem Lächeln belohnen sie uns mit ein paar Mehlsäcken.

Diese Leute wissen wirklich, wie sie sich einschmeicheln.

 

Gesetz, Politik und Einklang

 

Diese Leute haben Ketten, Schlösser

und schrecklich gespannte Fallstricke.

22.05.2016

 

Über „Tibet, China, Konflikt“ kommt man schnell auf bpb.de und highpeakspureearth.com.

Am frühen Abend gehe ich noch zum Baiji Si, dem Tempel der 100 Hühner. Er ist auf einem Hügel gleich hinter unserem Hostel erbaut. Diesmal bin ich, so schwer es mir fällt, vernünftig ? und mache langsam.
Von hier hat man einen herrlichen Blick über die Stadt.

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Die Hühner (bestimmt mehr, als 100. Wo liegen wohl die ganzen Eier?) sind echt ulkig hier am Tempel.

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Die Bilder in diesem tibetischen Tempel verwirren mich noch mehr. Es werden gewaltvolle Szenen gezeigt. Und viele der Statuen schauen aggressiv. Auch über die tibetischen religiösen Bräuche weiß ich so gut, wie garnichts.
Zum Dinner gehe ich in das attraktive Restaurant, an dem ich gestern vorbeikam, als ich zum Hostel wackelte. Der nette Wirt empfiehlt mir einen Hotpot für 68¥. Aber so hungrig bin ich garnicht. Ich sage das und, dass ich nicht mehr, als 30 ausgeben wollte.
Trotzdem macht er mir einen Hotpot mit dicken Rindfleischstücken und viel leckerem Gemüse. Sieht aus, wie für drei. Da keine Sättigungsbeilage dabei ist und alles richtig gut schmeckt, schaffe ich das sogar.

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Den Rest des Abends verbringe ich in der Lounge und freue mich, dass ich wieder eine gute Unterhaltung mit dem jungen Japaner Aki genießen darf. Er zeigt mir Bilder der japanischen Nordalpen. Da könnte ich schon wieder direkt hinfahren.