Bonustag

29.1.2016

Tja, das kann ja mal passieren. Heute haben wir einen Tag geklaut oder geschenkt bekommen. Wie man es nimmt. Für mich wars dann ein Geschenk. Dabei hat die Infodame in Te Aroha, bei der wir die Fähre für heute Morgen gebucht haben, einen Fehler gemacht. Und wir haben es nicht nachgeprüft.
Jedenfalls haben wir uns extra früh geweckt (dabei hatte ich so schlecht geschlafen) und wir sind superpünktlich losgekommen. Leider stellte sich dann heraus, dass der Voucher nicht auf 8:45 am ausgestellt war, sondern auf 8:45 pm.
Hm.
Nachdem wir glücklich hinter dem Nationalmuseum einen 12-StundenParkplatz gemietet haben, ist schön viel Zeit für einen Stadtbummel und einen zweiten Besuch im Museum. Da hatten wir gestern nicht viel geschafft.
In der Abteilung, in der es darum ging, wie die Natur von Neuseeland in den letzten 180 (!) Jahren verändert wurde und welche Tiere bereits ausgestorben oder davon bedroht sind, muss ich wieder weinen.
„Machet Euch die Erde Untertan“.

Am Nachmittag geht Sonja im Hallenbad sportlich schwimmen. Ich nutze die Zeit, indem ich zur Hafen-Promenierzeile der Stadt gehe und dort meine Ukulelelieder spiele. Das macht Spaß! Viele Leute lachen mich an, ich bekomme in der Spielpause ein Bier und eine nette Unterhaltung. Beim zweiten Durchgang freuen sich Jugendliche über mein Spiel und geben mir drei Dollar, obwohl ich garnichts zum Reinwerfen hingelegt habe.

Am frühen Abend schlendern Sonja und ich noch ein wenig durch den schönen Hafen. Hier ist jede Menge los. Es wird SUP gefahren und Kayak. Am ehemaligen Quai kann man Turmspringen…

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…und ein paar Meter weiter gibt es einen Strand. Es schwimmen recht viele auch ohne Neoprenanzug. Dabei ist es den ganzen Tag bewölkt und wir haben unsere Kapuzenpullover an. Irgendwie scheinen die Neuseeländer zu glauben, es sei Sommer. Entweder sind sie abgehärteter oder wir sind noch ziemlich schlapp. Wahrscheinlich beides.

 

RegenRuheTag und Morgengrauen

27.1.2016

Heute regnet es wie versprochen. Puh! Da brauchen wir nicht noch auf Ruapehus Krater zu kraxeln und können uns auf einen Ruhetag freuen, an dem nicht viel anderes ansteht, als gut 4 Stunden nach Wellington zu fahren. Den prima Wifispot haben wir in einem klassischen McCafé. Für die „richtigen“ Cafés sind wir zu spät dran.

Auf der Fahrt habe ich fast Panik, als es am Horizont zwischenzeitlich etwas heller zu werden droht. Wenn schönes Wetter ist, muss man schon wieder so tolle Sachen erleben.

Wie gut, dass wir uns heute morgen im Aufenthaltsraum des Camps ausgiebig mit einem deutschen jungen Paar unterhalten haben. Sie kamen gerade aus Wellington und konnten uns den Tip geben, auf einem Parkplatz am Meer kostenlos zu übernachten. Da gibt es richtig luxuriöse öffentliche Toiletten und sogar eine kalte Dusche. Wir kommen um 21:15 an und haben mal wieder Glück: Montag bis Mittwoch sind die Facilities 24 Stunden geöffnet, Donnerstag bis Sonntag nur 7:00 bis 21:00 Uhr.

28.1.2016

Wir hätten genausogut auf einem Boot übernachten können. Unser Bus (volljährig) kennt noch keine Stoßdämpfer. Er ist eher mit so etwas wie „Federn“ ausgestattet. Und so werden wir mehr oder weniger sanft mit den heftigen Windböen in den Schlaf geschaukelt.

Die graue Stadt am grauen Meer im Morgengrauen

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Auf dem Programm stehen heute die Cable Car (fast, wie zu Hause in HD ?)…

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…der botanische Garten (und jede Menge hysterischer Spaß)…

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…eine Mittagspause im Vanlein (wer hat die Abrissbirne auf uns geschleudert? ?)…

…Wifi mit Kaffee…

…und das Nationalmuseum Te Papa.

Gleich im Eingang einer meiner Lieblingsdrachen.

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Den Abend runden wir im Hotel Bristol mit einer Bluessession ab. Diese Dame ist cool.

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Ich traue mich, einen Bobby McGee zu singen. Die Band kennt es nicht. Egal. Das kriegen wir hin.

Alles ist vom MotorhomePark aus zu Fuß erreichbar.

 

Alpine Crossing

26.1.16

Die Sonne scheint schon am frühen Morgen. Da fällt das Aufstehen leicht. Wir erwandern den Alpine Crossing Track bis zu den Emerald Lakes.

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Hier sieht man den Blue Lake, den Central Crater, die opalfarbenen Emerald Lakes, den Red Crater und Mount Ngaurohoe in ihrer ganzen Pracht:

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Übrigens: wie auf anderen Webseiten auch, zum Vergrößern der Bilder einfach draufklicken.

Wir machen ein Upgrade auf den Gipfel des Mount Tongariro und sehen alle drei in one line: Mount Ngaurohoe, Mount Ruapehu und Mount Tongariro

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Am Ende sind wir am Ende und können stolz auf mindestens 22 erwanderte alpine Kilometer sein!

 

Hot Pools, Mud Pools und Schwefeldämpfe

24.1.16

Abschied vom Pazifik mit einer Handstandsession:

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Auf der Fahrt nach Weirere Falls picken wir Pauline auf. Wir drei verstehen uns gut auf dem steilen Pfad zu den Falls, klettern über die Boulder und schwimmen in einem vom Gebirgsbach geschaffenen Pool.

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In Rotorua nehmen wir Abschied von Pauline. Sie empfiehlt uns den Podcast: Star Talk Radio. Dort hat sie die interessante Sendung „Colonizing Mars von Bas Lansdorp“ gehört.

Wir richten uns in Rotorua im Camp ein. In 3 Minuten sind wir am Hot Water Beach und genießen den lauen goldenen Abend auf warmem Sand.

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Später suhlen wir uns in den heißen Natural Water Pools des Camps. Uns geht’s gut ?.

25.1.16

Noch in Rotorua besuchen wir die Ohinemutu Maorivillage.

Zwischen Rotorua und Waiotapu finden wir den Einstieg zum knochenerweichenden Kerosene Creek Walk.

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Sonja redet im gut 40 Grad heißen Wasser irgendwie langsam: „Das ist nicht grade aktivierend…!“

Waiotapu Thermal Wonderland hat seinen Namen verdient. Ich bin ja schon mit meinem Schatz hier gewesen. Hier ein Bild der „Artists Palette“.

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Zum Abend fahren wir zum Tongariro Nationalpark und wählen, wie schon gehabt, die gemütliche und praktisch gelegene Discovery lodge. Bei der Buchung wird uns gesagt, morgen sei der letzte sonnige Tag in den nächsten Tagen.

 

1. Infusion in Auckland und 5×7 Tage frei!

21.1.2016

Im superklaren Wasser schwimmen, Ukulele spielen, Frühstück und Fahrt nach Auckland.
Bei Dargaville machen wir einen kurzen Abstecher zum Bayleys beach und bestaunen die wildromantisch verwitterten, steilen Sandfelsklippen. Ein viiiiele Kilometer langer, kerzengerader Strand mit einem frischsprudelnden Seifenreklamemeer in mintgrün und weiß.

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Weiter gehts. Ich muss rechtzeitig zur Infusion um 15:30 in der Klinik sein.

10 Minuten vor der Zeit trudeln wir glücklich ein. Schließlich hatten wir auf der vom OfflineNavi errechneten dreistündigen Fahrt etliche Langsamfahrer vor uns, ein paar Baustellen und den üblichen Stadtverkehr.

Alles, was mit der Infusion in der McMurray Clinic in Auckland zu tun hat, hat gut geklappt. Außer meinen zwei Medis, die sie benutzten, war alles Equipment, das benutzt wurde, im Preis von 640NZ$ inbegriffen. Zum Beispiel das Infusionsbesteck.

Irit sagte, hier sei es üblich, Hydrocortison zusätzlich infundiert zu bekommen. Sie hatte aber nichts dagegen, als ich freundlich ablehnte. Never change a running system.

All inclusive: im Anschluss bekam ich einen leckeren Kaffee und durfte mir ein dick belegtes Sandwich aussuchen. Ich fühlte mich in dem weich gepolsterten Ruhesessel superwohl!

Den Abend verbringen wir im Ambury Regionalpark zwischen Hühnern und Schafen. Die Nacht ist warm und hell mit einem Dreiviertelmond, der die Marschlandschaft des Naturschutzgebietes sanft beleuchtet. Wir machen einen späten Spaziergang und ich wundere mich, dass wir mitten in Auckland sind, 5km vom Flughafen entfernt und uns doch fast, wie auf einer einsamen Ostseeinsel fühlen können.

22.1.2016

Nun können wir in den Hauptteil des NZ-Urlaubs starten: 5 Wochen ohne Termindruck! Klingt das in Euren Ohren ein bisschen böse? – in meinen klingt es nach einem echten Bedürfnis.
Als erstes Ziel haben wir uns den Hot Water Beach auf der Ostseite der Coromandel Peninsula herausgesucht. Der Campingplatz ist nur 10 Minuten entfernt, aber wir müssen noch bis Mitternacht auf die nächste Ebbe warten. Da besuchen wir schon mal den Strand bei Flut.

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Sonja versucht etwas Bodyboarding, doch die Wellen sind stark und die gewaltige Stömung zerrt uns die Füße unter dem Hintern weg. Ich traue mich nicht weit hinein und begnüge mich damit, das kraftvolle Spiel der Wellen zu genießen.

23.1.16

Um Mitternacht machen wir uns auf die Socken zum Strand. Die Nacht meint es gut mit uns. Mondhell und lau. Sonja erschrickt plötzlich, an einem Baumstamm am Weg bewegt sich etwas!

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Im Taschenlampenlicht erkennen wir zwei Opossums, die sich durch uns kein bisschen gestört zeigen.
Am Strand sind schon viele Leute am Buddeln. Doch das Meer steht trotz Ebbe recht hoch und so werden die mühevoll ausgegrabenen Wannen schnell wieder weggespült. Wir benutzen stilvoll meine beiden handtellergroßen Ohrenmuscheln, die ich in Kaikoura gefunden habe. Für die Sisyphosarbeit hätten wir am Campingplatz auch für 5$ eine Schaufel leihen können. Kann ja jeder.
Also, das war wirklich eine romantische Nachtaktion. Vollmond, heiße Stellen im Sand aufbuddeln, schnell mal reinsetzen und genießen. Und schwupp!- die kalte Überraschung.

Heute morgen haben wir uns viel Zeit lassen können. Die nächste Ebbe war ja wieder erst mittags.
Da haben wir den Buddelspaß mit noch mehr Menschen gemeinsam erlebt.

Diesmal bei strahlendem Sonnenschein.

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Die hinteren Wellen brechen mit kraftvoller Eleganz, während die Dünung sich vor uns auftürmt.

Das Bodyboarding hat mir heute richtig Spaß gemacht. Wir haben Respekt vor der starken Strömung des zurück laufenden Wassers. Einmal werde ich beim Schwimmen stark zur Seite abgetrieben, so dass ich aus dem bewachten Bereich heraus in die Nähe von zwei schroffen Felsen gerate. Ich schaffe es mit den nächsten Wellen, durch die ca. 7 m auseinander stehenden Felsen hindurch, an den Strand zu kommen. Der Rettungsschwimmer war sehr aufmerksam. Er stand die ganze Zeit auf meiner Höhe und nahm mich an Land in Empfang. Er gab mir damit Sicherheit und ich habe mich herzlich bei ihm bedankt.

Nach einer kurzen Pause im Camp fahren wir rüber zum Cathedral Cove Walkway (2x 45 min).

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Hach, hier ist es unglaublich schön! Die kraftvolle Brandung macht aus diesem breathtaking Spot ein überwältigendes Naturschauspiel.

 

Mein Freund der Baum

20.1.2016

Nachdem sich der MorgenNebel mit Inseln gehoben hat, bekommen wir von der netten Wirtin und Farmerin drei Gurken geschenkt, die sie extra für uns aus dem großen Nutzgarten hinter unserem Van pflückt.

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Weiter gehts nach Opononi. Inzwischen haben wir unser Auto übrigens ganz lieb!

Während Sonja gegenüber von Opononi auf einer riesigen Düne sandboarded…

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… lerne ich eine supernette Frau kennen. Sie spricht mich an, ob ich auch den Fisch so weit und hoch fliegen sah? Ja!

Bald darauf stellt sich heraus, dass sie auch Ergotherapeutin ist. Hat in Australien studiert und kommt nun nach 30 Jahren wieder zurück nach Neuseeland. Sie feiert gerade die letzten Tage vor dem Jobhunting. Wie aufregend, die erste Ergostelle.

Dear friend Aroha, I wish you all the best!

Am Nachmittag besuchen wir den Kauriwald Waipoura Forest an der Westküste.
Der Kauribaum wurde viele Jahrzehnte lang abgeholzt. Man hat SanFrancisco und London mit seinem Holz wiedererbaut und große Schiffe bestehen aus seinem Holz. Die geringen Restbestände sind nun von einem Pilz bedroht. Siehe kauridieback!
Zuerst ehren wir Tane Mahuta, den „Lord of the Forest“, der über 2000 Jahre alt ist. Hier erklärt uns eine Maorifrau, was mit den Bäumen passiert ist und dass sie früher 10-15 Tausend Jahre alt wurden.
Auf einem anderen Walk besuchen wir „The four sisters“. Bei Te Matua Ngahere, „the Father of the Forest“ muss ich weinen.

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Sein Stamm misst über 16 m im Umfang.

Yakas frage ich um Rat.

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Yakas

„Alle Lebewesen erkranken bei zu massiven Störungen.“
Bitte gib mir eine Antwort, was kann ich sinnvolles für die Welt tun?

Die Nacht verbringen wir an der Lake Kai Ivi Campsite. Der See ist wirklich ganz klar. Nur unten Sand und oben blaues Wasser. Keine Pflanzen, keine Tiere, keine Steine.

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Morgen ist die Infusion und mir geht es an diesem Abend garnicht mehr gut. Die letzten Abende habe ich schon das eine oder andere bemerkt, aber zu heute Abend gibt es einen größeren Sprung. Wenn zu viele Stellen am Körper schmerzen und unbeweglich werden, fühle ich mich krank und mag mich zurück ziehen. Ob die tiefe Trauer wegen der Kauribäume eine Rolle spielt? Sie dürfen nicht aufhören zu kämpfen und dem Pilz erliegen. Aber ich denke, wir müssen auch mehr tun, als unsere Schuhe zu desinfizieren und nicht auf ihre Wurzeln zu treten. Ich denke, die Bäume sagen uns durch ihre Not: „es geht so nicht weiter!“ So, wie uns viele Krankheiten sagen wollen, dass wir etwas zu ändern haben.
Jedes Immunsystem bricht zusammen, wenn die Störungen zu mächtig werden.
Nicht die Erkrankung ist die Störung. Die Störung hat vorher stattgefunden und findet immernoch statt.

 

Wasser von oben, von unten und von der Seite

18.1.2016

Heute regnet es ab und zu, aber wir bummeln durch Paihia. An der Info fragen wir nach der Otehei Fähre für morgen. Da soll die Sonne wieder scheinen.
Auf dem Haruru Falls Walk laufen wir durch Mangrovenwälder.

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Die machen hier in den Wäldern Krrrrrrachrrr!

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Wegen des Regens fahren wir zum gleichen Camp zurück. Der ist dafür prima ausgerüstet.

19.1.2016

Die Sonne scheint, wie versprochen, schon am frühen Morgen. Das macht Laune!
Der Tag ist der Insel Urupukapuka gewidmet. Von Paihia aus geht die schnelle Fähre ca. 45 Minuten. Zum Wandern, Schwimmen, Schnorcheln und Staunen hatten wir mehr als 7 Stunden Zeit.

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Paradise Bay, wie sollte sie auch anders heißen?

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Sunset Bay, unser Zielstrand, aaaaah!

Ooooh!

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Die einzige Futterkrippe ist am Hafen: chillout

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Der Campingplatz, den wir noch anfahren, ist auf der Westseite: kurz vor Opononi: Okopako lodge.
Große Überraschung:
Wir sind hier in den Bergen mit toller Ausscht, rosa Abendlicht…

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…und ganz alleine!

 

…und Megahallo

16.1.2016

Wecken um 1:20
Ich stehe gemütlich auf, gehe in die Lobby runter. Kurz danach meldet sich Sonja per SMS, sie ist soeben gelandet! Juhuuu!
Es dauert sicher noch, bis sie den Rucksack hat und durch alle Kontrollen durch ist.

Klar frag ich noch Maile ab…
Hat schon die Rheumaliga geschrieben! He? aber auf eine ganz andere, alte Mail…? Da hatte ich mal, wie auf der Rheumaligaseite angeregt, über Müdigkeit und Rheuma geschrieben. Und ich hatte mich gewundert, dass ich keine Antwort erhielt.
Ausgerechnet jetzt kommt sie doch noch.
Also schreibe ich zurück und leite meine Anfragemail von gestern Abend weiter.
Sie wollen einen Bericht über Rheuma und Reisen schreiben für ihr Aprilheft! Kaum zu glauben.
Ob ich bereit wäre für ein Interview? Na klar!

Dann hole ich Sonja ab, Riesenfreude!
Wir kommen natürlich doch noch ins ratschen und es ist sicher halb 5 bis wir die Augen zu machen.

Morgens holen wir als erstes ein Buggyboard…

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…und fahren dann zum Sleepervanverleih, damit Sonja ihren Führerschein eintragen lassen und ich von den festgestellten Mängeln berichten kann.

Fahrt nach Waipu, auf den schon bekannten Campingplatz.

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Zum Schwimmen ist es uns zu windig, wir sind heute lieber lazy und kochen uns was Feines.

17.1.2016

Morgens gehen wir endlich schwimmen, ah, ist das schön! Glatter Sand so weit das Auge reicht, nette Wellen, nicht zu spannend, aber schon lustig und schön warm.

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Dann fahren wir zur Glühwürmchenhöhle. Mit dem Glühhimmel will ich Sonja überraschen und das gelingt mir auch.
Kurz überlegen wir, ob wir einfach auf der Parkplatzwiese mit Toilette und Dusche bleiben. Es steht ja garnicht da, dass wir es nicht dürfen…
Da spricht uns ein netter Familienvater an und beschreibt uns wortreich, was es alles schönes in der Gegend zu sehen gibt.
Wir fahren also doch noch nach Paihia, Bay of Islands.

 

Abschied…

14.1.2016

Wir genießen ein ausgedehntes, entspanntes Frühstück im Strandcafegarten mit Meerblick.
Der Rest des Tages ist der Fahrt zum Flughafen und dem Abschied gewidmet.

Das ist unser Abschiedsmandala von der Waipu cove:

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Im Flughafenhotel, in das ich mich gerade einniste, wird der Abend mit einem kleinen swim im pool eingläutet. Jetzt ist Entspannung angesagt.
Morgen habe ich den ganzen Tag für mich, weil Sonja nicht heute, sondern morgen Nacht kommt.

15.1.2016

Ah, endlich Langeweile! Da habe ich mich schon seit vielen Tagen nach gesehnt!

Ich lasse mich in den Tag gleiten, wasche Wäsche (wobei ich zwei Dollar Lehrgeld dafür bezahle, dass ich immer noch nicht kapiere, wie hier Waschmaschinen und Trockner aussehen), spiele Ukulele, lerne, wie ich in Garagenband am Pad ein Lied aufnehmen und verschicken kann und schreibe, schreibe, schreibe…

…ich glaube, ich gehe bald mal in den Pool…

Und auf die Dauer geht es nicht, immer weiter in den Lazyhimmel zu sinken. Da lasse ich mir zur Aufrechterhaltung meiner körperlichen und geistigen Laune ein kleines Programm einfallen.

Aalso:
Ich fahre erstmal so zum Spaß auf den Flughafenparkplatz. Ein bisschen üben, für mitten in der Nacht mit müdetrunkenem Kopf fahren schadet nicht, denke ich mir.
Dann schaue ich in den Warehouses in der Nähe nach Plastikboxen und finde eine in eine Campervannische saugend passende. Habe ich mit einem DinA4 Blatt ausgemessen. Schlau, ne?
Und ich kaufe ein, dass Sonja gleich was zu beißen hat und ich heute gut versorgt bin:
Es gibt auf meinem Spazierwalk 2 Multgrainbrötchen mit einem ansehnlichen 10$Batzen Pfeffersalmon.

Und da walke ich:
– Puketutu Island (Brötchen 1 und ein von zwei Treibhölzern, die ich auflese, passt saugend unters CamperBett, richtig professionell).

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– und Amburry Regional Park, der Foreshore Walk (Brötchen 2). Vogelschutz, Lavaplatten, viele Schafe….richtig ruhig. Der andere Walk auch, sehe kaum eine Menschenseele.

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Die Hotelzimmerbadwanne hat Sprudel, muss ich doch eben noch ausprobieren…aaaaah, ja!

Jetzt bin ich müde!

Schreibe aber noch an die Rheuma-Liga. Mit der Bitte um Verlinkung des Blogs.

 

abenteuerlich vs. Abenteuer

12.1.2016

In Mangere East, einem Stadtteil von Auckland, wollen wir den BackpackerSleepervan holen. Wir kommen um 12:00 Uhr an. Der Wagen ist nicht da. Er bekommt neue Reifen. Warten. Nee, die Werkstatt hatte nicht die richtige ReifenGröße. Noch eine Stunde warten. Wir wollen in der Zeit einen Kaffee trinken gehen, denn beim VanVerleihNix bekommen wir keinen.
Zunächst wird uns ein 7 km entferntes Einkaufszentrum empfohlen. Nein, wir suchen nur ein kleines Cafe in der Nähe. Der Vanvermieter sagt uns den Weg zum näheren Einkaufszentrum in Mangere East.
Es ist also ein Stadtteil, in dem viele Maori wohnen. Das wäre eigendlich schön. Wenn die Menschen nicht so frustriert, fertig und traurig schauen würden. Das ging mir wirklich nah. Aber ich freue mich auch über die öffentliche Gymnastik im Einkaufszentrum, an der rege teilgenommen wird.

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Nach dieser weiteren Stunde kommen wir zurück, Van nicht da.
Endlich kommt er mit sauberen neuen Reifen, aber ungeduscht. Sicher spart man sich jedes überflüssige nass werden. Der Lack ist da, wo er nicht durch einen Motorbrand o. ä. zerstört war, eigentlich noch ganz gut für ein volljähriges Auto. Die vielen kleinen Rostsprenkel fallen fast garnicht auf.
Ich frage, ob der Dachgepäckträger mit Fahrradhalter abmontiert werden kann. Das braucht ja Sprit. Nee, der ist fest. Äh, sieht aber garnicht so aus. Ich bitte meinen Schatz in diesem Moment, mal am vorderen Holm zu rütteln. Der scheint nicht fest am Dach verschraubt zu sein.
Uuuuuups! Die beiden vorderen Befestigungen sind herausgerostet, der ganze Halter ist nur noch hinten „dran“. Beim nächsten Huppel wäre der ganze Kladderadatsch dem Hintermann in die Frontscheibe geflogen. Das war jetzt garnicht witzig, nicht mal peinlich. Richtig gefährlich.
Ja, ich möchte, dass der Träger abmontiert wird.
Das dauert aber wieder, da muss das Auto hinten in den Hof gefahren werden…(ja klar).
Inzwischen versuche ich (als Musiker) ein paar Witze über Gaffatape wegen der Bohrlöcher, die dann im Dach offen sind.
Wie gut, dass das Auto silbern ist. Silbernes Gaffatape hat natürlich jeder KFZler in der Werkstadt. Offenbar auch so in NZ.
Der Besitzer ist happy mit allen Ansichten des Autos, womit er uns wohl sagen will, dass es nicht auf kleinere Schäden oder Beulen ankommt.
Wegen der Wartezeit bekommen wir gebrauchte Campingmöbel gratis dazu. Ich frage sicherheitshalber, was passiert, wenn uns etwas davon kaputt geht. Und bekomme als Antwort eine wegwerfende Handbewegung.
Nun wird es knapp mit der Abgabe des vorigen (dagegen Luxus-)Vans. Das müssen wir bis 16:00 Uhr zum Geschäftschluss geschafft haben. Klappt aber ganz schnell und reibungslos.

Fahrt nach Waipu an die Ostküste des Nordens.

Das hat einen netten laaaaangen Strand, fast wie an Dänemarks Westküste, mit schmucken Dünen. Puh, nochmal Erholung.

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Das eine Staufach im Auto stinkt aber. Bei der ersten Besichtigung dachte ich nur: oh, da ist wohl jemandem ein Bier ausgelaufen. Nun sehe ich, das Bodenbrett aus, – weiß ich nicht, Pappmache oder so, – ist nicht nur dick und schwammig aufgequollen und nass, es schimmelt auch wild. Au weia, das muss schnell raus. Nu wird es dunkel, das ist also gleich morgen dran.
Ich rieche es die ganze Nacht, obwohl das Bettbrett darübergeklappt ist. Dabei bin ich, glaube ich, eigentlich garnicht so empfindlich.

13.1.2016

Kalte Dusche am Morgen. Aah, prima.
Das „Brett“ kommt in nassen Fezten raus, jedenfalls die schlimmste Stelle.

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Nun fällt mein Blick aber auf eine der hinteren Bettecken. Dass sie eingeknickt ist, ist mir schon am Anfang aufgefallen. Schließlich kommt hier ja auch immer wieder Regen hin, wenn die Heckklappe offen ist. Hier sind alle Brettkanten aufgequollen, alles aus Pressholzfusseln. Mein Schatz sagt dann auch, ja, das Bett habe bei jeder Bewegung gequietscht. Ja. Hm, die Ecke sackt ja auch haltlos ab. Da säg ich schnell mal provisorisch ein umherfliegendes Hölzchen zur Stütze passend. Mannmannmann.
Der Rest ist eigentlich ganz gemütlich. Bis auf die Tatsache vielleicht, dass der Wagen böse laut vibriert bei bestimmten Geschwindigkeiten. Will ich morgen mal am Auspuff wackeln.

Dann fahren wir nach Waipu Cove, weil wir glauben, hier sei der Einstieg des Waipu Caves Walk. Ist er aber nicht. Trotzdem finden wir den Strand und das Cafe hier super und beschließen spontan, nicht mehr nach Whangarei zu fahren, sondern hier zu campen. Wir bekommen gerade noch eine freie site.

Den Walkeinstieg finden wir nicht, obwohl wir nun in zwei Karten die genaue Ortsangabe haben und die richtige Straße. Kann sein, wie an anderen Stellen auch, dass das Land privat ist und der Besitzer keine Lust mehr hatte, sein Land respektlos behandeln zu lassen. Um dann den Weg zu verbauen. Das wäre schade.

Also fahren wir zurück und direkt zur Höhle. Davor ist ein lauschiger, sonniger und großzügiger Grasparkplatz.
Oh, wie schön! Man darf ohne Eintritt und ohne Führung hinein. Man braucht halt eine Taschenlampe und gute Schuhe. So hieß es. Später wird klar, was damit gemeint ist: wassertauglich.
Im Eingang zeigt die Höhle schon sehr interessante Formationen. Kommt man erst ins Dunkle, wird es richtig romantisch mit einem Glühwürmchensternenhimmel.

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Ja, das Bild ist richtig herum.

Dann gibts noch überraschend lecker Abendessen im Strandcafe. Das ist uns schon öfter aufgefallen: neben der good old englischen Küche (es gibt eigentlich nichts, was sich nicht prima in der Frittöse erwärmen ließe), findet man immer wieder richtig junge kreative GeschmacksIdeen.

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Dann haben wir noch einen letzten zauberhaft ruhigen Abend im zartrosa StrandHimmelLicht.

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Ich spiele ein bisschen MegaUkulele. Und muss bei „catch and release“ von Matt Simons ein paar mal weinen. Ist ja auch rührend: fast 5 Monate Trennung.